„Wir brau­chen die Ukraine genauso wie die Ukraine uns“

Münchner Sicherheitskonferenz 2026: Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, und der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz
Foto: IMAGO /​ dts Nachrichtenagentur

Pres­se­schau ukrai­ni­scher Medien | 4. bis 17. Februar 2026:
Stim­mungs­wan­del in München
Neue Chefs, neue Hoffnungen?
Dau­er­not­stand im Rentensystem

Stim­mungs­wan­del in München

Vom 13. bis 15. Februar tagte die Münch­ner Sicher­heits­kon­fe­renz und zeigte einmal mehr, wie sehr sich „der Westen“ derzeit ver­än­dert. 2022 – es war die letzte Aus­lands­reise des ukrai­ni­schen Prä­si­den­ten vor dem rus­si­schen Groß­an­griff – warnte Wolo­dymyr Selen­kyj in München: Ein Krieg in der Ukraine würde Europa gefähr­den. 2025 pro­vo­zierte US-Vize­prä­si­dent J. D. Vance mit Angrif­fen auf Europas Demo­kra­tie­ver­ständ­nis. Ein Jahr später beschwor US-Außen­mi­nis­ter Marco Rubio plötz­lich die Bünd­nis­treue. Doch viele Europäer:innen halten solche Zusagen kaum noch für belast­bar. Europa sucht nach Führung – und die Rolle der Ukraine wird dabei immer wichtiger.

„Der fin­ni­sche Prä­si­dent wäre der ideale Kandidat“

LB beschreibt, wie Europa im Krieg nach einer eigenen Rolle und Führung sucht:
„Eine Quelle aus dem Umfeld von Prä­si­dent Wolo­dymyr Selen­skyj berich­tete, im Team des Staats­ober­haupts sei man schon lange zu dem Schluss gelangt, dass Russ­land und die Ver­ei­nig­ten Staaten heute ‚natür­li­che Ver­bün­dete‘ seien.

‚Europa würde sich viel­leicht gerne aktiver an den Ver­hand­lun­gen über die Ukraine betei­li­gen, aber weder die Russen noch die US-Ame­ri­ka­ner lassen dies zu. Frank­reich ver­sucht, aktiv zu sein, Deutsch­land hin­ge­gen hält sich zurück. Gleich­zei­tig gefällt uns das Vor­ge­hen unserer fran­zö­si­schen Partner nicht‘, erklärte der Gesprächs­part­ner von LB mit Blick auf den Besuch des fran­zö­si­schen Chef-Diplo­ma­ten […] Emma­nuel Bonne in Moskau.

In Kyjiw ist man sich dessen bewusst, dass die Ukraine mehr euro­päi­sches Enga­ge­ment braucht – und Europa eine ideelle und inspi­rie­rende Füh­rungs­fi­gur, die in allen Mit­glieds­län­dern respek­tiert wird.

‚[Der fin­ni­sche Prä­si­dent Alex­an­der] Stubb wäre der ideale Kan­di­dat. Er ist mit Trump befreun­det und für die Euro­päer genauso akzep­ta­bel wie für uns‘, fügte der Ver­tre­ter der ukrai­ni­schen Dele­ga­tion hinzu […]. Die Äuße­run­gen des ukrai­ni­schen Prä­si­den­ten während des bila­te­ra­len Tref­fens mit Stubb bestä­tig­ten dies nur. ‚Ich bin Ihnen dankbar für Ihre per­sön­li­chen Bemü­hun­gen um Prä­si­dent Trump. Lassen Sie darin nicht nach‘, sagte Wolo­dymyr Selenskyj.“

„Wir brau­chen die Ukraine genauso wie sie uns“

Die mit der Ukra­jinska Prawda ver­bun­dene Jew­ro­pe­jska Prawda sieht die Ukraine nach der Sicher­heits­kon­fe­renz als Gewinnerin:

„Die Haltung gegen­über der Ukraine hat sich im ver­gan­ge­nen Jahr [merk­lich] ver­än­dert. […] Zum ersten Mal in der Geschichte [der Kon­fe­renz] gab es in München ein Ukrai­ni­sches Haus – einen sepa­ra­ten Ort, an dem im Rahmen der Kon­fe­renz Ver­an­stal­tun­gen statt­fan­den. […] Außer uns haben nur zwei Länder einen solchen Status: Es gibt ein Deut­sches Haus und ein Ame­ri­ka­ni­sches Haus. Dabei ist das Ukrai­ni­sche Haus am nächs­ten zum Hotel Baye­ri­scher Hof gelegen, in dem die wich­tigs­ten Ver­an­stal­tun­gen [der Kon­fe­renz] stattfanden.

Darüber hinaus wurde das Ukrai­ni­sche Haus zu einem Ort der Schock­the­ra­pie für west­li­che Beamte und Expert:innen […]. Gestal­tet hatte es die Pint­schuk-Stif­tung, die für ihre künst­le­ri­schen Per­for­man­ces bei inter­na­tio­na­len Groß­ereig­nis­sen bekannt ist […]. Am Eingang war eine echte Schahed[-Drohne] plat­ziert (natür­lich ohne Spreng­kopf), dahin­ter lief auf einer großen Lein­wand ein pro­vo­kan­tes KI-Video.

Noch vor einem Jahr hätte eine solche Per­for­mance kon­tra­pro­duk­tiv sein können. Doch die Zeiten haben sich geän­dert. Nach dem mas­si­ven Droh­nen­an­griff auf Polen im ver­gan­ge­nen Herbst haben die Euro­päer erkannt, dass dies ihre Schwach­stelle ist. Die Erkennt­nis, dass diese sicher­heits­po­li­ti­sche Her­aus­for­de­rung ohne die Ukraine nicht zu bewäl­ti­gen ist, setzt sich zuneh­mend durch. […] ‚Wir brau­chen die Ukraine genauso, wie sie uns braucht‘ – diese Ansicht wurde schon in den Vor­jah­ren geäu­ßert und wird nun zum all­ge­mei­nen Narrativ.“

„Ein mutiges, aber ris­kan­tes Spiel“

In NV nennt der Nahost-Experte Ihor Semi­vo­los Selen­skyjs Treffen mit dem ira­ni­schen Oppo­si­ti­ons­füh­rer Reza Pahlavi am Rande der Sicher­heits­kon­fe­renz einen kühnen Schritt, der der Ukraine nützen könne, aber viel diplo­ma­ti­sches Geschick erfordere:

„Das Treffen […] mar­kiert ein neues Kapitel in der Geschichte der ukrai­nisch-ira­ni­schen Bezie­hun­gen. […] Die Ukraine erkennt die ira­ni­sche Oppo­si­tion nun offi­zi­ell als künf­tige Macht im Iran an. Lange Zeit agierte die Ukraine vor­sich­tig, um den Iran nicht zu einer noch engeren mili­tä­ri­schen Zusam­men­ar­beit mit Russ­land zu drängen. Jetzt hat sich die Situa­tion geändert. […]

Für Selen­skyj ist dies eine Gele­gen­heit, die Koali­tion der Unter­stüt­zer über den Westen hinaus zu erwei­tern, indem er sich an die Völker des Glo­ba­len Südens wendet, die für ihre Frei­heit kämpfen. Für Pahlavi bedeu­tet dies eine enorme Legi­ti­mie­rung. Die Unter­stüt­zung des ukrai­ni­schen Prä­si­den­ten hebt die ira­ni­sche Oppo­si­tion auf eine ganz andere Ebene welt­wei­ter Anerkennung.

[…] das Treffen in München zeigt, dass sich eine ‚Gegen­achse‘ bildet. Russ­land, Iran und Nord­ko­rea helfen sich gegen­sei­tig mit Waffen. Die Ukraine beginnt, den Oppo­si­ti­ons­be­we­gun­gen dieser Länder medial und poli­tisch zu helfen. Das ist ein Schlag gegen die innere Sta­bi­li­tät des ira­ni­schen Regimes, das jede Aner­ken­nung Pahl­avis auf staat­li­cher Ebene zutiefst fürchtet.

Zuvor hatte Selen­skyj sich in Vilnius mit der [bela­ru­si­schen Oppo­si­ti­ons­füh­re­rin] Swjat­lana Zich­anous­kaja getrof­fen und sie zu einem Besuch in Kyjiw ein­ge­la­den. Dies ist ein mutiges, aber ris­kan­tes Spiel. Reichen die Res­sour­cen für diesen Kurs aus?“

Neue Chefs, neue Hoffnungen?

Per­so­nal­ro­chade an ent­schei­den­den Schalt­he­beln der Macht: Zu Jah­res­be­ginn erhiel­ten nicht nur das Prä­si­di­al­amt und die Minis­te­rien für Ver­tei­di­gung und Energie neue Chefs, auch der Inlands­ge­heim­dienst SBU hat – zumin­dest komis­sa­risch – einen neuen Leiter. Einige Medien erken­nen darin erste Kurs­kor­rek­tu­ren. Auf­fäl­lig viele Hoff­nun­gen richten sich auf den neuen Verteidigungsminister.

„Ein Krieger, kein Geheimdienstler“

Die Ukra­jinska Prawda beschreibt die Her­aus­for­de­run­gen inner­halb der neuen Lei­tungs­riege beim Inlands­ge­heim­dienst SBU, der derzeit noch komis­sa­risch geführt wird:

„Yev­he­nii Khmara, Leiter des Zen­trums für Spe­zi­al­ein­sätze Alfa [beim SBU] und komis­sa­ri­scher Leiter des ukrai­ni­schen Inlands­ge­heim­diens­tes, ist ein klas­si­scher Soldat der Spe­zi­al­ein­hei­ten, ein Kom­man­dant für den Kampf. ‚Er ist ein Mann des Krieges, kein Geheim­dienst­ler‘, sagt ein Gesprächs­part­ner aus den Strafverfolgungsbehörden […].

Bis zum 5. Januar 2026 befeh­ligte Khmara mehrere tausend Alfa-Kämpfer. Durch die Ernen­nung zum komis­sa­ri­schen Leiter [des SBU] wurde er zum Chef von mehr als 30.000 Mitarbeiter:innen in der ganzen Ukraine. Um wirk­lich zu ver­ste­hen, wie diese beson­dere ‚Maschine‘ funk­tio­niert, braucht man viel Zeit. […] Dabei wird er von seinen Stell­ver­tre­tern unter­stützt, von denen Selen­skyj die meisten zu Beginn des Jahres ernannt hatte.

Zu ihnen gehört Khmaras Schütz­ling, der Alfa-Mann Denys Kylym­nyk. Außer­dem dabei ist der Protegé des [stell­ver­tre­ten­den SBU-Leiters Olek­sandr] Poklad, der Geheim­dienst­ler Andrii Tupikov.

Olek­sandr Poklad ist de facto zwar nicht der erste Mann im SBU, aber auch nicht einfach der zweite. Er befasst sich mit Spio­na­ge­ab­wehr, ins­be­son­dere im mili­tä­ri­schen Bereich. Er nimmt an Bespre­chun­gen beim Prä­si­den­ten teil und erwei­tert nach und nach seinen Einfluss. [...]

In naher Zukunft ist kaum mit einer [finalen] Per­so­nal­ent­schei­dung im Geheim­dienst zu rechnen. [...] [Der vor­he­rige SBU-Chef] Wassyl Maljuk war fast sieben Monate lang kom­mis­sa­ri­scher Leiter. Es scheint, das könne sich nun wiederholen.“

„Eine der besten Per­so­nal­ent­schei­dun­gen seit dem Großangriff“

In Radio NV lobt Yurii Fedo­renko, der pro­mi­nente Kom­man­deur der 429. sepa­ra­ten Achil­les-Brigade für unbe­mannte Systeme, die Beru­fung von Mycha­jlo Fedorow zum Verteidigungsminister:

„Wir müssen alles dar­an­set­zen, die [nötige] Zahl ein­satz­fä­hi­ger Drohnen zu bekom­men. Das weiß der neue Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter nur zu gut. Ich halte dies [...] für eine der besten Per­so­nal­ent­schei­dun­gen seit Beginn des rus­si­schen Groß­an­griffs. Fedorow weiß, was zu tun ist. Wichtig ist nur, dass sein [neu auf­ge­stell­tes] Team nicht versagt. […] Ich bin fest davon über­zeugt, dass [Fedorow und seine Leute], wenn sie die Befug­nis erhal­ten, anspruchs­volle Initia­ti­ven umzu­set­zen, auch dazu in der Lage sind.“

„Der erste Minis­ter, der das Poten­tial der Droh­nen­bran­che erkannt hat“

Auch die Droh­nen­ex­per­tin Mariia Ber­linska, die als „Mutter der ukrai­ni­schen Luft­auf­klä­rung“ gilt, äußert in einem Inter­view mit Sus­pilne hohe Erwar­tun­gen an den neuen Verteidigungsminister:

„Bei der Ernen­nung von Minis­ter Fedorow sehe ich ein zen­tra­les Problem: Sie kommt min­des­tens zwei bis drei Jahre zu spät. Er und sein Team müssen nun Fehler kor­ri­gie­ren, die lange vor ihrer Zeit gemacht wurden. Aber Fedorow wird man dafür ver­ant­wort­lich machen.

Das Minis­te­rium ist […] wesent­lich kom­ple­xer als das neu geschaf­fene Digi­tal­mi­nis­te­rium [das Fedorow zuvor leitete]. […] Hier hat alles seit Sowjet­zei­ten ein festes Fun­da­ment. Es wird also sehr schwie­rig werden. In Fach­krei­sen […] herrscht jetzt großer Opti­mis­mus. Die Men­schen haben auf die Ernen­nung [Fedo­rows] gewar­tet und begrei­fen sie als ihre letzte […] Hoffnung.

Doch selbst wenn man ein Genie ist, […] kann man inner­halb weniger Monate kein Wunder voll­brin­gen. Fedorow ist […] ein talen­tier­ter Manager. Wenn ich mich recht erin­nere – und ich beschäf­tige mich seit 2014 mit der Ent­wick­lung von Mili­tär­tech­no­lo­gie und ‑indus­trie –, war er der erste Minis­ter, der das Poten­zial der [Drohnen-]Branche erkannt hat.“

Dau­er­not­stand im Rentensystem

Anfang Februar wurde bekannt, dass Hun­dert­tau­sende Rentner:innen aus den besetz­ten Gebie­ten sowie Bin­nen­ver­trie­bene ihre Renten für Januar nicht recht­zei­tig erhal­ten haben. Die Behör­den begrün­de­ten die Ver­zö­ge­run­gen mit Sicher­heits­auf­la­gen. Zugleich offen­bart die Situa­tion ein grund­sätz­li­ches Problem: Demo­gra­fie und Kriegs­ver­luste setzen das Ren­ten­sys­tem struk­tu­rell unter Druck – und für viele Men­schen unter 50 Jahren erschei­nen aus­kömm­li­che Renten schon heute kaum rea­lis­tisch. Die Regie­rung kündigt deshalb Refor­men an.

„Renten wurden nicht ausgezahlt“

Sus­pilne beschreibt die Pro­bleme mit den Renten für Bin­nen­ver­trie­bene und Men­schen in den vor­über­ge­hend besetz­ten Gebieten:

„In diesem Jahr […] hat sich für Rentner:innen, die in den besetz­ten Gebie­ten oder im Ausland leben, […] [einiges] geän­dert: Ein neuer Kabi­netts­be­schluss ver­pflich­tet sie dazu, sich jähr­lich beim Ren­ten­fonds zu melden, sich aus­zu­wei­sen und zu bestä­ti­gen, dass sie keine Rente aus der Rus­si­schen Föde­ra­tion beziehen.

Im Januar, als die Renten aus­ge­zahlt werden sollten – auch an Bin­nen­flücht­linge, die in von der ukrai­ni­schen Regie­rung kon­trol­lier­ten Gebie­ten wohnen und nie unter rus­si­scher Besat­zung gelebt haben – gingen bei Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­tio­nen […] Beschwer­den ein: Die Renten seien nicht aus­ge­zahlt worden […].

Natalia Yurlova, Juris­tin der [Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­tion] Donbas SOS, erklärte gegen­über Sus­pilne [...]: ‚[…] Selbst von Rentner:innen in den von der Ukraine kon­trol­lier­ten Gebie­ten wird nun mas­sen­weise ver­langt, dass sie [sich beim Ren­ten­fonds melden und] ihre Iden­ti­tät bestä­ti­gen. Dabei sieht der Beschluss das nur für Per­so­nen in den besetz­ten Gebie­ten oder im Ausland vor.‘“

„Rente reicht nicht für ein men­schen­wür­di­ges Leben“

Censor berich­tet über die For­de­rung von Sozi­al­mi­nis­ter Denis Uliutin, das Ren­ten­sys­tems zu reformieren:

„[Minis­ter Uliutin] erklärte, der Haus­halt des Pen­si­ons­fonds sehe für 2026 Renten in Höhe von durch­schnitt­lich 6.500 Hrywnja [rund 130 Euro] vor. Das reiche jedoch nicht für ein ‚men­schen­wür­di­ges Leben‘. Gleich­zei­tig erhiel­ten mehr als 4,3 Mil­lio­nen Rentner:innen Pen­sio­nen von weniger als 6.000 Hrywnja.

‚Deshalb haben wir ein neues Ren­ten­mo­dell aus­ge­ar­bei­tet und fina­li­sie­ren derzeit den ent­spre­chen­den Gesetz­ent­wurf. Er sieht eine garan­tierte Grund­rente von min­des­tens 6.000 Hrywnja vor, sowie einen soli­da­ri­schen Teil, der die Bei­träge mög­lichst eng an die [Höhe der] Rente koppelt und nicht von zufäl­li­gen Fak­to­ren wie dem Jahr des Ren­ten­ein­tritts beein­flusst wird […]‘, erklärte Uliutin.“

Anton Semyz­henko ist Redak­teur der eng­lisch­spra­chi­gen Ausgabe von babel.ua in Kyjiw mit über 15 Jahren Berufs­er­fah­rung als Jour­na­list im ukrai­ni­schen Medienbetrieb.

Chris­tian-Zsolt Varga ist freier Aus­lands­kor­re­spon­dent mit Schwer­punkt Ukraine, Ungarn und Europas Osten und berich­tet für ver­schie­dene euro­päi­sche Medien aus Kyjiw.

Ukrai­ni­sche Medien

Die Online-Zeitung Ukra­jinska Prawda ver­öf­fent­licht als regie­rungs­kri­ti­sches Medium inves­ti­ga­tive Artikel und deckte auch Kor­rup­ti­ons­fälle inner­halb der ukrai­ni­schen Regie­rung auf. Sie zählt zu den meist­ge­nutz­ten Nach­rich­ten­por­ta­len der Ukraine.

Die Ukra­jinska Prawda wurde im Jahr 2000 vom ukrai­nisch-geor­gi­schen Jour­na­lis­ten Heorhij Gon­gadse gegrün­det, der im dar­auf­fol­gen­den Jahr – angeb­lich auf Ver­an­las­sung des dama­li­gen Prä­si­den­ten Leonid Kut­schma – ermor­det wurde. Die heutige Chef­re­dak­teu­rin ist die bekannte ukrai­nisch-krim­ta­ta­ri­sche Jour­na­lis­tin Sevgil Mus­aieva.

Im Mai 2021 ver­kaufte die dama­lige Eigen­tü­me­rin Olena Prytula 100 Prozent der Anteile an Dragon Capital, eine ukrai­ni­sche Invest­ment-Manage­ment-Gesell­schaft, die vom tsche­chi­schen Unter­neh­mer Tomáš Fiala gelei­tet wird.

Aufrufe der Website im Mai 2023: 69,6 Millionen

Das Online-Nach­rich­ten­por­tal und ‑Fern­se­hen Hro­madske finan­ziert sich über Crowd­fun­ding bei seinen Lese­rin­nen und Lesern, Spenden, Werbung und über für andere Medien auf­ge­nom­mene Videos.

Hro­madske wurde als NGO mit dazu­ge­hö­ri­gen Online-Medien im Novem­ber 2013 mit Beginn des Euro­mai­dan gegrün­det. Die jetzige Chef­re­dak­teu­rin ist die ukrai­ni­sche Jour­na­lis­tin Jewhe­nija Motorewska, die sich zuvor mit dem Thema Kor­rup­tion in ukrai­ni­schen Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den befasst hat.

Die Wei­ter­ent­wick­lung von Hro­madske wird von einem Vor­stand vor­an­ge­trie­ben, der aus sieben pro­mi­nen­ten ukrai­ni­schen Per­sön­lich­kei­ten besteht, dar­un­ter Nobel­preis­trä­ge­rin Olek­san­dra Matwijtschuk.

Aufrufe der Website im Mai 2023: 2,8 Millionen

Der ukrai­ni­sche Fern­seh­sen­der mit Online-Nach­rich­ten­por­tal, dessen Chef­re­dak­teu­rin die ukrai­ni­sche Jour­na­lis­tin Chry­styna Hawryl­juk ist, wird finan­zi­ell von der ukrai­ni­schen Regie­rung unter­stützt. In diesem Zusam­men­hang hat sich die Website einer aus­ge­wo­ge­nen Bericht­erstat­tung verpflichtet.

Das renom­mierte Insti­tute of Mass Infor­ma­tion führte Suspilne.Novyny im Sep­tem­ber 2021 auf der soge­nann­ten „weißen Liste“ ukrai­ni­scher Medien, die ein sehr hohes Niveau an zuver­läs­si­gen Infor­ma­tio­nen bieten.

Suspilne.Novyny wurde im Dezem­ber 2019 gegrün­det und gehört zur Natio­na­len öffent­li­chen Rund­funk­ge­sell­schaft der Ukraine. Im Januar 2015 war die zuvor staat­li­che Rund­funk­an­stalt ent­spre­chend euro­päi­schen Stan­dards in eine öffent­li­che Rund­funk­ge­sell­schaft umge­wan­delt worden.

Aufrufe der Website im Mai 2023: 7,4 Millionen

NV ist eine Print- und Online-Zeit­schrift, deren Schwer­punkt auf Nach­rich­ten aus dem Ausland und der ukrai­ni­schen Politik liegt. Zu den Haupt­the­men zählen die inter­na­tio­nale Unter­stüt­zung der Ukraine, Kor­rup­tion sowie die künf­tige Ent­wick­lung des Landes. Die Online-Ausgabe ver­öf­fent­lich oft Artikel renom­mier­ter aus­län­di­scher Medien wie The Eco­no­mist, The New York Times, BBC und Deut­sche Welle. Die Zeit­schrift erscheint frei­tags als Druck­aus­gabe auf Ukrai­nisch, die Website ist auf Ukrai­nisch, Rus­sisch und Eng­lisch ver­füg­bar. NV gilt als eine der zuver­läs­sigs­ten Nach­rich­ten­quel­len in der Ukraine.

NV wurde im Jahr 2014 – ursprüng­lich unter dem Namen Nowjoe Wremja („Die neue Zeit“) – vom ukrai­ni­schen Jour­na­lis­ten Witalij Sytsch gegrün­det, der die Chef­re­dak­tion über­nahm. Zuvor arbei­tete Sytsch bei dem eben­falls popu­lä­ren Magazin Kor­re­spon­dent. Er verließ Kor­re­spon­dent, nachdem es an Serhij Kur­tschenko – einen Janu­ko­wytsch nahe­ste­hen­den Olig­ar­chen aus Charkiw – ver­kauft worden war. NV gehört zum Ver­lags­haus Media-DK, dessen Eigen­tü­mer der tsche­chi­sche Unter­neh­mer Tomáš Fiala ist.

Aufrufe der Website im Mai 2023: 27,1 Millionen

Dser­kalo Tyschnja liefert Hin­ter­grund­be­richte und Ana­ly­sen; das The­men­spek­trum umfasst poli­ti­sche, wirt­schaft­li­che, soziale und kul­tu­relle Themen. Die Zeitung betrach­tet die ukrai­ni­sche Politik und deren Akteure in einem inter­na­tio­na­len Zusam­men­hang. Dser­kalo Tyschnja steht auf der „weißen Liste“ ukrai­ni­scher Medien, die zuver­läs­sige Infor­ma­tio­nen liefern.

Dser­kalo Tyschnja ist eine der ältes­ten ukrai­ni­schen Zei­tun­gen und erschien zuerst 1994. Seit 2020 ist die Zeitung nur noch online ver­füg­bar: auf Ukrai­nisch, Rus­sisch und Eng­lisch. Chef­re­dak­teu­rin ist die bekannte ukrai­ni­sche Jour­na­lis­tin Julija Mostowa, Ehefrau des ehe­ma­li­gen ukrai­ni­schen Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ters Ana­to­lij Hrysenko.

Aufrufe der Website im Mai 2023: 4,7 Millionen

Das ukrai­ni­sche Online-Magazin Babel wurde im Sep­tem­ber 2018 gegrün­det. Das The­men­spek­trum umfasst soziale und poli­ti­sche Themen; beson­de­res Augen­merk gilt aber auch Nach­rich­ten aus der Wis­sen­schaft und über neue Technologien.

Nach dem 24. Februar 2022 wurde die zuvor eben­falls ange­bo­tene rus­si­sche Version der Website geschlos­sen. Statt­des­sen wird nun eine eng­li­sche Version ange­bo­ten. Babel finan­ziert sich über Spenden. Die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter von Babel enga­gie­ren sich in zahl­rei­chen Pro­jek­ten, die darauf abzie­len, die ukrai­ni­schen Streit­kräfte während des Krieges zu unterstützen.

Die Eigen­tü­mer des Online-Maga­zins sind der erste Chef­re­dak­teur Hlib Husjew, Kateryna Kober­nyk und das slo­wa­ki­sche Unter­neh­men IG GmbH.

Heute ist die ukrai­ni­sche Jour­na­listin Kateryna Kober­nyk Chef­re­dak­teurin von Babel.

Aufrufe der Website im Mai 2023: 1,1 Millionen

Das Online-Magazin LB gehört zum Hor­schenin-Insti­tut, einer ukrai­ni­schen Denk­fa­brik, die sich mit poli­ti­schen und gesell­schaft­li­chen Pro­zes­sen in der Ukraine und der Welt beschäf­tigt. LB hat sich auf Inter­views spe­zia­li­siert; häufige Themen sind die ukrai­ni­sche Innen- und inter­na­tio­nale Politik sowie soziale Fragen in der Ukraine.

LB wurde im Juni 2009 unter dem Namen Liwyj Bereh gegrün­det, Chef­re­dak­teu­rin Sonja Kosch­kina hat seit 2018 einen eigenen Youtube-Kanal „Kish­kiNA“, auf dem sie Inter­views mit ver­schie­de­nen Per­so­nen veröffentlicht.

Aufrufe der Website im Mai 2023: 2 Millionen

Im Fokus des ukrai­ni­schen im Jahr 2000 gegrün­de­ten Online-Nach­rich­ten­por­tals LIGA stehen wirt­schaft­li­che, poli­ti­sche und soziale Themen. Seit 2020 steht LIGA auf der „weißen Liste“ ukrai­ni­scher Medien, die stets präzise Infor­ma­tio­nen und zuver­läs­sige Nach­rich­ten anbieten.

Chef­re­dak­teu­rin ist die ukrai­ni­sche Jour­na­lis­tin Julija Bankowa, die davor eine lei­tende Posi­tion bei dem Online-Magazin Hro­madske hatte.

Der Eigen­tü­mer des Nach­rich­ten­por­tals ist die ukrai­ni­sche unab­hän­gige Media­hol­ding Liga­me­dia, deren Geschäfts­füh­rer Dmytro Bon­da­renko ist.

Aufrufe der Website im Mai 2023: 8,5 Millionen

Censor prä­sen­tiert sich als Website mit „emo­tio­na­len Nach­rich­ten“. Der Fokus liegt vor allem auf innen­po­li­ti­schen Ent­wick­lun­gen. Seit dem rus­si­schen Über­fall auf die Ukraine sind viele Bei­träge den Ereig­nis­sen an der Front und den ukrai­ni­schen Streit­kräf­ten gewid­met. Censor ist auf drei Spra­chen ver­füg­bar: Ukrai­nisch, Rus­sisch und Englisch.

Das Nach­rich­ten­por­tal Censor wurde 2004 vom bekann­ten ukrai­ni­schen Jour­na­lis­ten Jurij Butusow gegrün­det und zählt zu den popu­lärs­ten Nach­rich­ten­sei­ten des Landes. Butusow gilt als schar­fer Kri­ti­ker von Prä­si­dent Selen­skyj. Er erhebt schwere Vor­würfe in Bezug auf Kor­rup­tion inner­halb der ukrai­ni­schen Regie­rung, schlechte Vor­be­rei­tung auf den Krieg gegen Russ­land und unbe­frie­di­gende Ver­wal­tung der Armee. Butusow wird von über 400.000 Men­schen auf Face­book gelesen. Seine Posts auf dem sozia­len Netz­werk haben enormen Ein­fluss und lösen hitzige Dis­kus­sio­nen aus.

Aufrufe der Website im Mai 2023: 59 Millionen

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