„Energie-Importe ändern nichts an der Gesamtlage“

Presseschau ukrainischer Medien | 7. bis 20. Januar 2026:
Kälte und Luftangriffe treffen Kyjiw hart
Strafverfahren gegen Julija Timoschenko
Neue Minister für Verteidigung und Energie
Kälte und Luftangriffe treffen Kyjiw hart
Am 7. Januar erreichte eine Kältefront die Ukraine, die Temperaturen fielen auf bis zu minus 25 Grad. Bis Ende Januar soll die Frostperiode anhalten. Seit 2022 hatte Russland darauf gesetzt, die ukrainische Energie-Infrastruktur derart zu schädigen, dass die Menschen ohne Strom und Heizung frieren müssen. Die vergangenen Winter waren vergleichsweise mild ausgefallen, doch nun geht dieser Plan voll auf. Am 9. Januar traf eine massive Angriffswelle vor allem Energieanlagen in Kyjiw. Die Stadt versank zeitweise in völliger Dunkelheit, in manchen Häusern fielen die Heizungen länger als eine Woche aus, sodass Wohnungen auf unter null Grad abkühlten. Nach ersten Reparaturen verursachte ein erneuter Luftangriff am 20. Januar erhebliche Schäden. Ukrainische Medien berichten ausführlich über die Notlage.
„Es bleibt trotzdem kalt“
In einer Reportage beschreibt Hromadske, wie die Menschen in Kyjiw überleben:
„Im orangefarbenen Zelt der Staatlichen Katastrophenschutzbehörde, dem ‚Punkt der Unzerbrechlichkeit‘, 30 Meter von der U‑Bahn-Station Demijiwska entfernt, halten sich etwa anderthalb Dutzend Menschen auf. Alle laden ihre elektronischen Geräte auf. Ab und zu trinkt jemand Kaffee oder Tee, den die Rettungskräfte ausschenken.
Drei Frauen an einem Tisch, alte Bekannte, tauschen sich darüber aus, wie die Temperaturen bei ihnen zu Hause sind. Der Unterschied ist verblüffend, er liegt zwischen 3 und 10 Grad. Bei einigen scheint die Sonne ins Fenster und sorgt für etwas Wärme. Andere haben eine Eckwohnung, die man noch so sehr heizen kann, es bleibt trotzdem kalt.
‚Bei mir sind es auf der Fensterbank zwei Grad, also habe ich dort einen [improvisierten] Kühlschrank eingerichtet. Die Butter von dort kann ich gar nicht nehmen – sie ist steinhart‘, lacht eine der Frauen.
Gas haben sie keins, aber wenigstens einmal am Tag müssen sie etwas Warmes zu sich nehmen — also trinken sie im ‚Punkt der Unzerbrechlichkeit‘ Tee zu mitgebrachten Klappstullen oder nehmen heißes Wasser von dort mit nach Hause. Fertige Mahlzeiten, wie sie in manchen Bezirken der Hauptstadt verteilt werden, gibt es hier nicht.
Ich bitte darum, eine von ihnen nach Hause begleiten zu dürfen, doch die Frauen lehnen ab. […] Eine Frau vom Nachbartisch flüstert mir zu, es sei ihnen unangenehm, Fremde in ihre Wohnung zu lassen: Hier sei nicht aufgeräumt, dort nicht abgewaschen. ‚Ich selbst habe mir seit zwei Wochen nicht die Haare gewaschen‘, lacht sie, ‚und die Männer stinken richtig: Gehen Sie mal rum und riechen.‘“
„Ohne Strom funktioniert das Atemgerät nicht“
Suspilne beschreibt, wie Menschen mit besonderen Bedürfnissen versuchen, mit der Kälte zurechtzukommen:
„Serhii leidet an einer schweren Form von Schlafapnoe. […] Sein Gehirn wurde [nachts] nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt und ohne Atemunterstützung bestand für Serhii das Risiko eines Schlaganfalls oder Herzinfarkts. Um das Problem zu lösen, stellte ihm die Hilfsorganisation Svoi ein […] Gerät zur Verfügung, [das die Atmung erleichtert]. Jetzt muss er nachts durch eine Maske atmen, aber ohne Strom funktioniert das Gerät nicht. […]
Serhii und Natalia beschlossen daher […], ihre Wohnung so autonom wie möglich zu gestalten. Zunächst kauften sie eine kleine Ladestation, aber die reichte für das Atem-Gerät nicht aus. Dann entschieden sie sich für eine Station, die ihre Wohnung bis zu 15 Stunden lang mit Strom versorgen kann – wenn das Gerät über Nacht angeschlossen ist, sind es [immerhin noch] neun Stunden. Vor Kurzem besorgten sie sich noch eine zusätzliche Batterie, um die Ladestation bei längeren Stromausfällen zu versorgen […].
Sie haben einen tragbaren Gaskocher, einen Vorrat an Lebensmitteln und einen Wasserkanister im Bad. Das Internet funktioniert dank einer [speziellen] unterbrechungsfreien Stromversorgung am Router. Weil Serhii nicht schnell [genug] in den Schutzraum kommt, legt er eine Klappmatratze im Flur aus und schläft dort. Auch Feuerlöscher und Gasmasken gibt es in der Wohnung […].“
„Energie-Importe ändern nichts an der Gesamtlage“
Am 16. Januar wurde im Energiesektor der Notbetrieb ausgerufen. Forbes geht der Frage nach, ob das die dringend nötigen Reparaturen beschleunigen kann:
„Zu den wichtigsten Änderungen vom 16. Januar gehören maximale Vereinfachungen beim Anschluss neuer Erzeugungskapazitäten. Die Regierung hat [die staatliche Energieregulierungsbehörde] NKREKP angewiesen, die Fristen für die Genehmigung von Projektunterlagen […] und Verfahren zu verkürzen. ‚Das klingt wie ein […] Versprechen‘, sagt Andrii Zhupanin, stellvertretender Vorsitzender des parlamentarischen Ausschusses für Energie, Wohnungswesen und Kommunalwirtschaft. ‚[Aber] alles, was man […] vereinfachen konnte, wurde längst vereinfacht.‘
In den Städten lasse sich die Situation noch verbessern, sagt Roman Nitsovich, Forschungsdirektor des Analysezentrums DiXi Group. So seien in Kyjiw erst zwei der fünf installierten Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen in Betrieb, drei weitere befänden sich noch in der Phase der Inbetriebnahme […].
Außerdem wurden [am 16. Januar] die Bedingungen für eine rasche Steigerung von [Energie-]Importen verbessert. Staatliche Unternehmen, darunter [die staatliche Eisenbahngesellschaft] Ukrzaliznytsia und [der staatliche Energiekonzern] Naftogaz, wurden beauftragt, mindestens 50 Prozent ihres Stromverbrauchs im Ausland einzukaufen.
Das werde sich jedoch kaum auf die Gesamtlage im Energiesektor auswirken, sagt Zhupanin. Am 15. Januar habe der Stromverbrauch 18 Gigawatt erreicht, während rund 11 Gigawatt erzeugt wurden, erklärte Präsident Selenskyj am 16. Januar vor der Presse. Selbst unter Berücksichtigung der Importe bleibe ein Defizit von etwa 3,6 Gigawatt, so Zhupanin.“
Strafverfahren gegen Julija Timoschenko
Am 13. Januar durchsuchte das Nationale Antikorruptionsbüro (NABU) die Räume der Partei Batkiwschtschyna von Julija Tymoschenko. Am nächsten Morgen veröffentlichte Videoaufnahmen der Razzia zeigen die ehemalige Ministerpräsidentin vor Geldbündeln sitzen, insgesamt rund 40.000 US-Dollar. Zudem wurden verdeckte Tonmitschnitte publik, in denen eine Stimme, die Tymoschenko zugeschrieben wird, einem Abgeordneten einer anderen Fraktion monatlich 10.000 US-Dollar für ein bestimmtes Abstimmungsverhalten anbietet, um die Mehrheit im Parlament zu „brechen“. Das NABU leitete daraufhin ein Strafverfahren wegen versuchter Bestechung ein.
„Ich habe nichts zu verbergen“
Wie routiniert Tymoschenko die Vorwürfe und Ermittlungen gegen sie als politische Bühne nutzt, beschreibt LB:
„‚Die Wahlen scheinen viel näher zu sein als gedacht. Und jemand hat beschlossen, mit der Beseitigung von Konkurrent:innen zu beginnen. Dies ist nicht der erste politische Hinterhalt gegen mich’, schrieb [Tymoschenko] auf Facebook. In [...] der Werchowna Rada wurden ihr ganze zehn Minuten für ihren Auftritt eingeräumt (normalerweise sind es laut Geschäftsordnung [nur] bis zu drei Minuten).
Von der parlamentarischen Bühne aus berichtete sie über die Durchsuchungen. Darüber, dass ihr Telefon beschlagnahmt wurde und dass in nächster Zeit private Informationen über sie verbreitet würden. Das Geld, das die Ermittler im Büro [ihrer Partei] Batkiwschtschyna gefunden und beschlagnahmt hatten, bezeichnete Tymoschenko als ‚Ersparnisse‘, die [...] deklariert seien. [...]
‚Ich weise alle unbegründeten Anschuldigungen gegen mich zurück. Ich möchte, dass Sie die ganze Wahrheit erfahren. Ich habe nichts zu verbergen‘, erklärte die Vorsitzende von Batkiwschtschyna [...] im Parlament.“
„Tymoschenko hat die Umschläge eingeführt“
Liga beschreibt das seit Langem bekannte System verdeckter Zahlungen an Abgeordnete, die deren offizielle Gehälter teilweise um ein Vielfaches übersteigen:
„Der […] zweimalige Vorsitzende der Werchowna Rada, Oleksandr Moroz, versichert gegenüber LIGA, es sei Julija Tymoschenko gewesen, die die Praxis von ‚Gehältern in Umschlägen‘ für Abgeordnete etabliert habe. ‚Das hat [sie] noch vor den 2000er Jahren eingeführt […], nachdem sie zum ersten Mal Abgeordnete wurde. Davon haben mir Kolleg:innen erzählt, die in ihrer Fraktion waren […].‘
Auch Moroz selbst wurden nach eigenen Angaben zusätzliche Zahlungen angeboten. Als er 2006 zum zweiten Mal zum Parlamentspräsidenten gewählt worden war, schlug ihm ein Vertreter der Partei der Regionen [des moskautreuen Ex-Präsidenten Viktor Janukowytsch] […] vor: ‚Wir zahlen unseren [Abgeordneten] einen Zuschlag, lassen Sie uns ihren auch einen zahlen.‘
Als Moroz nachfragte, worum es genau gehe, erhielt er die Antwort: ‚10.000 US-Dollar pro Monat.‘ Moroz lehnte ab und fragte, wofür die Zulagen gedacht seien. Jede:r Abgeordnete erhalte ein normales Gehalt. Der Gesprächspartner entschuldigte sich und ging. Allerdings kam er schon am nächsten Tag zurück: mit dem Vorschlag, die Summe zu erhöhen. Nachdem Moroz erneut ablehnte, gab es keine neuen Vorschläge mehr.“
„Die Gasprinzessin und Moskaus Haftbefehl“
Julija Timoschenko wird nicht zum ersten Mal strafrechtlich verfolgt – in den vergangenen 30 Jahren als Politikerin hat sie viele Widrigkeiten überstanden, darunter auch eine Haftstrafe. Suspilne erinnert an einen früheren Haftbefehl aus Moskau:
„Julija Tymoschenko wurde [1997] als ‚Gasprinzessin’ Abgeordnete – zu diesem Zeitpunkt leitete sie den Konzern ‚Vereinigte Energiesysteme der Ukraine’ (EESU), der einen Vertrag über die Lieferung von Gas […] durch das russische [Unternehmen] Gazprom [unterzeichnet] hatte. Die Regierung, die zu dieser Zeit Tymoschenkos ‚Patron’ Pavlo Lazarenko führte, verpflichtete staatliche Unternehmen [daraufhin], Gas von EESU zu kaufen. Der Preis [dafür] lag deutlich über dem, was EESU an Gazprom zahlen musste. […]
Irgendwann beschuldigten die Russen Timoshenko der Bestechung. Angeblich habe sie auf diese Weise für die EESU einen Vertrag über 450 Millionen US-Dollar vom Verteidigungsministerium der Russischen Föderation erhalten. Im September 2004 erließ das Moskauer Garnisonsgericht sogar einen Haftbefehl gegen Timoshenko, die zu diesem Zeitpunkt bereits eine der Anführerinnen der ukrainischen Opposition gegen Präsident Leonid Kutschma war.“
Neue Minister für Verteidigung und Energie
Am 14. Januar bestätigte das ukrainische Parlament zwei neue Minister, die Präsident Selenskyj vorgeschlagen hatte: Mychajlo Fedorow, bisher Digitalminister, übernimmt das Verteidigungsressort und Denys Schmyhal, zuvor Verteidigungsminister, wechselt ins Energieministerium. Dieser Tausch wirkt folgerichtig, denn Schmyhal gilt als Krisenmanager, der große Systeme stabilisieren kann – eine Kernkompetenz in einem Winter unter Beschuss. Fedorow steht für Innovation und Technologietransfer, was für die Verteidigung immer wichtiger wird. Ukrainische Medien diskutieren, welche Erwartungen sich mit beiden Personalien verbinden.
„Jetzt gilt es, das Drohnen-Schwert auszubauen“
Forbes hat prominente Führungskräfte im Militär gefragt, was Fedorow in seinem neuen Amt anpacken sollte. Zu ihnen gehört Oleksandr Nastenko (Kampfname: Flint), Leiter der Drohnenangriffseinheit Code 9.2, die als eine der effektivsten in der ukrainischen Armee gilt:
„Der Feind reagiert äußerst empfindlich auf schlechte Nachrichten. Das haben wir bei unserer Offensive in Kupjansk gemerkt. Die russische Gesellschaft reagierte darauf viel schmerzlicher, als sie sich über ihre eigenen Erfolge freut. […] Unsere Aufgabe ist es, die Zahl der Niederlagen für den Feind zu erhöhen.
Fedorow ist ein Pionier bei der technologischen Entwicklung der Armee – von Drohnen bis hin zu unbemannten bodengestützten Robotersystemen. Es ist [ihm] gelungen, eine ‚Drohnenlinie‘ aufzubauen [und] mit Hilfe von Drohnen den Feind in Schach zu halten. Das ist eine Art ‚Drohnenschild‘. Jetzt gilt es, das ‚Schwert‘ auszubauen.
Es ist unmöglich, dauerhaft in der Defensive zu bleiben. Wir müssen angreifen, tief [in feindliches Territorium] vorstoßen, Durchbrüche erzielen – Stärke zeigen. Wir können es uns nicht leisten, dies mit einer großen Menge an Infanterie zu tun wie der Feind. Wir können nur mit einer Mischung aus Menschen und Technologien angreifen.
Ich hoffe, dass unter Fedorow das richtige Verhältnis zwischen Drohnen und Infanterie in den stark eingesetzten Sturmregimentern gefunden wird. Damit wir keine Menschen verlieren, sondern Drohnen.“
„Keine Skandale“
Suspilne erläutert, warum Denys Schmyhal als Energieminister eine naheliegende Wahl war:
„Denys Schmyhal begann seine Tätigkeit im Energiesektor im Jahr 2017: Der damals 42-Jährige nahm eine Stelle im Unternehmen DTEK Energo [des ukrainischen Oligarchen] Rinat Achmetow an und wurde stellvertretender Generaldirektor für soziale Fragen in der westukrainischen Niederlassung des Konzerns. Bereits ein Jahr später übernahm er die Leitung des Wärmekraftwerks Burschtyn, das ebenfalls zu DTEK gehört.
Damals war das Kraftwerk eines der größten in der Ukraine. Es konnte mehr als zwei Gigawatt Strom produzieren und versorgte damit rund drei Millionen Menschen in den Regionen Transkarpatien, Lwiw und Iwano-Frankiwsk mit Elektrizität.
‚[Schmyhal] ist ein Manager, bei dem alles funktioniert und es keine Skandale gibt […]‘, sagt Oleksandr Kharchenko, Direktor des Zentrums für Energieforschung, gegenüber Suspilne.“
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Ukrainische Medien
Ukrajinska Prawda ist eines der meistgelesenen Nachrichtenportale der Ukraine. Bekannt wurde das Online-Medium vor allem durch investigative Recherchen und die Aufdeckung von Korruptionsfällen in der ukrainischen Regierung. Außerdem veröffentlicht Ukrajinska Prawda Reportagen von der Front, baut sein Podcast- und Videoangebot aus und betreibt zahlreiche spezialisierte Ableger zu Themen wie Wirtschaft, Lifestyle, Militärtechnik und Sport.
Gegründet wurde Ukrajinska Prawda im Jahr 2000 vom ukrainisch-georgischen Journalisten Heorhij Gongadse. Er wurde im darauffolgenden Jahr ermordet, mutmaßlich auf Veranlassung des damaligen Präsidenten Leonid Kutschma. Chefredakteurin ist heute die bekannte ukrainisch-krimtatarische Journalistin Sevgil Musaieva.
Im Mai 2021 verkaufte die damalige Eigentümerin Olena Prytula 100 Prozent der Anteile an Dragon Capital, eine ukrainische Investmentgesellschaft unter Leitung des tschechischen Unternehmers Tomáš Fiala.
Im Juli 2026 verzeichnete pravda.com.ua 38,7 Millionen Seitenaufrufe.
Hromadske finanziert sich durch Crowdfunding, Spenden internationaler Geber, Werbung und die Produktion von Videos für andere Medien. Journalist:innen gründeten das Online-Nachrichtenportal im November 2013 zu Beginn des Euromaidan als NGO. Mit millionenfach abgerufenen Livestreams wurde Hromadske rasch zu einem der beliebtesten Online-Medien des Landes.
Später verlagerte sich der Fokus stärker auf Textbeiträge, während Team, Reichweite und Ressourcen schrumpften. Trotzdem bleibt Hromadske eine der verlässlichsten Informationsquellen des Landes. Die Chefredakteurin Daryna Fedenko, zuvor Leiterin der Nachrichtenredaktion des öffentlich-rechtlichen Rundfunks Suspilne, führt das Portal.
Im Juli 2026 verzeichnete hromadske.ua 1,8 Millionen Seitenaufrufe.
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Im Juli 2026 verzeichnete die Website suspilne.media 9,9 Millionen Aufrufe.
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Im Juli 2026 zählte die Website nv.ua 19,6 Millionen Seitenaufrufe.
ZN.UA behandelt politische, wirtschaftliche, gesellschaftliche und kulturelle Themen. Das Medium ist heute vor allem für seine politischen Artikel bekannt, die oft wertvolle Hintergründe und Einblicke liefern. Die ursprüngliche Print-Zeitung erschien erstmals 1994 und zählt damit zu den ältesten und einflussreichsten Analysemedien der unabhängigen Ukraine. Seit 2020 erscheint sie ausschließlich online – auf Ukrainisch, Russisch und Englisch. Die langjährige Chefredakteurin, Julija Mostowa, gilt als bekannte ukrainische Journalistin und ist mit dem früheren Verteidigungsminister Anatolij Hryzenko verheiratet. ZN.UA steht seit Jahren auf der sogenannten „weißen Liste“ ukrainischer Medien, die zuverlässig informieren.
Im Juli 2026 verzeichnete die Website zn.ua 8,5 Millionen Aufrufe.
Das ukrainische Online-Magazin Babel startete im September 2018 als Plattform für die Mittelschicht des Landes. Heute deckt es gesellschaftliche und politische Themen ab, konzentrierte sich anfangs jedoch vor allem auf Wissenschaft und neue Technologien. Nach dem 24. Februar 2022 stellte Babel die russischsprachige Version der Website ein und ersetzte sie durch eine englischsprachige Ausgabe. Trotz kleiner Redaktion und begrenzter Reichweite gewann das Magazin mit politischen Artikeln und viel beachteten Recherchen über Misshandlungen von Soldaten in der ukrainischen Armee an Einfluss.
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Im Juli 2026 verzeichnete babel.ua 1,2 Millionen Aufrufe.
Das Online-Magazin LB gehört zum Gorshenin Institute, einem ukrainischen Thinktank, die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen in der Ukraine und weltweit analysiert. LB erlangte vor allem durch seine Interviews Bekanntheit. Es behandelt häufig Themen wie die ukrainische Innen- und Außenpolitik sowie gesellschaftliche Fragen. Gegründet wurde LB im Juni 2009 unter dem Namen Liwyj Bereh („Linkes Ufer“) – ein Verweis auf das linke Ufer der Ukraine und die linksseitigen Stadtteile großer Städte wie Kyjiw, Dnipro und Saporischschja.
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Im Juli 2026 verzeichnete die Website lb.ua 2,3 Millionen Aufrufe.
Das ukrainische Online-Nachrichtenportal LIGA ging im Jahr 2000 an den Start und konzentrierte sich zunächst auf Wirtschaftsthemen. Später weitete es seine Berichterstattung auf Politik, Lifestyle und andere Bereiche aus. Seit 2020 führt das Institute of Mass Information LIGA auf der „weißen Liste“ ukrainischer Medien, die verlässlich und korrekt informieren.
Chefredakteurin ist die Journalistin Yuliia Bankova, die zuvor eine Führungsposition beim Online-Magazin Hromadske innehatte. Das Portal gehört zur unabhängigen Medienholding Liga Media, die Dmytro Bondarenko leitet.
Im Juli 2026 verzeichnete die Website liga.net 4,4 Millionen Seitenaufrufe.
Der ukrainische Dienst des US-finanzierten Auslandsmediums Radio Free Europe/Radio Liberty (RFE/RL) nahm bereits 1954 seinen Sendebetrieb auf. 1992 eröffnete das Medium ein Büro in der Ukraine, das im Laufe der Zeit auf Dutzende Mitarbeitende anwuchs.
Heute arbeitet Radio Svoboda vor allem als Online-Nachrichtenportal und produziert daneben auch Podcasts und Videoreportagen. Seit 2014 berichten die Redaktionen Krim.Realii und Donbas.Realii über die besetzte Krim sowie die Gebiete Donezk und Luhansk. Mit dem Projekt Skhemy („Schemata“) verfügt das Medium zudem über eine eigene renommierte Investigativredaktion.
Chefredakteurin von Radio Svoboda ist Maryana Drach.
Seitenaufrufe der Website radiosvoboda.org im Juli 2026: 4,8 Millionen
Das unabhängige Analysemedium Texty.org.ua wurde von den Journalisten Roman Kulchynsky und Anatoliy Bondarenko gegründet. Kulchynsky leitet die Redaktion und ist heute Chefredakteur, während Bondarenko vorwiegend datenjournalistisch arbeitet. Entsprechend ist Texty.org.ua insbesondere für aufwendige Datenrecherchen und Infografiken bekannt. Damit hat sich das Medium eine eigene Nische geschaffen und mehrere renommierte internationale Auszeichnungen im Bereich des Datenjournalismus gewonnen.
Daneben veröffentlicht Texty.org.ua hochwertige Reportagen und analytische Beiträge, insbesondere zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine.
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The Kyiv Independent wurde im November 2021 vom Kernteam der damals führenden englischsprachigen ukrainischen Zeitung Kyiv Post gegründet. Die Journalist:innen hatten das Medium nach einem Konflikt mit dessen Eigentümer verlassen und wollten die neue Redaktion zunächst für einige Zeit aus eigenen Mitteln finanzieren. Der russische Großangriff vier Monate später rückte die Ukraine weltweit ins Zentrum der Aufmerksamkeit – und The Kyiv Independent entwickelte sich zu einer der wichtigsten Nachrichtenquellen über das Land für ein internationales Publikum.
Heute ist The Kyiv Independent eines der führenden englischsprachigen Medien der Ukraine und finanziert sich vor allem über Spenden seiner Leser:innen. Zudem hat das Medium eine eigene Investigativredaktion aufgebaut, die sich insbesondere mit russischen Kriegsverbrechen befasst.
Chefredakteurin ist die ukrainische Journalistin Olha Rudenko.
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Jewropejska Prawda wurde im Juni 2014 gegründet und berichtet vor allem über die Integration der Ukraine in die EU und die NATO. Diese Themen gewannen damals stark an Bedeutung: Nach der Revolution der Würde erhielt die Ukraine eine proeuropäische Regierung, während der Krieg im Osten der Ukraine und die russische Annexion der Krim zusätzliche sicherheitspolitische Fragen aufwarfen.
Im Laufe der Jahre hat sich das Medium zu einer der wichtigsten Quellen für verlässliche Informationen und Analysen zur ukrainischen Außenpolitik sowie zu Themen der internationalen Politik entwickelt. Da Jewropejska Prawda eng mit Ukrajinska Prawda kooperiert, wird es häufig als deren Ressort wahrgenommen. Tatsächlich verfügt es jedoch über eine eigenständige Redaktion unter der Leitung von Sergiy Sydorenko. Beide Medien übernehmen regelmäßig Inhalte voneinander und veröffentlichen mitunter gemeinsam recherchierte Beiträge.
Seitenaufrufe der Website eurointegration.com.ua im Juli 2026: 8,6 Millionen
Die ukrainische Nachrichtenagentur RBC-Ukraine wurde 2006 als Tochter des russischen Medienunternehmens RBC (RosBusinessConsulting) gegründet. Seit 2012 bestehen nach Angaben des Unternehmers Jossyp Pintus, der das ukrainische Unternehmen damals übernahm, keine Verbindungen mehr zwischen beiden Firmen – abgesehen vom gemeinsamen Markennamen.
Seit 2014 ist die Website von RBC-Ukraine in Russland gesperrt. Anlass waren Artikel, die von den russischen Behörden als „extremistisch“ eingestuft wurden – eine Bezeichnung, die in Russland auch für Positionen verwendet wird, die der offiziellen Linie gegenüber der Ukraine widersprechen.
Heute gehört RBC-Ukraine zu den meistgelesenen Nachrichtenportalen des Landes. In seiner politischen Berichterstattung äußert sich das Medium vergleichsweise wohlwollend über Präsident Wolodymyr Selenskyj und dessen Umfeld.
Jossyp Pintus bezeichnet RBC-Ukraine als sein wichtigstes Geschäft. Zuvor war er im Bereich Online-Werbung und Traffic-Vermarktung tätig. Chefredakteur ist Rostyslaw Schaprawskyj.
Seitenaufrufe von rbc.ua im Juli 2026: 19 Millionen
Die ukrainische Ausgabe des Magazins Forbes erscheint seit März 2011, mit einer Unterbrechung von 2016 bis 2020. Heute beschäftigt sich das Medium vor allem mit der ukrainischen Kriegswirtschaft und der Frage, wie das Land die wirtschaftlichen Herausforderungen des russischen Angriffskriegs bewältigt.
Forbes Ukraine gehört dem Unternehmer Artur Grants, der ein Netzwerk von Duty-Free-Geschäften betreibt, und ist eines der wenigen ukrainischen Medien, die auch weiterhin als Printausgabe erscheinen.
Chefredakteur ist Borys Davydenko, der zuvor LIGA.net leitete. Das Medium vertritt wirtschaftsliberale Positionen und legt einen besonderen Schwerpunkt auf Unternehmertum und freie Marktwirtschaft.
Seitenaufrufe von forbes.ua im August 2026: 1,5 Millionen
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