„Korruptionsermittlungen gegen Jermak sind ein Verdienst der Gesellschaft“

Presseschau ukrainischer Medien | 29. April bis 19. Mai 2026:
Jermak: Vom Zentrum der Macht in den Gerichtssaal
Neues Zivilgesetzbuch: Modernisierung oder Rückschritt?
Hunger an der Front
Jermak: Vom Zentrum der Macht in den Gerichtssaal
Bis November 2025 galt Andrij Jermak als zweitmächtigster Mann der Ukraine. Offiziell leitete er das Präsidialamt, tatsächlich steuerte er den Zugang zu Wolodymyr Selenskyj – und beeinflusste so dessen Entscheidungen. Nach dem Korruptionsskandal „Midas“ trat Jermak zurück. Jetzt muss er sich wegen des Verdachts der Geldwäsche beim Bau eines Landhauses vor Gericht verantworten.
„Ein Verdienst der Gesellschaft“
Der frühere Antikorruptionsaktivist und Politiker Mustafa Najem schreibt in NV, allein die Aussicht auf ein Verfahren gegen eine Persönlichkeit von Jermaks Rang zeige, wie gut das ukrainische Antikorruptionssystem funktioniere:
„Die Tatsache, dass solche Ermittlungen in der Ukraine heute möglich sind, ist ein Verdienst der Gesellschaft – es ist kein Geschenk der Regierung, keine Geste des guten Willens […] oder das Ergebnis einer plötzlichen Einsicht von irgendwem.
Vor zehn oder fünfzehn Jahren war es nahezu unmöglich, sich allen Ernstes eine Situation vorzustellen, in der Antikorruptionsorgane öffentlich gegen eine Persönlichkeit dieses Ranges vorgehen und die Gesellschaft das live mitverfolgt […].
Und zwar nicht, weil es damals keine Korruption und keine [unlauteren] Machenschaften gegeben hätte, oder keine Menschen, die das alles durchschauten. Der Machtapparat war einfach so aufgestellt, dass derartige Fälle entweder gar nicht ans Licht kamen, schnell wieder unter den Teppich gekehrt wurden oder die verschiedenen Lager sich irgendwie einigten.
Deshalb geht es jetzt nicht nur darum, zu welchem Ergebnis die Ermittlungen führen werden […]. Dass ein solches Verfahren überhaupt möglich ist, zeigt, wie sehr wir uns verändert haben und wie sehr sich das Land verändert hat.“
„Ich sehe, Sie bevorzugen den modernen Stil“
Nach zwei Verhandlungstagen berichtet Suspilne, die Verteidigung halte die Beweise gegen Jermak für unzureichend. Die Staatsanwaltschaft legte derweil weitere Details zu dem fraglichen Landhaus vor:
„Staatsanwältin [Valentyna] Hrebeniuk erklärte dem Gericht, die Ermittler hätten […] Beweise gefunden, die darauf hindeuteten, dass [eines der vier mutmaßlich mit gewaschenem Geld finanzierten Häuser im Bauprojekt ‚Dynastie‘] Jermaks Wohnsitz sei. Unter anderem geht es um eine Excel-Tabelle, die man auf dem Handy des Chefarchitekten fand, und die […] Angaben zu Treffen im Zusammenhang mit dem Bau enthält. Neben [dem fraglichen Landhaus] stehe dort ‚Andrij Boryssowytsch‘ [Jermaks Vor- und Vatersname].
Außerdem fand man auf dem Handy der Innenarchitektin, die das Interieur [in besagtem Haus] gestaltet hatte, einen Chat mit dem Nutzer LL – den Ermittlungen zufolge gehörte diese Nummer Jermak. Im Oktober 2021 schrieb [die Architektin]: ‚Guten Abend! Ich sehe, Sie bevorzugen den modernen Stil gegenüber den traditionellen‘. ‚Guten Abend. Eine Mischung‘, antwortete LL knapp. Daraufhin verabredeten sie ein Treffen für das Wochenende.“
„Mystik auf beiden Seiten“
Noch vor einem halben Jahr galt Andrij Jermak als einer der mächtigsten Männer der Ukraine – nun sei kaum jemand erschienen, um ihn zu unterstützen, berichtet LB:
„Andrij Jermak wirkt einsam. Im Gegensatz zu Julija Tymoschenko, zu deren Anhörung […] vor dem Antikorruptionsgericht [im Januar 2026] Parlamentskolleg:innen und Unterstüzer:innen in [eigens bedruckten] T‑Shirts erschienen waren, begleitet den ehemaligen Leiter des Präsidialamts nur sein Anwalt Ihor Fomin. In seiner Rede wird der Verteidiger versuchen, die Anwesenden vom Gegenteil der Vorwürfe zu überzeugen, und Unterstützungsbriefe für Jermak vorlesen.
Im Saal herrscht Enge – die Journalist:innen sitzen dicht gedrängt. Als Erste drängt sich die bekannte [und skandalumwitterte] ‚Aktivistin‘ und Bloggerin Irma Krat zu Jermak vor und überreicht ihm eine Ikone. In wenigen Minuten wird die Staatsanwältin beginnen, den Nachrichtenverlauf [Jermaks] mit einer Frau vorzulesen, [deren Telefonnummer bei anderen Personen] als ‚Jermaks Wahrsagerin‘ [abgespeichert ist]. Mystik auf beiden Seiten.
Die Wahrsagerin, mit der [Jermak] sich den Ermittlungen zufolge beraten haben soll, besaß ein separates Telefon, das sie ausschließlich für den Kontakt mit ‚Andrej 2025‘ nutzte – mutmaßlich Andrij Jermak.“
„Keine handfesten Beweise“
Die Astrologin wurde laut Babel zwar zur Boulevard-Sensation des Falls, doch am Ende zähle, welche Vorwürfe die Staatsanwaltschaft tatsächlich beweisen könne:
„Die Anklage muss [weiterhin] beweisen, dass Andrij Jermak illegal erworbenes Geld in den Bau gesteckt hat – und vor allem: dass er wusste, dass dieses Geld aus illegalen Geschäften stammte. Doch aus der Anklageschrift geht nicht hervor, wie Jermak den Bau genau finanziert hat. Sie liefert auch keine Anhaltspunkte dafür, dass er über die kriminelle Herkunft des Geldes Bescheid wusste.“
Neues Zivilgesetzbuch: Modernisierung oder Rückschritt?
Am 28. April verabschiedete das ukrainische Parlament in erster Lesung ein neues Zivilgesetzbuch. Der Entwurf mit mehr als 800 Seiten soll den Kodex von 2003 ablösen. Kritiker:innen warnen vor Rückschritten, etwa beim Scheidungsrecht oder wegen unklarer Rechtsbegriffe. Proteste gab es auch gegen das weiterhin bestehende Verbot gleichgeschlechtlicher Ehen.
„Umstrittene Versöhnungsfrist bei Scheidungen“
Hromadske beschreibt die besonders umstrittenen Vorschläge zu Eheschließung und Scheidung:
„In der Fassung des Entwurfs vom April […] ist nicht mehr von Ehen ab 14 Jahren die Rede [laut dem ersten Entwurf für ein neues Zivilgesetzbuch sollte es schwangeren Mädchen ab 14 Jahren erlaubt sein, den Vater des ungeborenen Kindes zu heiraten]. Auch der Vorschlag, dass eine kirchliche Trauung rechtskräftig sein sollte, wurde gestrichen.
Zudem wurde der Passus gestrichen, laut dem es ein Scheidungsgrund ist, wenn der Ehemann [sich weigert] oder unfähig ist, ein Kind zu zeugen oder die Ehefrau [sich weigert] oder nicht in der Lage ist, ein Kind zur Welt zu bringen.
Nichtsdestotrotz enthält die Fassung, der das Parlament am 28. April zustimmte, weiterhin umstrittene Vorschläge. Zum Beispiel […], dass ein Ehepaar mit einem Kind, das jünger als 14 Jahre ist oder eine Behinderung hat, nicht sofort geschieden werden kann. Das Gericht muss diesem Paar Zeit geben, um [die Entscheidung] zu überdenken und sich unter Umständen zu versöhnen.
Wenn sich das Paar über die rechtlichen Folgen einer Scheidung einig ist (zum Beispiel, bei wem das Kind künftig leben oder wie das Vermögen aufgeteilt werden soll), setzt das Gericht eine Frist von einem Monat für eine ‚Versöhnung‘. Wenn nicht, beträgt die Frist ein halbes Jahr.
In der bisher geltenden Fassung heißt es, das Gericht könne Maßnahmen zur Versöhnung anordnen, sofern dies nicht den ‚moralischen Grundlagen der Gesellschaft‘ widerspreche. Das heißt: Selbst wenn Kinder im Spiel sind, ist [eine Frist zur möglichen Versöhnung] nicht zwingend vorgeschrieben.“
„Kein Zusammenleben erzwingen“
LB sprach mit Jurist:innen über mehrere umstrittenen Bestimmungen, darunter auch über die geplante Frist zur „Versöhnung“:
„[Die Anwältin] Viktoriia Havrylkina weist auf wichtige Einschränkungen bei der Versöhnung[sfrist] hin: ‚Erstens gilt [dies] nicht, wenn häusliche Gewalt verübt wurde oder irgendein anderes rechtswidriges Verhalten vorlag […]. Zweitens ist es nicht das Ziel, ein Zusammenleben zu erzwingen: Es gilt eine Frist von bis zu sechs Monaten, um sich über die Folgen der Scheidung zu einigen, sofern es Kinder gibt […]. Drittens kann sich das Gericht bei der Streitschlichtung von Mediator:innen oder Sozialdiensten helfen lassen […]‘. Die Anwältin findet, die Regelung sei ausgewogener, als es auf den ersten Blick scheine […].“
„,Gute Sitten‘ ist ein schwammiger Begriff“
Liga analysiert, es gehe nicht nur um familienrechtliche Bestimmungen, sondern auch um erweiterte Spielräume für Richter:innen. Diese könnten ihre Urteile künftig mit dem Begriff der „guten Sitten“ rechtfertigen:
„Eine der umstrittensten Neuerungen des Entwurfs ist das Konzept der ‚guten Sitten‘ (vom lateinischen bona mores). Die Verfasser präsentieren es als Ersatz für den veralteten Begriff der ‚moralischen Grundlagen der Gesellschaft‘, der an die Sowjetzeit erinnert.
Mykhailo Khomenko, Vorsitzender der Arbeitsgruppe [die den Entwurf vorlegte], betont: Das sei nichts grundlegend Neues, da Bewertungskriterien wie Redlichkeit, Vernunft und Gerechtigkeit schon lange im Zivilrecht verankert seien.
Kritiker:innen überzeugt das nicht. Die Abgeordnete Inna Sovsun warnt: ‚Gute Sitten ist ein schwammiger Begriff, der für jede:n etwas anderes bedeuten kann. Das öffnet Manipulationen und rechtlicher Unklarheit Tür und Tor‘.“
„Mehr als 80 Organisationen fordern Überarbeitung“
Suspilne geht davon aus, dass der Entwurf des Zivilgesetzbuches vor der zweiten Lesung noch stark überarbeitet wird:
„Mehr als 80 Organisationen haben Ruslan Stefanchuk [Parlamentspräsident und einer der Autoren] aufgefordert, den Entwurf des Zivilgesetzbuches zu überarbeiten. Sie haben bereits Änderungsvorschläge zu den Artikeln vorgelegt, die sie für strittig halten.
Nach der Abstimmung erklärte der für die EU-Integration zuständige Vizepremierminister, Taras Kachka, das neue Zivilgesetzbuch werde vor der zweiten Lesung überarbeitet. [Dies] könne mehrere Monate dauern.“
Hunger an der Front
Ukrainische Soldaten harren immer öfter wochen- oder monatelang an vorderster Front aus, weil Drohnen ihre Ablösung und Versorgung behindern. Angehörige berichten davon, dass inzwischen selbst Essen und Wasservorräte fehlen: Pakete werden abgeschossen oder es ist für die Soldaten zu gefährlich, den Schützengraben zu verlassen, um an Nachschub zu gelangen. Hinzu kommen logistische Pannen. Nach mehreren öffentlich bekannt gewordenen Fällen reagieren Militärführung und Politik.
„Zutiefst beschämend“
Hromadske sprach mit Angehörigen von Soldaten, die an der Front unter Hunger und Versorgungsproblemen leiden:
„‚Glauben Sie mir, das ist kein Einzelfall‘, sagt Liubov Lebedyk über die Lage erschöpfter und hungriger Soldaten […]. Ihr Mann Anton harrt seit mehr als 70 Tagen auf einer Stellung in Richtung Huljajpole aus. Wenn es die Verbindung zulässt, schickt er ihr Videos, in denen seine Kameraden und er Regenwasser sammeln. […] Die Situation, sagt sie, sei äußerst schwierig. Es gebe Probleme mit der Logistik und nicht genug Nahrung.
‚Er hat mir ein Foto geschickt, auf dem er bis auf die Knochen abgemagert ist. Zehn Kilogramm hat er verloren. Es beschämt mich zutiefst, einen Soldaten, der sich in den ersten Tagen nach dem Großangriff freiwillig gemeldet hat, öffentlich in diesem Zustand zu zeigen. Ich habe alles versucht […]. Jetzt handle ich, solange ich weiß, dass er lebt und körperlich noch einigermaßen beisammen ist‘, sagt die Frau. Nachdem die Soldaten der 14. Brigade [mit ähnlichen Berichten] Aufsehen erregt hatten, beschloss sie, Beiträge in sozialen Netzwerken zu veröffentlichen – in der Hoffnung, dass auch sie Gehör findet.“
„Stellungen müssen über Notvorräte verfügen“
LB sprach mit einem Soldaten, der sich Prozent nennt, über die Ursachen des Problems und mögliche Lösungen:
„Alle Einheiten stehen derzeit vor denselben Herausforderungen: Der Feind setzt massiv Drohnen ein, stört die Logistik und kappt die Versorgungswege. Man muss sich anpassen […], alle verfügbaren Mittel nutzen, um die Logistik wiederherzustellen und sich mit Proviant und Munition zu versorgen.
Dabei gilt es, […] [kurze Kampfpausen] gezielt zu nutzen und Faktoren wie das Wetter oder das Vorgehen des Gegners und Aufklärungsdaten […] über seine Waffen zu berücksichtigen. Zudem muss man vorsorgen: Für den Fall, dass die Logistik ausfällt […], müssen unsere Stellungen über Notvorräte verfügen, damit die Männer ohne Hilfe durchhalten können, bis sie wieder versorgt werden.“
![]()
Ukrainische Medien
Die Online-Zeitung Ukrajinska Prawda veröffentlicht als regierungskritisches Medium investigative Artikel und deckte auch Korruptionsfälle innerhalb der ukrainischen Regierung auf. Sie zählt zu den meistgenutzten Nachrichtenportalen der Ukraine.
Die Ukrajinska Prawda wurde im Jahr 2000 vom ukrainisch-georgischen Journalisten Heorhij Gongadse gegründet, der im darauffolgenden Jahr – angeblich auf Veranlassung des damaligen Präsidenten Leonid Kutschma – ermordet wurde. Die heutige Chefredakteurin ist die bekannte ukrainisch-krimtatarische Journalistin Sevgil Musaieva.
Im Mai 2021 verkaufte die damalige Eigentümerin Olena Prytula 100 Prozent der Anteile an Dragon Capital, eine ukrainische Investment-Management-Gesellschaft, die vom tschechischen Unternehmer Tomáš Fiala geleitet wird.
Aufrufe der Website im Mai 2023: 69,6 Millionen
Das Online-Nachrichtenportal und ‑Fernsehen Hromadske finanziert sich über Crowdfunding bei seinen Leserinnen und Lesern, Spenden, Werbung und über für andere Medien aufgenommene Videos.
Hromadske wurde als NGO mit dazugehörigen Online-Medien im November 2013 mit Beginn des Euromaidan gegründet. Die jetzige Chefredakteurin ist die ukrainische Journalistin Jewhenija Motorewska, die sich zuvor mit dem Thema Korruption in ukrainischen Strafverfolgungsbehörden befasst hat.
Die Weiterentwicklung von Hromadske wird von einem Vorstand vorangetrieben, der aus sieben prominenten ukrainischen Persönlichkeiten besteht, darunter Nobelpreisträgerin Oleksandra Matwijtschuk.
Aufrufe der Website im Mai 2023: 2,8 Millionen
Der ukrainische Fernsehsender mit Online-Nachrichtenportal, dessen Chefredakteurin die ukrainische Journalistin Chrystyna Hawryljuk ist, wird finanziell von der ukrainischen Regierung unterstützt. In diesem Zusammenhang hat sich die Website einer ausgewogenen Berichterstattung verpflichtet.
Das renommierte Institute of Mass Information führte Suspilne.Novyny im September 2021 auf der sogenannten „weißen Liste“ ukrainischer Medien, die ein sehr hohes Niveau an zuverlässigen Informationen bieten.
Suspilne.Novyny wurde im Dezember 2019 gegründet und gehört zur Nationalen öffentlichen Rundfunkgesellschaft der Ukraine. Im Januar 2015 war die zuvor staatliche Rundfunkanstalt entsprechend europäischen Standards in eine öffentliche Rundfunkgesellschaft umgewandelt worden.
Aufrufe der Website im Mai 2023: 7,4 Millionen
NV ist eine Print- und Online-Zeitschrift, deren Schwerpunkt auf Nachrichten aus dem Ausland und der ukrainischen Politik liegt. Zu den Hauptthemen zählen die internationale Unterstützung der Ukraine, Korruption sowie die künftige Entwicklung des Landes. Die Online-Ausgabe veröffentlich oft Artikel renommierter ausländischer Medien wie The Economist, The New York Times, BBC und Deutsche Welle. Die Zeitschrift erscheint freitags als Druckausgabe auf Ukrainisch, die Website ist auf Ukrainisch, Russisch und Englisch verfügbar. NV gilt als eine der zuverlässigsten Nachrichtenquellen in der Ukraine.
NV wurde im Jahr 2014 – ursprünglich unter dem Namen Nowjoe Wremja („Die neue Zeit“) – vom ukrainischen Journalisten Witalij Sytsch gegründet, der die Chefredaktion übernahm. Zuvor arbeitete Sytsch bei dem ebenfalls populären Magazin Korrespondent. Er verließ Korrespondent, nachdem es an Serhij Kurtschenko – einen Janukowytsch nahestehenden Oligarchen aus Charkiw – verkauft worden war. NV gehört zum Verlagshaus Media-DK, dessen Eigentümer der tschechische Unternehmer Tomáš Fiala ist.
Aufrufe der Website im Mai 2023: 27,1 Millionen
Dserkalo Tyschnja liefert Hintergrundberichte und Analysen; das Themenspektrum umfasst politische, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Themen. Die Zeitung betrachtet die ukrainische Politik und deren Akteure in einem internationalen Zusammenhang. Dserkalo Tyschnja steht auf der „weißen Liste“ ukrainischer Medien, die zuverlässige Informationen liefern.
Dserkalo Tyschnja ist eine der ältesten ukrainischen Zeitungen und erschien zuerst 1994. Seit 2020 ist die Zeitung nur noch online verfügbar: auf Ukrainisch, Russisch und Englisch. Chefredakteurin ist die bekannte ukrainische Journalistin Julija Mostowa, Ehefrau des ehemaligen ukrainischen Verteidigungsministers Anatolij Hrysenko.
Aufrufe der Website im Mai 2023: 4,7 Millionen
Das ukrainische Online-Magazin Babel wurde im September 2018 gegründet. Das Themenspektrum umfasst soziale und politische Themen; besonderes Augenmerk gilt aber auch Nachrichten aus der Wissenschaft und über neue Technologien.
Nach dem 24. Februar 2022 wurde die zuvor ebenfalls angebotene russische Version der Website geschlossen. Stattdessen wird nun eine englische Version angeboten. Babel finanziert sich über Spenden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Babel engagieren sich in zahlreichen Projekten, die darauf abzielen, die ukrainischen Streitkräfte während des Krieges zu unterstützen.
Die Eigentümer des Online-Magazins sind der erste Chefredakteur Hlib Husjew, Kateryna Kobernyk und das slowakische Unternehmen IG GmbH.
Heute ist die ukrainische Journalistin Kateryna Kobernyk Chefredakteurin von Babel.
Aufrufe der Website im Mai 2023: 1,1 Millionen
Das Online-Magazin LB gehört zum Horschenin-Institut, einer ukrainischen Denkfabrik, die sich mit politischen und gesellschaftlichen Prozessen in der Ukraine und der Welt beschäftigt. LB hat sich auf Interviews spezialisiert; häufige Themen sind die ukrainische Innen- und internationale Politik sowie soziale Fragen in der Ukraine.
LB wurde im Juni 2009 unter dem Namen Liwyj Bereh gegründet, Chefredakteurin Sonja Koschkina hat seit 2018 einen eigenen Youtube-Kanal „KishkiNA“, auf dem sie Interviews mit verschiedenen Personen veröffentlicht.
Aufrufe der Website im Mai 2023: 2 Millionen
Im Fokus des ukrainischen im Jahr 2000 gegründeten Online-Nachrichtenportals LIGA stehen wirtschaftliche, politische und soziale Themen. Seit 2020 steht LIGA auf der „weißen Liste“ ukrainischer Medien, die stets präzise Informationen und zuverlässige Nachrichten anbieten.
Chefredakteurin ist die ukrainische Journalistin Julija Bankowa, die davor eine leitende Position bei dem Online-Magazin Hromadske hatte.
Der Eigentümer des Nachrichtenportals ist die ukrainische unabhängige Mediaholding Ligamedia, deren Geschäftsführer Dmytro Bondarenko ist.
Aufrufe der Website im Mai 2023: 8,5 Millionen
Censor präsentiert sich als Website mit „emotionalen Nachrichten“. Der Fokus liegt vor allem auf innenpolitischen Entwicklungen. Seit dem russischen Überfall auf die Ukraine sind viele Beiträge den Ereignissen an der Front und den ukrainischen Streitkräften gewidmet. Censor ist auf drei Sprachen verfügbar: Ukrainisch, Russisch und Englisch.
Das Nachrichtenportal Censor wurde 2004 vom bekannten ukrainischen Journalisten Jurij Butusow gegründet und zählt zu den populärsten Nachrichtenseiten des Landes. Butusow gilt als scharfer Kritiker von Präsident Selenskyj. Er erhebt schwere Vorwürfe in Bezug auf Korruption innerhalb der ukrainischen Regierung, schlechte Vorbereitung auf den Krieg gegen Russland und unbefriedigende Verwaltung der Armee. Butusow wird von über 400.000 Menschen auf Facebook gelesen. Seine Posts auf dem sozialen Netzwerk haben enormen Einfluss und lösen hitzige Diskussionen aus.
Aufrufe der Website im Mai 2023: 59 Millionen
Newsletter bestellen
Tragen Sie sich in unseren Newsletter ein und bleiben Sie auf dem Laufenden.


