„Wir haben eine Alter­na­tive, aber die Russen haben keine“

Eine Frau raucht, während sie das brennende Lagerhaus des russischen Online-Händlers Wildberries im Stadtteil Utkina Zavod beobachtet
Foto: IMAGO /​ SOPA Images

Pres­se­schau ukrai­ni­scher Medien | 17. Juli bis 12. August 2026:
Der Krieg der Lagerhäuser
Blo­ckierte Häfen: Agrar­bran­che unter Druck
Dra­pa­tyj: Hohe Erwar­tun­gen an den Neuen

Der Krieg der Lagerhäuser

Seit Anfang Juli greift die Ukraine gezielt Lager­häu­ser des rus­si­schen Online­händ­lers Wild­ber­ries an. Bis zum 12. August traf sie 20 Stand­orte, rund ein Fünftel der Lager­ka­pa­zi­tä­ten des Kon­zerns. Die Folgen sind erheb­lich: Wild­ber­ries gilt als kreml­nah, zugleich drohen Tau­sen­den kleinen und mitt­le­ren Händ­lern Ver­luste oder sogar die Pleite. Trotz­dem fragen ukrai­ni­sche Medien, wie sinn­voll diese Angriffe sind. Russ­land reagiert inzwi­schen mit geziel­ten Schlä­gen auf ukrai­ni­sche Lager­häu­ser rund um Kyjiw –  mit ersten Folgen für Lie­fer­ket­ten und Supermärkte.

„Unser Ziel ist der Geldbeutel“

Auf der Platt­form LB recht­fer­tigt der Soldat Kyrylo Dany­lchenko die Angriffe auf Wild­ber­ries als Teil einer „Taktik der tausend Schnitte“, die den Krieg für die Bevöl­ke­rung spürbar machen soll:

„Unser Ziel ist der Geld­beu­tel – ange­sichts des rasant wach­sen­den [rus­si­schen]  Haus­halts­de­fi­zits. Bald ent­schei­det sich, für wen der Kuchen reicht: für Gazprom, Wild­ber­ries, die Sub­ven­tio­nie­rung der Erd­öl­ver­ar­bei­tung oder für Werke mit 30-Meter-Löchern im Dach nach dem Ein­schlag einer Fla­mingo [ukrai­ni­scher Marschflugkörper].

Jah­re­lang haben sie der Bevöl­ke­rung und den Eliten ein­ge­trich­tert: ‚Der Krieg tobt irgendwo weit weg, läuft im Fern­se­hen, und in Moskau und [St. Peters­burg] bleibt alles wie immer – Latte, billige Taxis, Lie­fe­rung binnen eines Tages.‘

Doch die Schläge gegen Logis­tik und Wirt­schaft holen den Krieg zurück in die [rus­si­schen] Wohnzimmer.“ […]

„Auf einen Punkt zielen“

Der ehe­ma­lige Abge­ord­nete Vadym Deny­senko erläu­tert auf NV, warum aus­ge­rech­net Wild­ber­ries unter den rus­si­schen Online­händ­lern zum Ziel aus­er­ko­ren wurde:

„Die Antwort scheint relativ einfach. Man muss zuerst ein Unter­neh­men zu Fall bringen und sich dann die anderen vor­neh­men. Nicht auf breiter Fläche agieren, sondern auf einen Punkt zielen. Der Nie­der­gang eines Unter­neh­mens wie Wild­ber­ries könnte eine Ket­ten­re­ak­tion aus­lö­sen. Dabei sitzt die rus­si­sche Regie­rung in einer Zwick­mühle: Wild­ber­ries zu helfen, hieße, einen Prä­ze­denz­fall zu schaf­fen, wor­auf­hin Tau­sende andere fragen würden: ‚Warum helft ihr uns nicht?‘ Nicht zu helfen bedeu­tet, einen Zusam­men­bruch auf dem Markt zu erwar­ten. Vorerst hat man beschlos­sen zu warten – nach dem Prinzip ‚Viel­leicht löst es sich von selbst‘.“

„Keine anomale Zunahme rus­si­scher Angriffe“

Dass Russ­land jeden Treffer auf ukrai­ni­sche Unter­neh­men nun als ‚Ver­gel­tung‘ bezeichne, obwohl die Angriffe auf ukrai­ni­sche Unter­neh­men bereits seit Beginn der großen Inva­sion Russ­lands statt­fan­den, hebt die Ukra­jinska Prawda unter Verweis auf die Eko­no­mit­schna Prawda hervor:

„Die Angriffe dau­er­ten all diese Jahre an. Und nach dem 18. Juli (dem Tag, an dem die Schläge auf Wild­ber­ries began­nen – UP) gab es tat­säch­lich keine anomale Zunahme der Angriffe auf unsere Unter­neh­men, die aus jener Taktik her­aus­fal­len würde, die Russ­land seit 2022 ver­folgt – nämlich, die ukrai­ni­schen Wirt­schaft zu zer­mür­ben. Natür­lich können die rus­si­schen Medien diese Angriffe als ‚Gegen­re­ak­tion‘ dar­stel­len, obwohl sie diese in Wirk­lich­keit […] bereits seit 2022 durchführen.“

„Alter­na­tive zu Mega-Hubs“

Am 5. August zer­störte Russ­land zehn große Lager­häu­ser nahe Kyjiw. LIGA beschreibt, wie ukrai­ni­sche Unter­neh­men auf die neue Welle rus­si­scher Angriffe auf Lager­häu­ser reagie­ren können:

„Die Zer­stö­rung des Lager­kom­ple­xes bei Kyjiw wird den Wandel der Ansätze zur Ent­wick­lung von Logis­tik­im­mo­bi­lien in der Ukraine beschleu­ni­gen. Länder, die lange unter mili­tä­ri­scher  Bedro­hung leben, ins­be­son­dere Israel, sind zu ver­teil­ter Lage­rung und modu­la­ren Lager­parks über­ge­gan­gen, betont [die kauf­män­ni­sche Direk­to­rin des Immo­bi­li­en­ent­wick­lers GDS] Anna Anisimova.

‚Statt eines ein­zi­gen Mega-Hubs errich­tet man mehrere sepa­rate Gebäude mit 10.000 bis 25.000 Qua­drat­me­tern Fläche und mit tech­no­lo­gi­schen und Brand­schutz­ab­stän­den dazwi­schen‘, erklärt sie. Das erlaubt, die Folgen eines mög­li­chen Tref­fers zu loka­li­sie­ren und den Betrieb des Groß­teils des Kom­ple­xes zu erhalten. […]

Im Jahr 2022, nach den mas­si­ven Schlä­gen gegen Öllager und Ölver­ar­bei­tungs­an­la­gen, began­nen die Unter­neh­men, zu einem dezen­tra­li­sier­ten Lager­mo­dell über­zu­ge­hen. ‚Der [ukrai­ni­sche] Markt hat seine Arbeit unter ver­än­der­ten Bedin­gun­gen wieder auf­ge­nom­men. Etwas Ähn­li­ches werden wir auch im Lager­kon­text sehen‘, meint [der Leiter der Ana­ly­se­ab­tei­lung der Invest­ment­ge­sell­schaft Con­corde Capital] Olek­sandr Parash­chii.“ Er pro­gnos­ti­ziert, dass die kri­ti­sche Lage in der Haupt­stadt die Lager­märkte in den Nach­bar­re­gio­nen beleben wird.

Blo­ckierte Häfen: Agrar­bran­che unter Druck

Russ­land hat die Angriffe auf Hafen­an­la­gen und Schiffe, die die Ukraine ansteu­ern oder sie ver­las­sen, ver­stärkt. Seit Ende Juli laufen große Fracht­schiffe drei ukrai­ni­sche Schlüs­sel­hä­fen nicht mehr an. Das trifft den ukrai­ni­schen Export schwer – und damit die Staats­ein­nah­men. Beson­ders der Agrar- und der Berg­bau­sek­tor kämpfen mit den Folgen.

 „Monat­lich bis zu 1,4 Mil­lar­den US-Dollar Einnahmen“

LIGA rechnet vor, was eine Blo­ckade der Häfen in der Groß­re­gion Odesa kosten würde:

„Über die drei [atta­ckie­ren] See­hä­fen Piw­den­nyj, Odesa und Tschor­no­morsk gehen 70 Prozent der ukrai­ni­schen Agrar­pro­duk­tion in den Export, ebenso der Löwen­an­teil der Pro­duk­tion des Bergbau- und Metall­ur­gie­kom­ple­xes. Dieser Trans­port­kor­ri­dor bringt dem Land monat­lich zwi­schen 900 Mil­lio­nen und 1,4 Mil­li­ar­den US-Dollar ein. Ohne die Häfen der ‚Großen Odesa‘ kann die ukrai­ni­sche Agrar­bran­che, die bis zu 60 Prozent der Devi­sen­ein­nah­men sichert, nicht mit voller Kraft arbei­ten – ebenso wenig der Bergbau- und Metall­ur­gie­sek­tor, auf den weitere 15 Prozent entfallen.

2022 standen die See­hä­fen fünf Monate still. Dadurch schrumpfte das ukrai­ni­sche BIP in jenem Jahr um 6 Prozent. […] Der Shut­down der Häfen im Jahr 2022 wurde zu einer der Ursa­chen der Hrywnja- Abwer­tung: von 28 Hrywnja pro US-Dollar im Januar 2022 auf 36 Hrywnja im Dezem­ber 2022. Die zweite Ursache war der damals deut­lich gestie­gene Import.“

„Neuer Schwung für die ver­ar­bei­tende Industrie“

Auf LB erläu­tert Nata­liia Koles­ni­chenko, Chef­öko­no­min des Zen­trums für Wirt­schafts­stra­te­gie, die Folgen der Hafen­pro­bleme für ukrai­ni­sche Agrar­pro­du­zen­ten – und mög­li­che Auswege:

„Während die großen Agrar­hol­dings ihre Ernten in eigenen Getrei­de­si­los zurück­hal­ten können (obwohl auch diese getrof­fen werden, ebenso wie Pro­duk­ti­ons­stät­ten), haben die kleinen Betriebe weniger Mög­lich­kei­ten. Hier ist die Lage viel­schich­tig: Einer­seits wäre es gut, wenn es gelänge, sich etwa auf die Donau umzu­ori­en­tie­ren oder den Export wieder per Zug oder Lkw über Polen und Ungarn abzu­wi­ckeln, da die Preise auf den Außen­märk­ten gerade gestie­gen sind. Schließ­lich haben wir trotz allem Ein­fluss auf die aus­län­di­schen Märkte: Lie­fe­run­gen wurden ein­ge­stellt – die Preise schos­sen in die Höhe. Zugleich aber began­nen die Inlands­preise zu fallen, denn warum sollten Händler:innen etwas auf­kau­fen, was sie nicht aus­füh­ren können? […]

Die gesamte Logis­tik voll­stän­dig von der Großen Odesa auf die Donau­hä­fen umzu­stel­len ist möglich, aber schwie­rig. […] Aber es gibt auch alter­na­tive Mög­lich­kei­ten. Die Raps­ernte ist inzwi­schen prak­tisch abge­schlos­sen. Es besteht die Wahr­schein­lich­keit, dass der Raps, statt aus­ge­führt zu werden […], ver­stärkt im Land ver­ar­bei­tet wird. Das würde der ver­ar­bei­ten­den Indus­trie neuen Schwung verleihen.“

 „Wir haben eine Alter­na­tive, aber die Russen haben keine“

Andrii Vada­tur­s­kii, Chef von Nibulon, einem der größten Agrar­kon­zerne der Ukraine, nennt die Hafen­blo­ckade zwar schmerz­haft, fordert im Inter­view mit Forbes jedoch weitere ukrai­ni­sche Angriffe auf rus­si­sche Hafen­an­la­gen am Schwar­zen Meer:

„[…] Ich sehe keine Kata­stro­phe für den Agrar­sek­tor. Ich sehe vor­über­ge­hende Unan­nehm­lich­kei­ten, die sich auf Ebene der Natio­nal­bank und des Minis­ter­ka­bi­netts glätten lassen – wir können diesen Schock über­ste­hen und zu nor­ma­len Ver­hält­nis­sen zurückkehren.

Wir werden Wege finden – das ist kein Problem, auf­grund dessen die Ukraine ihre Posi­tion [die Blo­ckade der rus­si­schen Logis­tik im Schwar­zen und Asow­schen Meer] auf­ge­ben müsste. Im Gegen­teil: Wir haben eine Alter­na­tive [zum Getrei­de­ex­port über das Schwarze Meer], aber die Russen haben keine. Genau damit muss man sie an den Ver­hand­lungs­tisch zwingen.“

Dra­pa­tyj: Hohe Erwar­tun­gen an den Neuen

Am 21. Juli ersetzte Wolo­dymyr Selen­skyj den Ober­be­fehls­ha­ber der ukrai­ni­schen Armee. Olek­sandr Syrskyj, der das Amt seit 2024 inne­hatte, geriet zuletzt vor allem wegen seines harten Umgangs mit Sol­da­ten in die Kritik. Sein Nach­fol­ger Mycha­jlo Dra­pa­tyj ist mit 43 Jahren der jüngste Ober­be­fehls­ha­ber in der moder­nen Geschichte der Ukraine. Er gilt als men­schen­ori­en­tiert und fort­schritt­lich. Ent­spre­chend groß sind die Hoff­nun­gen, dass er tief­grei­fende Refor­men in der Armee anstößt.

„So müde, aber ungebrochen“

Hro­madske erin­nert an jene Mili­tär­ein­sätze von 2014, mit denen Mycha­jlo Dra­pa­tyj erst­mals lan­des­weit bekannt wurde:

„Am 9. Mai 2014 half Dra­pa­tyj, der damals ein Batail­lon kom­man­dierte, einer Gruppe ukrai­ni­scher Soldat:innen, aus dem umstell­ten Miliz­ge­bäude in Mariu­pol zu ent­kom­men. An jenem Tag war er Kom­man­dant der Besat­zung eines BMP‑2 [Schüt­zen­pan­zers], der nach der Räumung aus der Stadt fuhr und mit hoher Geschwin­dig­keit über eine Bar­ri­kade der [pro­rus­si­schen] Kämpfer hin­weg­flog. Das Video vom ‚flie­gen­den‘ BMP machte ihn bekannt.

Anfang August 2014 empfing [Olek­sandr] Vdo­vy­chenko [der mit Dra­pa­tyj seit 2005 in der 72. Selbst­stän­di­gen mecha­ni­sier­ten Brigade Schwarze Sapo­ro­ger diente und heute das Auf­klä­rungs­zen­trum des 11. Korps leitet] die Kolonne ukrai­ni­scher Kämpfer, die Mycha­jlo Dra­pa­tyj aus der Ein­kes­se­lung […] im Gebiet Luhansk herausführte.

‚So müde, aber so unge­bro­chen, so stolz. Und dünn, ganz dünn. Alle, die zusam­men mit ihm her­aus­ka­men, waren eben­falls völlig erschöpft. Es waren über 200 – aus ver­schie­de­nen Ein­hei­ten, sie hatten sich ihm ange­schlos­sen. Mir schien damals, dass [Dra­pa­tyj] sich allein durch Wil­lens­kraft auf­recht hielt‘, erin­nert sich Vdovychenko.“

„Dra­pa­tyj wird es sehr schwer haben“

Die Ukra­jinska Prawda umreißt die enormen Her­aus­for­de­run­gen, die Dra­pa­tyj als neuem Ober­be­fehls­ha­ber bevorstehen:

„Tat­säch­lich aber ist den Soldat:innen, wie sie in Gesprä­chen mit der Ukra­jinska Prawda erzäh­len, bloße Mensch­lich­keit vom Ober­be­fehls­ha­ber zu wenig.

Sie brau­chen das Ende der Epoche des ‚Möwen-Manage­ments‘ [wenn ein Problem, oft inkom­pe­tent, erst dann ange­gan­gen wird, wenn der Wirbel darum zu groß ist, um ihn zu igno­rie­ren – Anm. d. Red.], eine schnel­lere Anpas­sung an die Ver­än­de­run­gen auf dem Schlacht­feld, höhere Löhne – beson­ders im rück­wär­ti­gen Dienst –, plan­ba­ren Nach­schub aus den Aus­bil­dungs­zen­tren und nicht nur aus den Reser­ve­ba­tail­lo­nen, Ant­wor­ten auf die Fragen bezüg­lich der Sturm­re­gi­men­ter, weniger nicht-kampf­be­dingte Ver­luste, höhere Ver­luste des Gegners und so weiter.

Die ganze Armee [...] stützt sich auf die Schul­tern tat­kräf­ti­ger und starker Kommandeur:innen, die ein Korps oder eine Brigade allein führen. Und nicht auf ein effi­zi­en­tes und starkes System.

‚Dra­pa­tyj wird es jetzt sehr schwer haben. In Kennt­nis all dieser Hin­ter­zim­mer­spiele und Fall­stri­cke, die leider zum festen Bestand­teil der Armee gewor­den sind, möchte man [ihm] Durch­hal­te­ver­mö­gen und einen kühlen Kopf wün­schen‘, sagte ein Bri­ga­de­kom­man­deur, der vor einigen Jahren seinen Posten verließ, der Ukra­jinska Prawda.“

Ukrai­ni­sche Medien

Die Online-Zeitung Ukra­jinska Prawda ver­öf­fent­licht als regie­rungs­kri­ti­sches Medium inves­ti­ga­tive Artikel und deckte auch Kor­rup­ti­ons­fälle inner­halb der ukrai­ni­schen Regie­rung auf. Sie zählt zu den meist­ge­nutz­ten Nach­rich­ten­por­ta­len der Ukraine.

Die Ukra­jinska Prawda wurde im Jahr 2000 vom ukrai­nisch-geor­gi­schen Jour­na­lis­ten Heorhij Gon­gadse gegrün­det, der im dar­auf­fol­gen­den Jahr – angeb­lich auf Ver­an­las­sung des dama­li­gen Prä­si­den­ten Leonid Kut­schma – ermor­det wurde. Die heutige Chef­re­dak­teu­rin ist die bekannte ukrai­nisch-krim­ta­ta­ri­sche Jour­na­lis­tin Sevgil Mus­aieva.

Im Mai 2021 ver­kaufte die dama­lige Eigen­tü­me­rin Olena Prytula 100 Prozent der Anteile an Dragon Capital, eine ukrai­ni­sche Invest­ment-Manage­ment-Gesell­schaft, die vom tsche­chi­schen Unter­neh­mer Tomáš Fiala gelei­tet wird.

Aufrufe der Website im Mai 2023: 69,6 Millionen

Das Online-Nach­rich­ten­por­tal und ‑Fern­se­hen Hro­madske finan­ziert sich über Crowd­fun­ding bei seinen Lese­rin­nen und Lesern, Spenden, Werbung und über für andere Medien auf­ge­nom­mene Videos.

Hro­madske wurde als NGO mit dazu­ge­hö­ri­gen Online-Medien im Novem­ber 2013 mit Beginn des Euro­mai­dan gegrün­det. Die jetzige Chef­re­dak­teu­rin ist die ukrai­ni­sche Jour­na­lis­tin Jewhe­nija Motorewska, die sich zuvor mit dem Thema Kor­rup­tion in ukrai­ni­schen Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den befasst hat.

Die Wei­ter­ent­wick­lung von Hro­madske wird von einem Vor­stand vor­an­ge­trie­ben, der aus sieben pro­mi­nen­ten ukrai­ni­schen Per­sön­lich­kei­ten besteht, dar­un­ter Nobel­preis­trä­ge­rin Olek­san­dra Matwijtschuk.

Aufrufe der Website im Mai 2023: 2,8 Millionen

Der ukrai­ni­sche Fern­seh­sen­der mit Online-Nach­rich­ten­por­tal, dessen Chef­re­dak­teu­rin die ukrai­ni­sche Jour­na­lis­tin Chry­styna Hawryl­juk ist, wird finan­zi­ell von der ukrai­ni­schen Regie­rung unter­stützt. In diesem Zusam­men­hang hat sich die Website einer aus­ge­wo­ge­nen Bericht­erstat­tung verpflichtet.

Das renom­mierte Insti­tute of Mass Infor­ma­tion führte Suspilne.Novyny im Sep­tem­ber 2021 auf der soge­nann­ten „weißen Liste“ ukrai­ni­scher Medien, die ein sehr hohes Niveau an zuver­läs­si­gen Infor­ma­tio­nen bieten.

Suspilne.Novyny wurde im Dezem­ber 2019 gegrün­det und gehört zur Natio­na­len öffent­li­chen Rund­funk­ge­sell­schaft der Ukraine. Im Januar 2015 war die zuvor staat­li­che Rund­funk­an­stalt ent­spre­chend euro­päi­schen Stan­dards in eine öffent­li­che Rund­funk­ge­sell­schaft umge­wan­delt worden.

Aufrufe der Website im Mai 2023: 7,4 Millionen

NV ist eine Print- und Online-Zeit­schrift, deren Schwer­punkt auf Nach­rich­ten aus dem Ausland und der ukrai­ni­schen Politik liegt. Zu den Haupt­the­men zählen die inter­na­tio­nale Unter­stüt­zung der Ukraine, Kor­rup­tion sowie die künf­tige Ent­wick­lung des Landes. Die Online-Ausgabe ver­öf­fent­lich oft Artikel renom­mier­ter aus­län­di­scher Medien wie The Eco­no­mist, The New York Times, BBC und Deut­sche Welle. Die Zeit­schrift erscheint frei­tags als Druck­aus­gabe auf Ukrai­nisch, die Website ist auf Ukrai­nisch, Rus­sisch und Eng­lisch ver­füg­bar. NV gilt als eine der zuver­läs­sigs­ten Nach­rich­ten­quel­len in der Ukraine.

NV wurde im Jahr 2014 – ursprüng­lich unter dem Namen Nowjoe Wremja („Die neue Zeit“) – vom ukrai­ni­schen Jour­na­lis­ten Witalij Sytsch gegrün­det, der die Chef­re­dak­tion über­nahm. Zuvor arbei­tete Sytsch bei dem eben­falls popu­lä­ren Magazin Kor­re­spon­dent. Er verließ Kor­re­spon­dent, nachdem es an Serhij Kur­tschenko – einen Janu­ko­wytsch nahe­ste­hen­den Olig­ar­chen aus Charkiw – ver­kauft worden war. NV gehört zum Ver­lags­haus Media-DK, dessen Eigen­tü­mer der tsche­chi­sche Unter­neh­mer Tomáš Fiala ist.

Aufrufe der Website im Mai 2023: 27,1 Millionen

Dser­kalo Tyschnja liefert Hin­ter­grund­be­richte und Ana­ly­sen; das The­men­spek­trum umfasst poli­ti­sche, wirt­schaft­li­che, soziale und kul­tu­relle Themen. Die Zeitung betrach­tet die ukrai­ni­sche Politik und deren Akteure in einem inter­na­tio­na­len Zusam­men­hang. Dser­kalo Tyschnja steht auf der „weißen Liste“ ukrai­ni­scher Medien, die zuver­läs­sige Infor­ma­tio­nen liefern.

Dser­kalo Tyschnja ist eine der ältes­ten ukrai­ni­schen Zei­tun­gen und erschien zuerst 1994. Seit 2020 ist die Zeitung nur noch online ver­füg­bar: auf Ukrai­nisch, Rus­sisch und Eng­lisch. Chef­re­dak­teu­rin ist die bekannte ukrai­ni­sche Jour­na­lis­tin Julija Mostowa, Ehefrau des ehe­ma­li­gen ukrai­ni­schen Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ters Ana­to­lij Hrysenko.

Aufrufe der Website im Mai 2023: 4,7 Millionen

Das ukrai­ni­sche Online-Magazin Babel wurde im Sep­tem­ber 2018 gegrün­det. Das The­men­spek­trum umfasst soziale und poli­ti­sche Themen; beson­de­res Augen­merk gilt aber auch Nach­rich­ten aus der Wis­sen­schaft und über neue Technologien.

Nach dem 24. Februar 2022 wurde die zuvor eben­falls ange­bo­tene rus­si­sche Version der Website geschlos­sen. Statt­des­sen wird nun eine eng­li­sche Version ange­bo­ten. Babel finan­ziert sich über Spenden. Die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter von Babel enga­gie­ren sich in zahl­rei­chen Pro­jek­ten, die darauf abzie­len, die ukrai­ni­schen Streit­kräfte während des Krieges zu unterstützen.

Die Eigen­tü­mer des Online-Maga­zins sind der erste Chef­re­dak­teur Hlib Husjew, Kateryna Kober­nyk und das slo­wa­ki­sche Unter­neh­men IG GmbH.

Heute ist die ukrai­ni­sche Jour­na­listin Kateryna Kober­nyk Chef­re­dak­teurin von Babel.

Aufrufe der Website im Mai 2023: 1,1 Millionen

Das Online-Magazin LB gehört zum Hor­schenin-Insti­tut, einer ukrai­ni­schen Denk­fa­brik, die sich mit poli­ti­schen und gesell­schaft­li­chen Pro­zes­sen in der Ukraine und der Welt beschäf­tigt. LB hat sich auf Inter­views spe­zia­li­siert; häufige Themen sind die ukrai­ni­sche Innen- und inter­na­tio­nale Politik sowie soziale Fragen in der Ukraine.

LB wurde im Juni 2009 unter dem Namen Liwyj Bereh gegrün­det, Chef­re­dak­teu­rin Sonja Kosch­kina hat seit 2018 einen eigenen Youtube-Kanal „Kish­kiNA“, auf dem sie Inter­views mit ver­schie­de­nen Per­so­nen veröffentlicht.

Aufrufe der Website im Mai 2023: 2 Millionen

Im Fokus des ukrai­ni­schen im Jahr 2000 gegrün­de­ten Online-Nach­rich­ten­por­tals LIGA stehen wirt­schaft­li­che, poli­ti­sche und soziale Themen. Seit 2020 steht LIGA auf der „weißen Liste“ ukrai­ni­scher Medien, die stets präzise Infor­ma­tio­nen und zuver­läs­sige Nach­rich­ten anbieten.

Chef­re­dak­teu­rin ist die ukrai­ni­sche Jour­na­lis­tin Julija Bankowa, die davor eine lei­tende Posi­tion bei dem Online-Magazin Hro­madske hatte.

Der Eigen­tü­mer des Nach­rich­ten­por­tals ist die ukrai­ni­sche unab­hän­gige Media­hol­ding Liga­me­dia, deren Geschäfts­füh­rer Dmytro Bon­da­renko ist.

Aufrufe der Website im Mai 2023: 8,5 Millionen

Censor prä­sen­tiert sich als Website mit „emo­tio­na­len Nach­rich­ten“. Der Fokus liegt vor allem auf innen­po­li­ti­schen Ent­wick­lun­gen. Seit dem rus­si­schen Über­fall auf die Ukraine sind viele Bei­träge den Ereig­nis­sen an der Front und den ukrai­ni­schen Streit­kräf­ten gewid­met. Censor ist auf drei Spra­chen ver­füg­bar: Ukrai­nisch, Rus­sisch und Englisch.

Das Nach­rich­ten­por­tal Censor wurde 2004 vom bekann­ten ukrai­ni­schen Jour­na­lis­ten Jurij Butusow gegrün­det und zählt zu den popu­lärs­ten Nach­rich­ten­sei­ten des Landes. Butusow gilt als schar­fer Kri­ti­ker von Prä­si­dent Selen­skyj. Er erhebt schwere Vor­würfe in Bezug auf Kor­rup­tion inner­halb der ukrai­ni­schen Regie­rung, schlechte Vor­be­rei­tung auf den Krieg gegen Russ­land und unbe­frie­di­gende Ver­wal­tung der Armee. Butusow wird von über 400.000 Men­schen auf Face­book gelesen. Seine Posts auf dem sozia­len Netz­werk haben enormen Ein­fluss und lösen hitzige Dis­kus­sio­nen aus.

Aufrufe der Website im Mai 2023: 59 Millionen

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