„Wir brauchen die Ukraine genauso wie die Ukraine uns“

Presseschau ukrainischer Medien | 4. bis 17. Februar 2026:
Stimmungswandel in München
Neue Chefs, neue Hoffnungen?
Dauernotstand im Rentensystem
Stimmungswandel in München
Vom 13. bis 15. Februar tagte die Münchner Sicherheitskonferenz und zeigte einmal mehr, wie sehr sich „der Westen“ derzeit verändert. 2022 – es war die letzte Auslandsreise des ukrainischen Präsidenten vor dem russischen Großangriff – warnte Wolodymyr Selenkyj in München: Ein Krieg in der Ukraine würde Europa gefährden. 2025 provozierte US-Vizepräsident J. D. Vance mit Angriffen auf Europas Demokratieverständnis. Ein Jahr später beschwor US-Außenminister Marco Rubio plötzlich die Bündnistreue. Doch viele Europäer:innen halten solche Zusagen kaum noch für belastbar. Europa sucht nach Führung – und die Rolle der Ukraine wird dabei immer wichtiger.
„Der finnische Präsident wäre der ideale Kandidat“
LB beschreibt, wie Europa im Krieg nach einer eigenen Rolle und Führung sucht:
„Eine Quelle aus dem Umfeld von Präsident Wolodymyr Selenskyj berichtete, im Team des Staatsoberhaupts sei man schon lange zu dem Schluss gelangt, dass Russland und die Vereinigten Staaten heute ‚natürliche Verbündete‘ seien.
‚Europa würde sich vielleicht gerne aktiver an den Verhandlungen über die Ukraine beteiligen, aber weder die Russen noch die US-Amerikaner lassen dies zu. Frankreich versucht, aktiv zu sein, Deutschland hingegen hält sich zurück. Gleichzeitig gefällt uns das Vorgehen unserer französischen Partner nicht‘, erklärte der Gesprächspartner von LB mit Blick auf den Besuch des französischen Chef-Diplomaten […] Emmanuel Bonne in Moskau.
In Kyjiw ist man sich dessen bewusst, dass die Ukraine mehr europäisches Engagement braucht – und Europa eine ideelle und inspirierende Führungsfigur, die in allen Mitgliedsländern respektiert wird.
‚[Der finnische Präsident Alexander] Stubb wäre der ideale Kandidat. Er ist mit Trump befreundet und für die Europäer genauso akzeptabel wie für uns‘, fügte der Vertreter der ukrainischen Delegation hinzu […]. Die Äußerungen des ukrainischen Präsidenten während des bilateralen Treffens mit Stubb bestätigten dies nur. ‚Ich bin Ihnen dankbar für Ihre persönlichen Bemühungen um Präsident Trump. Lassen Sie darin nicht nach‘, sagte Wolodymyr Selenskyj.“
„Wir brauchen die Ukraine genauso wie sie uns“
Die mit der Ukrajinska Prawda verbundene Jewropejska Prawda sieht die Ukraine nach der Sicherheitskonferenz als Gewinnerin:
„Die Haltung gegenüber der Ukraine hat sich im vergangenen Jahr [merklich] verändert. […] Zum ersten Mal in der Geschichte [der Konferenz] gab es in München ein Ukrainisches Haus – einen separaten Ort, an dem im Rahmen der Konferenz Veranstaltungen stattfanden. […] Außer uns haben nur zwei Länder einen solchen Status: Es gibt ein Deutsches Haus und ein Amerikanisches Haus. Dabei ist das Ukrainische Haus am nächsten zum Hotel Bayerischer Hof gelegen, in dem die wichtigsten Veranstaltungen [der Konferenz] stattfanden.
Darüber hinaus wurde das Ukrainische Haus zu einem Ort der Schocktherapie für westliche Beamte und Expert:innen […]. Gestaltet hatte es die Pintschuk-Stiftung, die für ihre künstlerischen Performances bei internationalen Großereignissen bekannt ist […]. Am Eingang war eine echte Schahed[-Drohne] platziert (natürlich ohne Sprengkopf), dahinter lief auf einer großen Leinwand ein provokantes KI-Video.
Noch vor einem Jahr hätte eine solche Performance kontraproduktiv sein können. Doch die Zeiten haben sich geändert. Nach dem massiven Drohnenangriff auf Polen im vergangenen Herbst haben die Europäer erkannt, dass dies ihre Schwachstelle ist. Die Erkenntnis, dass diese sicherheitspolitische Herausforderung ohne die Ukraine nicht zu bewältigen ist, setzt sich zunehmend durch. […] ‚Wir brauchen die Ukraine genauso, wie sie uns braucht‘ – diese Ansicht wurde schon in den Vorjahren geäußert und wird nun zum allgemeinen Narrativ.“
„Ein mutiges, aber riskantes Spiel“
In NV nennt der Nahost-Experte Ihor Semivolos Selenskyjs Treffen mit dem iranischen Oppositionsführer Reza Pahlavi am Rande der Sicherheitskonferenz einen kühnen Schritt, der der Ukraine nützen könne, aber viel diplomatisches Geschick erfordere:
„Das Treffen […] markiert ein neues Kapitel in der Geschichte der ukrainisch-iranischen Beziehungen. […] Die Ukraine erkennt die iranische Opposition nun offiziell als künftige Macht im Iran an. Lange Zeit agierte die Ukraine vorsichtig, um den Iran nicht zu einer noch engeren militärischen Zusammenarbeit mit Russland zu drängen. Jetzt hat sich die Situation geändert. […]
Für Selenskyj ist dies eine Gelegenheit, die Koalition der Unterstützer über den Westen hinaus zu erweitern, indem er sich an die Völker des Globalen Südens wendet, die für ihre Freiheit kämpfen. Für Pahlavi bedeutet dies eine enorme Legitimierung. Die Unterstützung des ukrainischen Präsidenten hebt die iranische Opposition auf eine ganz andere Ebene weltweiter Anerkennung.
[…] das Treffen in München zeigt, dass sich eine ‚Gegenachse‘ bildet. Russland, Iran und Nordkorea helfen sich gegenseitig mit Waffen. Die Ukraine beginnt, den Oppositionsbewegungen dieser Länder medial und politisch zu helfen. Das ist ein Schlag gegen die innere Stabilität des iranischen Regimes, das jede Anerkennung Pahlavis auf staatlicher Ebene zutiefst fürchtet.
Zuvor hatte Selenskyj sich in Vilnius mit der [belarusischen Oppositionsführerin] Swjatlana Zichanouskaja getroffen und sie zu einem Besuch in Kyjiw eingeladen. Dies ist ein mutiges, aber riskantes Spiel. Reichen die Ressourcen für diesen Kurs aus?“
Neue Chefs, neue Hoffnungen?
Personalrochade an entscheidenden Schalthebeln der Macht: Zu Jahresbeginn erhielten nicht nur das Präsidialamt und die Ministerien für Verteidigung und Energie neue Chefs, auch der Inlandsgeheimdienst SBU hat – zumindest komissarisch – einen neuen Leiter. Einige Medien erkennen darin erste Kurskorrekturen. Auffällig viele Hoffnungen richten sich auf den neuen Verteidigungsminister.
„Ein Krieger, kein Geheimdienstler“
Die Ukrajinska Prawda beschreibt die Herausforderungen innerhalb der neuen Leitungsriege beim Inlandsgeheimdienst SBU, der derzeit noch komissarisch geführt wird:
„Yevhenii Khmara, Leiter des Zentrums für Spezialeinsätze Alfa [beim SBU] und komissarischer Leiter des ukrainischen Inlandsgeheimdienstes, ist ein klassischer Soldat der Spezialeinheiten, ein Kommandant für den Kampf. ‚Er ist ein Mann des Krieges, kein Geheimdienstler‘, sagt ein Gesprächspartner aus den Strafverfolgungsbehörden […].
Bis zum 5. Januar 2026 befehligte Khmara mehrere tausend Alfa-Kämpfer. Durch die Ernennung zum komissarischen Leiter [des SBU] wurde er zum Chef von mehr als 30.000 Mitarbeiter:innen in der ganzen Ukraine. Um wirklich zu verstehen, wie diese besondere ‚Maschine‘ funktioniert, braucht man viel Zeit. […] Dabei wird er von seinen Stellvertretern unterstützt, von denen Selenskyj die meisten zu Beginn des Jahres ernannt hatte.
Zu ihnen gehört Khmaras Schützling, der Alfa-Mann Denys Kylymnyk. Außerdem dabei ist der Protegé des [stellvertretenden SBU-Leiters Oleksandr] Poklad, der Geheimdienstler Andrii Tupikov.
Oleksandr Poklad ist de facto zwar nicht der erste Mann im SBU, aber auch nicht einfach der zweite. Er befasst sich mit Spionageabwehr, insbesondere im militärischen Bereich. Er nimmt an Besprechungen beim Präsidenten teil und erweitert nach und nach seinen Einfluss. [...]
In naher Zukunft ist kaum mit einer [finalen] Personalentscheidung im Geheimdienst zu rechnen. [...] [Der vorherige SBU-Chef] Wassyl Maljuk war fast sieben Monate lang kommissarischer Leiter. Es scheint, das könne sich nun wiederholen.“
„Eine der besten Personalentscheidungen seit dem Großangriff“
In Radio NV lobt Yurii Fedorenko, der prominente Kommandeur der 429. separaten Achilles-Brigade für unbemannte Systeme, die Berufung von Mychajlo Fedorow zum Verteidigungsminister:
„Wir müssen alles daransetzen, die [nötige] Zahl einsatzfähiger Drohnen zu bekommen. Das weiß der neue Verteidigungsminister nur zu gut. Ich halte dies [...] für eine der besten Personalentscheidungen seit Beginn des russischen Großangriffs. Fedorow weiß, was zu tun ist. Wichtig ist nur, dass sein [neu aufgestelltes] Team nicht versagt. […] Ich bin fest davon überzeugt, dass [Fedorow und seine Leute], wenn sie die Befugnis erhalten, anspruchsvolle Initiativen umzusetzen, auch dazu in der Lage sind.“
„Der erste Minister, der das Potential der Drohnenbranche erkannt hat“
Auch die Drohnenexpertin Mariia Berlinska, die als „Mutter der ukrainischen Luftaufklärung“ gilt, äußert in einem Interview mit Suspilne hohe Erwartungen an den neuen Verteidigungsminister:
„Bei der Ernennung von Minister Fedorow sehe ich ein zentrales Problem: Sie kommt mindestens zwei bis drei Jahre zu spät. Er und sein Team müssen nun Fehler korrigieren, die lange vor ihrer Zeit gemacht wurden. Aber Fedorow wird man dafür verantwortlich machen.
Das Ministerium ist […] wesentlich komplexer als das neu geschaffene Digitalministerium [das Fedorow zuvor leitete]. […] Hier hat alles seit Sowjetzeiten ein festes Fundament. Es wird also sehr schwierig werden. In Fachkreisen […] herrscht jetzt großer Optimismus. Die Menschen haben auf die Ernennung [Fedorows] gewartet und begreifen sie als ihre letzte […] Hoffnung.
Doch selbst wenn man ein Genie ist, […] kann man innerhalb weniger Monate kein Wunder vollbringen. Fedorow ist […] ein talentierter Manager. Wenn ich mich recht erinnere – und ich beschäftige mich seit 2014 mit der Entwicklung von Militärtechnologie und ‑industrie –, war er der erste Minister, der das Potenzial der [Drohnen-]Branche erkannt hat.“
Dauernotstand im Rentensystem
Anfang Februar wurde bekannt, dass Hunderttausende Rentner:innen aus den besetzten Gebieten sowie Binnenvertriebene ihre Renten für Januar nicht rechtzeitig erhalten haben. Die Behörden begründeten die Verzögerungen mit Sicherheitsauflagen. Zugleich offenbart die Situation ein grundsätzliches Problem: Demografie und Kriegsverluste setzen das Rentensystem strukturell unter Druck – und für viele Menschen unter 50 Jahren erscheinen auskömmliche Renten schon heute kaum realistisch. Die Regierung kündigt deshalb Reformen an.
„Renten wurden nicht ausgezahlt“
Suspilne beschreibt die Probleme mit den Renten für Binnenvertriebene und Menschen in den vorübergehend besetzten Gebieten:
„In diesem Jahr […] hat sich für Rentner:innen, die in den besetzten Gebieten oder im Ausland leben, […] [einiges] geändert: Ein neuer Kabinettsbeschluss verpflichtet sie dazu, sich jährlich beim Rentenfonds zu melden, sich auszuweisen und zu bestätigen, dass sie keine Rente aus der Russischen Föderation beziehen.
Im Januar, als die Renten ausgezahlt werden sollten – auch an Binnenflüchtlinge, die in von der ukrainischen Regierung kontrollierten Gebieten wohnen und nie unter russischer Besatzung gelebt haben – gingen bei Menschenrechtsorganisationen […] Beschwerden ein: Die Renten seien nicht ausgezahlt worden […].
Natalia Yurlova, Juristin der [Menschenrechtsorganisation] Donbas SOS, erklärte gegenüber Suspilne [...]: ‚[…] Selbst von Rentner:innen in den von der Ukraine kontrollierten Gebieten wird nun massenweise verlangt, dass sie [sich beim Rentenfonds melden und] ihre Identität bestätigen. Dabei sieht der Beschluss das nur für Personen in den besetzten Gebieten oder im Ausland vor.‘“
„Rente reicht nicht für ein menschenwürdiges Leben“
Censor berichtet über die Forderung von Sozialminister Denis Uliutin, das Rentensystems zu reformieren:
„[Minister Uliutin] erklärte, der Haushalt des Pensionsfonds sehe für 2026 Renten in Höhe von durchschnittlich 6.500 Hrywnja [rund 130 Euro] vor. Das reiche jedoch nicht für ein ‚menschenwürdiges Leben‘. Gleichzeitig erhielten mehr als 4,3 Millionen Rentner:innen Pensionen von weniger als 6.000 Hrywnja.
‚Deshalb haben wir ein neues Rentenmodell ausgearbeitet und finalisieren derzeit den entsprechenden Gesetzentwurf. Er sieht eine garantierte Grundrente von mindestens 6.000 Hrywnja vor, sowie einen solidarischen Teil, der die Beiträge möglichst eng an die [Höhe der] Rente koppelt und nicht von zufälligen Faktoren wie dem Jahr des Renteneintritts beeinflusst wird […]‘, erklärte Uliutin.“
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Ukrainische Medien
Die Online-Zeitung Ukrajinska Prawda veröffentlicht als regierungskritisches Medium investigative Artikel und deckte auch Korruptionsfälle innerhalb der ukrainischen Regierung auf. Sie zählt zu den meistgenutzten Nachrichtenportalen der Ukraine.
Die Ukrajinska Prawda wurde im Jahr 2000 vom ukrainisch-georgischen Journalisten Heorhij Gongadse gegründet, der im darauffolgenden Jahr – angeblich auf Veranlassung des damaligen Präsidenten Leonid Kutschma – ermordet wurde. Die heutige Chefredakteurin ist die bekannte ukrainisch-krimtatarische Journalistin Sevgil Musaieva.
Im Mai 2021 verkaufte die damalige Eigentümerin Olena Prytula 100 Prozent der Anteile an Dragon Capital, eine ukrainische Investment-Management-Gesellschaft, die vom tschechischen Unternehmer Tomáš Fiala geleitet wird.
Aufrufe der Website im Mai 2023: 69,6 Millionen
Das Online-Nachrichtenportal und ‑Fernsehen Hromadske finanziert sich über Crowdfunding bei seinen Leserinnen und Lesern, Spenden, Werbung und über für andere Medien aufgenommene Videos.
Hromadske wurde als NGO mit dazugehörigen Online-Medien im November 2013 mit Beginn des Euromaidan gegründet. Die jetzige Chefredakteurin ist die ukrainische Journalistin Jewhenija Motorewska, die sich zuvor mit dem Thema Korruption in ukrainischen Strafverfolgungsbehörden befasst hat.
Die Weiterentwicklung von Hromadske wird von einem Vorstand vorangetrieben, der aus sieben prominenten ukrainischen Persönlichkeiten besteht, darunter Nobelpreisträgerin Oleksandra Matwijtschuk.
Aufrufe der Website im Mai 2023: 2,8 Millionen
Der ukrainische Fernsehsender mit Online-Nachrichtenportal, dessen Chefredakteurin die ukrainische Journalistin Chrystyna Hawryljuk ist, wird finanziell von der ukrainischen Regierung unterstützt. In diesem Zusammenhang hat sich die Website einer ausgewogenen Berichterstattung verpflichtet.
Das renommierte Institute of Mass Information führte Suspilne.Novyny im September 2021 auf der sogenannten „weißen Liste“ ukrainischer Medien, die ein sehr hohes Niveau an zuverlässigen Informationen bieten.
Suspilne.Novyny wurde im Dezember 2019 gegründet und gehört zur Nationalen öffentlichen Rundfunkgesellschaft der Ukraine. Im Januar 2015 war die zuvor staatliche Rundfunkanstalt entsprechend europäischen Standards in eine öffentliche Rundfunkgesellschaft umgewandelt worden.
Aufrufe der Website im Mai 2023: 7,4 Millionen
NV ist eine Print- und Online-Zeitschrift, deren Schwerpunkt auf Nachrichten aus dem Ausland und der ukrainischen Politik liegt. Zu den Hauptthemen zählen die internationale Unterstützung der Ukraine, Korruption sowie die künftige Entwicklung des Landes. Die Online-Ausgabe veröffentlich oft Artikel renommierter ausländischer Medien wie The Economist, The New York Times, BBC und Deutsche Welle. Die Zeitschrift erscheint freitags als Druckausgabe auf Ukrainisch, die Website ist auf Ukrainisch, Russisch und Englisch verfügbar. NV gilt als eine der zuverlässigsten Nachrichtenquellen in der Ukraine.
NV wurde im Jahr 2014 – ursprünglich unter dem Namen Nowjoe Wremja („Die neue Zeit“) – vom ukrainischen Journalisten Witalij Sytsch gegründet, der die Chefredaktion übernahm. Zuvor arbeitete Sytsch bei dem ebenfalls populären Magazin Korrespondent. Er verließ Korrespondent, nachdem es an Serhij Kurtschenko – einen Janukowytsch nahestehenden Oligarchen aus Charkiw – verkauft worden war. NV gehört zum Verlagshaus Media-DK, dessen Eigentümer der tschechische Unternehmer Tomáš Fiala ist.
Aufrufe der Website im Mai 2023: 27,1 Millionen
Dserkalo Tyschnja liefert Hintergrundberichte und Analysen; das Themenspektrum umfasst politische, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Themen. Die Zeitung betrachtet die ukrainische Politik und deren Akteure in einem internationalen Zusammenhang. Dserkalo Tyschnja steht auf der „weißen Liste“ ukrainischer Medien, die zuverlässige Informationen liefern.
Dserkalo Tyschnja ist eine der ältesten ukrainischen Zeitungen und erschien zuerst 1994. Seit 2020 ist die Zeitung nur noch online verfügbar: auf Ukrainisch, Russisch und Englisch. Chefredakteurin ist die bekannte ukrainische Journalistin Julija Mostowa, Ehefrau des ehemaligen ukrainischen Verteidigungsministers Anatolij Hrysenko.
Aufrufe der Website im Mai 2023: 4,7 Millionen
Das ukrainische Online-Magazin Babel wurde im September 2018 gegründet. Das Themenspektrum umfasst soziale und politische Themen; besonderes Augenmerk gilt aber auch Nachrichten aus der Wissenschaft und über neue Technologien.
Nach dem 24. Februar 2022 wurde die zuvor ebenfalls angebotene russische Version der Website geschlossen. Stattdessen wird nun eine englische Version angeboten. Babel finanziert sich über Spenden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Babel engagieren sich in zahlreichen Projekten, die darauf abzielen, die ukrainischen Streitkräfte während des Krieges zu unterstützen.
Die Eigentümer des Online-Magazins sind der erste Chefredakteur Hlib Husjew, Kateryna Kobernyk und das slowakische Unternehmen IG GmbH.
Heute ist die ukrainische Journalistin Kateryna Kobernyk Chefredakteurin von Babel.
Aufrufe der Website im Mai 2023: 1,1 Millionen
Das Online-Magazin LB gehört zum Horschenin-Institut, einer ukrainischen Denkfabrik, die sich mit politischen und gesellschaftlichen Prozessen in der Ukraine und der Welt beschäftigt. LB hat sich auf Interviews spezialisiert; häufige Themen sind die ukrainische Innen- und internationale Politik sowie soziale Fragen in der Ukraine.
LB wurde im Juni 2009 unter dem Namen Liwyj Bereh gegründet, Chefredakteurin Sonja Koschkina hat seit 2018 einen eigenen Youtube-Kanal „KishkiNA“, auf dem sie Interviews mit verschiedenen Personen veröffentlicht.
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Im Fokus des ukrainischen im Jahr 2000 gegründeten Online-Nachrichtenportals LIGA stehen wirtschaftliche, politische und soziale Themen. Seit 2020 steht LIGA auf der „weißen Liste“ ukrainischer Medien, die stets präzise Informationen und zuverlässige Nachrichten anbieten.
Chefredakteurin ist die ukrainische Journalistin Julija Bankowa, die davor eine leitende Position bei dem Online-Magazin Hromadske hatte.
Der Eigentümer des Nachrichtenportals ist die ukrainische unabhängige Mediaholding Ligamedia, deren Geschäftsführer Dmytro Bondarenko ist.
Aufrufe der Website im Mai 2023: 8,5 Millionen
Censor präsentiert sich als Website mit „emotionalen Nachrichten“. Der Fokus liegt vor allem auf innenpolitischen Entwicklungen. Seit dem russischen Überfall auf die Ukraine sind viele Beiträge den Ereignissen an der Front und den ukrainischen Streitkräften gewidmet. Censor ist auf drei Sprachen verfügbar: Ukrainisch, Russisch und Englisch.
Das Nachrichtenportal Censor wurde 2004 vom bekannten ukrainischen Journalisten Jurij Butusow gegründet und zählt zu den populärsten Nachrichtenseiten des Landes. Butusow gilt als scharfer Kritiker von Präsident Selenskyj. Er erhebt schwere Vorwürfe in Bezug auf Korruption innerhalb der ukrainischen Regierung, schlechte Vorbereitung auf den Krieg gegen Russland und unbefriedigende Verwaltung der Armee. Butusow wird von über 400.000 Menschen auf Facebook gelesen. Seine Posts auf dem sozialen Netzwerk haben enormen Einfluss und lösen hitzige Diskussionen aus.
Aufrufe der Website im Mai 2023: 59 Millionen
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