„Lukaschenko ver­dient am Blut der Ukrainer“

Alexander Lukaschenko, Wla­di­mir Putin
Foto: IMAGO /​ ZUMA Press

Pres­se­schau ukrai­ni­scher Medien | 18. bis 31. März 2026:
Fila­rets wider­sprüch­li­ches Erbe
Droh­nen­di­plo­ma­tie als Antwort auf Iran-Krieg
Här­te­rer Kurs gegen­über Belarus

Fila­rets wider­sprüch­li­ches Erbe

Am 20. März starb Filaret, der frühere Patri­arch des Kyjiwer Patri­ar­chats der Ukrai­nisch-Ortho­do­xen Kirche und eine Schlüs­sel­fi­gur der ukrai­ni­schen Ortho­do­xie. Jahr­zehn­te­lang hatte er der Kirche gedient: zunächst als fak­ti­scher Führer der sowje­ti­schen Ortho­do­xie und Gegner einer unab­hän­gi­gen ukrai­ni­schen Kirche – später als einer ihrer wich­tigs­ten Archi­tek­ten. Filaret baute eine von Moskau los­ge­löste Kir­chen­struk­tur auf, bestand jedoch auf per­sön­li­cher Macht. Als die Ukraine 2019 die Eigen­stän­dig­keit ihrer Kirche erlangte, blieb für Filaret nur eine sym­bo­li­sche Rolle, die er bis zuletzt nicht akzeptierte.

„Ohne ukrai­ni­sche Sprache keine natio­nale Kirche“

LB beschreibt Filaret in einem aus­führ­li­chen Nachruf als eine zugleich tra­di­tio­na­lis­ti­sche und pro­gres­sive Figur:

„Als er sich zum Krieg und zur Beset­zung eines Teils der Region Donezk äußerte, sagte er, der Donbas sei ukrai­ni­sches Land. ‚Im Donbas gibt es kein ein­zi­ges rus­si­sches Dorf – alle Dörfer sind ukrai­nisch. [...] Ich bin Ukrai­ner, wurde auf ukrai­ni­schem Boden geboren und werde die ukrai­ni­sche Erde bis zum Tod ver­tei­di­gen‘, sagte Filaret, der [...] aus der Region Donezk stammt. [...]

Er vertrat für die Ortho­do­xie stets tra­di­tio­nelle, kon­ser­va­tive Ansich­ten. So kri­ti­sierte er Papst Fran­zis­kus für dessen wohl­wol­lende Haltung gegen­über gleich­ge­schlecht­li­chen Part­ner­schaf­ten und ver­ur­teilte Abtrei­bun­gen kategorisch.

Gleich­zei­tig unter­nahm er pro­gres­sive öku­me­ni­sche Schritte: Er unter­stützte den Besuch von Papst Johan­nes Paul II. in der Ukraine und nahm an dessen Treffen mit Mit­glie­dern des Allukrai­ni­schen Rates der Kirchen und reli­giö­sen Orga­ni­sa­tio­nen teil. Zudem war er stolz auf die Ein­füh­rung der ukrai­ni­schen Schrift­spra­che im Got­tes­dienst und vertrat die Ansicht, eine natio­nale Kirche könne nicht ohne die ukrai­ni­sche Sprache existieren.“

„Leben unter einer gott­lo­sen Macht“

Sus­pilne erwähnt in einem Porträt über Filaret dessen Ver­bin­dun­gen zum sowje­ti­schen Geheim­dienst KGB:

„Anhand seiner Aus­lands­rei­sen iden­ti­fi­zierte eine Kom­mis­sion [des dama­li­gen rus­si­schen Par­la­ments] Filaret, den Metro­po­li­ten von Kyjiw und Gali­zien, als Agent ‚Antonov‘. Filaret räumte später ein, dies ent­spre­che der Wahr­heit, bestand jedoch darauf, dass es keine Sünde sei. Wenn Gott eine gott­lose Macht zuge­las­sen habe, so Filaret, dann müsse man unter den Bedin­gun­gen dieser gott­lo­sen Macht leben.“

„Das Ende einer Ära“

Der Unter­neh­mer und Publi­zist Valerii Pekar beschreibt Filaret in NV als Figur einer Gene­ra­tion im Über­gang und erklärt damit dessen Widersprüchlichkeit:

„Er begann [sein Wirken] noch in jener [sowje­ti­schen] Epoche und been­dete es in der heu­ti­gen. Daraus ergibt sich die kom­plexe Gemenge­lage seiner Stärken und Schwä­chen, Ver­dienste und Fehler [...]. [...] Ein solcher Typ Mensch ist cha­rak­te­ris­tisch für die unab­hän­gige Ukraine; man findet ähn­li­che Per­sön­lich­kei­ten in Politik, Wis­sen­schaft, Kunst und so weiter. [...]

Ein win­zi­ger Teil [der Mensch­heit] hat schon immer in der Zukunft gelebt. Es gibt nur eine Hand­voll von ihnen. [...] Die über­wie­gende Mehr­heit [der Men­schen] steckt in der Ver­gan­gen­heit fest: Sie wurden in der Sowjet­union geboren, haben dort ihren Weg begon­nen – und sind mental ihr ganzes Leben lang darin ste­cken­ge­blie­ben, weil sie nicht in der Lage waren, die Ver­bin­dung dorthin zu kappen.

Eine [kleine, aber] bedeu­tende Min­der­heit wurde in der Ver­gan­gen­heit geboren und hat die Kraft gefun­den, einen Schritt in die Zukunft zu machen. Diesen Men­schen ver­dan­ken wir, dass sie der nächs­ten Gene­ra­tion ein anderes Land hin­ter­lie­ßen als jenes, das sie selbst geerbt hatten. Aus eben dieser Per­spek­tive wird die Geschichte sie einst beur­tei­len: Sie wird ihre Fehler allen­falls kurz erwäh­nen und ihre Errun­gen­schaf­ten her­vor­he­ben. Jetzt ist diese Ära zu Ende.“

Droh­nen­di­plo­ma­tie als Antwort auf Iran-Krieg

Der Iran-Krieg am Per­si­schen Golf lenkt den Blick auch auf ukrai­ni­sche Mili­tär­tech­no­lo­gie – vor allem auf Abwehr­sys­teme gegen die Shahed-Drohnen des ira­ni­schen Regimes. In Kyjiw ist bereits von einem mög­li­chen Export solcher Waffen die Rede. Die poli­ti­sche Führung spricht von Tech­no­lo­gie und Know-how als „ukrai­ni­schem Öl“ und will ihre Wei­ter­gabe deshalb streng kon­trol­lie­ren. Andere Stimmen warnen, durch zu viel Vor­sicht könne die Ukraine ihr bestes Zeit­fens­ter auf dem Welt­markt verpassen.

„Ein ein­zi­ger Auf­trag­ge­ber reicht nicht – selbst wenn es der Staat ist“

Der Mili­tär­ana­lyst Viktor Kevliuk vom Zentrum für Ver­tei­di­gungs­stra­te­gien erklärt bei LB, warum er Rüs­tungs­exporte für nötig hält, um die Ent­wick­lung der Branche voranzutreiben:

„Die Welt hat sehr schnell erkannt, dass es bei den Erfah­run­gen der Ukraine nicht nur um bestimmte Flug­ge­räte geht. Es geht um Taktik, um die Geschwin­dig­keit tech­ni­scher Anpas­sun­gen, die Adap­tion an ein kom­ple­xes und äußerst dyna­mi­sches Umfeld der elek­tro­ni­schen Kriegs­füh­rung, die Orga­ni­sa­tion des mas­si­ven Ein­sat­zes von Drohnen, die Aus­bil­dung von Drohnenpilot:innen und schnelle Moder­ni­sie­rungs­zy­klen. Bei uns ist tat­säch­lich eine neue Branche ent­stan­den, die die Her­stel­ler von Drohnen, Elek­tro­nik, Kom­mu­ni­ka­ti­ons­tech­nik, Soft­ware, opti­schen Geräten und Muni­tion sowie Aus­bil­dungs­zen­tren vereint.

Doch jede Branche steht vor dem­sel­ben simplen Problem: Sie kann sich nicht stabil ent­wi­ckeln, wenn sie nur für einen ein­zi­gen Auf­trag­ge­ber arbei­tet – selbst wenn dieser Auf­trag­ge­ber der eigene Staat im Kriegs­zu­stand ist.

Staat­li­che Auf­träge sind vom Staats­haus­halt abhän­gig, von büro­kra­ti­schen Pro­ze­du­ren und [poli­ti­schen] Prio­ri­tä­ten; sie werden oft unre­gel­mä­ßig ver­ge­ben. [...] das bringt einen stän­di­gen Mangel an Betriebs­ka­pi­tal und Pla­nungs­un­si­cher­heit mit sich [...]. Am stärks­ten trifft dies [die Berei­che] For­schung und Ent­wick­lung, denn ohne mini­male Inves­ti­tio­nen ist es unmög­lich, neue Kom­po­nen­ten zu testen. Ohne stän­dige For­schung und Tests gerät der gesamte Prozess der Moder­ni­sie­rung [mili­tä­ri­scher] Aus­rüs­tung ins Stocken, und das nimmt den Streit­kräf­ten ihren tech­no­lo­gi­schen Vor­sprung auf dem Schlachtfeld.

Deshalb geht es für Rüs­tungs­un­ter­neh­men der High­tech-Branche beim Zugang zu aus­län­di­schen Märkten nicht um über­mä­ßige Gewinne, sondern [schlicht] um Sta­bi­li­tät und Wachstum.“

„Nicht, dass wir am Ende weniger erhal­ten, als uns zusteht“

Der Mili­tär­ex­perte Mykola Bie­lies­kov erläu­tert in NV, warum der Staat beim Export von Abfang­droh­nen so vor­sich­tig ist:

„Die Behör­den befürch­ten, dass wir, wenn der Prozess nicht ord­nungs­ge­mäß gesteu­ert wird, unser ein­zig­ar­ti­ges Fach­wis­sen, unsere Erfah­rung und unser Know-how nicht voll aus­schöp­fen können, um unsere Ziele zu errei­chen. Und dass wir am Ende weniger erhal­ten, als uns zusteht.“

Forbes schreibt, der Staat suche nach einer Lösung für dieses Dilemma:

„Die Märkte [...] im Nahen Osten würden kein trag­fä­hi­ges Modell für die Ent­wick­lung der ukrai­ni­schen Rüs­tungs­in­dus­trie bieten, erklärt ein hoch­ran­gi­ger Ver­tre­ter der Ver­tei­di­gungs­bran­che. Die Grund­lage für eine lang­fris­tige Expan­sion sei viel­mehr der Aufbau von Joint Ven­tures in Europa. [...]

Wenn die Ukraine den Ländern am Per­si­schen Golf helfen könne, sei das stra­te­gisch gesehen her­vor­ra­gend, sagt [ein ehe­ma­li­ger Spit­zen­be­am­ter aus der Ver­tei­di­gungs­bran­che eines west­li­chen Ver­bün­de­ten der Ukraine gegen­über Forbes]. ‚Die Ukraine braucht Ver­bün­dete‘, betont er. ‚Die Länder am Golf haben die Taschen voll Geld und sind, wenn sie dies wollen, in der Lage, die Ukraine lang­fris­tig zu unterstützen.‘ [...]

Ver­tre­tern der Regie­rung zufolge soll bis Ende April ein klarer Rahmen für den Export vor­lie­gen [...]. [...] Eine Mög­lich­keit für die Lie­fe­rung von Abfang­droh­nen in den Nahen Osten wäre, dass der Staat die Drohnen direkt bei den Her­stel­lern kaufe und sie anschlie­ßend ins Ausland wei­ter­ver­kaufe, so einer der füh­ren­den [ukrai­ni­schen] Drohnenhersteller [...].“

„Stra­te­gi­sche Abhän­gig­kei­ten schaffen“

Liga beleuch­tet die geo­po­li­ti­sche Dimen­sion einer Part­ner­schaft zwi­schen der Ukraine und den ara­bi­schen Staaten:

„Davon, wie lange der Krieg im Iran dauert, hängt ab, wie viel Russ­land [z. B. durch hohe Ölpreise] ver­die­nen und für den Krieg in der Ukraine aus­ge­ben kann [...]. Durch Angriffe auf rus­si­sche Ölan­la­gen redu­ziert Kyjiw die Gewinne Russlands.

Laut [dem ara­bi­schen Ana­lys­ten Elfadil] Ibrahim spielt die Ukraine ihre Karten geschickt aus. Ihr Ziel sei es nicht nur, Waffen zu ver­kau­fen, sondern auch Abhän­gig­kei­ten zu schaf­fen. Sollten die Golf­staa­ten ukrai­ni­sche Abfang­droh­nen in ihre Ver­tei­di­gung inte­grie­ren und Inves­to­ren die ukrai­ni­sche Rüs­tungs­in­dus­trie finan­zie­ren, wird es für sie schwie­ri­ger, die Bezie­hun­gen zu Kyjiw abzubrechen.

Die Golf­staa­ten werden sich weigern, sich für eine Seite ent­schei­den zu müssen. Instink­tiv halten sie sich mehrere Optio­nen offen. Der Krieg im Iran hat diese Mög­lich­kei­ten jedoch eingeschränkt.“

Här­te­rer Kurs gegen­über Belarus

Seit einigen Monaten ver­schärft die Ukraine ihren Ton gegen­über Belarus, dem wich­tigs­ten Ver­bün­de­ten Moskaus. Ukrai­ni­sche Medien kri­ti­sie­ren das Regime von Macht­ha­ber Alex­an­der Lukaschenko deut­lich schär­fer als früher, während eine wegen Spio­nage ange­klagte bela­ru­si­sche Jour­na­lis­tin vor Gericht steht. Gleich­zei­tig hat Prä­si­dent Wolo­dymyr Selen­skyj die bela­ru­si­sche Oppo­si­ti­ons­füh­re­rin Swjat­lana Zich­anous­kaja, die im ukrai­ni­schen Exil lebt, zum Gespräch eingeladen.

„Lukaschenko ver­dient am Blut der Ukrainer“

Im Inter­view mit der Jew­ro­pe­jska Prawda erklärt Zich­anous­kaja, warum Kyjiw in den ersten Jahren nach dem Groß­an­griff gegen­über dem Lukaschenko-Regime zurück­hal­ten­der war und nun kri­ti­scher wird:

„Ich denke, der Plan war, eine Eska­la­tion zu ver­hin­dern und keine neue Front im Norden zu eröff­nen. Viel­leicht hoffte man, Lukaschenko würde zur Ver­nunft kommen. Doch das war eine Fehleinschätzung.

Alles Schlechte, das Lukaschenko der Ukraine antun konnte, hat er getan. Belarus stellt seinen Luft­raum für Droh­nen­flüge zur Ver­fü­gung und lässt Luft­an­griffe von bela­ru­si­schem Gebiet aus zu. Es [...] unter­stützt die Ver­wal­tungs­or­gane der Besat­zer und den Abtrans­port ukrai­ni­scher Kinder, es liefert Waffen an Russ­land. Das heißt, Lukaschenko ver­dient am Blut der Ukrai­ner und hilft Russ­land dabei, eure Städte anzugreifen.

Der Umschwung in der Politik Kyjiws demons­triert deshalb sicher­lich eine starke Posi­tion der Ukraine. Er ist ein Signal: ‚Lukaschenko, wir fürch­ten dich nicht mehr, aber du soll­test dich vor uns fürchten.‘“

„Ent­schei­dung der Nummer eins unseres Landes“

Sus­pilne berich­tet über den Spio­na­ge­pro­zess gegen die aus Belarus stam­mende Jour­na­lis­tin Inna Kardash, die der ukrai­ni­sche Inlands­ge­heim­dienst SBU am 27. Januar fest­ge­nom­men hatte:

„Der SBU hat Aus­schnitte aus Tele­fon­ge­sprä­chen ver­öf­fent­licht, in denen [...] ein Bekann­ter des [bela­ru­si­schen Geheim­diens­tes] KGB Kardash eine Zusam­men­ar­beit anbie­tet und ihr monat­lich drei­tau­send Euro ver­spricht. ‚Die Ent­schei­dung, Sie [in den Geheim­dienst] auf­zu­neh­men, trifft die Nummer eins unseres Landes. Das heißt, nur drei Per­so­nen wissen von Ihnen‘, sagt der Mann. Was Kardash darauf geant­wor­tet hat, ver­öf­fent­lichte der SBU nicht.

Nach Angaben der Ermitt­ler wil­ligte die Jour­na­lis­tin ein, [...] wor­auf­hin ihr Gesprächs­part­ner sie auf­ge­for­dert habe, für ein ‚ver­trau­li­ches Gespräch‘ nach Buda­pest zu reisen. Kardash kam am 16. Sep­tem­ber in Ungarn an, kaufte dort ein neues Handy, tele­fo­nierte mit einem Mann vom KGB, und ‚im Laufe des Gesprächs gewann er sie für eine ver­deckte Zusam­men­ar­beit‘ mit dem Geheimdienst.

Nach ihrer Rück­kehr ließ sich Kardash vom Koor­di­nie­rungs­stab für den Umgang mit Kriegs­ge­fan­ge­nen ein­stel­len, eine Abtei­lung des [ukrai­ni­schen] Mili­tär­ge­heim­diens­tes HUR. Der SBU ver­öf­fent­lichte Auf­zeich­nun­gen von Gesprä­chen, in denen die Jour­na­lis­tin erzählt, wie sie sich auf den Lügen­de­tek­tor­test vorbereitet.“

Portrait von Christian-Zsolt Varga

Chris­tian-Zsolt Varga ist freier Aus­lands­kor­re­spon­dent mit Schwer­punkt Ukraine, Ungarn und Europas Osten und berich­tet für ver­schie­dene euro­päi­sche Medien aus Kyjiw.

Portrait von Anton Semyzhenko

Anton Semyz­henko ist Redak­teur der eng­lisch­spra­chi­gen Ausgabe von babel.ua in Kyjiw mit über 15 Jahren Berufs­er­fah­rung als Jour­na­list im ukrai­ni­schen Medienbetrieb.

Ukrai­ni­sche Medien

Ukra­jinska Prawda ist eines der meist­ge­le­se­nen Nach­rich­ten­por­tale der Ukraine. Bekannt wurde das Online-Medium vor allem durch inves­ti­ga­tive Recher­chen und die Auf­de­ckung von Kor­rup­ti­ons­fäl­len in der ukrai­ni­schen Regie­rung. Außer­dem ver­öf­fent­licht Ukra­jinska Prawda Repor­ta­gen von der Front, baut sein Podcast- und Video­an­ge­bot aus und betreibt zahl­rei­che spe­zia­li­sierte Ableger zu Themen wie Wirt­schaft, Life­style, Mili­tär­tech­nik und Sport.

Gegrün­det wurde Ukra­jinska Prawda im Jahr 2000 vom ukrai­nisch-geor­gi­schen Jour­na­lis­ten Heorhij Gon­gadse. Er wurde im dar­auf­fol­gen­den Jahr ermor­det, mut­maß­lich auf Ver­an­las­sung des dama­li­gen Prä­si­den­ten Leonid Kut­schma. Chef­re­dak­teu­rin ist heute die bekannte ukrai­nisch-krim­ta­ta­ri­sche Jour­na­lis­tin Sevgil Mus­aieva.

Im Mai 2021 ver­kaufte die dama­lige Eigen­tü­me­rin Olena Prytula 100 Prozent der Anteile an Dragon Capital, eine ukrai­ni­sche Invest­ment­ge­sell­schaft unter Leitung des tsche­chi­schen Unter­neh­mers Tomáš Fiala.

Im Juli 2026 ver­zeich­nete pravda.com.ua 38,7 Mil­lio­nen Seitenaufrufe.

Hro­madske finan­ziert sich durch Crowd­fun­ding, Spenden inter­na­tio­na­ler Geber, Werbung und die Pro­duk­tion von Videos für andere Medien. Journalist:innen grün­de­ten das Online-Nach­rich­ten­por­tal im Novem­ber 2013 zu Beginn des Euro­mai­dan als NGO. Mit mil­lio­nen­fach abge­ru­fe­nen Live­streams wurde Hro­madske rasch zu einem der belieb­tes­ten Online-Medien des Landes.

Später ver­la­gerte sich der Fokus stärker auf Text­bei­träge, während Team, Reich­weite und Res­sour­cen schrumpf­ten. Trotz­dem bleibt Hro­madske eine der ver­läss­lichs­ten Infor­ma­ti­ons­quel­len des Landes. Die Chef­re­dak­teu­rin Daryna Fedenko, zuvor Lei­te­rin der Nach­rich­ten­re­dak­tion des öffent­lich-recht­li­chen Rund­funks Sus­pilne, führt das Portal.

Im Juli 2026 ver­zeich­nete hromadske.ua 1,8 Mil­lio­nen Seitenaufrufe.

Sus­pilne Novyny, das Nach­rich­ten­an­ge­bot der ukrai­ni­schen öffent­lich-recht­li­chen Rund­funk­ge­sell­schaft, bietet ein Fern­seh­pro­gramm und ein Online-Nach­rich­ten­por­tal. Der Sender finan­ziert sich durch staat­li­che Mittel und zahl­rei­che inter­na­tio­nale Geber. Er ver­pflich­tet sich zu aus­ge­wo­ge­ner Berichterstattung.

Der Sender steht seit Jahren auf der soge­nann­ten „weißen Liste“ ukrai­ni­scher Medien, die nach Ein­schät­zung der renom­mier­ten ukrai­ni­schen NGO Insti­tute of Mass Infor­ma­tion ein sehr hohes Niveau an zuver­läs­si­gen Infor­ma­tio­nen bieten. Die Liste wird vier­tel­jähr­lich aktualisiert.

Die Nach­rich­ten­re­dak­tion von Sus­pilne ist zudem für sein breites regio­na­les Netz­werk bekannt: Jede Region der Ukraine betreibt ein eigenes Nachrichtenportal.

Im Juli 2026 ver­zeich­nete die Website suspilne.media 9,9 Mil­lio­nen Aufrufe.

NV ist ein Online-Nach­rich­ten­por­tal, ein vier­tel­jähr­lich erschei­nen­des Print­ma­ga­zin und ein Radio­sen­der. Die Redak­tion berich­tet über inter­na­tio­nale Nach­rich­ten und ukrai­ni­sche Politik. Es legt den Fokus auf inter­na­tio­nale Unter­stüt­zung für die Ukraine, Kor­rup­tion und die Zukunft des Landes. Witalij Sytsch grün­dete NV 2014 und über­nahm die Chef­re­dak­tion. Zuvor arbei­tete Sytsch beim popu­lä­ren Magazin Kor­re­spon­dent. Er und viele heutige NV-Mit­ar­bei­ter ver­lie­ßen Kor­re­spon­dent, nachdem Serhij Kur­tschenko, ein Olig­arch aus Charkiw mit engen Ver­bin­dun­gen zum dama­li­gen Prä­si­dent Wiktor Janu­ko­wytsch, das Medium gekauft hatte. NV gehört zum Ver­lags­haus Media-DK, das dem tsche­chi­schen Unter­neh­mer Tomáš Fiala gehört.

Im Juli 2026 zählte die Website nv.ua 19,6 Mil­lio­nen Seitenaufrufe.

ZN.UA behan­delt poli­ti­sche, wirt­schaft­li­che, gesell­schaft­li­che und kul­tu­relle Themen. Das Medium ist heute vor allem für seine poli­ti­schen Artikel bekannt, die oft wert­volle Hin­ter­gründe und Ein­bli­cke liefern. Die ursprüng­li­che Print-Zeitung erschien erst­mals 1994 und zählt damit zu den ältes­ten und ein­fluss­reichs­ten Ana­ly­se­me­dien der unab­hän­gi­gen Ukraine. Seit 2020 erscheint sie aus­schließ­lich online – auf Ukrai­nisch, Rus­sisch und Eng­lisch. Die lang­jäh­rige Chef­re­dak­teu­rin, Julija Mostowa, gilt als bekannte ukrai­ni­sche Jour­na­lis­tin und ist mit dem frü­he­ren Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter Ana­to­lij Hry­zenko ver­hei­ra­tet. ZN.UA steht seit Jahren auf der soge­nann­ten „weißen Liste“ ukrai­ni­scher Medien, die zuver­läs­sig informieren.

Im Juli 2026 ver­zeich­nete die Website zn.ua 8,5 Mil­lio­nen Aufrufe.

Das ukrai­ni­sche Online-Magazin Babel star­tete im Sep­tem­ber 2018 als Platt­form für die Mit­tel­schicht des Landes. Heute deckt es gesell­schaft­li­che und poli­ti­sche Themen ab, kon­zen­trierte sich anfangs jedoch vor allem auf Wis­sen­schaft und neue Tech­no­lo­gien. Nach dem 24. Februar 2022 stellte Babel die rus­sisch­spra­chige Version der Website ein und ersetzte sie durch eine eng­lisch­spra­chige Ausgabe. Trotz kleiner Redak­tion und begrenz­ter Reich­weite gewann das Magazin mit poli­ti­schen Arti­keln und viel beach­te­ten Recher­chen über Miss­hand­lun­gen von Sol­da­ten in der ukrai­ni­schen Armee an Einfluss.

Babel gehört der Grün­de­rin und Chef­re­dak­teu­rin Kateryna Kober­nyk sowie Olek­sandr Babenko, dem Eigen­tü­mer des Droh­nen­her­stel­lers Vyriy Industries.

Im Juli 2026 ver­zeich­nete babel.ua 1,2 Mil­lio­nen Aufrufe.

Das Online-Magazin LB gehört zum Gor­s­henin Insti­tute, einem ukrai­ni­schen Thinktank, die poli­ti­schen und gesell­schaft­li­chen Ent­wick­lun­gen in der Ukraine und welt­weit ana­ly­siert. LB erlangte vor allem durch seine Inter­views Bekannt­heit. Es behan­delt häufig Themen wie die ukrai­ni­sche Innen- und Außen­po­li­tik sowie gesell­schaft­li­che Fragen. Gegrün­det wurde LB im Juni 2009 unter dem Namen Liwyj Bereh („Linkes Ufer“) – ein Verweis auf das linke Ufer der Ukraine und die links­sei­ti­gen Stadt­teile großer Städte wie Kyjiw, Dnipro und Saporischschja.

Chef­re­dak­teu­rin ist die renom­mierte ukrai­ni­sche Jour­na­lis­tin Sonja Koschkina.

Im Juli 2026 ver­zeich­nete die Website lb.ua 2,3 Mil­lio­nen Aufrufe.

Das ukrai­ni­sche Online-Nach­rich­ten­por­tal LIGA ging im Jahr 2000 an den Start und kon­zen­trierte sich zunächst auf Wirt­schafts­the­men. Später weitete es seine Bericht­erstat­tung auf Politik, Life­style und andere Berei­che aus. Seit 2020 führt das Insti­tute of Mass Infor­ma­tion LIGA auf der „weißen Liste“ ukrai­ni­scher Medien, die ver­läss­lich und korrekt informieren.

Chef­re­dak­teu­rin ist die Jour­na­lis­tin Yuliia Bankova, die zuvor eine Füh­rungs­po­si­tion beim Online-Magazin Hro­madske inne­hatte. Das Portal gehört zur unab­hän­gi­gen Medi­en­hol­ding Liga Media, die Dmytro Bon­da­renko leitet.

Im Juli 2026 ver­zeich­nete die Website liga.net 4,4 Mil­lio­nen Seitenaufrufe.

Der ukrai­ni­sche Dienst des US-finan­zier­ten Aus­lands­me­di­ums Radio Free Europe/​Radio Liberty (RFE/​RL) nahm bereits 1954 seinen Sen­de­be­trieb auf. 1992 eröff­nete das Medium ein Büro in der Ukraine, das im Laufe der Zeit auf Dut­zende Mit­ar­bei­tende anwuchs.

Heute arbei­tet Radio Svoboda vor allem als Online-Nach­rich­ten­por­tal und pro­du­ziert daneben auch Pod­casts und Video­re­por­ta­gen. Seit 2014 berich­ten die Redak­tio­nen Krim.Realii und Donbas.Realii über die besetzte Krim sowie die Gebiete Donezk und Luhansk. Mit dem Projekt Skhemy („Sche­mata“) verfügt das Medium zudem über eine eigene renom­mierte Investigativredaktion.

Chef­re­dak­teu­rin von Radio Svoboda ist Maryana Drach.

Sei­ten­auf­rufe der Website radiosvoboda.org im Juli 2026: 4,8 Millionen

Das unab­hän­gige Ana­ly­se­me­dium Texty.org.ua wurde von den Jour­na­lis­ten Roman Kul­chyn­sky und Ana­to­liy Bon­da­renko gegrün­det. Kul­chyn­sky leitet die Redak­tion und ist heute Chef­re­dak­teur, während Bon­da­renko vor­wie­gend daten­jour­na­lis­tisch arbei­tet. Ent­spre­chend ist Texty.org.ua ins­be­son­dere für auf­wen­dige Daten­re­cher­chen und Info­gra­fi­ken bekannt. Damit hat sich das Medium eine eigene Nische geschaf­fen und mehrere renom­mierte inter­na­tio­nale Aus­zeich­nun­gen im Bereich des Daten­jour­na­lis­mus gewonnen.

Daneben ver­öf­fent­licht Texty.org.ua hoch­wer­tige Repor­ta­gen und ana­ly­ti­sche Bei­träge, ins­be­son­dere zum rus­si­schen Angriffs­krieg gegen die Ukraine.

Sei­ten­auf­rufe der Website texty.org.ua im Juli 2026: 521.200

The Kyiv Inde­pen­dent wurde im Novem­ber 2021 vom Kern­team der damals füh­ren­den eng­lisch­spra­chi­gen ukrai­ni­schen Zeitung Kyiv Post gegrün­det. Die Journalist:innen hatten das Medium nach einem Kon­flikt mit dessen Eigen­tü­mer ver­las­sen und wollten die neue Redak­tion zunächst für einige Zeit aus eigenen Mitteln finan­zie­ren. Der rus­si­sche Groß­an­griff vier Monate später rückte die Ukraine welt­weit ins Zentrum der Auf­merk­sam­keit – und The Kyiv Inde­pen­dent ent­wi­ckelte sich zu einer der wich­tigs­ten Nach­rich­ten­quel­len über das Land für ein inter­na­tio­na­les Publikum.

Heute ist The Kyiv Inde­pen­dent eines der füh­ren­den eng­lisch­spra­chi­gen Medien der Ukraine und finan­ziert sich vor allem über Spenden seiner Leser:innen. Zudem hat das Medium eine eigene Inves­ti­ga­tiv­re­dak­tion auf­ge­baut, die sich ins­be­son­dere mit rus­si­schen Kriegs­ver­bre­chen befasst.

Chef­re­dak­teu­rin ist die ukrai­ni­sche Jour­na­lis­tin Olha Rudenko.

Sei­ten­auf­rufe der Website kyivindependent.com im Juli 2026: 3,7 Millionen

Jew­ro­pe­jska Prawda wurde im Juni 2014 gegrün­det und berich­tet vor allem über die Inte­gra­tion der Ukraine in die EU und die NATO. Diese Themen gewan­nen damals stark an Bedeu­tung: Nach der Revo­lu­tion der Würde erhielt die Ukraine eine pro­eu­ro­päi­sche Regie­rung, während der Krieg im Osten der Ukraine und die rus­si­sche Anne­xion der Krim zusätz­li­che sicher­heits­po­li­ti­sche Fragen aufwarfen.

Im Laufe der Jahre hat sich das Medium zu einer der wich­tigs­ten Quellen für ver­läss­li­che Infor­ma­tio­nen und Ana­ly­sen zur ukrai­ni­schen Außen­po­li­tik sowie zu Themen der inter­na­tio­na­len Politik ent­wi­ckelt. Da Jew­ro­pe­jska Prawda eng mit Ukra­jinska Prawda koope­riert, wird es häufig als deren Ressort wahr­ge­nom­men. Tat­säch­lich verfügt es jedoch über eine eigen­stän­dige Redak­tion unter der Leitung von Sergiy Sydo­renko. Beide Medien über­neh­men regel­mä­ßig Inhalte von­ein­an­der und ver­öf­fent­li­chen mit­un­ter gemein­sam recher­chierte Beiträge.

Sei­ten­auf­rufe der Website eurointegration.com.ua im Juli 2026: 8,6 Millionen

Die ukrai­ni­sche Nach­rich­ten­agen­tur RBC-Ukraine wurde 2006 als Tochter des rus­si­schen Medi­en­un­ter­neh­mens RBC (Ros­Busi­ness­Con­sul­ting) gegrün­det. Seit 2012 bestehen nach Angaben des Unter­neh­mers Jossyp Pintus, der das ukrai­ni­sche Unter­neh­men damals über­nahm, keine Ver­bin­dun­gen mehr zwi­schen beiden Firmen – abge­se­hen vom gemein­sa­men Markennamen.

Seit 2014 ist die Website von RBC-Ukraine in Russ­land gesperrt. Anlass waren Artikel, die von den rus­si­schen Behör­den als „extre­mis­tisch“ ein­ge­stuft wurden – eine Bezeich­nung, die in Russ­land auch für Posi­tio­nen ver­wen­det wird, die der offi­zi­el­len Linie gegen­über der Ukraine widersprechen.

Heute gehört RBC-Ukraine zu den meist­ge­le­se­nen Nach­rich­ten­por­ta­len des Landes. In seiner poli­ti­schen Bericht­erstat­tung äußert sich das Medium ver­gleichs­weise wohl­wol­lend über Prä­si­dent Wolo­dymyr Selen­skyj und dessen Umfeld.

Jossyp Pintus bezeich­net RBC-Ukraine als sein wich­tigs­tes Geschäft. Zuvor war er im Bereich Online-Werbung und Traffic-Ver­mark­tung tätig. Chef­re­dak­teur ist Ros­tys­law Schaprawskyj.

Sei­ten­auf­rufe von rbc.ua im Juli 2026: 19 Millionen

Die ukrai­ni­sche Ausgabe des Maga­zins Forbes erscheint seit März 2011, mit einer Unter­bre­chung von 2016 bis 2020. Heute beschäf­tigt sich das Medium vor allem mit der ukrai­ni­schen Kriegs­wirt­schaft und der Frage, wie das Land die wirt­schaft­li­chen Her­aus­for­de­run­gen des rus­si­schen Angriffs­kriegs bewältigt.

Forbes Ukraine gehört dem Unter­neh­mer Artur Grants, der ein Netz­werk von Duty-Free-Geschäf­ten betreibt, und ist eines der wenigen ukrai­ni­schen Medien, die auch wei­ter­hin als Print­aus­gabe erscheinen.

Chef­re­dak­teur ist Borys Davy­denko, der zuvor LIGA.net leitete. Das Medium ver­tritt wirt­schafts­li­be­rale Posi­tio­nen und legt einen beson­de­ren Schwer­punkt auf Unter­neh­mer­tum und freie Marktwirtschaft.

Sei­ten­auf­rufe von forbes.ua im August 2026: 1,5 Millionen

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