„Orbán in die Schranken weisen“

Presseschau ukrainischer Medien | 4. bis 17. März 2026:
Gelähmtes ukrainisches Parlament
Orbán hetzt gegen die Ukraine
Zweifel an freiwilligen Frontsanitätern
Gelähmtes ukrainisches Parlament
Der Werchowna Rada fällt es zunehmend schwer, Gesetze zu verabschieden – selbst solche, die für das finanzielle Überleben des Landes nötig sind. An manchen Tagen endet die Arbeit vorzeitig, weil weniger als die für Abstimmungen erforderlichen 226 Abgeordnete anwesend sind. Ukrainische Medien diskutieren Ursachen und Folgen dieser Situation.
„In sieben Jahren vergären sogar Gurken im Fass“
Laut Ukrajinska Prawda wollen viele Abgeordnete der präsidentennahen Mehrheitspartei Diener des Volkes einfach nur noch in den Ruhestand:
„‚Das Parlament besteht seit fast sieben Jahren [weil während des Krieges keine Wahlen möglich sind]. Ich will nicht sagen, dass es schwer und anstrengend ist. Aber in dieser Zeit vergären sogar Gurken im Fass‘, beklagt sich einer der führenden Diener des Volkes.
Die [...] Abgeordneten geben zu, dass das Parlament der neunten Legislaturperiode sich selbst erschöpft hat. Mittlerweile führt schon die geringste Destabilisierung zu einem inneren Zusammenbruch. [...]
Früher setzte Selenskyj die Rada mit Drohungen, sie aufzulösen, unter Druck. Heute träumen die Abgeordneten davon, endlich ihre Mandate loszuwerden. [...] Der Fraktionschef [von Diener des Volkes], David Arakhamia, [aber blockiert entsprechende Anträge] und versichert den Abgeordneten fortwährend, die Legislaturperiode werde ‚bald‘ enden. Doch das versprochene ‚bald‘ will einfach nicht eintreten.
Die Abgeordneten hatten große Hoffnungen in erfolgreiche Verhandlungen und baldige Wahlen gesetzt. Doch der Krieg im Iran hat den Verhandlungsprozess zwischen der Ukraine, den USA und Russland faktisch auf Eis gelegt.“
„Unpopuläre Entscheidungen nötig“
Dabei werde das Parlament laut Suspilne derzeit mehr denn je gebraucht, um dringend nötige Gesetze zu verabschieden:
„Für die meisten Abgeordneten [...] haben ihre eigenen Umfragewerte Vorrang vor den Interessen des Staates. Deshalb will niemand unpopuläre Entscheidungen angehen“, sagt eine Führungsperson der Diener des Volkes.
Neben der Opposition, die auch früher bisweilen gegen Gesetzesvorlagen der Regierungsfraktion gestimmt hat, werden nun auch einzelne Gruppen innerhalb der Diener des Volkes aktiver. [...] Das führt dazu, dass von den 228 Abgeordneten der Fraktion manchmal nur 150 [eigene] Gesetzesvorlagen befürworten. [...]
Derzeit muss die Rada eine Reihe unpopulärer Entscheidungen treffen, sagt einer der Vorsitzenden eines Parlamentsausschusses. [...] [Dazu] gehören die sogenannten Meilensteine, die der Internationale Währungsfonds der Ukraine auferlegt hat. […] Dazu gehört die Besteuerung der Einnahmen aus digitalen Plattformen [...] sowie die Einführung der Mehrwertsteuer für Einzelunternehmer:innen mit einem Jahreseinkommen von mehr als vier Millionen Hrywnja [rund 79.000 Euro].
Dass diese Gesetze bis Ende März verabschiedet würden, sei unrealistisch, sagt Maksym Samoiliuk, Ökonom des Zentrums für Wirtschaftsstrategie.“
„Die Mobilisierung der ‚Elite‘ ist von großer Bedeutung“
In NV unterstützt der frühere Abgeordnete und heutige Drohnenkommandeur Ihor Lutsenko den Vorschlag von Präsident Selenskyj, wer nicht im Parlament arbeiten wolle, solle an die Front gehen:
„Tatsächlich ist die Drohung, die Selenskyj nur halb im Ernst gegenüber dem Parlament äußerte [...], nicht bloß eine rhetorische Floskel, es ist eine dringende Notwendigkeit.
Hunderttausende Wehrdienstverweigerer, Millionen von Drückebergern – sie alle bringen Schande über unser Land, [...] denn die oberen Gesellschaftsschichten entziehen sich [ihrer Pflicht], im Krieg einen Beitrag zu leisten. Weil die Regierung nicht bereit ist, auch nur eine Handvoll Privilegierter – Politiker:innen, Popstars, Geschäftsleute – zur Verteidigung ihrer Heimat zu verpflichten. Und die unteren Schichten folgen stets dem Beispiel der oberen.
Die Mobilisierung der ‚Elite‘ ist [deshalb] enorm wichtig. Sie gibt denen Hoffnung auf Gerechtigkeit, die bereits seit mehr als vier Jahren kämpfen. Sie motiviert jene, die zögern. Und sie ermöglicht den Aufbau einer Armee, die das Land so lange verteidigen kann, wie es nötig ist – ohne Burnout und Überlastung, wie es derzeit der Fall ist.“
Orbán hetzt gegen die Ukrain
Knapp einen Monat vor der Parlamentswahl in Ungarn setzt Premierminister Viktor Orbán im Wahlkampf massiv auf das Feindbild Ukraine. Plakate mit Wolodymyr Selenskyj warnen davor, Kyjiw und Brüssel würden Ungarn in den Krieg ziehen. Zugleich behauptet Orbán, die Oppositionspartei Tisza habe sich mit Kyjiw verschworen. Einen Höhepunkt erreichte die Kampagne, als am 5. März zwei Geldtransporter der ukrainischen Staatsbank beschlagnahmt und deren Fahrer widerrechtlich festgehalten wurden.
„Ein Terrorstaat, der seine Nachbarn erpresst”
Die Jewropejska Prawda, die wegen ihrer kritischen Berichterstattung über die Orbán-Regierung bereits seit Monaten in Ungarn blockiert wird, geht hart mit dem Regierungschef ins Gericht:
„Orbán hat sich an die Rolle des europäischen Außenseiters gewöhnt, doch diese Spezialoperation ging selbst für ihn zu weit. Ein Terrorstaat, der seine Geheimdienste einsetzt, um Geldtransporter zu überfallen und einen Nachbarn mit zivilen Geiseln zu erpressen, das ist wirklich zu viel. Außerdem sind gewaltsame Aktionen nicht typisch für Orbán. Daher kam sofort die Vermutung auf, Russland könne seine Finger im Spiel haben.
Denn zufällig wurde genau am Tag der Entführung der ukrainischen Geldtransporteure bekannt, dass Orbáns Partei strategische Berater aus Russland engagiert hat. Und zwar das Team von Sergej Kirijenko, das bisher für die russische Einmischung in Wahlen im sogenannten postsowjetischen Raum verantwortlich war [...]. Ungarischen Investigativjournalist:innen zufolge sei ein kleines russisches Team nach Budapest gekommen und arbeite eng mit Orbáns Wahlkampfteam zusammen. […]
[Die ukrainische Ministerpräsidentin] Julija Swyrydenko brachte die Entführung der Geldtransporterfahrer mit der Reise [des ungarischen Außenministers Péter] Szijjártó in die Russische Föderation [einen Tag zuvor] in Verbindung. [Der ukrainische Außenminister] Andrij Sybiha sprach von der ‚russischen Handschrift‘ dieser Operation.“
„Orbáns Medienimperium als Plattform für russische Propaganda“
Auch LB sieht Hinweise für den direkten Einfluss Russlands auf den ungarischen Regierungschef:
„Im Laufe seiner Amtszeit sei es Viktor Orbán und seinem Umfeld gelungen, mehr als 500 ungarische Medien unter ihre Kontrolle zu bringen, berichtet Kateryna Shymkevych, Expertin am Analytischen Zentrum für Balkanstudien. Diese mächtige Propagandamaschinerie sei inzwischen vollständig mit der russischen synchronisiert und Orbáns Medienimperium eine Plattform für die Verbreitung kremlnaher Narrative geworden.
‚Es war [...] [seit Monaten] klar, dass Russland keinem anderen Kandidaten als Orbán den Wahlsieg überlässt. Der Einfluss des Kremls ist [in Ungarn] schon lange spürbar. Dass sie jetzt Wahlstrategen und Geheimdienstmitarbeiter entsandt haben, hängt mit Orbáns sinkenden Umfragewerten zusammen. [...]‘, erklärt Shymkevych.“
„Orbán gezielt in die Schranken weisen“
NV veröffentlicht einen Text von Said Ismahilov, der früher als Mufti die muslimischen Gläubigen der Ukraine repräsentierte und heute als Leutnant in den Streitkräften dient. Für ihn zeigt der Fall Orbán, wie wenig die internationalen Beziehungen heute noch auf allgemein anerkannten Regeln basieren:
„Es ist doch offensichtlich, dass Orbán auf Geheiß Moskaus konsequent die Eskalation vorantreibt. Und es ist klar, dass er dies tut, um der Ukraine europäische Finanzmittel zu entziehen [mit seinem Veto gegen EU-Darlehen für Kyjiw in Höhe von 90 Milliarden Euro]. So spielt er Putin in die Hände, indem er die Ukraine in den Abgrund treibt. Er ist ein direkter Agent des Kremls [...].
Die Frage ist: Wenn ein Schläger so aggressiv auf uns losgeht, sollten wir dann Schwäche zeigen? Bei jedem Versuch, sich zu einigen, schlägt der Gewalttäter zu, wirft uns zu Boden, tritt uns mit Füßen [...]. Anschließend raubt er sein Opfer aus und vergewaltigt es. Ein gezielter Schlag, der ihm die Nase bricht, weist ihn dagegen schnell in die Schranken [...] – und das am besten ruhig und ohne Pathos.
Wacht endlich auf, ihr Naiven! Es gibt keine internationalen Regeln mehr. [...] Orbán hat euch das heute gezeigt. Kommt zur Besinnung! In der Welt herrscht jetzt das Recht des Stärkeren und nicht die Stärke des Rechts. Und das haben nicht wir in der Ukraine uns ausgedacht, sondern Trump und Putin. [...] Wir sind in einem Fight Club, in dem nur eine einzige Regel gilt: Es gibt keine Regeln.
Das ist ziemlich schlimm, aber wir haben die meiste Erfahrung darin, in dieser schrecklichen neuen Welt zu überleben, die keine internationalen Regeln mehr kennt, nur noch globale technologische Kriegsführung.“
Zweifel an freiwilligen Frontsanitätern
Die Hospitallers, eine der bekanntesten und angesehensten ukrainischen Freiwilligenorganisationen von Frontsanitäter:innen, stehen wegen möglicher Unregelmäßigkeiten im Umgang mit Spendengeldern unter Druck. Es geht um fehlende Finanzberichte, doppelte Konten und vorzeitige Abbuchungen. Freiwillige warnen vor einem Schaden für den gesamten zivilgesellschaftlichen Sektor.
„Ich arbeite mit den Leuten, die da sind“
Hromadske sprach mit der Hospitallers-Chefin und Parlamentsabgeordneten Yana Zinkevich, die selbst lange als Kampfsanitäterin diente und dabei eine schwere Verwundung erlitt, sodass sie heute im Rollstuhl sitzt. Sie geht auf die Kritik ein, dass Teile des Managements der Organisation mit ihr verwandt sind:
„Leider stehen die Leute für ein Freiwilligenbataillon, das kein Gehalt zahlt, nicht Schlange. Mein […] Stiefvater, mein Schwiegervater und mein Mann haben alle zu verschiedenen Zeiten [in der Armee] gekämpft. Sie kennen sich aus, haben Erfahrung und Führungsqualitäten. Wenn sie sich also einbringen wollen und ihre Hilfe anbieten – warum nicht?
Mein Mann ist stellvertretender Leiter des Fonds und kümmert sich um technische Fragen. Ich arbeite mit den Leuten, die da sind. Wenn einige dieser Leute meine Verwandten sind, bedeutet das nicht, dass ich bei ihnen ein Auge zudrücke. [Im Gegenteil:] Ich verlange mehr von ihnen, denn sie tragen Verantwortung. Sie gehören zur Familie einer Person des öffentlichen Lebens.“
„Bürokratie oder schnelle Reaktion“
Während Hospitallers einen detaillierten Finanzbericht für Mai angekündigt hat, stellt LB grundsätzliche Fragen zu Transparenz und Funktionsweise zivilgesellschaftlicher Organisationen:
„Die Hospitallers sind eine unverzichtbare Organisation in der Ukraine. Und ihr Beitrag zur Rettung von Verwundeten lässt sich kaum zur Gänze erfassen und angemessen würdigen. Denn während sie anderen das Leben retteten, haben Mitglieder der Hospitallers selbst ihr Leben verloren.
Die Kultur der Organisation basiert auf persönlichem Vertrauen und auf teilweise privaten Spendenkonten, auf denen je nach Bedarf der Hospitallers Gelder ein- und ausgehen – und das widerspricht offensichtlich den Rahmenbedingungen für die Arbeit mit Spenden, die sich in zwölf Jahren Krieg herausgebildet haben.
Sie lauten in etwa so: Wenn jemand Spenden sammelt, muss es eine transparente und zeitnahe Dokumentation geben. Im Idealfall auch eine regelmäßige unabhängige Finanzprüfung. Dafür muss man allerdings Kapazitäten aufbauen, Mitarbeitende mit entsprechenden Kompetenzen einstellen, bestimmte Prozesse bürokratisieren […]. Das schützt vor Vorwürfen, wie sie derzeit laut werden, schadet aber gleichzeitig der Flexibilität und Schnelligkeit, wenn etwas hier und jetzt bezahlt oder jemand unterstützt werden muss – ohne Papierkram und Genehmigungen.“
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Ukrainische Medien
Die Online-Zeitung Ukrajinska Prawda veröffentlicht als regierungskritisches Medium investigative Artikel und deckte auch Korruptionsfälle innerhalb der ukrainischen Regierung auf. Sie zählt zu den meistgenutzten Nachrichtenportalen der Ukraine.
Die Ukrajinska Prawda wurde im Jahr 2000 vom ukrainisch-georgischen Journalisten Heorhij Gongadse gegründet, der im darauffolgenden Jahr – angeblich auf Veranlassung des damaligen Präsidenten Leonid Kutschma – ermordet wurde. Die heutige Chefredakteurin ist die bekannte ukrainisch-krimtatarische Journalistin Sevgil Musaieva.
Im Mai 2021 verkaufte die damalige Eigentümerin Olena Prytula 100 Prozent der Anteile an Dragon Capital, eine ukrainische Investment-Management-Gesellschaft, die vom tschechischen Unternehmer Tomáš Fiala geleitet wird.
Aufrufe der Website im Mai 2023: 69,6 Millionen
Das Online-Nachrichtenportal und ‑Fernsehen Hromadske finanziert sich über Crowdfunding bei seinen Leserinnen und Lesern, Spenden, Werbung und über für andere Medien aufgenommene Videos.
Hromadske wurde als NGO mit dazugehörigen Online-Medien im November 2013 mit Beginn des Euromaidan gegründet. Die jetzige Chefredakteurin ist die ukrainische Journalistin Jewhenija Motorewska, die sich zuvor mit dem Thema Korruption in ukrainischen Strafverfolgungsbehörden befasst hat.
Die Weiterentwicklung von Hromadske wird von einem Vorstand vorangetrieben, der aus sieben prominenten ukrainischen Persönlichkeiten besteht, darunter Nobelpreisträgerin Oleksandra Matwijtschuk.
Aufrufe der Website im Mai 2023: 2,8 Millionen
Der ukrainische Fernsehsender mit Online-Nachrichtenportal, dessen Chefredakteurin die ukrainische Journalistin Chrystyna Hawryljuk ist, wird finanziell von der ukrainischen Regierung unterstützt. In diesem Zusammenhang hat sich die Website einer ausgewogenen Berichterstattung verpflichtet.
Das renommierte Institute of Mass Information führte Suspilne.Novyny im September 2021 auf der sogenannten „weißen Liste“ ukrainischer Medien, die ein sehr hohes Niveau an zuverlässigen Informationen bieten.
Suspilne.Novyny wurde im Dezember 2019 gegründet und gehört zur Nationalen öffentlichen Rundfunkgesellschaft der Ukraine. Im Januar 2015 war die zuvor staatliche Rundfunkanstalt entsprechend europäischen Standards in eine öffentliche Rundfunkgesellschaft umgewandelt worden.
Aufrufe der Website im Mai 2023: 7,4 Millionen
NV ist eine Print- und Online-Zeitschrift, deren Schwerpunkt auf Nachrichten aus dem Ausland und der ukrainischen Politik liegt. Zu den Hauptthemen zählen die internationale Unterstützung der Ukraine, Korruption sowie die künftige Entwicklung des Landes. Die Online-Ausgabe veröffentlich oft Artikel renommierter ausländischer Medien wie The Economist, The New York Times, BBC und Deutsche Welle. Die Zeitschrift erscheint freitags als Druckausgabe auf Ukrainisch, die Website ist auf Ukrainisch, Russisch und Englisch verfügbar. NV gilt als eine der zuverlässigsten Nachrichtenquellen in der Ukraine.
NV wurde im Jahr 2014 – ursprünglich unter dem Namen Nowjoe Wremja („Die neue Zeit“) – vom ukrainischen Journalisten Witalij Sytsch gegründet, der die Chefredaktion übernahm. Zuvor arbeitete Sytsch bei dem ebenfalls populären Magazin Korrespondent. Er verließ Korrespondent, nachdem es an Serhij Kurtschenko – einen Janukowytsch nahestehenden Oligarchen aus Charkiw – verkauft worden war. NV gehört zum Verlagshaus Media-DK, dessen Eigentümer der tschechische Unternehmer Tomáš Fiala ist.
Aufrufe der Website im Mai 2023: 27,1 Millionen
Dserkalo Tyschnja liefert Hintergrundberichte und Analysen; das Themenspektrum umfasst politische, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Themen. Die Zeitung betrachtet die ukrainische Politik und deren Akteure in einem internationalen Zusammenhang. Dserkalo Tyschnja steht auf der „weißen Liste“ ukrainischer Medien, die zuverlässige Informationen liefern.
Dserkalo Tyschnja ist eine der ältesten ukrainischen Zeitungen und erschien zuerst 1994. Seit 2020 ist die Zeitung nur noch online verfügbar: auf Ukrainisch, Russisch und Englisch. Chefredakteurin ist die bekannte ukrainische Journalistin Julija Mostowa, Ehefrau des ehemaligen ukrainischen Verteidigungsministers Anatolij Hrysenko.
Aufrufe der Website im Mai 2023: 4,7 Millionen
Das ukrainische Online-Magazin Babel wurde im September 2018 gegründet. Das Themenspektrum umfasst soziale und politische Themen; besonderes Augenmerk gilt aber auch Nachrichten aus der Wissenschaft und über neue Technologien.
Nach dem 24. Februar 2022 wurde die zuvor ebenfalls angebotene russische Version der Website geschlossen. Stattdessen wird nun eine englische Version angeboten. Babel finanziert sich über Spenden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Babel engagieren sich in zahlreichen Projekten, die darauf abzielen, die ukrainischen Streitkräfte während des Krieges zu unterstützen.
Die Eigentümer des Online-Magazins sind der erste Chefredakteur Hlib Husjew, Kateryna Kobernyk und das slowakische Unternehmen IG GmbH.
Heute ist die ukrainische Journalistin Kateryna Kobernyk Chefredakteurin von Babel.
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Das Online-Magazin LB gehört zum Horschenin-Institut, einer ukrainischen Denkfabrik, die sich mit politischen und gesellschaftlichen Prozessen in der Ukraine und der Welt beschäftigt. LB hat sich auf Interviews spezialisiert; häufige Themen sind die ukrainische Innen- und internationale Politik sowie soziale Fragen in der Ukraine.
LB wurde im Juni 2009 unter dem Namen Liwyj Bereh gegründet, Chefredakteurin Sonja Koschkina hat seit 2018 einen eigenen Youtube-Kanal „KishkiNA“, auf dem sie Interviews mit verschiedenen Personen veröffentlicht.
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Im Fokus des ukrainischen im Jahr 2000 gegründeten Online-Nachrichtenportals LIGA stehen wirtschaftliche, politische und soziale Themen. Seit 2020 steht LIGA auf der „weißen Liste“ ukrainischer Medien, die stets präzise Informationen und zuverlässige Nachrichten anbieten.
Chefredakteurin ist die ukrainische Journalistin Julija Bankowa, die davor eine leitende Position bei dem Online-Magazin Hromadske hatte.
Der Eigentümer des Nachrichtenportals ist die ukrainische unabhängige Mediaholding Ligamedia, deren Geschäftsführer Dmytro Bondarenko ist.
Aufrufe der Website im Mai 2023: 8,5 Millionen
Censor präsentiert sich als Website mit „emotionalen Nachrichten“. Der Fokus liegt vor allem auf innenpolitischen Entwicklungen. Seit dem russischen Überfall auf die Ukraine sind viele Beiträge den Ereignissen an der Front und den ukrainischen Streitkräften gewidmet. Censor ist auf drei Sprachen verfügbar: Ukrainisch, Russisch und Englisch.
Das Nachrichtenportal Censor wurde 2004 vom bekannten ukrainischen Journalisten Jurij Butusow gegründet und zählt zu den populärsten Nachrichtenseiten des Landes. Butusow gilt als scharfer Kritiker von Präsident Selenskyj. Er erhebt schwere Vorwürfe in Bezug auf Korruption innerhalb der ukrainischen Regierung, schlechte Vorbereitung auf den Krieg gegen Russland und unbefriedigende Verwaltung der Armee. Butusow wird von über 400.000 Menschen auf Facebook gelesen. Seine Posts auf dem sozialen Netzwerk haben enormen Einfluss und lösen hitzige Diskussionen aus.
Aufrufe der Website im Mai 2023: 59 Millionen
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