„Ein zermürbender Kreislauf“

Presseschau ukrainischer Medien | 13. August bis 1. September 2026:
Tage endlosen Luftalarms
Korruption auf höchster Ebene: der nächste Fall
Russlands Einfluss auf Armenien schwindet
Tage endlosen Luftalarms
Die russische Armee verstärkt ihre Angriffe auf die zivile, wirtschaftliche und militärische Infrastruktur der Ukraine. Neben Raketen setzt sie eine neue Generation von Angriffswaffen ein, die wegen ihres Düsenantriebs als reaktive Drohnen bezeichnet werden. Sie fliegen höher und schneller als die üblichen Shahed-Drohnen. Auch die Taktik des Beschusses hat sich geändert. Die Angriffe erfolgen nicht mehr vornehmlich nachts, vielmehr starten alle paar Stunden einige wenige Drohnen, meist Richtung Kyjiw. Das treibt die Hauptstadt in den permanenten Alarmmodus: Nahverkehr, Einkaufszentren, Post und Behörden müssen ihren Betrieb immer wieder unterbrechen. Ende August legten täglich mehr als zehn Luftalarme Kyjiw fast vollständig lahm.
„Ein zermürbender Kreislauf“
Die Ukrajinska Prawda erklärt das Kalkül hinter der veränderten russischen Taktik:
„Die reaktiven Drohnen fliegen oft in Wellen von jeweils vier bis fünf Drohnen. Erst wenn die ukrainischen Luftstreitkräfte diese abgewehrt haben, starten die Russen den nächsten Angriff.
Laut dem Luftfahrtexperten [Anatolii Khrapchynskyi] lässt sich die veränderte Taktik mit den Kapazitäten Russlands erklären, [vor allem] mit der begrenzten Zahl an Abschussrampen. Möglicherweise fehlt es auch an Zeit für das Nachladen und die Übermittlung der Flugaufträge. Doch diese Strategie hat auch noch eine andere Seite.
Khrapchynskyi dazu: ‚Russland erzeugt einen stetigen Druck auf unsere Verteidigung, [indem es Drohnen in kleinen Gruppen losschickt – UP]. Die [ukrainischen] Kampfjets werden in einen zermürbenden Kreislauf hineingezogen: Start, Abfangen eines Hochgeschwindigkeitsziels, Landung, Auftanken und Neubestückung. Das verschleißt die Flugzeuge rapide, und die bodengestützten Flugabwehrsysteme werden permanent belastet. Die Russen setzen auf den banalen menschlichen Faktor der Ermüdung derjenigen, die [die Abwehrsysteme] bedienen.‘“
„Zu früh für massenhaften Einsatz“
Forbes Ukraine fragt nach wirksamen Abwehrmechanismen und prüft Optionen von Abfangdrohnen bis hin zu kleinen Raketen:
„Abfangdrohnen bieten noch keine ausreichende Lösung des Problems, sagt [Vitalii Ivanov, Kommandeur der Flugabwehrraketen- und Artillerie-Division Strasсh, auch bekannt unter dem Kampfnamen] Tscheset. Die Hersteller testen sie bisher in Eigenregie oder liefern sie in kleinen Mengen probeweise an [Militär-]Einheiten. ‚Es ist noch zu früh, um von einem massenhaften Einsatz [dieser Drohnen] zu sprechen‘, fügt er hinzu.
Eine weitere Abwehrmöglichkeit gegen reaktive Shaheds könnten kleine Raketen nach dem Vorbild US-amerikanischer APKWS [Luft-Boden-Lenkflugkörper] sein, erklärt [Oleh] Katkov, [Chefredakteur des Rüstungsportals] Defense Express.
Forbes Ukraine hat seit Jahresbeginn von […] mehreren ukrainischen Teams erfahren, die an solchen Raketen arbeiten. Ihr [Stück-]Preis liegt etwa zwischen […] [8.500 und 13.000 Euro]. ‚Wir entwickeln eine Rakete, geben aber vorerst keine Details bekannt‘, sagt ein […] Vertreter eines Rüstungsunternehmens, [der anonym bleiben will].“
„Die Kinder starren auf ihre Handys“
Bei einem Luftalarm müssen Schulkinder oft stundenlang in den Luftschutzkeller. LIGA beschreibt, wie Eltern in Kyjiw vor Beginn des neuen Schuljahres nach Auswegen suchen:
„Tetiana, die Mutter eines Drittklässlers, hat ihren Sohn eine Woche vor Schulbeginn bei einer Privatschule eingeschrieben. Der Grund: Dort wird der Unterricht auch bei Luftalarm nicht unterbrochen. […]
Die neue Schule hat einen Schutzraum, in dem der Unterricht [in solchen Fällen] fortgesetzt werden kann. In der staatlichen Schule, die ihr Sohn zuvor besuchte, wechseln die Kinder bei Alarm ins hybride Lernen [online]. Für Tetiana kam das nicht infrage: Während der Alarme ist sie bei der Arbeit, und ihren Sohn unbeaufsichtigt zu lassen, war für sie keine Option.
Mariia, Mutter eines Neuntklässlers, sieht dem Schulbeginn mit großer Sorge entgegen. Dieses Jahr wird ihr Sohn online lernen. Im vergangenen Jahr besuchte er die Schule noch in Präsenz. Und da erlebte Mariia, wie es während eines Alarms im Schutzraum zugeht: ‚Es gibt keinen richtigen Unterricht. Die Kinder sitzen auf den Bänken und starren auf ihre Handys.‘
Mit Fernunterricht hat die Familie schon während der Corona-Pandemie Erfahrungen gemacht. Deshalb ist Mariia wenig optimistisch bezüglich der Erfolgsaussichten. Sie glaubt nicht, dass so vollwertiger Unterricht oder nachhaltiges Lernen möglich sind.“
Korruption auf höchster Ebene: der nächste Fall
Die Justiz ermittelt gegen die frühere Vizechefin des Präsidialamts, Iryna Mudra, wegen mutmaßlicher Geldwäsche. Zusammen mit Politikern, Geschäftsleuten und Managern der staatlichen Sense Bank soll sie 150 Millionen Hrywnja – rund drei Millionen Euro – gewaschen haben, die im Sommer als Kaution für Ex-Justizminister Herman Haluschtschenko gezahlt worden waren. Haluschtschenko ist einer der Beschuldigten im bisher größten Korruptionsskandal seit Beginn des russischen Großangriffs, im Zuge dessen auch gegen Tymur Minditsch ermittelt wurde, einen langjährigen Vertrauten von Präsident Selenskyj, sowie gegen den damaligen Leiter des Präsidialamts, Andrij Jermak.
„Das Problem war, dass legales Geld fehlte“
Die Ukrajinska Prawda berichtet ausführlich über die Hintergründe des Falls und darüber, welche Rolle die Kautionszahlung für Haluschtschenko dabei spielte:
„Im Februar verhafteten Antikorruptionsermittler den früheren Minister beim Versuch, das Land zu verlassen. Sie leiteten formelle Untersuchungen ein und verhängten eine Kaution in Höhe von 200 Millionen Hrywnja – dem Präsidialamt bereitete das einiges Kopfzerbrechen.
Denn Haluschtschenko war nicht nur einer der ranghöchsten Verdächtigen einer kriminellen Vereinigung, die durch die [sogenannte] Operation Midas [ans Licht kam] und laut den Strafverfolgern mehr als 100 Millionen US-Dollar aus dem […] Energiesektor veruntreut haben soll.
Haluschtschenko ist der Schlüssel, mit dem [das Nationale Antikorruptionsbüro] NABU und [die Antikorruptionsstaatsanwaltschaft] SAP zwei Türen zugleich öffnen können. Auf der einen steht: ‚Die Rolle des Präsidialamts bei den Machenschaften der kriminellen Organisation‘. Auf der anderen: ‚Wer profitierte wirklich von den Offshore-Konten, auf die Dutzende Millionen Dollar geflossen sind?‘ […]
Gerüchte, Haluschtschenko könne sich mit den Ermittlungsbehörden einigen [und ihnen Informationen liefern], befeuerten […] die Anstrengungen der Staatsspitze, das ‚Lösegeld‘ [die Kaution] […] für ihn aufzutreiben. Das Problem […] war nicht, dass dieses Geld in den zahlreichen Hinterzimmern der Macht fehlte, sondern dass es sich um legales und nicht um gestohlenes [Geld] handeln musste. […]
Am 29. Juni wurden 150 Millionen Hrywnja für Herman Haluschtschenko hinterlegt – wie gewohnt durch Unternehmen, die niemand kannte, genauso wenig wie diejenigen, denen sie gehörten. Haluschtschenko kam frei – und es schien, als könnten das Präsidialamt, der Präsident selbst und sein Vertrauter Tymur Minditsch aufatmen. Bis am 19. August bekannt wurde, dass NABU und SAP die [gesamte] Operation […] dokumentiert hatten.“
„Eigene Leute einschleusen“
In einer Gerichtsreportage zitiert Suspilne heimlich aufgezeichnete Aussagen von Iryna Mudra zum Umgang mit den Antikorruptionsbehörden NABU und SAP:
„Während der Gespräche skizziert Mudra […] Pläne, wie das Präsidialamt Einfluss auf die Antikorruptionsorgane ausüben könne. Unter anderem geht es darum, eigene Leute in den Aufsichtsrat des NABU einzuschleusen. In den Aufnahmen ist auch zu hören, wie sie einem ‚hochrangigen Beamten des Präsidialamts‘ vorschlägt, die Wiederwahl des SAP-Leiters Oleksandr Klymenko zu verhindern, dessen Amtszeit im nächsten Jahr ausläuft.
‚Wir denken nicht [öffentlich] über einen Nachfolger für Klymenko nach und leiten nichts in die Wege. Er schläft tief und fest und glaubt, dass er wiedergewählt wird […]. Dieser Mensch hat keine Prinzipien. Er macht dich fertig und geht weiter. Er ist keiner von uns. Wenn es ihm passt, verständigt er sich vielleicht mit dir – aber das heißt nicht, dass er später nicht hinter dir her sein wird, wie hinter Andrij [vermutlich Jermak] und den anderen‘, sagte Mudra.“
„Ausmaß des Missbrauchs in den obersten Etagen der Macht“
LB erinnert an viel beachtete Fälle der Vergangenheit – angefangen beim ersten großen Korruptionsskandal der unabhängigen Ukraine um Pawlo Lasarenko, der von 1996 bis 1997 Premierminister war:
„Pawlo Lasarenko […], [der 2006] in den USA verurteilt [wurde], weil er mehr als 200 Millionen US-Dollar über Offshore-Firmen und Banken gewaschen hatte, gilt als erstes Symbol für die Topkorruption in unserem Staat. [Sein] Fall gehörte zu den größten internationalen Skandalen der ukrainischen Politik in den 1990er Jahren und zeigte das Ausmaß des Missbrauchs in den obersten Etagen der Macht zur Zeit von [Präsident] Leonid Kutschma. […]
Lasarenko wurde 1999 in New York verhaftet. In der Ukraine liefen zahlreiche Verfahren wegen Veruntreuung von Staatseigentum in Milliardenhöhe, einschließlich Machenschaften im Gas- und Energiesektor, gegen ihn. Ausgeliefert wurde er jedoch nicht, da er angeblich aus politischen Motiven verfolgt werde.
Am 25. August 2006 wurde [Lasarenko in den USA] zu 97 Monaten Haft und einer Strafe von zehn Millionen US-Dollar wegen Geldwäsche und anderer Verbrechen verurteilt. […] 2016 berichtete die New York Times […], Pawlo Lasarenko lebe mit seiner zweiten Frau und drei Kindern in Marin County bei San Francisco [in einer der reichsten Regionen der USA].“
Russlands Einfluss auf Armenien schwindet
Armenien, einst Russlands engster Verbündeter im Südkaukasus, wendet sich zunehmend dem Westen zu. Die armenische Führung zeigt sich Russland gegenüber immer selbstbewusster. Ukrainische Medien deuten dies als weiteres Zeichen für Moskaus nachlassenden Einfluss in der Region. Der Angriffskrieg gegen die Ukraine bindet russische Kräfte und schwächt Moskaus Rückhalt bei traditionellen Partnern.
„Kein Verbündeter Russlands“
Dserkalo Tyschnja fasst den Wandel in der armenischen Politik zusammen – vom Bruch mit Moskau bis zu neuen Bahnrouten in Richtung EU:
„Die Beziehungen zwischen Russland und Armenien verschlechtern sich schon seit Jahren, zuletzt hat sich die Lage jedoch verschärft, weil sich [der armenische Premierminister Nikol] Paschinjan geopolitisch zunehmend Richtung EU und USA orientiert. Auslöser war die fehlende militärische Unterstützung Russlands für Armenien in den jüngsten Kämpfen mit Aserbaidschan um Bergkarabach. Also erklärte Premier [Paschinjan], sein Land sei im Krieg gegen die Ukraine kein Verbündeter Russlands und erinnerte nach dem Besuch von […] Selenskyj [im Mai 2026] daran, dass Jerewan Kyjiw weiterhin humanitäre Hilfe leiste.
Gleichzeitig eröffnete Armenien die neue Eisenbahnstrecke Achalkalaki–Kars, die über Georgien und die Türkei in die EU führt. In Jerewan sprach man von einem wichtigen Schritt für die Wirtschaft […] und die stärkere Integration in den europäischen Markt. Paschinjan kündigte [zudem] an, weitere Bahnstrecken über Aserbaidschan, die Türkei und den Iran seien geplant.“
„Garantie der Unantastbarkeit“
Die Jewropejska Prawda sieht in der Verhaftung des prorussischen Ex-Präsidenten Robert Kotscharjan Ende August ein weiteres Indiz für sich verschlechternde Beziehungen mit Moskau:
„Robert Kotscharjan ist nicht irgendein Oppositionspolitiker, sondern der zweite Präsident Armeniens. Er gilt als persönlicher Freund Wladimir Putins.
So lud der russische Diktator Kotscharjan auch nach dessen Präsidentschaft wiederholt zu sich ein. Und diese besonderen Beziehungen dienten Kotscharjan lange Zeit als Garantie der Unantastbarkeit. Jetzt aber funktioniert das nicht mehr.
Der Kurs auf eine Neuausrichtung der Beziehungen zu Russland ließ sich bereits im Entwurf des neuen Regierungsprogramms erkennen, den Nikol Paschinjan dem Parlament vorlegte. Darin heißt es unter anderem, Armenien wolle den Dialog mit Russland ‚im Sinne einer beiderseitig vorteilhaften […] Zusammenarbeit‘ fortsetzen sowie an der ‚Vertiefung der Beziehungen […] im Rahmen einer ausbalancierten Außenpolitik‘ arbeiten.
Diese Formulierung unterscheidet sich wesentlich von früheren Regierungsprogrammen, in denen Russland als ‚strategischer Partner‘ beschrieben wurde. Das aktuelle [Programm] legt den Schwerpunkt auf den Ausbau der Zusammenarbeit mit den USA, der EU und besonders mit Frankreich.“
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Ukrainische Medien
Die Online-Zeitung Ukrajinska Prawda veröffentlicht als regierungskritisches Medium investigative Artikel und deckte auch Korruptionsfälle innerhalb der ukrainischen Regierung auf. Sie zählt zu den meistgenutzten Nachrichtenportalen der Ukraine.
Die Ukrajinska Prawda wurde im Jahr 2000 vom ukrainisch-georgischen Journalisten Heorhij Gongadse gegründet, der im darauffolgenden Jahr – angeblich auf Veranlassung des damaligen Präsidenten Leonid Kutschma – ermordet wurde. Die heutige Chefredakteurin ist die bekannte ukrainisch-krimtatarische Journalistin Sevgil Musaieva.
Im Mai 2021 verkaufte die damalige Eigentümerin Olena Prytula 100 Prozent der Anteile an Dragon Capital, eine ukrainische Investment-Management-Gesellschaft, die vom tschechischen Unternehmer Tomáš Fiala geleitet wird.
Aufrufe der Website im Mai 2023: 69,6 Millionen
Das Online-Nachrichtenportal und ‑Fernsehen Hromadske finanziert sich über Crowdfunding bei seinen Leserinnen und Lesern, Spenden, Werbung und über für andere Medien aufgenommene Videos.
Hromadske wurde als NGO mit dazugehörigen Online-Medien im November 2013 mit Beginn des Euromaidan gegründet. Die jetzige Chefredakteurin ist die ukrainische Journalistin Jewhenija Motorewska, die sich zuvor mit dem Thema Korruption in ukrainischen Strafverfolgungsbehörden befasst hat.
Die Weiterentwicklung von Hromadske wird von einem Vorstand vorangetrieben, der aus sieben prominenten ukrainischen Persönlichkeiten besteht, darunter Nobelpreisträgerin Oleksandra Matwijtschuk.
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Der ukrainische Fernsehsender mit Online-Nachrichtenportal, dessen Chefredakteurin die ukrainische Journalistin Chrystyna Hawryljuk ist, wird finanziell von der ukrainischen Regierung unterstützt. In diesem Zusammenhang hat sich die Website einer ausgewogenen Berichterstattung verpflichtet.
Das renommierte Institute of Mass Information führte Suspilne.Novyny im September 2021 auf der sogenannten „weißen Liste“ ukrainischer Medien, die ein sehr hohes Niveau an zuverlässigen Informationen bieten.
Suspilne.Novyny wurde im Dezember 2019 gegründet und gehört zur Nationalen öffentlichen Rundfunkgesellschaft der Ukraine. Im Januar 2015 war die zuvor staatliche Rundfunkanstalt entsprechend europäischen Standards in eine öffentliche Rundfunkgesellschaft umgewandelt worden.
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NV ist eine Print- und Online-Zeitschrift, deren Schwerpunkt auf Nachrichten aus dem Ausland und der ukrainischen Politik liegt. Zu den Hauptthemen zählen die internationale Unterstützung der Ukraine, Korruption sowie die künftige Entwicklung des Landes. Die Online-Ausgabe veröffentlich oft Artikel renommierter ausländischer Medien wie The Economist, The New York Times, BBC und Deutsche Welle. Die Zeitschrift erscheint freitags als Druckausgabe auf Ukrainisch, die Website ist auf Ukrainisch, Russisch und Englisch verfügbar. NV gilt als eine der zuverlässigsten Nachrichtenquellen in der Ukraine.
NV wurde im Jahr 2014 – ursprünglich unter dem Namen Nowjoe Wremja („Die neue Zeit“) – vom ukrainischen Journalisten Witalij Sytsch gegründet, der die Chefredaktion übernahm. Zuvor arbeitete Sytsch bei dem ebenfalls populären Magazin Korrespondent. Er verließ Korrespondent, nachdem es an Serhij Kurtschenko – einen Janukowytsch nahestehenden Oligarchen aus Charkiw – verkauft worden war. NV gehört zum Verlagshaus Media-DK, dessen Eigentümer der tschechische Unternehmer Tomáš Fiala ist.
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Dserkalo Tyschnja liefert Hintergrundberichte und Analysen; das Themenspektrum umfasst politische, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Themen. Die Zeitung betrachtet die ukrainische Politik und deren Akteure in einem internationalen Zusammenhang. Dserkalo Tyschnja steht auf der „weißen Liste“ ukrainischer Medien, die zuverlässige Informationen liefern.
Dserkalo Tyschnja ist eine der ältesten ukrainischen Zeitungen und erschien zuerst 1994. Seit 2020 ist die Zeitung nur noch online verfügbar: auf Ukrainisch, Russisch und Englisch. Chefredakteurin ist die bekannte ukrainische Journalistin Julija Mostowa, Ehefrau des ehemaligen ukrainischen Verteidigungsministers Anatolij Hrysenko.
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Das ukrainische Online-Magazin Babel wurde im September 2018 gegründet. Das Themenspektrum umfasst soziale und politische Themen; besonderes Augenmerk gilt aber auch Nachrichten aus der Wissenschaft und über neue Technologien.
Nach dem 24. Februar 2022 wurde die zuvor ebenfalls angebotene russische Version der Website geschlossen. Stattdessen wird nun eine englische Version angeboten. Babel finanziert sich über Spenden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Babel engagieren sich in zahlreichen Projekten, die darauf abzielen, die ukrainischen Streitkräfte während des Krieges zu unterstützen.
Die Eigentümer des Online-Magazins sind der erste Chefredakteur Hlib Husjew, Kateryna Kobernyk und das slowakische Unternehmen IG GmbH.
Heute ist die ukrainische Journalistin Kateryna Kobernyk Chefredakteurin von Babel.
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Das Online-Magazin LB gehört zum Horschenin-Institut, einer ukrainischen Denkfabrik, die sich mit politischen und gesellschaftlichen Prozessen in der Ukraine und der Welt beschäftigt. LB hat sich auf Interviews spezialisiert; häufige Themen sind die ukrainische Innen- und internationale Politik sowie soziale Fragen in der Ukraine.
LB wurde im Juni 2009 unter dem Namen Liwyj Bereh gegründet, Chefredakteurin Sonja Koschkina hat seit 2018 einen eigenen Youtube-Kanal „KishkiNA“, auf dem sie Interviews mit verschiedenen Personen veröffentlicht.
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Im Fokus des ukrainischen im Jahr 2000 gegründeten Online-Nachrichtenportals LIGA stehen wirtschaftliche, politische und soziale Themen. Seit 2020 steht LIGA auf der „weißen Liste“ ukrainischer Medien, die stets präzise Informationen und zuverlässige Nachrichten anbieten.
Chefredakteurin ist die ukrainische Journalistin Julija Bankowa, die davor eine leitende Position bei dem Online-Magazin Hromadske hatte.
Der Eigentümer des Nachrichtenportals ist die ukrainische unabhängige Mediaholding Ligamedia, deren Geschäftsführer Dmytro Bondarenko ist.
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Censor präsentiert sich als Website mit „emotionalen Nachrichten“. Der Fokus liegt vor allem auf innenpolitischen Entwicklungen. Seit dem russischen Überfall auf die Ukraine sind viele Beiträge den Ereignissen an der Front und den ukrainischen Streitkräften gewidmet. Censor ist auf drei Sprachen verfügbar: Ukrainisch, Russisch und Englisch.
Das Nachrichtenportal Censor wurde 2004 vom bekannten ukrainischen Journalisten Jurij Butusow gegründet und zählt zu den populärsten Nachrichtenseiten des Landes. Butusow gilt als scharfer Kritiker von Präsident Selenskyj. Er erhebt schwere Vorwürfe in Bezug auf Korruption innerhalb der ukrainischen Regierung, schlechte Vorbereitung auf den Krieg gegen Russland und unbefriedigende Verwaltung der Armee. Butusow wird von über 400.000 Menschen auf Facebook gelesen. Seine Posts auf dem sozialen Netzwerk haben enormen Einfluss und lösen hitzige Diskussionen aus.
Aufrufe der Website im Mai 2023: 59 Millionen
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