Kern­ar­gu­mente für einen EU-Bei­tritt der Ukraine

Foto: rospoint /​ Shut­ter­stock

Ein Appell des Büros von Olha Ste­fa­nys­hyna, der stell­ver­tre­ten­den Pre­mier­mi­nis­te­rin für euro­päi­sche und euro-atlan­ti­sche Inte­gra­tion der Ukraine, mit Kern­ar­gu­men­ten, warum die Ukraine einen EU-Kan­di­da­ten­sta­tus bekom­men sollte.

Im März 2022 reichte die Ukraine inmit­ten des Krieges einen offi­zi­el­len Antrag auf EU-Mit­glied­schaft ein. Die Ukraine folgte der Auf­for­de­rung der Euro­päi­schen Kom­mis­sion, den Fra­ge­bo­gen aus­zu­fül­len, und tat dies in rekord­ver­däch­tig kurzer Zeit und mit hoher Qualität.

Die Euro­päi­sche Kom­mis­sion soll ihre Stel­lung­nahme bereits Mitte Juni vor­le­gen. Dann liegt es an den EU-Mit­glied­staa­ten, zu ent­schei­den, ob der Ukraine der Kan­di­da­ten­sta­tus ver­lie­hen wird oder nicht. Die his­to­ri­sche Tagung des Euro­päi­schen Rates wird am 23. und 24. Juni stattfinden.

Viele EU-Mit­glied­staa­ten, ins­be­son­dere die mittel- und ost­eu­ro­päi­schen Länder sowie die skan­di­na­vi­schen Länder, befür­wor­ten die Ver­lei­hung des Kan­di­da­ten­sta­tus an die Ukraine. Deutsch­land und Frank­reich, deren Ent­schei­dung rich­tungs­wei­send sein wird, schei­nen jedoch dagegen zu sein.

Die kom­men­den Wochen werden also ent­schei­dend sein. „Ukraine ver­ste­hen“ ver­folgt die Debatte auf­merk­sam. Heute stellen wir Ihnen mehrere Appelle von ver­schie­de­nen Akteu­ren in der Ukraine und der EU vor, die Argu­mente dafür liefern, warum der Ukraine der Kan­di­da­ten­sta­tus ver­lie­hen werden sollte.

  • Die EU wurde gegrün­det, um Frieden und Ent­wick­lung auf dem euro­päi­schen Kon­ti­nent nach dem Zweiten Welt­krieg zu sichern. Heute, da die EU vor der größten Her­aus­for­de­rung ihrer Geschichte steht, gibt es keine Zeit für büro­kra­ti­sche Hürden. Die Staats- und Regie­rungs­chefs der EU müssen poli­ti­sche Füh­rungs­stärke und Mut bewei­sen, indem sie den Auftrag der EU bekräf­ti­gen, Frieden und Frei­heit auf dem euro­päi­schen Kon­ti­nent zu fördern. His­to­ri­sche Zeiten erfor­dern his­to­ri­sche Entscheidungen.
  • Russ­lands auf­ein­an­der­fol­gende Inva­sio­nen in Geor­gien 2008 und in der Ukraine 2014, gefolgt von dem zer­stö­re­ri­schen Krieg gegen die Ukraine 2022, zeigen, dass die stra­te­gi­sche Begrün­dung, „Russ­land nicht zu pro­vo­zie­ren“, vom Kreml nur dazu benutzt wird, weitere Aggres­sio­nen und die Zer­stö­rung der euro­päi­schen Sicher­heits­ar­chi­tek­tur vor­an­zu­trei­ben. Tat­säch­lich hat die geschei­terte Politik der stra­te­gi­schen Zwei­deu­tig­keit der EU gegen­über der Ukraine dazu bei­getra­gen, diesen eska­lier­ten Krieg her­bei­zu­füh­ren. Der Kan­di­da­ten­sta­tus für die Ukraine und eine weitere Inte­gra­tion wären ein starkes poli­ti­sches Signal der Unter­stüt­zung und einer Abkehr von dieser erfolg­lo­sen Politik.
  • Es darf keine neuen „Mauern“ in Europa geben. Hinter dem rus­si­schen Krieg gegen die Ukraine steht Putins Wunsch, ver­al­tete, so genannte „Ein­fluss­sphä­ren“ zurück­zu­er­obern. Die Mit­glied­schaft der Ukraine in der EU würde bekräf­ti­gen, dass Russ­land die Uhr nicht in dunk­lere Zeiten zurück­dre­hen kann. Heute sind die Ukrai­ner geeint und mobi­li­siert wie nie zuvor: Sie wissen, dass sie nicht nur für eine freie, fried­li­che und demo­kra­ti­sche Zukunft der Ukraine kämpfen, sondern für Europa insgesamt.
  • Der Antrag der Ukraine auf EU-Mit­glied­schaft würde Europa wie­der­be­le­ben und wie­der­ver­ei­ni­gen. Die Zukunft Europas wird davon abhän­gen, das expan­sio­nis­ti­sche Russ­land mit seiner auf Hass und Zer­stö­rung aus­ge­rich­te­ten Außen­po­li­tik ein­zu­däm­men. Die Ukraine hat den Willen und die Wider­stands­kraft, Russ­land zu wider­ste­hen. Die Ukraine ist ein Schlüs­sel­ele­ment beim Aufbau eines neuen, starken Europas.
  • In Artikel 49 des Ver­trags über die Euro­päi­sche Union heißt es: „Jedes euro­päi­sche Land kann die Mit­glied­schaft bean­tra­gen, sofern es die in Artikel 2 nie­der­ge­leg­ten euro­päi­schen Werte achtet und sich für die För­de­rung dieser Werte ein­setzt“. Diese Werte sind Demo­kra­tie, Men­schen­rechte und Men­schen­würde, Gleich­heit, Frei­heit und Rechtsstaatlichkeit.
  • Demo­kra­ti­sche Werte und Frei­hei­ten sind in der DNA der Ukrai­ner ver­an­kert. Seit der Wie­der­erlan­gung der Unab­hän­gig­keit im Jahr 1991 haben sich die Ukrai­ner allen Ver­su­chen wider­setzt, auto­kra­ti­sche Régime im Lande zu instal­lie­ren – mit großen per­sön­li­chen Opfern. Der dra­ma­ti­sche Beweis dafür sind zwei von der Zivil­ge­sell­schaft ange­führte Revo­lu­tio­nen, die erste im Jahr 2004 und die jüngste, die Revo­lu­tion der Würde (Euro­mai­dan) von 2014. Die erfolg­rei­che Ver­tei­di­gung der Ukraine gegen die rus­si­sche Aggres­sion seit 2014 ist ein wei­te­rer klarer Beweis. Seit dem 24. Februar 2022 kämpfen alle Ukrai­ner buch­stäb­lich unter Einsatz ihres Lebens dafür, ein unab­hän­gi­ges Land mit euro­päi­schen Werten zu bleiben: Demo­kra­tie, Frei­heit, Achtung der Men­schen­rechte, Gleich­heit und Rechts­staat­lich­keit. Die Ukrai­ner haben ein­deu­tig bewie­sen, dass sie es ver­die­nen, in der EU zu sein.
  • Die künf­tige EU-Mit­glied­schaft ist ein hoff­nungs­vol­les Ziel, das die gesamte Ukraine eint und aus­nahms­los in allen Regio­nen des Landes unter­stützt wird. Eine Rekord­zahl von 86 Prozent der Ukrai­ner unter­stützt die EU-Integration.
  • Die Ukrai­ner haben sich ihr Recht erkämpft, ein voll­wer­ti­ges Mit­glied des Ver­ei­nig­ten Europas zu sein. Keine euro­päi­sche Nation hat einen so hohen Preis dafür gezahlt. Als Teil einer fried­li­chen Lösung sollten die EU-Länder die EU-Mit­glied­schaft der Ukraine garan­tie­ren. Dies ist ein Eck­pfei­ler für die Wie­der­be­le­bung und Ent­wick­lung der Ukraine.
  • Der ukrai­ni­sche Bei­tritts­an­trag wird von den euro­päi­schen Gesell­schaf­ten unter­stützt. Schon vor der rus­si­schen Inva­sion 2022 war die Unter­stüt­zung für eine EU-Mit­glied­schaft der Ukraine in vielen EU-Staaten groß. In Italien zum Bei­spiel lag sie 2020 bei 61 Prozent. Jüngste Umfra­gen zeigen, dass die Unter­stüt­zung zunimmt. Wir befin­den uns jetzt in einer Phase, in der die poli­ti­schen Ent­schei­dun­gen hinter den Wün­schen der Bürger zurück­blei­ben. Die Ukraine wird bereits als Teil der euro­päi­schen Familie wahrgenommen.
  • Die Ukraine bittet die EU nicht um einen Frei­fahrt­schein für die EU. Vor dem 24. Februar 2022 hat die Ukraine eine Reihe von Struk­tur­re­for­men durch­ge­führt, um die Kopen­ha­ge­ner Kri­te­rien zu erfül­len. Und sie wird dies auch wei­ter­hin tun.
  • Die Ukraine hat enorme Fort­schritte bei der Umwand­lung von einer post-sowje­ti­schen Wirt­schaft und Gesell­schaft in ein klares euro­päi­sches Land gemacht – mit freier Markt­wirt­schaft, plu­ra­lis­ti­scher Demo­kra­tie, einer starken Tra­di­tion freier und fairer Wahlen, einer leben­di­gen Zivil­ge­sell­schaft und der Achtung der Men­schen­rechte und Freiheiten.
  • Die Ukraine ist kein Neuling in diesem Prozess, und ihr Bei­tritt würde nicht bei Null begin­nen. Alle Kapitel des Erwei­te­rungs­pro­zes­ses sind in den Ver­pflich­tun­gen ent­hal­ten, die die Ukraine bereits in dem 2014 unter­zeich­ne­ten Asso­zi­ie­rungs­ab­kom­men mit der EU ein­ge­gan­gen ist. Die Ukraine und die EU haben die Fort­schritte bei der Umset­zung des Abkom­mens regel­mä­ßig bewer­tet, unter anderem in regel­mä­ßi­gen Sit­zun­gen des Asso­zia­ti­ons­ra­tes und seiner nach­ge­ord­ne­ten Aus­schüsse. Die Ukraine hat bereits alle Kapitel geöff­net, um die Geschichte zu schrei­ben. Das Asso­zia­ti­ons­ab­kom­men mit der Ukraine ist in Bezug auf die Prä­zi­sion und den Umfang seiner Ver­pflich­tun­gen weiter fort­ge­schrit­ten als die Sta­bi­li­sie­rungs- und Asso­zi­ie­rungs­ab­kom­men mit den west­li­chen Bal­kan­staa­ten. Die Ukraine ist bereit, sich schnell zu bewegen.
  • Wirt­schaft­lich ist die Ukraine bereits tief in die EU inte­griert. Mit der Erfül­lung von 63 Prozent der Ziele des Asso­zi­ie­rungs­ab­kom­mens ist die Ukraine bereit für die Inte­gra­tion in den EU-Bin­nen­markt. Die Ukraine hat bereits bedeu­tende Ergeb­nisse bei der sek­to­ra­len Inte­gra­tion in die EU erzielt, vor allem im Ener­gie­be­reich, aber auch in den Berei­chen Digi­tal­tech­nik, Zoll und anderen. Das bedeu­tet, dass ein großer Teil der ukrai­ni­schen Gesetz­ge­bung an die der EU ange­gli­chen ist.
  • Die EU ist der wich­tigste Han­dels­part­ner der Ukraine. Bei der wirt­schaft­li­chen Inte­gra­tion wurden erheb­li­che Fort­schritte erzielt, die durch das ver­tiefte und umfas­sende Frei­han­dels­ab­kom­men ermög­licht wurden und zu einem Anteil von mehr als 40 Prozent am gesam­ten inter­na­tio­na­len Handel des Landes im Jahr 2021 führen werden.
  • Die Ukraine ist bereits an vielen euro­päi­schen Pro­zes­sen betei­ligt und hat sich wich­ti­gen EU-Initia­ti­ven wie dem Euro­päi­schen Green Deal und dem digi­ta­len Bin­nen­markt der EU ange­schlos­sen. Die Ukraine hat eine visa­freie Rege­lung. Nach dem Krieg von 2022 genos­sen die Ukrai­ner Frei­zü­gig­keit unter vor­über­ge­hen­dem huma­ni­tä­rem Schutz. Bereits vor dem Krieg trugen Mil­lio­nen ukrai­ni­scher Arbeits­kräfte zum Wirt­schafts­wachs­tum der EU bei.
  • Die Ukraine ist ein zuver­läs­si­ger Partner der EU in inter­na­tio­na­len Ange­le­gen­hei­ten. Im Jahr 2021 unter­stützte sie 93,27 Prozent der Erklä­run­gen der Euro­päi­schen Union zu inter­na­tio­na­len Ent­wick­lun­gen und Ansät­zen zu deren Regelung.
  • Es besteht kein Zweifel, dass die Ukraine ange­sichts der jah­re­lan­gen schritt­wei­sen Umset­zung des Asso­zi­ie­rungs­ab­kom­mens bereits für den Kan­di­da­ten­sta­tus qua­li­fi­ziert ist. Dies und das große Enga­ge­ment der ukrai­ni­schen Regie­rung und der Exper­ten­ge­mein­schaft haben eine schnelle Beant­wor­tung des EU-Fra­ge­bo­gens ermöglicht.
  • Die EU sollte die Bei­tritts­ver­hand­lun­gen mit der Ukraine unmit­tel­bar nach der Ver­lei­hung des EU-Kan­di­da­ten­sta­tus an die Ukraine auf­neh­men. Jede Ver­zö­ge­rung wäre ein fal­sches Signal an das ukrai­ni­sche Volk, das für seine Frei­heit kämpft, an die ukrai­ni­schen Unter­neh­men, die um ihr Über­le­ben kämpfen, und an aus­län­di­sche Partner, die ihre mög­li­chen Inves­ti­tio­nen in die Zukunft der Ukraine prüfen. Jeder weitere Schritt wäre auch ein gefähr­li­ches Signal für rus­si­sche Aggres­sio­nen gegen die ukrai­ni­sche Zivil­be­völ­ke­rung. Die Ukraine ist bereit, ihren Teil der Arbeit zu leisten – auch in einem ange­spann­ten Sicherheitsumfeld.
  • Der Krieg hat die Wider­stands­fä­hig­keit und insti­tu­tio­nelle Stärke des ukrai­ni­schen Staates unter Beweis gestellt. Die Regie­rung sowie alle öffent­li­chen Dienste arbei­ten trotz des Krieges in vollem Umfang.
  • Die Ukraine hat bewie­sen, dass sie in der Lage ist, die sek­to­rale Inte­gra­tion auch in Kri­sen­zei­ten beschleu­nigt vor­an­zu­trei­ben. Trotz der mili­tä­ri­schen Aggres­sion ist es der Ukraine gelun­gen, ihr ein­heit­li­ches Ener­gie­sys­tem bereits nach dem ersten Test in das euro­päi­sche Ener­gie­sys­tem ENTSO‑E zu integrieren.
  • Die Ukraine sollte so schnell wie möglich in die Pro­jekte, Richt­li­nien und Pro­gramme der EU inte­griert werden.

Was bringt die Ukraine in die EU?

  • Als großes Land mit einem enormen Wirt­schafts­po­ten­zial, hoch­qua­li­fi­zier­ten Arbeits­kräf­ten, wider­stands­fä­hi­gen und krea­ti­ven Unter­neh­men wird die Ukraine einen großen Beitrag zur wirt­schaft­li­chen Ent­wick­lung des Ver­ei­nig­ten Europas leisten. Der Erfolg der Ukraine wird die Sicher­heit, Sta­bi­li­tät und demo­kra­ti­sche Ent­wick­lung ganz Ost­eu­ro­pas gewährleisten.
  • Die Ukraine hat schnell einen der stärks­ten IT-Sek­to­ren welt­weit ent­wi­ckelt. Die Exporte der ukrai­ni­schen IT-Indus­trie über­stie­gen zum ersten Mal fünf Mil­li­ar­den Dollar. Der Sektor macht 4 Prozent des Brut­to­in­land­pro­dukts aus und beschäf­tigt rund 200.000 Fachkräfte.
  • Die Ukraine verfügt über ein großes Poten­zial für erneu­er­bare Ener­gien (12 Prozent Markt­an­teil an erneu­er­ba­ren Ener­gien, Poten­zial für eine Stei­ge­rung auf 70 Prozent im Jahr 2050) sowie über große Mög­lich­kei­ten für die Was­ser­stoff­er­zeu­gung in großem Maßstab.
  • Die Ukraine wird die Ernäh­rungs­si­cher­heit der euro­päi­schen Staaten gewähr­leis­ten, denn sie ist einer der größten Expor­teure land­wirt­schaft­li­cher Erzeug­nisse mit einer Anbau­flä­che von rund 32 Mil­lio­nen Hektar pro Jahr (dies ent­spricht 24 Prozent der gesam­ten Acker­flä­che der EU). Im Jahr 2021 expor­tierte die Ukraine rund 48 Mil­lio­nen Tonnen Getreide und Ölsaa­ten und war damit der dritt- oder viert­größte Expor­teur der meisten Kul­tur­pflan­zen und bei weitem der welt­weit größte Expor­teur von Son­nen­blu­men und Sonnenblumenöl.
  • Nach dem Sieg der Ukraine bietet sich für euro­päi­sche Unter­neh­men eine enorme Chance, in den groß ange­leg­ten Wie­der­auf­bau des Landes zu inves­tie­ren. Außer­dem ist die Ukraine ein großer Ver­brau­cher­markt. Sie ist auch ein frucht­ba­rer Ort für EU-Unter­neh­men, die unter den Sank­tio­nen gegen Russ­land gelit­ten haben, da sie ihre Anlagen und Betriebe in eine demo­kra­ti­sche und euro­päi­sche Ukraine ver­la­gern können.
  • Die Ukraine ist der Schlüs­sel zur euro­päi­schen Nach­kriegs­si­cher­heit. Mit einer der stärks­ten Armeen des Kon­ti­nents kann die Ukraine die Sicher­heit und Ver­tei­di­gung der EU erheb­lich stärken. Schon vor der Inva­sion im Jahr 2022 hat die Ukraine ständig zu den Ope­ra­tio­nen und Mis­sio­nen der EU bei­getra­gen, an den EU-Gefechts­ver­bän­den teil­ge­nom­men und sich für vier PESCO-Pro­jekte bewor­ben. Und jetzt, nach dem rus­si­schen Ein­marsch in die Ukraine, wird die ganze Welt Zeuge des Enga­ge­ments und der Wirk­sam­keit der Ver­tei­di­gungs­maß­nah­men der ukrai­ni­schen Armee gegen die ver­meint­lich zweit­stärkste Armee der Welt.

Signale aktua­li­siert für den 28. Mai

  • Die Ukraine braucht den EU-Kan­di­da­ten­sta­tus als ein­deu­tige recht­li­che Bestä­ti­gung ihres Status und ihrer gegen­sei­ti­gen Ver­pflich­tun­gen. Alle anderen Formen der Zusam­men­ar­beit können dis­ku­tiert werden, nachdem die Ukraine den Kan­di­da­ten­sta­tus erhal­ten hat.
  • Wir sind uns bewusst, dass die Mit­glied­schaft Zeit und lang­wie­rige Ver­hand­lun­gen erfor­dern wird. Wir sehen unsere Inte­gra­tion als einen schritt­wei­sen Prozess. Oberste Prio­ri­tät für die ukrai­ni­sche Regie­rung hat die Erho­lung und der Wie­der­auf­bau des Landes. Der EU-Kan­di­da­ten­sta­tus wird den Reform­pro­zess struk­tu­rie­ren und verstärken.
  • Wir bitten nicht um eine Son­der­be­hand­lung, sondern darum, dass wir bekom­men, was uns zusteht. Die Ukraine erfüllt die Kri­te­rien für den Kandidatenstatus.
  • Der Antrag der Ukraine auf EU-Mit­glied­schaft ist eine logi­sche Fort­set­zung der Ent­schlos­sen­heit der Ukrai­ner, Teil einer freien euro­päi­schen Familie zu sein. Er stützt sich auf unsere Erfolge bei der Trans­for­ma­tion des Landes und unser Enga­ge­ment für demo­kra­ti­sche Werte, das in zwei Revo­lu­tio­nen unter Beweis gestellt wurde. Es handelt sich nicht um einen Schnell­ver­fah­ren – die Ukraine hat in den letzten acht Jahren an der Anglei­chung ihrer Rechts­vor­schrif­ten gearbeitet.
  • Der EU-Kan­di­da­ten­sta­tus für die Ukraine ist der beste Weg, um EU-Inves­ti­tio­nen in die Wider­stands­fä­hig­keit, die Erho­lung und den Wie­der­auf­bau der Ukraine zu sichern.
  • Kein anderer neuer Rahmen für eine engere Zusam­men­ar­beit kann den Kan­di­da­ten­sta­tus ersetzen.
  • Der Kan­di­da­ten­sta­tus wird unsere Posi­tion in den Frie­dens­ver­hand­lun­gen mit Russ­land stärken. Er wird ein klares Signal für die künf­tige geo­po­li­ti­sche Aus­rich­tung der Ukraine sein. Er wird das Ver­trauen der EU in die Ukraine und in unsere gemein­same Zukunft demons­trie­ren. Ande­rer­seits kann das Zögern der EU, der Ukraine den Kan­di­da­ten­sta­tus zu gewäh­ren, die bevor­ste­hen­den Frie­dens­ver­hand­lun­gen sehr viel kom­pli­zier­ter machen und zu einer Ver­län­ge­rung des Krieges beitragen.

 

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