Nata­liya Gume­nyuk – Die ver­lo­rene Insel 1.1

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Im Früh­jahr brachte die Jour­na­lis­tin Nata­liya Gume­nyuk das Buch Zahub­lenyi Ostriv (Die ver­lo­rene Insel) heraus, in dem sie Geschich­ten von Men­schen auf der Krim nie­der­ge­schrie­ben hat. Nun wird das Buch ins Deut­sche über­setzt. Wir dürfen vorab das erste Kapitel in drei Teilen ver­öf­fent­li­chen. Darin gibt Nata­liya Gume­nyuk ihre Ein­drü­cke von einer Reise auf die Krim wieder, die sie im März 2014 unter­nom­men und die sie nach Bacht­schys­sa­raj – Bala­klawa – Sewas­to­pol – Jalta – Sim­fero­pol geführt hat.

Die Über­set­zung ist das Ergeb­nis einer Zusam­men­ar­beit von Simon Muschick, Dario Planert und Johann Zajaczkowski.

1. Vor­wärts in die Vergangenheit

Selbst­er­nannte „Kosaken“ kon­trol­lie­ren die Aus­weise der Pas­sa­giere, die auf die Krim reisen. Dschankoj ist der erste Halt auf der Halb­in­sel. Ich liege auf der oberen Prit­sche eines Schlaf­ab­teils und täusche völlige Müdig­keit vor. Fast unmerk­lich hebt sich mein Kopf vom Kissen, während ich meinen Pass her­vor­ziehe. Mein Smart­phone ist „sauber“ – kein ein­zi­ges Foto vom Maidan ist darauf zu finden.

Ein Mann lugt in unser Abteil. Meinen Pass würdigt er kaum eines Blickes, und damit ist meine Ein­reise auf die Krim geglückt. Wir schrei­ben den 16. März 2014. Heute soll ein soge­nann­tes Refe­ren­dum über den Status der Krim statt­fin­den. Der Zug fährt bis nach Sewas­to­pol, ich steige in Bacht­schys­sa­raj aus.

In der wich­tigs­ten Stadt der Krim­ta­ta­ren gibt es weitaus weniger Anhän­ger des „Rus­si­schen Früh­lings“ [1] als dessen aus­ge­spro­chene Gegner. Der Zug hat eine Ver­spä­tung von etwa 25 Minuten. Es stellt sich heraus, dass Kosaken pünkt­lich am Bahnhof waren, dann aber, ohne die Ankunft des Zuges abzu­war­ten, wieder abge­zo­gen sind.

Fak­tisch wurde die Krim bereits erobert und besetzt. Die schlimmste Befürch­tung ist bereits ein­ge­trof­fen. Die­je­ni­gen, die ver­such­ten, Wider­stand gegen die Okku­pa­tion zu leisten, Akti­vis­ten, die alles dran­setz­ten, um die „kleinen grünen Männ­chen“ – sprich: rus­si­sche Sol­da­ten [2] – zu ent­lar­ven, wurden ver­prü­gelt und weggesperrt.

Nach Lage der Dinge kon­trol­liert die Armee der Rus­si­schen Föde­ra­tion bereits das Ter­ri­to­rium der Halb­in­sel. Und obwohl über manchen ukrai­ni­schen Mili­tär­ba­sen noch die ukrai­ni­sche Flagge weht: der Wider­stand ist gebrochen.

Doch am Tag der soge­nann­ten „Abstim­mung über die Unab­hän­gig­keit der Krim“ weigern wir uns noch, diese neue Rea­li­tät zu akzep­tie­ren, und hoffen darauf, die Zeit zurück­dre­hen zu können.

Über dem bekann­tes­ten krim­ta­ta­ri­schen Café Musafir weht die Flagge der Krim­ta­ta­ren. Das Lokal liegt ein Stück­chen ober­halb des Weges. Mit dem Smart­phone filme ich ein vor­bei­fah­ren­des Mili­tär­fahr­zeug. Ein rus­si­sches. Ich möchte daran glauben, dass die Auf­nahme als Beweis für die Anwe­sen­heit aus­län­di­scher Truppen taugt.

Im Musafir arbei­ten einige Jour­na­lis­ten aus ver­schie­de­nen Ländern an ihren Laptops. Ich habe eine Tar­n­iden­ti­tät. Wahl­weise gebe ich vor, eine lokale Über­set­ze­rin oder die Freun­din eines est­ni­schen Jour­na­lis­ten zu sein. Mein „Freund“ war einst der jüngste Abge­ord­nete des est­ni­schen Par­la­ments. Er war der einzige EU-Poli­ti­ker, der während der Oran­ge­nen Revo­lu­tion im Zelt­la­ger auf dem Maidan lebte. Jetzt ist er einfach frei­be­ruf­li­cher Jour­na­list. Ich werde Geschich­ten für den Inter­net-Fern­seh­sen­der Hromadske auf­schrei­ben, ich habe Kon­takte zu den Helden, und solange wir zusam­men­ar­bei­ten, hält er Augen und Ohren offen und schreibt Texte für est­ni­sche Medien.

Der Maidan ist gerade zu Ende gegan­gen und die Arbeit von Hromadske schlägt hohe Wellen. Das Bild eines Kol­le­gen wird auf den Kund­ge­bun­gen der Sepa­ra­tis­ten gezeigt. Als Ziel­scheibe. Jetzt ist nicht die Zeit für Live­streams von der Krim; besser, keine Auf­merk­sam­keit auf sich zu lenken und den Stand­ort einer ukrai­ni­schen Jour­na­lis­tin zu verraten.

Meine Aufgabe besteht also weniger darin, Auf­merk­sam­keit zu erzeu­gen, als viel­mehr darin, her­aus­zu­fin­den, was wirk­lich vor sich geht.

Mein Kollege ist einige Tage früher ange­kom­men und hat es geschafft, gemein­sam mit einem est­ni­schen Fern­seh­team (das nicht länger auf der Krim erwünscht ist) einige Auf­nah­men in den Kasten zu bekom­men. Er hat auch Pere­walne besucht, wo er eine Auf­nahme von rus­si­schen Sol­da­ten ohne Hoheits­ab­zei­chen gemacht und das Mate­rial an uns wei­ter­ge­reicht hat. Die bewaff­ne­ten Männer mit ver­mumm­ten Gesich­tern schwie­gen einfach, und den Ein­hei­mi­schen mit ihren schwarz-orange gestreif­ten Georgs­bänd­chen [3] stand auch nicht der Sinn nach einer Unter­re­dung mit EU-Bürgern. Besag­ter Kollege hat auch die letzte große pro-ukrai­ni­sche Kund­ge­bung am Tag vor dem soge­nann­ten „Refe­ren­dum“ am Taras-Schewt­schenko-Denkmal [4] in Sewas­to­pol ver­folgt. Der gesamte Platz sei in ein Meer aus blau-gelben Flaggen getaucht gewesen.

Noch bevor ich her­aus­finde, wie ich zum Wahl­lo­kal gelange, erfahre ich, dass der berüch­tigte pro­rus­si­sche Aktivist

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Johan Bäckman zur Unter­stüt­zung der Anne­xion aus Finn­land auf die Krim gereist ist. Bäckman bestrei­tet vehe­ment die Exis­tenz eines unab­hän­gi­gen Est­lands, wurde dort zur Persona non grata erklärt und darf schon lange nicht mehr an fin­ni­schen Uni­ver­si­tä­ten unter­rich­ten. Ab Juli 2014 wird sich Bäckman selbst als offi­zi­el­ler Reprä­sen­tant der „DNR“ in Finn­land bezeich­nen. Damals waren solche Ver­tre­ter der „Rus­si­schen Welt“ [5] noch Neuland für uns.

„Um die Mit­tags­stunde hatten bereits 461 Person abge­stimmt. Alle sind sehr aktiv! Viel junges Volk. Ich bin nicht zum ersten Mal Mit­glied einer Wahl­kom­mis­sion. Alle sagen immer, dass die Jugend unpo­li­tisch sei, aber die ersten, die ihre Stimme abgaben, waren fünf junge Leute“, berich­tet eine Frau, Mit­glied einer soge­nann­ten Wahl­kom­mis­sion im Stadt­zen­trum von Bacht­schys­sa­raj. Das bau­fäl­lige, ein­stö­ckige Gebäude ist größ­ten­teils ver­ram­melt und wurde eigens für die Wahlen auf Vor­der­mann gebracht.

Die Frau recht­fer­tigt die großen Lücken im Wäh­ler­ver­zeich­nis damit, dass zur Vor­be­rei­tung der Abstim­mung nur wenig Zeit geblie­ben war. Daher dürfen auch jene, die nicht auf der Liste stehen, „abstim­men“.

Wir beob­ach­ten den Ablauf.

„Hier ist der Antrag von Nadija Wolo­dym­y­rowna Ionowa auf Auf­nahme in die Liste.“ Es wird abge­stimmt: Antrag angenommen.

„Nun kommen Sie her, nehmen Sie einen Stimm­zet­tel und wählen Sie“, fordert die Orga­ni­sa­to­rin die Frau auf.

Wenige Stunden später treffen wir im selben Wahl­lo­kal eine befreun­dete Jour­na­lis­tin mit rus­si­schem Pass. Sie erzählt uns, dass sie soeben bereits in einem anderen Wahl­lo­kal in Bacht­schys­sa­raj ihre Stimme abge­ge­ben hat.

„Finden Sie, dass Russ­land eher ein Vorbild ist als Europa?“, fragt mein est­ni­scher Kollege eine junge Familie, die zum Wahl­lo­kal gekom­men ist.

„Natür­lich, in Russ­land steht alles zum Besten, dort herrscht Sta­bi­li­tät. Die EU ist defi­ni­tiv kein Vorbild, und Lett­land schon gar nicht.“

„Wir sind aus Estland.“

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„Estland? Taugt auch nicht zum Vorbild. Was gibt´s da schon Gutes? Die Leute dort leben schlech­ter. Wir waren in Serbien, die Leute dort machen sich scha­ren­weise aus dem Staub.“

„Serbien? Aber Serbien ist nicht in der EU.“

„Das nicht, aber sie haben ein Inte­gra­ti­ons­ab­kom­men unter­schrie­ben, deshalb geht das Land mit jedem Jahr mehr vor die Hunde. Und meine Freunde in Riga sind auch nicht sehr begeis­tert: die Lebens­hal­tungs­kos­ten steigen, das Ren­ten­al­ter eben­falls, die Gehäl­ter sinken. Die treiben die Men­schen in den Ruin.“

Die Wahl­lei­te­rin ver­si­chert, dass auch Krim­ta­ta­ren kämen.

Der Med­sch­lis des Krim­ta­ta­ri­schen Volkes [6] hat den Boykott des „Refe­ren­dums“ beschlossen.

Dies bestä­tigt auch Achtem Tshi­jhos, der stell­ver­tre­tende Vor­sit­zende des Med­sch­lis – und zu diesem Zeit­punkt auch Abge­ord­ne­ter des Bezirks­rats von Bacht­schys­sa­raj. Sein win­zi­ges Büro ist nur einen Stein­wurf vom ver­meint­li­chen Wahl­lo­kal ent­fernt und öffnet am Nach­mit­tag. Da berich­ten die rus­si­schen Medien bereits über die erfolg­rei­che Abstim­mung. Tshi­jhos spricht im Brust­ton der Über­zeu­gung: „Das ist eine Pro­vo­ka­tion, eine Farce, damit wollen wir nichts zu tun haben. Hier, im Bezirk Bacht­schys­sa­raj und einigen unserer klei­ne­ren Wohn­sied­lun­gen haben sich die Krim­ta­ta­ren nicht an der Bildung von Wahl­kom­mis­sio­nen betei­ligt. Wir sind seit vielen Jahren eine feste Größe bei der Wahl­durch­füh­rung auf der Krim. Zur Wahl­be­tei­li­gung muss ich nicht viele Worte ver­lie­ren – die ist natür­lich gering. Den Infor­ma­tio­nen zufolge, die wir aus unserer Region erhal­ten haben, nahm nur ein Bruch­teil der über 25.000 hier leben­den Krim­ta­ta­ren an den Wahlen teil. Wir sind uns darin einig, dass unsere Heimat in Gefahr ist. Dieses Gefühl lastet jedem auf der Brust – sowohl denen, die die Depor­ta­tion durch­lit­ten haben, als auch jedem Kind, wenn es sich schla­fen legt. Morgen werden wir auf­wa­chen und den Kampf um unsere Rechte fort­set­zen. Die Form des Kampfes wird von der Pro­blem­lage abhän­gen. Doch wir, die Krim­ta­ta­ren, sind Bürger der Ukraine.“

Wir stehen vor einem der größten Wahl­lo­kale im Dorf Tur­he­niwka. Ein Mann mitt­le­ren Alters mit Schie­ber­mütze und Leder­ja­cke stellt sich lächelnd als „Onkel Tolja“ vor. „Aber sicher doch“ habe er abgestimmt.

„Und wofür haben Sie gestimmt?“

„Ja keine Ahnung, wie das alles gelau­fen ist.“

„Wofür nun? Für die Ver­ei­ni­gung mit Russland?“

„Und wohin geht dieses Video?“

„Nach Kyjiw.“

„Oh, nein! Dann nicht. Das zeigt ihr sowieso nicht!“

„Doch, na klar, warum denn nicht?“

„Ich sage nichts. Ich war zwar wählen, aber jetzt weiß ich nicht, ich geh´ so meiner Wege und frage mich, wozu das Ganze gut sein soll.“ Er zuckt mit den Schultern.

„Und was wird morgen geschehen?“

„Morgen wird ein schwe­rer Tag, aber die Leute werden erfah­ren, dass alle auf der Krim nach Russ­land wollen.“

Onkel Tolja zeigt sich über­zeugt, dass die Krim­ta­ta­ren das Refe­ren­dum boy­kot­tiert haben. Er führt aus:

„Ihr Tschub­a­row [7] will es nicht, er hat es ver­bo­ten. Und nun hocken sie in ihren Hütten, keine Spur von ihnen in ganz Bacht­schys­sa­raj. Ist so. Hast du hier etwa einen ein­zi­gen Tataren gesehen? Fehl­an­zeige. Die wollen nicht nach Russ­land. Die Tataren haben Angst, viel­leicht zu Recht. Russ­land wird ihnen die Dau­men­schrau­ben anlegen. Die Ukraine fürch­ten sie nicht, da herrscht Chaos, und sie sitzen auf dem Basar herum, scha­chern, arbei­ten in die eigene Tasche, geben nichts an den Staat, aber strei­chen ihre Rente ein. Und die kommt aus Donezk, wo die Fabri­ken stehen. Russ­land wird ihnen schon ver­kli­ckern, dass man schuf­ten muss, anstatt die Zeit auf dem Basar tot­zu­schla­gen.“ Mehr an sich selbst gewandt, sin­niert er weiter darüber, was ihn an der Ukraine stört:

„Wir wollen ein ganz nor­ma­les Leben. Aber die pressen uns hier aus. Das Geld von den Tou­ris­ten fließt nach Kyjiw, und wir sehen keine müde Kopeke. Wenn bei euch in Kyjiw der Min­dest­lohn bei 2.500 Hrywnja liegt, sind es hier 1.000. [8] Damit kommst du nicht weit. Im Fern­se­hen zeigen sie, dass man in Kyjiw 8.000, ja sogar 10.000 Hrywnja kriegen kann. Klar sind die dort für die Ukraine! Würden die nur mal bei uns leben. Nun, wir haben Janu­ko­wytsch gewählt, diesen Dreckskerl. Ja, wir haben für ihn gestimmt, für wen auch sonst. Hätten wir denn wissen sollen, was das für ein Typ ist? Die eigenen Taschen hat er sich vollgestopft.“

„Glauben Sie etwa, dass es in Russ­land keine Kor­rup­tion gibt?“

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„Keine Ahnung, zumin­dest setzt Putin jede Woche einen dieser kor­rup­ten, betrü­ge­ri­schen Gou­ver­neure aus allen mög­li­chen Oblas­ten vor die Tür. Unter Juliya Timo­schenko hatten wir zwei Stunden täglich Strom, es gab kein Benzin, Busse fuhren nicht. Und die soll jetzt eine Heldin sein? Habt ihr die drei­stö­cki­gen Hütten gesehen, die die sich gebaut haben? Wir sind hier weit ab vom Schuss, wir haben in der Scheiße gelebt und wir werden weiter in der Scheiße leben.“

In Kyjiw herrscht der Ein­druck vor, dass die Krim hinter Janu­ko­wytsch stand. Schließ­lich war es jene Hoch­burg der „Partei der Regio­nen“, die mit dem NATO-Bei­tritt koket­tierte und aus der Spra­chen­frage Kapital schlug. Wir haben den Ein­druck, dass die Men­schen auf der Krim nicht das gesamte Ausmaß der Kor­rup­tion des Ex-Prä­si­den­ten, der durch den Maidan aus dem Amt gejagt wurde, begrif­fen haben. Es scheint, als wären wir einige Jahre zu spät.

Die rus­si­sche Message auf der Krim lautet: Alle ukrai­ni­schen Poli­ti­ker sind wie Janu­ko­wytsch. Einzig Putin ist anders.

Ein lokaler Akti­vist pflich­tet bei: „Weißt du, die Leute glauben, dass der kor­rupte Donez­ker Clan sich die Krim unter den Nagel geris­sen hat und dass Russ­land so etwas nicht dulden werde.“

Ich möchte von Onkel Tolja wissen, ob er darauf hoffe, dass Moskau Gelder über­wei­sen werde, ohne daran Bedin­gun­gen zu knüpfen. Dieser gerät ins Schwär­men über die Zeiten in der Sowjet­union, als es im Dorf noch drei Trak­to­ris­ten-Bri­ga­den gab. Onkel Tolja glaubt, dass Krieg ver­mie­den werden kann und dass alle in Frieden leben werden.

„Wir – die Ukraine und die Krim – sind eine Familie. Aber es ist besser, wenn jeder seinen eigenen Weg geht. Schlim­mer kann´s nicht werden.“

„Wovor wir Angst haben? Es kur­sie­ren Gerüchte über ‚eth­ni­sche Säu­be­run­gen‘, das heißt die Ver­trei­bung der ursprüng­li­chen Bevöl­ke­rung der Krim; man will Bedin­gun­gen schaf­fen, die uns dazu zwingen, unsere Hei­mat­stät­ten zu ver­las­sen.“ In diesem krim­ta­ta­ri­schen Haus herrscht eine völlig andere Stim­mung. Eine Gruppe von Lehrern hat sich hier ver­sam­melt. Die Alters­spanne reicht vom Refe­ren­dar bis zum Beamten im Ruhe­stand. Alle Augen sind auf den Fern­se­her gerich­tet, über den Bilder des krim­ta­ta­ri­schen Senders ATR flim­mern. Schew­ket [9] erläu­tert, dass selbst das Wissen um die Funk­ti­ons­weise von Pro­pa­ganda nicht vor Ver­blen­dung schütze: „Manch­mal fängst du an, an der Rich­tig­keit deiner eigenen Gedan­ken zu zwei­feln. Ange­nom­men, du weißt, dass die Mit­glie­der der Berkut [10] auf dem Maidan Leute ver­prü­gelt haben. Im Fern­se­hen aber wird der Ein­druck ver­mit­telt, die Krim­ta­ta­ren wären das gewesen. Sowas schau­kelt sich immer weiter hoch. Vor dem Zweiten Welt­krieg war das deut­sche Volk von Hitler geblen­det und unter­stützte ihn auf der Welle des Natio­na­lis­mus, die sich bis in den Chau­vi­nis­mus stei­gerte. Und das führte schließ­lich zum Welt­krieg. Die Gehirn­wä­sche des rus­si­schen Volkes durch die Mas­sen­me­dien ist ebenso eine Bedro­hung für die gesamte Welt.“

An diesem Tag haben sich die Frauen zum gemein­sa­men Gebet ver­sam­melt: „Allah schenkte uns eine Heimat, auf dass wir mit anderen Völkern in Freund­schaft und Har­mo­nie leben. Wir sind froh, dass man in der West­ukraine hinter uns steht. Wir unter­stüt­zen den Maidan. Wenn wir Worte der Für­sorge und der Soli­da­ri­tät ver­neh­men, kommen wir zur Ruhe. Wir haben Allah um seinen Segen gebeten, wei­ter­hin in unserer Heimat und in Einig­keit mit der Ukraine leben zu können. Wir baten ihn auch, dass er Putin ein wenig Güte und Weis­heit schen­ken möge, auf dass er seine Truppen und Sol­da­ten, die hier­her­ge­kom­men sind, abziehe, sie leben­dig und gesund zu ihren Fami­lien, Müttern und Frauen zurück­keh­ren und hier Friede ein­kehre wie vor ihrer Ankunft.“

Der Betrei­ber des Café Musafir, Lenur Osmanow findet deut­li­chere Worte. Er sähe es gerne, würden die Macht­ha­ber in Kyjiw die Strom- und Was­ser­ver­sor­gung unter­bre­chen, um den Krim­be­woh­nern ihre Abhän­gig­keit vom Fest­land vor Augen zu führen. „Mir ist bewusst, dass man in Kyjiw vor einem Dilemma steht: wie setzt man solche Druck­mit­tel ein, ohne den Men­schen zu schaden? Doch wir Krim­ta­ta­ren haben die Depor­ta­tion über­lebt. Wir kennen weitaus schlim­mere Ver­hält­nisse – dagegen sind Strom und Wasser ein Witz. Jede Familie hat geliebte Men­schen ver­lo­ren. Daher kann man wohl behaup­ten, dass wir einiges aus­hal­ten. Die Ukraine sollte sich nicht den Kopf darüber zer­bre­chen, dass sie ihre eigenen Leute in diese Lage gebracht hat. Die Krim ist ein Teil der ukrai­ni­schen Wirt­schaft und Gesell­schaft. Wir über­ste­hen das.“

Swit­lana ist Leh­re­rin für ukrai­ni­sche Sprache und Lite­ra­tur aus Sewas­to­pol. Bei unserem Treffen ist ihr Tonfall ein­dring­lich: „Nata­liya, sag mir, wie ist das möglich? Im Radio behaup­ten sie, dass achtzig Prozent der Krim­ta­ta­ren beim Refe­ren­dum abge­stimmt haben. Ich glaube das nicht. Halb so viele viel­leicht, aber doch nicht achtzig?“ Ich brüte über der Frage, wie Pro­pa­ganda funk­tio­niert. Ein Mensch ist in der Lage zu glauben, dass diese oder jene Zahl etwas geschönt oder gefälscht ist, aber dass man so dreist lügen kann, das er kann sich nicht vorstellen.

Swit­lana ist mir damals buch­stäb­lich vor die lau­fende Kamera gelau­fen. Ich streamte gerade live von der Insti­tutska-Straße, als die Men­schen in den ersten Tagen nach der Tra­gö­die dort zu Ehren der Getö­te­ten der Himm­li­schen Hun­dert­schaft [11] Blumen nie­der­leg­ten. Ihre ukrai­ni­sche Aus­spra­che ist unge­mein korrekt, fast schon thea­tra­lisch. Mit Tränen in den Augen klagte sie darüber, dass niemand auf der Krim die Wahr­heit über den Maidan kenne, und man hin­fah­ren und darüber berich­ten müsse, bevor es zu spät sei.

Denn die Bewoh­ner der Halb­in­sel – so ihre Warnung – würden gegen die Ukraine aufgewiegelt.

Swit­la­nas Mann ist Chor­lei­ter bei den ukrai­ni­schen Streit­kräf­ten. In ihrem Bekann­ten­kreis gebe es viele Ehe­frauen von Sol­da­ten. Mehrere Wochen lang hielten wir vom Sender den Kontakt zu ihnen auf­recht, brach­ten Stories über die Blo­ckade von Stütz­punk­ten sowie Aufrufe zur Hilfe. Doch nach dem „Refe­ren­dum“ ver­wei­gerte eine Ehefrau nach der anderen den Aus­tausch mit Jour­na­lis­ten: Am Montag ein Live-Inter­view, am Diens­tag ein Treffen, am Mitt­woch selbst ein Tele­fo­nat. Alles hat seinen Sinn ver­lo­ren. Die Ein­schrän­kung der Frei­heit auf der Krim, in diesen Tagen wird sie mit jeder Stunde spürbarer.

Am Stadt­rand von Sewas­to­pol, wo Swit­lana lebt, gibt es fast keine Cafés, und mir wird klar, dass Ver­tre­ter ihrer Genera­tion (zumal mit ihrem Gehalt) es nicht gewohnt sind, sich auf einen Kaffee zu ver­ab­re­den. Sie bittet um ein Treffen im Zentrum, unweit des Markts. Es scheint mir nicht sehr sicher, mit einem Video­in­ter­view unter freiem Himmel Auf­merk­sam­keit zu erregen. In einer Piz­ze­ria im Ein­kaufs­zen­trum finden wir noch eine freie Ecke. Swit­lana hat ihre Tochter mit­ge­bracht, die noch zur Schule geht. Das Mädchen ist erschöpft. Wir haben Mühe, uns auf das Gespräch ein­zu­stel­len, zumal ich es aufzeichne.

Die Unter­hal­tung kommt gerade in Gang, da setzt sich eine Gruppe mas­si­ger Bart­trä­ger an einen großen reser­vier­ten Tisch neben uns. Sie spre­chen irgend­eine sla­wi­sche Sprache. Ich kann nur schwer ver­ste­hen, was genau sie hier auf der Krim treiben. Stehen sie an den Stra­ßen­sper­ren Wache? Hat sie die Sen­sa­ti­ons­lust hier­her­ge­trie­ben? Oder sind sie als Erfül­lungs­ge­hil­fen der Anne­xion hier? Ich nehme meinen Mut zusam­men und frage sie nach ihrer Her­kunft. Sie schla­gen ein Selfie vor und ant­wor­ten, dass sie aus Novi Sad kämen.

Gele­gent­lich tauchen in den News­feeds zur Krim auch Berichte über Tschet­niks auf – ser­bi­sche Natio­na­lis­ten, die Russ­land unterstützen.

Höchste Zeit, unser Gespräch an einem anderen Ort fort­zu­set­zen. Durch die Ver­zö­ge­rung bin ich für das nächste Inter­view bereits spät dran.

„Jurij, ich brauche Ihre Hilfe. Wir schaf­fen es nicht recht­zei­tig zu Ihnen und ich habe eine Bitte. Wir wollen noch mit einer anderen Person reden, doch ihr Kind ist müde, und wir haben keinen guten Ort für unser Gespräch gefun­den. Können wir viel­leicht zu Ihnen kommen?“, frage ich den mir im Grunde unbe­kann­ten jungen Mann, den mir ein Bekann­ter ver­mit­telt hat. Jurij ist in der IT-Branche tätig. Von ihm will ich wissen, wie die unpo­li­ti­sche Jugend und die Unter­neh­mer zu den Ereig­nis­sen auf der Krim stehen. Ich will mög­lichst unter­schied­li­che Men­schen treffen, um zu ver­ste­hen, was die Men­schen auf der Krim wirk­lich beschäftigt.

Nach einer Stunde Fahrt­zeit stehen wir endlich vor dem moder­nen Büro. Wir sind in Eile und müssen nun zwei Gesprä­che, die unter­schied­li­cher nicht sein könnten, irgend­wie unter einen Hut bringen. In diesem Moment scheint es, als wären zwei gegen­sätz­li­chere Cha­rak­tere kaum vor­stell­bar: Hier die lei­den­schaft­li­che Leh­re­rin für ukrai­ni­sche Sprache und Lite­ra­tur, die stun­den­lang über ihren Stolz auf ihre Schüler und deren Erfolge bei den Schewt­schenko-Sprach­olym­pia­den spre­chen kann; dort der rus­sisch­spra­chige IT-Spe­zia­list, ruhig und sach­lich; bemüht, sich aus der Politik herauszuhalten.

„Am meisten beun­ru­higt mich die Pola­ri­sie­rung der Mei­nun­gen. Meine Freunde und ich strei­ten uns bis zur Hei­ser­keit. Bisher ist es gelun­gen, die per­sön­li­che Ebene bei den Aus­ein­an­der­set­zun­gen außen vor zu lassen, aber das gestal­tet sich immer schwie­ri­ger“, erzählt Jurij. „Einige meiner Freunde haben die Milizen an den Stra­ßen­sper­ren mit allem Lebens­not­wen­di­gen ver­sorgt. Die haben das damit begrün­det, dass die­je­ni­gen, die uns angeb­lich ver­tei­di­gen, doch Ziga­ret­ten und warme Klei­dung bräuch­ten. Ich halte dann immer dagegen: ‚und vor wem beschüt­zen die uns? Ich sehe keine Gefahr.‘ Ich sehe nur Pro­pa­ganda, die uns weis­ma­chen will, dass die Ben­de­riwtsi [12] im Anmarsch seien. Das ist lächer­lich. Und diese Stra­ßen­sper­ren, das sind Kriegs­spiel­chen erwach­se­ner Männer. Mir scheint, dass für manche die stei­gen­den Span­nun­gen nur ein Vorwand sind, um endlich die Waffen spre­chen zu lassen. Ich habe aber auch Freunde, die zu den ukrai­ni­schen Stütz­punk­ten gefah­ren sind und Lebens­mit­tel durch den Zaun gereicht haben.“

„Wenn ich jetzt auf Rus­sisch spre­chen und Müt­ter­chen Russ­land als Heimat aner­ken­nen würde, ich würde nir­gendwo anecken und in der Masse auf­ge­hen“, so Swit­lana, während sie in druck­rei­fes Rus­sisch wech­selt. „Doch wenn ich meine Pflich­ten so gewis­sen­haft erfülle wie zuvor, oder sogar noch gewis­sen­haf­ter, aber dabei Ukrai­nisch spreche, bringe ich mich und meine Familie in Gefahr. 

Wie kann man nur wegen der Sprache einen Krieg zwi­schen zwei Brü­der­völ­kern lostreten? 

In den Fami­lien hat dieser Krieg bereits begon­nen, sie brechen aus­ein­an­der. Heute im Bus gra­tu­lier­ten sich die Leute gegen­sei­tig zum Fei­er­tag. Ich ließ es darauf ankom­men und fragte: ‚zu welchem Fei­er­tag denn?‘ ‚Ja wie, wir sind doch seit heute Unab­hän­gig!‘ Ich ent­geg­nete: ‚Welche Unab­hän­gig­keit?‘ – ‚Na, heute haben wir uns Russ­land ange­schlos­sen.‘ Dabei zeigt ein Blick ins Wör­ter­buch, dass die Begriffe ‚Unab­hän­gig­keit‘ und ‚Anschluss‘ unter­schied­li­che Bedeu­tun­gen haben. Doch du hast nicht das Recht, diesen „Fei­er­tag“ zu ver­wei­gern. Und wenn wir für das Recht ein­ste­hen, dass Sewas­to­pol ukrai­nisch bleibt, bringen sie uns einfach um…“ Sie ringt um die rich­ti­gen Worte. „…die schlach­ten uns einfach ab!“

„Sie haben gerade das Wort ‚abschlach­ten‘ verwendet…“

„Weil es genauso gesagt wurde! ‚Ihr Ben­de­rowtsi gehört abge­schlach­tet! Ihr Faschis­ten!‘ Was geht nur vor in den Köpfen der Leute? Es zer­reißt dir das Herz, wenn du solche Dinge hörst. Wir leben hier wie Geiseln, ohne zu wissen, wie wir uns ver­hal­ten sollen: reden oder schwei­gen. Viele haben ihre Gesin­nung bereits gewech­selt, manche sind geflo­hen, andere unter­ge­taucht, wieder andere sind ver­stummt. Die Fern­seh­sen­der in Sewas­to­pol, auf der Krim – wohin man auch schaut, überall ver­zerrte Infor­ma­tio­nen. Die Men­schen fürch­ten sich davor, aufs Fest­land zu reisen. ‚In der Ukraine werdet ihr getötet, Faschis­ten haben dort die Macht ergrif­fen – bleibt besser auf der Krim!‘ Sowas wird ihnen ein­ge­trich­tert. Aber ich war dort, vom Faschis­mus keine Spur.“

Ich kann Swit­la­nas Empö­rung nach­voll­zie­hen. Sie sucht das Gespräch mit Kol­le­gen, um Anders­den­kende umzu­stim­men. Doch sie befürch­tet, dass sie nichts aus­rich­ten kann. Jurij hält sich bedeckt, daher will ich wissen, ob er keine Angst habe. „Wovor sollte ich Angst haben? Ich gebe nur wieder, was ohnehin alle reden. Wir schla­gen uns mit gesperr­ten Bank­kon­ten herum. Schon vor dem Refe­ren­dum konnte man kein Geld mehr abheben. Ich fürchte, dass die­je­ni­gen, die hier an die Macht gekom­men sind, die Krim einfach zur Plün­de­rung frei­ge­ben. Sie werden sich wie kleine Fürsten auf­füh­ren und den Kurs von Janu­ko­wytsch fort­set­zen. Sie schnap­pen sich seine Villen und bauen sich noch ein paar neue dazu.“

Weiter zum zweiten Teil. 

  1. Begriff aus den rus­si­schen Staats­me­dien zur ideo­lo­gi­schen Über­for­mung der Ereig­nisse von 2014 auf der Krim und im Donbass (Anm. d. Übers.).
  2. Euphe­mis­ti­sche Bezeich­nung für die rus­si­schen Spe­zi­al­ein­hei­ten mit Uni­for­men, aber ohne Hoheits­ab­zei­chen, die für die Beset­zung der Krim ein­ge­setzt worden sind. Bis­wei­len auch zynisch als „höf­li­che Men­schen“ gelesen, da die Spe­zi­al­ein­hei­ten auf eine direkte Gewalt­an­wen­dung bei der Beset­zung und auf jeg­li­che Kom­mu­ni­ka­tion ver­zich­te­ten (Anm. d. Übers.).
  3. Während des Zweiten Welt­kriegs Ver­dienst­or­den für sowje­ti­sche Sol­da­ten; seit 2014 Symbol der Unter­stüt­zung der Akti­vi­tä­ten der rus­si­schen Regie­rung auf der Krim und im Donbass (Anm. d. Übers.).
  4. Taras Schewt­schenko ist ein Klas­si­ker der ukrai­ni­schen Lite­ra­tur des 19. Jahr­hun­derts (Anm. d. Autorin).
  5. Bezeich­nung der rus­si­schen Regie­rung für eine diffuse geo­po­li­ti­sche und kul­tu­relle Ein­fluss­sphäre, die den Groß­teil der Nach­fol­ger­staa­ten der Sowjet­union umfasst (Anm. d. Übers.).
  6. Exe­ku­tiv-reprä­sen­ta­ti­ves Organ des Krim­ta­ta­ri­schen Volkes; seit 2016 durch die Besat­zungs­be­hör­den auf der Krim ver­bo­ten (Anm. d. Übers.).
  7. Von 1995 bis 1998 stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der des Obers­ten Sowjets der Auto­no­men Repu­blik Krim. Seit Novem­ber 2013 Vor­sit­zen­der des Med­sch­lis des Krim­ta­ta­ri­schen Volkes (Anm. d. Autorin).
  8. Im März 2014 ent­spra­chen 1.000 Hrywnja dem Wert von 120 US-Dollar (Anm. d. Autorin).
  9. Name aus Sicher­heits­grün­den geän­dert. Im Fol­gen­den habe ich die Namen meiner Gesprächs­part­ner geän­dert oder auf eine Angabe ver­zich­tet. Dies gilt ins­be­son­dere für die­je­ni­gen, die nach wie vor auf der besetz­ten Krim leben, und in Fällen, in denen solche Per­so­nen iden­ti­fi­ziert werden und ihre Aus­sa­gen sie in Gefahr bringen könnten. Per­so­nen des öffent­li­chen Lebens sowie der­je­ni­gen, die auf eigenen Wunsch ihre Geschichte erzäh­len möchten (bei­spiels­weise die Ver­wand­ten von poli­ti­schen Häft­lin­gen), werden hin­ge­gen nament­lich im Buch genannt (Anm. d. Autorin).
  10. Dt. „Stein­ad­ler“; mitt­ler­weile auf­ge­löste, auf Janu­ko­wytsch ein­ge­schwo­rene para­mi­li­tä­ri­sche Spe­zi­al­ein­heit der ukrai­ni­schen Sicher­heits­kräfte; maß­geb­lich ver­ant­wort­lich für die Mehr­zahl der zivilen Todes­op­fer auf dem Maidan (Anm. d. Übers.).
  11. Popu­läre Bezeich­nung in der Ukraine für die mehr als 100 Todes­op­fer der pro­eu­ro­päi­schen Pro­teste auf dem Maidan (Anm. d. Übers.).
  12. Ich bemerke, dass auf der Krim wie auch in rus­si­schen Fern­seh­sen­dern das Wort „Ban­de­riwtsi“ wie „Ben­de­riwtsi“ aus­ge­spro­chen wird. Es geht hier schon lange nicht mehr um Bandera – der Wort­schatz der Pro­pa­ganda ist ein Thema für sich. (Anm. d. Über­set­zer: „Ban­de­riwtsi“ ist eine abwer­tende Bezeich­nung für Ukrai­ner im All­ge­mei­nen oder Men­schen aus der West­ukraine im Spe­zi­el­len und spielt auf den ukrai­ni­schen Natio­na­lis­ten Stepan Bandera (1909–1959) an).

 

Bei dem vor­lie­gen­den Text handelt es sich um einen Auszug aus Nata­liya Gume­nyuk: Die ver­lo­rene Insel. Repor­ta­gen von der besetz­ten Krim, ibidem-Verlag, Stutt­gart: 2020. Erhält­lich ab Herbst 2020 unter ISBN978–3‑8382–1499‑3 im Buchhandel.

Textende

Portrait von Johann

Johann Zaja­cz­kow­ski pro­mo­viert an der Uni­ver­si­tät Bonn zu den ukrai­ni­schen Frei­wil­li­gen­ba­tail­lo­nen und ist als Finanz­ko­or­di­na­tor für den Euro­päi­schen Aus­tausch und ins­be­son­dere die Kyjiwer Gesprä­che tätig. 

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