„Die schädlichste Entscheidung der letzten Jahre“

Presseschau ukrainischer Medien | 17. Juni bis 16. Juli 2026:
Schon wieder ein neues Kabinett
Skandal um Missbrauch in der Armee
Wachsende Kluft zwischen Militär und Zivilbevölkerung
Schon wieder ein neues Kabinett
Am 12. Juli forderte Präsident Wolodymyr Selenskyj Ministerpräsidentin Julija Swyrydenko zum Rücktritt auf. Sie und ihr Kabinett hatten fast genau ein Jahr zuvor, am 17. Juli 2025, ihr Amt angetreten. Infolge der Umbesetzungen verlor auch der beliebte und als Reformer profilierte Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow nach nur sechs Monaten sein Amt. Ukrainische Medien diskutieren den unerwarteten Regierungsumbau.
„Selenskyj erwartet von der Regierung Eigenständigkeit“
Die Ukrajinska Prawda zählt verschiedene Gründe für den Regierungswechsel auf:
„Der erste Grund […] lag im verschobenen Machtgefüge nach […] der Entlassung [von Präsidialamtsleiter] Andrij Jermak und dem Korruptionsverdacht gegen ihn. […] Nach dessen Abgang machen neue [politische] Schwergewichte ihren Einfluss geltend. […]
Der zweite Grund […] liegt darin, dass der Präsident es zunehmend leid ist, für das ‚Babysitting der Regierung‘ verantwortlich zu sein – wie Selenskyjs Team die Zusammenarbeit mit dem Kabinett hinter vorgehaltener Hand nennt. […] In einem System, in dem […] [Jermak] fast alle Aufgaben der Regierung persönlich festlegte und die Premierministerin praktisch jeden Schritt mit [dem Präsidialamt in der] Bankowa[-Straße] abstimmte, war Swyrydenko die ideale Figur. Mit der Zeit irritierte dieses Modell jedoch selbst den Präsidenten. […] Selenskyj [erwartete] vom Regierungsvorsitz zunehmend nicht mehr die Abstimmung jeder Kleinigkeit, sondern […] Eigenständigkeit.
Ein [weiterer,] weniger offensichtlicher […] Grund liegt im systemischen Konflikt von Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow mit ausnahmslos allen Gruppierungen, die in den Jahren des großen Krieges um den Verteidigungshaushalt herum entstanden sind […]. Sie kritisieren Fedorow für die angeblich ‚nicht gelungene‘ Reform der Mobilisierung und der Versorgung [der Streitkräfte] – tatsächlich aber wollen sie ihn loswerden, weil er, nachdem er in den Zug der Korruption eingestiegen war, statt einen Espresso zu bestellen und still mit den anderen mitzufahren, […] die ‚Notbremse‘ zog. Den Passagieren in den Luxusabteilen der Korruption passte das nicht. […]
Der wichtigste Grund indes liegt woanders: [Im Präsidialamt] hat man sich endgültig damit abgefunden, dass im Herbst keine Wahlen stattfinden. Stattdessen muss sich das Land auf den wohl härtesten Winter im gesamten großen Krieg einstellen. Die Staatsführung geht davon aus, dass Russland noch vor Einbruch der Kälte versuchen wird, die ukrainische Energiewirtschaft, die Gasförderung und die Treibstoffinfrastruktur so stark wie möglich zu zerstören – kurzum alles, was vom Energiesystem noch übrig ist. Die […] Vorbereitung auf diese Offensive wird zur Hauptaufgabe der neuen Regierung.“
„Die Handlungsfähigkeit der Regierung bewahrt“
Suspilne zieht Bilanz eines turbulenten Jahres unter Julija Swyrydenko:
„Das Jahr von Swyrydenko als Premierministerin verlief alles andere als ruhig: Kaum im Amt, gab es den Versuch, das Nationale Antikorruptionsbüro und die Spezialstaatsanwaltschaft gegen Korruption ihrer Unabhängigkeit zu berauben; später kam die Operation Midas ans Licht – der größte Korruptionsskandal im Energiesektor seit Beginn der vollumfänglichen Invasion.
Doch Swyrydenko gelang es, die Handlungsfähigkeit der Regierung zu bewahren. Zu ihren Erfolgen zählen außerdem die historische Eröffnung des ersten [von insgesamt sechs] Clustern für den EU-Beitritt der Ukraine und die Bewilligung eines Kredits über 90 Milliarden Euro.
Dennoch sind sich die meisten Gesprächspartner von Suspilne einig: Swyrydenko wurde keine Premierministerin, die der ukrainischen Politik oder Wirtschaft neue Impulse gegeben hätte.“
„Die schädlichste Entscheidung der letzten Jahre“
Der entlassene Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow verlor seinen Aussagen zufolge sein Amt wegen Konflikten mit dem Oberbefehlshaber der Streitkräfte, Oleksandr Syrskyj. Seine Entlassung löste Straßenproteste und heftige Kritik aus – auch vonseiten der Redaktion des Kyiv Independent:
„Zum ersten Mal seit Herbst 2022 hat die Ukraine das Blatt im Krieg gegen Russland zu ihren Gunsten gewendet – von der Front bis in die strategische Tiefe.
In einer Entscheidung, die sich als seine schädlichste im Krieg der letzten Jahre erweisen könnte, hat […] Selenskyj gerade beschlossen, den Mann zu entlassen, der die treibende Kraft hinter dieser Wende war. […]
Damit hat der Präsident die Ukraine wahrscheinlich genau in dem Moment, in dem die Chance besteht, Russland unter Druck zu setzen, den Krieg zu beenden, wieder auf den Weg eines langsamen strategischen Verfalls gebracht. […]
Wenn diese Stadt wirklich zu klein für Fedorow und Syrskyj zugleich ist, ist es Zeit, dass der General geht. […]
Die Ukraine will einen sicheren Frieden, doch dieser kann nur erreicht werden, indem man weiterhin Druck ausübt, das Leben der eigenen Soldaten schützt und Moskau in die Enge treibt.
Die Person zu entlassen, die dies gerade in die Tat umsetzt, ist ein schwerwiegender Fehler.“
Skandal um Missbrauch in der Armee
Schon lange hielten sich Gerüchte, im größten ukrainischen Sturmregiment Skelja würden Neuankömmlinge systematisch misshandelt. Obwohl der Militärombudsmann Reformen verlangte, blieb jede Reaktion aus. Das Regiment, dessen Infanterie an besonders schwierigen Frontabschnitten kämpft und dort hohe Verluste erleidet, galt als Liebling von Oberbefehlshaber Oleksandr Syrskyj. Am 23. Juni veröffentlichte Babel eine monatelange Recherche über 26 Todesfälle abseits des Schlachtfelds und deckte auf, dass viele Soldaten suchtkrank sind oder aus prekären Verhältnissen stammen. Der Skandal löste massive Empörung aus, woraufhin Syrskyj Ermittlungen anordnete.
„Wenn sie sich falsch verhalten, werden sie brutal geschlagen“
In dem Artikel lässt Babel Soldaten und Angehörige zu Wort kommen, die unmenschliche Bedingungen im Regiment schildern:
„Nach der Ankunft, so berichten die Befragten, werden die Neuankömmlinge sortiert. ‚Die Drogenabhängigen auf die eine Seite, weil sie sich unangemessen benehmen; manchen geht es schlecht. Wenn sie sich falsch verhalten, werden sie brutal geschlagen. […]‘, sagt einer der Eingezogenen, der in diesem Regiment war.
Viele Neuankömmlinge bekommen schon im ‚Hühnerstall‘ [der Baracke, in der Skelja die Neuen aufnimmt] Entzugserscheinungen. Sie schlafen nicht mehr, leiden unter Schmerzen am ganzen Körper, Übelkeit und Durchfall; das Suizidrisiko ist hoch. Infusionen, die diesen Zustand etwas lindern, erhalten den Befragten zufolge nur wenige. Manche haben Halluzinationen und Wahnvorstellungen – sie werden isoliert.
‚Ich kann ganz genau schildern, wie ich zusammen mit vier Menschen unter dem Eichhörnchen [ukrainischer Slang für ein Entzugsdelirium bei Alkohol] im Karzer saß‘, berichtet einer der Eingezogenen anonym. Er ist nicht abhängig, sondern bekam eine Strafe, weil er sich weigerte, Kniebeugen zu machen. Deshalb saß er zwei Tage im Karzer […], [einer] winzigen Kammer, in der eine Doppelmatratze den Großteil des Raums einnimmt. Dort drängten sich sechs bis sieben Menschen gleichzeitig, mindestens vier davon auf Entzug.“
„Das Schlimmste habt ihr nicht gesehen“
Auf Facebook betont Babel-Chefredakteurin Kateryna Kobernyk, ihre Redaktion habe es nicht auf einen öffentlichen Skandal abgesehen und die schockierendsten Details bewusst ausgespart:
„Als wir die Recherche über Skelja vorbereiteten, baten wir verschiedene hochrangige Personen um Hilfe, um die Situation nicht eskalieren zu lassen; um die erschütterndsten Beweise nicht veröffentlichen und die Psyche der Menschen nicht noch mehr belasten zu müssen. Wir baten sie: Kümmert euch um dieses Problem, über das ihr weitaus besser Bescheid wisst als wir und von dem ihr nach Kräften den Eindruck erwecken wollt, es sei nicht gravierend, denn es handle sich nur um Einzelfälle. Wir wollten keine Schlagzeilen, sondern Ergebnisse – nur die zählen. Und was haben wir zu hören bekommen? Manch einer tauchte komplett ab, andere erklärten ganz unverblümt: Ohne öffentliche Aufmerksamkeit wird sich nie auch nur das kleinste Bisschen ändern. Wenn man uns vorwirft, wir würden die Sache aufblasen und uns am Leid [anderer] weiden, kann ich ehrlich sagen: Das Schlimmste habt ihr gar nicht gesehen.“
„Gleich den gesamten Markt dichtmachen“
Am 7. Juli durchsuchte das Staatliche Ermittlungsbüro die Firma Vyriy, einen der größten Hersteller von FPV-Drohnen in der Ukraine. Dem Eigentümer von Vyriy, Oleksiy Babenko, gehören 75 Prozent des Online-Magazins Babel. Das Ermittlungsbüro wirft Vyriy illegale Preistreiberei vor – viele vermuten dahinter jedoch einen Racheakt für den Artikel über Missbrauch beim Sturmregiment Skelja. Forbes sprach mit vier Topmanagern großer Rüstungsunternehmen, die anonym bleiben wollten, über die Vorwürfe und das Geschäft von Vyriy:
„‚Vyriy baut preisgünstige und hochwertige Drohnen‘, bestätigt einer von ihnen. ‚Wenn man jemanden durchsuchen will, dann ganz sicher nicht sie.‘
Der Straftatbestand überhöhter Drohnenpreise sei für die Strafverfolger sehr dehnbar, fügt der Chef eines anderen Herstellers hinzu. […]
‚Vorwürfe zur Preisgestaltung und zu den Kosten von Drohnen kann man ohne Ausnahme absolut jedem ukrainischen Hersteller machen‘, [weil Drohnenkomponenten schwer zu beschaffen seien und es deshalb keine einheitlichen Preise gebe], sagt der Topmanager eines anderen Unternehmens. ‚Dann kann man auch gleich […] den gesamten Markt dichtmachen.‘“
„Die Fallschirmjäger verfolgen einen anderen Ansatz“
Ohne das umstrittene Sturmregiment Skelja namentlich zu erwähnen, ordnete Präsident Wolodymyr Selenskyj am 10. Juli die Bildung einer neuen Division an, „um mehrere Probleme anzugehen, die gelöst werden müssen; in erster Linie im Umgang mit Menschen.“ In der Ukrajinska Prawda heißt es dazu:
„[Der erfahrene Fallschirmjäger Dmytro] Voloshyn wurde [an die Spitze der neuen Vereinigten Verteidigungskräfte] berufen, damit er Ordnung schafft – nach [Valentyn] Manko [dem früheren Chef der Sturmtruppen, der in mehrere Skandale verwickelt war], und den Vorfällen bei Skelja […]. Die Fallschirmjäger verfolgen einen anderen Ansatz.“
Wachsende Kluft zwischen Militär und Zivilbevölkerung
In der Nacht zum 8. Juli griff in Lwiw eine Menschenmenge Soldaten an, die Zivilisten rechtmäßig zur Mobilmachung aufforderten. Der spontane Protest eskalierte, mehrere Soldaten wurden verletzt und ihr Fahrzeug beschädigt. Der Vorfall gehört zu den aufsehenerregendsten in einer Reihe gewaltsamer Proteste gegen die Mobilisierung und wirft die Frage auf, wie Männer in einem Land, das einen Verteidigungskrieg führt, zur Armee stehen sollten – und wie die Armee sie behandeln sollte.
„Der Grund ist Straflosigkeit“
In einer Kolumne auf LB sieht Publizist Otar Dovzhenko die Ursache solcher Angriffe allein in der Straflosigkeit:
„Der Unwille eines Teils der Wehrpflichtigen, in die Armee zu gehen, ist – gelinde gesagt – keine neue Erscheinung in der Geschichte der Menschheit. Neu und ungewöhnlich ist jedoch, wie aggressiv und selbstbewusst Zivilist:innen heute Militärangehörigen entgegentreten. Der Grund dafür liegt in der Straflosigkeit. […] Wüssten Zivilist:innen, [die einen Militärangehörigen angreifen,] […] dass sie am Ende selbst mit Sicherheit festgenommen und verurteilt würden, gäbe es weniger solcher Fälle. […]
Die Menschen würden immer noch nicht in die Armee wollen; sie würden die für die Rekrutierung Zuständigen hassen und fürchten und sich seltsame Theorien zurechtlegen, warum nicht sie, sondern jemand anderes dienen sollte. Diese Haltung zu ändern, ist ein Prozess für sich, mit dem sich Staat, Armee, Zivilgesellschaft, Bildungswesen und andere Akteure umfassend und über Jahre beschäftigen müssen. Aber: Würden [die Menschen Militärangehörige] hassen und fürchten, würden sie sie nicht angreifen.“
„Menschen ohne Vertrauen werden zur Ressource des Zwangs“
Auf NV betont Politologe Oleh Saakyan, das in Lwiw sichtbar gewordene Grundproblem der Mobilisierung sei ein Mangel an Vertrauen:
„Oft hört man, die wichtigste Ressource im Krieg seien die Menschen. Tatsächlich aber ist die wichtigste Ressource im Krieg Vertrauen. Menschen ohne Vertrauen werden zu einer Ressource des Zwangs, während Menschen, die dem Staat vertrauen, zur Ressource des Sieges werden. Kriege gewinnen nicht jene Staaten, die ihre Bürger:innen am längsten zwingen können, sondern jene, die es schaffen, deren Motivation aufrechtzuerhalten. Die Mobilisierung im fünften Jahr der vollumfänglichen Invasion und im dreizehnten Jahr des Krieges beginnt nicht im Rekrutierungszentrum, sondern bei der Antwort des Menschen auf die Frage: Vertraue ich dem Staat so sehr, dass ich für ihn ein Risiko eingehe? Und bei der Fähigkeit des Staates, auf diese Frage eine Antwort zu geben. Bei der Fähigkeit, verständliche Regeln zu gewährleisten – für jene an der Front wie für jene im Hinterland; für sie, ihre Familien, Gemeinden und Unternehmen. Die Mobilisierung beginnt mit klar festgelegten Regeln und dem Vertrauen in diese.“
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Ukrainische Medien
Die Online-Zeitung Ukrajinska Prawda veröffentlicht als regierungskritisches Medium investigative Artikel und deckte auch Korruptionsfälle innerhalb der ukrainischen Regierung auf. Sie zählt zu den meistgenutzten Nachrichtenportalen der Ukraine.
Die Ukrajinska Prawda wurde im Jahr 2000 vom ukrainisch-georgischen Journalisten Heorhij Gongadse gegründet, der im darauffolgenden Jahr – angeblich auf Veranlassung des damaligen Präsidenten Leonid Kutschma – ermordet wurde. Die heutige Chefredakteurin ist die bekannte ukrainisch-krimtatarische Journalistin Sevgil Musaieva.
Im Mai 2021 verkaufte die damalige Eigentümerin Olena Prytula 100 Prozent der Anteile an Dragon Capital, eine ukrainische Investment-Management-Gesellschaft, die vom tschechischen Unternehmer Tomáš Fiala geleitet wird.
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Das Online-Nachrichtenportal und ‑Fernsehen Hromadske finanziert sich über Crowdfunding bei seinen Leserinnen und Lesern, Spenden, Werbung und über für andere Medien aufgenommene Videos.
Hromadske wurde als NGO mit dazugehörigen Online-Medien im November 2013 mit Beginn des Euromaidan gegründet. Die jetzige Chefredakteurin ist die ukrainische Journalistin Jewhenija Motorewska, die sich zuvor mit dem Thema Korruption in ukrainischen Strafverfolgungsbehörden befasst hat.
Die Weiterentwicklung von Hromadske wird von einem Vorstand vorangetrieben, der aus sieben prominenten ukrainischen Persönlichkeiten besteht, darunter Nobelpreisträgerin Oleksandra Matwijtschuk.
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Der ukrainische Fernsehsender mit Online-Nachrichtenportal, dessen Chefredakteurin die ukrainische Journalistin Chrystyna Hawryljuk ist, wird finanziell von der ukrainischen Regierung unterstützt. In diesem Zusammenhang hat sich die Website einer ausgewogenen Berichterstattung verpflichtet.
Das renommierte Institute of Mass Information führte Suspilne.Novyny im September 2021 auf der sogenannten „weißen Liste“ ukrainischer Medien, die ein sehr hohes Niveau an zuverlässigen Informationen bieten.
Suspilne.Novyny wurde im Dezember 2019 gegründet und gehört zur Nationalen öffentlichen Rundfunkgesellschaft der Ukraine. Im Januar 2015 war die zuvor staatliche Rundfunkanstalt entsprechend europäischen Standards in eine öffentliche Rundfunkgesellschaft umgewandelt worden.
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NV ist eine Print- und Online-Zeitschrift, deren Schwerpunkt auf Nachrichten aus dem Ausland und der ukrainischen Politik liegt. Zu den Hauptthemen zählen die internationale Unterstützung der Ukraine, Korruption sowie die künftige Entwicklung des Landes. Die Online-Ausgabe veröffentlich oft Artikel renommierter ausländischer Medien wie The Economist, The New York Times, BBC und Deutsche Welle. Die Zeitschrift erscheint freitags als Druckausgabe auf Ukrainisch, die Website ist auf Ukrainisch, Russisch und Englisch verfügbar. NV gilt als eine der zuverlässigsten Nachrichtenquellen in der Ukraine.
NV wurde im Jahr 2014 – ursprünglich unter dem Namen Nowjoe Wremja („Die neue Zeit“) – vom ukrainischen Journalisten Witalij Sytsch gegründet, der die Chefredaktion übernahm. Zuvor arbeitete Sytsch bei dem ebenfalls populären Magazin Korrespondent. Er verließ Korrespondent, nachdem es an Serhij Kurtschenko – einen Janukowytsch nahestehenden Oligarchen aus Charkiw – verkauft worden war. NV gehört zum Verlagshaus Media-DK, dessen Eigentümer der tschechische Unternehmer Tomáš Fiala ist.
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Dserkalo Tyschnja liefert Hintergrundberichte und Analysen; das Themenspektrum umfasst politische, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Themen. Die Zeitung betrachtet die ukrainische Politik und deren Akteure in einem internationalen Zusammenhang. Dserkalo Tyschnja steht auf der „weißen Liste“ ukrainischer Medien, die zuverlässige Informationen liefern.
Dserkalo Tyschnja ist eine der ältesten ukrainischen Zeitungen und erschien zuerst 1994. Seit 2020 ist die Zeitung nur noch online verfügbar: auf Ukrainisch, Russisch und Englisch. Chefredakteurin ist die bekannte ukrainische Journalistin Julija Mostowa, Ehefrau des ehemaligen ukrainischen Verteidigungsministers Anatolij Hrysenko.
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Das ukrainische Online-Magazin Babel wurde im September 2018 gegründet. Das Themenspektrum umfasst soziale und politische Themen; besonderes Augenmerk gilt aber auch Nachrichten aus der Wissenschaft und über neue Technologien.
Nach dem 24. Februar 2022 wurde die zuvor ebenfalls angebotene russische Version der Website geschlossen. Stattdessen wird nun eine englische Version angeboten. Babel finanziert sich über Spenden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Babel engagieren sich in zahlreichen Projekten, die darauf abzielen, die ukrainischen Streitkräfte während des Krieges zu unterstützen.
Die Eigentümer des Online-Magazins sind der erste Chefredakteur Hlib Husjew, Kateryna Kobernyk und das slowakische Unternehmen IG GmbH.
Heute ist die ukrainische Journalistin Kateryna Kobernyk Chefredakteurin von Babel.
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Das Online-Magazin LB gehört zum Horschenin-Institut, einer ukrainischen Denkfabrik, die sich mit politischen und gesellschaftlichen Prozessen in der Ukraine und der Welt beschäftigt. LB hat sich auf Interviews spezialisiert; häufige Themen sind die ukrainische Innen- und internationale Politik sowie soziale Fragen in der Ukraine.
LB wurde im Juni 2009 unter dem Namen Liwyj Bereh gegründet, Chefredakteurin Sonja Koschkina hat seit 2018 einen eigenen Youtube-Kanal „KishkiNA“, auf dem sie Interviews mit verschiedenen Personen veröffentlicht.
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Im Fokus des ukrainischen im Jahr 2000 gegründeten Online-Nachrichtenportals LIGA stehen wirtschaftliche, politische und soziale Themen. Seit 2020 steht LIGA auf der „weißen Liste“ ukrainischer Medien, die stets präzise Informationen und zuverlässige Nachrichten anbieten.
Chefredakteurin ist die ukrainische Journalistin Julija Bankowa, die davor eine leitende Position bei dem Online-Magazin Hromadske hatte.
Der Eigentümer des Nachrichtenportals ist die ukrainische unabhängige Mediaholding Ligamedia, deren Geschäftsführer Dmytro Bondarenko ist.
Aufrufe der Website im Mai 2023: 8,5 Millionen
Censor präsentiert sich als Website mit „emotionalen Nachrichten“. Der Fokus liegt vor allem auf innenpolitischen Entwicklungen. Seit dem russischen Überfall auf die Ukraine sind viele Beiträge den Ereignissen an der Front und den ukrainischen Streitkräften gewidmet. Censor ist auf drei Sprachen verfügbar: Ukrainisch, Russisch und Englisch.
Das Nachrichtenportal Censor wurde 2004 vom bekannten ukrainischen Journalisten Jurij Butusow gegründet und zählt zu den populärsten Nachrichtenseiten des Landes. Butusow gilt als scharfer Kritiker von Präsident Selenskyj. Er erhebt schwere Vorwürfe in Bezug auf Korruption innerhalb der ukrainischen Regierung, schlechte Vorbereitung auf den Krieg gegen Russland und unbefriedigende Verwaltung der Armee. Butusow wird von über 400.000 Menschen auf Facebook gelesen. Seine Posts auf dem sozialen Netzwerk haben enormen Einfluss und lösen hitzige Diskussionen aus.
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