Unter den 130.000 Menschen, die im NS-Konzentrationslager Ravensbrück inhaftiert waren, befanden sich bis zu 8.000 aus dem Gebiet der heutigen Ukraine, die meisten davon Frauen. Zahlreiche Häftlinge überlebten die Lagerhaft in Ravensbrück nicht. Nach der Befreiung am 30. April 1945 verliefen ihre Schicksale unterschiedlich: Während viele weiteren Verfolgungen in der Sowjetunion ausgesetzt waren, flohen andere ins Exil.
Der aktuelle Krieg transformiert das Selbstverständnis und die Erinnerungskultur der Ukraine fundamental. Alte, aus der Sowjetzeit stammende Erzählungen werden nun als propagandistisch eingestuft. An ihre Stelle rücken neue Formen eines zivilgesellschaftlichen und auf das Nationale fokussierten, aber auch transnationalen Erinnerns.
Mal kein trockenes Sachbuch, sondern ein Comic, der die grausame Gegenwart zu erklären versucht: „Eine kurze Geschichte eines langen Krieges“ verwebt gekonnt historische Exkurse mit Schilderungen des entbehrungsreichen Alltags der Menschen im Krieg. Es ist eine der ersten ukrainischen Graphic Novels auf dem deutschen Buchmarkt.
Am 8. Mai 2025 jährt sich das Ende des Zweiten Weltkriegs zum 80. Mal. Während Russland den Sieg von 1945 für seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine instrumentalisiert, rückt ein lange verdrängter Teil der Geschichte in den Fokus: die deutsche Besatzungsherrschaft in der Ukraine. Die Deutsch-Ukrainische Historische Kommission fordert eine klare Anerkennung der historischen Verantwortung Deutschlands.
Im Herbst 2024, fast elf Jahre nach Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine und mehr als dreieinhalb Jahre genozidaler Kriegsführung durch die russische Vollinvasion, erscheint der neue Band des Zentrums Liberale Moderne: „Deutsch-ukrainische Geschichten. Bruchstücke aus einer gemeinsamen Vergangenheit“.
Als Leiter des Ukrainischen Instituts für Nationale Erinnerung ist der 38-jährige Anton Drobowytsch eine Art ukrainischer „Geschichtsminister“. „Erinnerungspolitik ist genauso wichtig wie Sicherheit“, sagt der Philosoph, der sich nach der umfassenden Invasion freiwillig zum Militärdienst meldete, obwohl er dazu als Behördenchef nicht verpflichtet gewesen wäre.
Noch bevor der Krieg in der Ukraine zu Ende gegangen ist, hat der ukrainisch-amerikanische Historiker Serhii Plokhy eine Geschichte des ersten Kriegsjahres im historischen Kontext vorgelegt – ein im Wortsinn aufklärerisches Werk mit wachem Blick auf Russlands imperiale Verstrickungen.
Am 22. November stellte Steffen Dobbert sein neues Buch „Ukraine verstehen. Geschichte, Politik und Freiheitskampf“ im Deutschen Theater vor. Anschließend im Gespräch: Mariam Lau, Marina Weisband, Viola von Cramon und Anastasia Magazova.
Stepan Bandera ist eine umstrittene und hoch politisierte historische Figur. Die Bedeutung von Bandera für die Geschichte und Gegenwart der Ukraine analysiert Wilfried Jilge.
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