„Lukaschenko ver­dient am Blut der Ukrainer“

Alexander Lukaschenko, Wla­di­mir Putin
Foto: IMAGO /​ ZUMA Press

Pres­se­schau ukrai­ni­scher Medien | 18. bis 31. März 2026:
Fila­rets wider­sprüch­li­ches Erbe
Droh­nen­di­plo­ma­tie als Antwort auf Iran-Krieg
Här­te­rer Kurs gegen­über Belarus

Fila­rets wider­sprüch­li­ches Erbe

Am 20. März starb Filaret, der frühere Patri­arch des Kyjiwer Patri­ar­chats der Ukrai­nisch-Ortho­do­xen Kirche und eine Schlüs­sel­fi­gur der ukrai­ni­schen Ortho­do­xie. Jahr­zehn­te­lang hatte er der Kirche gedient: zunächst als fak­ti­scher Führer der sowje­ti­schen Ortho­do­xie und Gegner einer unab­hän­gi­gen ukrai­ni­schen Kirche – später als einer ihrer wich­tigs­ten Archi­tek­ten. Filaret baute eine von Moskau los­ge­löste Kir­chen­struk­tur auf, bestand jedoch auf per­sön­li­cher Macht. Als die Ukraine 2019 die Eigen­stän­dig­keit ihrer Kirche erlangte, blieb für Filaret nur eine sym­bo­li­sche Rolle, die er bis zuletzt nicht akzeptierte.

„Ohne ukrai­ni­sche Sprache keine natio­nale Kirche“

LB beschreibt Filaret in einem aus­führ­li­chen Nachruf als eine zugleich tra­di­tio­na­lis­ti­sche und pro­gres­sive Figur:

„Als er sich zum Krieg und zur Beset­zung eines Teils der Region Donezk äußerte, sagte er, der Donbas sei ukrai­ni­sches Land. ‚Im Donbas gibt es kein ein­zi­ges rus­si­sches Dorf – alle Dörfer sind ukrai­nisch. [...] Ich bin Ukrai­ner, wurde auf ukrai­ni­schem Boden geboren und werde die ukrai­ni­sche Erde bis zum Tod ver­tei­di­gen‘, sagte Filaret, der [...] aus der Region Donezk stammt. [...]

Er vertrat für die Ortho­do­xie stets tra­di­tio­nelle, kon­ser­va­tive Ansich­ten. So kri­ti­sierte er Papst Fran­zis­kus für dessen wohl­wol­lende Haltung gegen­über gleich­ge­schlecht­li­chen Part­ner­schaf­ten und ver­ur­teilte Abtrei­bun­gen kategorisch.

Gleich­zei­tig unter­nahm er pro­gres­sive öku­me­ni­sche Schritte: Er unter­stützte den Besuch von Papst Johan­nes Paul II. in der Ukraine und nahm an dessen Treffen mit Mit­glie­dern des Allukrai­ni­schen Rates der Kirchen und reli­giö­sen Orga­ni­sa­tio­nen teil. Zudem war er stolz auf die Ein­füh­rung der ukrai­ni­schen Schrift­spra­che im Got­tes­dienst und vertrat die Ansicht, eine natio­nale Kirche könne nicht ohne die ukrai­ni­sche Sprache existieren.“

„Leben unter einer gott­lo­sen Macht“

Sus­pilne erwähnt in einem Porträt über Filaret dessen Ver­bin­dun­gen zum sowje­ti­schen Geheim­dienst KGB:

„Anhand seiner Aus­lands­rei­sen iden­ti­fi­zierte eine Kom­mis­sion [des dama­li­gen rus­si­schen Par­la­ments] Filaret, den Metro­po­li­ten von Kyjiw und Gali­zien, als Agent ‚Antonov‘. Filaret räumte später ein, dies ent­spre­che der Wahr­heit, bestand jedoch darauf, dass es keine Sünde sei. Wenn Gott eine gott­lose Macht zuge­las­sen habe, so Filaret, dann müsse man unter den Bedin­gun­gen dieser gott­lo­sen Macht leben.“

„Das Ende einer Ära“

Der Unter­neh­mer und Publi­zist Valerii Pekar beschreibt Filaret in NV als Figur einer Gene­ra­tion im Über­gang und erklärt damit dessen Widersprüchlichkeit:

„Er begann [sein Wirken] noch in jener [sowje­ti­schen] Epoche und been­dete es in der heu­ti­gen. Daraus ergibt sich die kom­plexe Gemenge­lage seiner Stärken und Schwä­chen, Ver­dienste und Fehler [...]. [...] Ein solcher Typ Mensch ist cha­rak­te­ris­tisch für die unab­hän­gige Ukraine; man findet ähn­li­che Per­sön­lich­kei­ten in Politik, Wis­sen­schaft, Kunst und so weiter. [...]

Ein win­zi­ger Teil [der Mensch­heit] hat schon immer in der Zukunft gelebt. Es gibt nur eine Hand­voll von ihnen. [...] Die über­wie­gende Mehr­heit [der Men­schen] steckt in der Ver­gan­gen­heit fest: Sie wurden in der Sowjet­union geboren, haben dort ihren Weg begon­nen – und sind mental ihr ganzes Leben lang darin ste­cken­ge­blie­ben, weil sie nicht in der Lage waren, die Ver­bin­dung dorthin zu kappen.

Eine [kleine, aber] bedeu­tende Min­der­heit wurde in der Ver­gan­gen­heit geboren und hat die Kraft gefun­den, einen Schritt in die Zukunft zu machen. Diesen Men­schen ver­dan­ken wir, dass sie der nächs­ten Gene­ra­tion ein anderes Land hin­ter­lie­ßen als jenes, das sie selbst geerbt hatten. Aus eben dieser Per­spek­tive wird die Geschichte sie einst beur­tei­len: Sie wird ihre Fehler allen­falls kurz erwäh­nen und ihre Errun­gen­schaf­ten her­vor­he­ben. Jetzt ist diese Ära zu Ende.“

Droh­nen­di­plo­ma­tie als Antwort auf Iran-Krieg

Der Iran-Krieg am Per­si­schen Golf lenkt den Blick auch auf ukrai­ni­sche Mili­tär­tech­no­lo­gie – vor allem auf Abwehr­sys­teme gegen die Shahed-Drohnen des ira­ni­schen Regimes. In Kyjiw ist bereits von einem mög­li­chen Export solcher Waffen die Rede. Die poli­ti­sche Führung spricht von Tech­no­lo­gie und Know-how als „ukrai­ni­schem Öl“ und will ihre Wei­ter­gabe deshalb streng kon­trol­lie­ren. Andere Stimmen warnen, durch zu viel Vor­sicht könne die Ukraine ihr bestes Zeit­fens­ter auf dem Welt­markt verpassen.

„Ein ein­zi­ger Auf­trag­ge­ber reicht nicht – selbst wenn es der Staat ist“

Der Mili­tär­ana­lyst Viktor Kevliuk vom Zentrum für Ver­tei­di­gungs­stra­te­gien erklärt bei LB, warum er Rüs­tungs­exporte für nötig hält, um die Ent­wick­lung der Branche voranzutreiben:

„Die Welt hat sehr schnell erkannt, dass es bei den Erfah­run­gen der Ukraine nicht nur um bestimmte Flug­ge­räte geht. Es geht um Taktik, um die Geschwin­dig­keit tech­ni­scher Anpas­sun­gen, die Adap­tion an ein kom­ple­xes und äußerst dyna­mi­sches Umfeld der elek­tro­ni­schen Kriegs­füh­rung, die Orga­ni­sa­tion des mas­si­ven Ein­sat­zes von Drohnen, die Aus­bil­dung von Drohnenpilot:innen und schnelle Moder­ni­sie­rungs­zy­klen. Bei uns ist tat­säch­lich eine neue Branche ent­stan­den, die die Her­stel­ler von Drohnen, Elek­tro­nik, Kom­mu­ni­ka­ti­ons­tech­nik, Soft­ware, opti­schen Geräten und Muni­tion sowie Aus­bil­dungs­zen­tren vereint.

Doch jede Branche steht vor dem­sel­ben simplen Problem: Sie kann sich nicht stabil ent­wi­ckeln, wenn sie nur für einen ein­zi­gen Auf­trag­ge­ber arbei­tet – selbst wenn dieser Auf­trag­ge­ber der eigene Staat im Kriegs­zu­stand ist.

Staat­li­che Auf­träge sind vom Staats­haus­halt abhän­gig, von büro­kra­ti­schen Pro­ze­du­ren und [poli­ti­schen] Prio­ri­tä­ten; sie werden oft unre­gel­mä­ßig ver­ge­ben. [...] das bringt einen stän­di­gen Mangel an Betriebs­ka­pi­tal und Pla­nungs­un­si­cher­heit mit sich [...]. Am stärks­ten trifft dies [die Berei­che] For­schung und Ent­wick­lung, denn ohne mini­male Inves­ti­tio­nen ist es unmög­lich, neue Kom­po­nen­ten zu testen. Ohne stän­dige For­schung und Tests gerät der gesamte Prozess der Moder­ni­sie­rung [mili­tä­ri­scher] Aus­rüs­tung ins Stocken, und das nimmt den Streit­kräf­ten ihren tech­no­lo­gi­schen Vor­sprung auf dem Schlachtfeld.

Deshalb geht es für Rüs­tungs­un­ter­neh­men der High­tech-Branche beim Zugang zu aus­län­di­schen Märkten nicht um über­mä­ßige Gewinne, sondern [schlicht] um Sta­bi­li­tät und Wachstum.“

„Nicht, dass wir am Ende weniger erhal­ten, als uns zusteht“

Der Mili­tär­ex­perte Mykola Bie­lies­kov erläu­tert in NV, warum der Staat beim Export von Abfang­droh­nen so vor­sich­tig ist:

„Die Behör­den befürch­ten, dass wir, wenn der Prozess nicht ord­nungs­ge­mäß gesteu­ert wird, unser ein­zig­ar­ti­ges Fach­wis­sen, unsere Erfah­rung und unser Know-how nicht voll aus­schöp­fen können, um unsere Ziele zu errei­chen. Und dass wir am Ende weniger erhal­ten, als uns zusteht.“

Forbes schreibt, der Staat suche nach einer Lösung für dieses Dilemma:

„Die Märkte [...] im Nahen Osten würden kein trag­fä­hi­ges Modell für die Ent­wick­lung der ukrai­ni­schen Rüs­tungs­in­dus­trie bieten, erklärt ein hoch­ran­gi­ger Ver­tre­ter der Ver­tei­di­gungs­bran­che. Die Grund­lage für eine lang­fris­tige Expan­sion sei viel­mehr der Aufbau von Joint Ven­tures in Europa. [...]

Wenn die Ukraine den Ländern am Per­si­schen Golf helfen könne, sei das stra­te­gisch gesehen her­vor­ra­gend, sagt [ein ehe­ma­li­ger Spit­zen­be­am­ter aus der Ver­tei­di­gungs­bran­che eines west­li­chen Ver­bün­de­ten der Ukraine gegen­über Forbes]. ‚Die Ukraine braucht Ver­bün­dete‘, betont er. ‚Die Länder am Golf haben die Taschen voll Geld und sind, wenn sie dies wollen, in der Lage, die Ukraine lang­fris­tig zu unterstützen.‘ [...]

Ver­tre­tern der Regie­rung zufolge soll bis Ende April ein klarer Rahmen für den Export vor­lie­gen [...]. [...] Eine Mög­lich­keit für die Lie­fe­rung von Abfang­droh­nen in den Nahen Osten wäre, dass der Staat die Drohnen direkt bei den Her­stel­lern kaufe und sie anschlie­ßend ins Ausland wei­ter­ver­kaufe, so einer der füh­ren­den [ukrai­ni­schen] Drohnenhersteller [...].“

„Stra­te­gi­sche Abhän­gig­kei­ten schaffen“

Liga beleuch­tet die geo­po­li­ti­sche Dimen­sion einer Part­ner­schaft zwi­schen der Ukraine und den ara­bi­schen Staaten:

„Davon, wie lange der Krieg im Iran dauert, hängt ab, wie viel Russ­land [z. B. durch hohe Ölpreise] ver­die­nen und für den Krieg in der Ukraine aus­ge­ben kann [...]. Durch Angriffe auf rus­si­sche Ölan­la­gen redu­ziert Kyjiw die Gewinne Russlands.

Laut [dem ara­bi­schen Ana­lys­ten Elfadil] Ibrahim spielt die Ukraine ihre Karten geschickt aus. Ihr Ziel sei es nicht nur, Waffen zu ver­kau­fen, sondern auch Abhän­gig­kei­ten zu schaf­fen. Sollten die Golf­staa­ten ukrai­ni­sche Abfang­droh­nen in ihre Ver­tei­di­gung inte­grie­ren und Inves­to­ren die ukrai­ni­sche Rüs­tungs­in­dus­trie finan­zie­ren, wird es für sie schwie­ri­ger, die Bezie­hun­gen zu Kyjiw abzubrechen.

Die Golf­staa­ten werden sich weigern, sich für eine Seite ent­schei­den zu müssen. Instink­tiv halten sie sich mehrere Optio­nen offen. Der Krieg im Iran hat diese Mög­lich­kei­ten jedoch eingeschränkt.“

Här­te­rer Kurs gegen­über Belarus

Seit einigen Monaten ver­schärft die Ukraine ihren Ton gegen­über Belarus, dem wich­tigs­ten Ver­bün­de­ten Moskaus. Ukrai­ni­sche Medien kri­ti­sie­ren das Regime von Macht­ha­ber Alex­an­der Lukaschenko deut­lich schär­fer als früher, während eine wegen Spio­nage ange­klagte bela­ru­si­sche Jour­na­lis­tin vor Gericht steht. Gleich­zei­tig hat Prä­si­dent Wolo­dymyr Selen­skyj die bela­ru­si­sche Oppo­si­ti­ons­füh­re­rin Swjat­lana Zich­anous­kaja, die im ukrai­ni­schen Exil lebt, zum Gespräch eingeladen.

„Lukaschenko ver­dient am Blut der Ukrainer“

Im Inter­view mit der Jew­ro­pe­jska Prawda erklärt Zich­anous­kaja, warum Kyjiw in den ersten Jahren nach dem Groß­an­griff gegen­über dem Lukaschenko-Regime zurück­hal­ten­der war und nun kri­ti­scher wird:

„Ich denke, der Plan war, eine Eska­la­tion zu ver­hin­dern und keine neue Front im Norden zu eröff­nen. Viel­leicht hoffte man, Lukaschenko würde zur Ver­nunft kommen. Doch das war eine Fehleinschätzung.

Alles Schlechte, das Lukaschenko der Ukraine antun konnte, hat er getan. Belarus stellt seinen Luft­raum für Droh­nen­flüge zur Ver­fü­gung und lässt Luft­an­griffe von bela­ru­si­schem Gebiet aus zu. Es [...] unter­stützt die Ver­wal­tungs­or­gane der Besat­zer und den Abtrans­port ukrai­ni­scher Kinder, es liefert Waffen an Russ­land. Das heißt, Lukaschenko ver­dient am Blut der Ukrai­ner und hilft Russ­land dabei, eure Städte anzugreifen.

Der Umschwung in der Politik Kyjiws demons­triert deshalb sicher­lich eine starke Posi­tion der Ukraine. Er ist ein Signal: ‚Lukaschenko, wir fürch­ten dich nicht mehr, aber du soll­test dich vor uns fürchten.‘“

„Ent­schei­dung der Nummer eins unseres Landes“

Sus­pilne berich­tet über den Spio­na­ge­pro­zess gegen die aus Belarus stam­mende Jour­na­lis­tin Inna Kardash, die der ukrai­ni­sche Inlands­ge­heim­dienst SBU am 27. Januar fest­ge­nom­men hatte:

„Der SBU hat Aus­schnitte aus Tele­fon­ge­sprä­chen ver­öf­fent­licht, in denen [...] ein Bekann­ter des [bela­ru­si­schen Geheim­diens­tes] KGB Kardash eine Zusam­men­ar­beit anbie­tet und ihr monat­lich drei­tau­send Euro ver­spricht. ‚Die Ent­schei­dung, Sie [in den Geheim­dienst] auf­zu­neh­men, trifft die Nummer eins unseres Landes. Das heißt, nur drei Per­so­nen wissen von Ihnen‘, sagt der Mann. Was Kardash darauf geant­wor­tet hat, ver­öf­fent­lichte der SBU nicht.

Nach Angaben der Ermitt­ler wil­ligte die Jour­na­lis­tin ein, [...] wor­auf­hin ihr Gesprächs­part­ner sie auf­ge­for­dert habe, für ein ‚ver­trau­li­ches Gespräch‘ nach Buda­pest zu reisen. Kardash kam am 16. Sep­tem­ber in Ungarn an, kaufte dort ein neues Handy, tele­fo­nierte mit einem Mann vom KGB, und ‚im Laufe des Gesprächs gewann er sie für eine ver­deckte Zusam­men­ar­beit‘ mit dem Geheimdienst.

Nach ihrer Rück­kehr ließ sich Kardash vom Koor­di­nie­rungs­stab für den Umgang mit Kriegs­ge­fan­ge­nen ein­stel­len, eine Abtei­lung des [ukrai­ni­schen] Mili­tär­ge­heim­diens­tes HUR. Der SBU ver­öf­fent­lichte Auf­zeich­nun­gen von Gesprä­chen, in denen die Jour­na­lis­tin erzählt, wie sie sich auf den Lügen­de­tek­tor­test vorbereitet.“

Anton Semyz­henko ist Redak­teur der eng­lisch­spra­chi­gen Ausgabe von babel.ua in Kyjiw mit über 15 Jahren Berufs­er­fah­rung als Jour­na­list im ukrai­ni­schen Medienbetrieb.

Chris­tian-Zsolt Varga ist freier Aus­lands­kor­re­spon­dent mit Schwer­punkt Ukraine, Ungarn und Europas Osten und berich­tet für ver­schie­dene euro­päi­sche Medien aus Kyjiw.

Ukrai­ni­sche Medien

Die Online-Zeitung Ukra­jinska Prawda ver­öf­fent­licht als regie­rungs­kri­ti­sches Medium inves­ti­ga­tive Artikel und deckte auch Kor­rup­ti­ons­fälle inner­halb der ukrai­ni­schen Regie­rung auf. Sie zählt zu den meist­ge­nutz­ten Nach­rich­ten­por­ta­len der Ukraine.

Die Ukra­jinska Prawda wurde im Jahr 2000 vom ukrai­nisch-geor­gi­schen Jour­na­lis­ten Heorhij Gon­gadse gegrün­det, der im dar­auf­fol­gen­den Jahr – angeb­lich auf Ver­an­las­sung des dama­li­gen Prä­si­den­ten Leonid Kut­schma – ermor­det wurde. Die heutige Chef­re­dak­teu­rin ist die bekannte ukrai­nisch-krim­ta­ta­ri­sche Jour­na­lis­tin Sevgil Mus­aieva.

Im Mai 2021 ver­kaufte die dama­lige Eigen­tü­me­rin Olena Prytula 100 Prozent der Anteile an Dragon Capital, eine ukrai­ni­sche Invest­ment-Manage­ment-Gesell­schaft, die vom tsche­chi­schen Unter­neh­mer Tomáš Fiala gelei­tet wird.

Aufrufe der Website im Mai 2023: 69,6 Millionen

Das Online-Nach­rich­ten­por­tal und ‑Fern­se­hen Hro­madske finan­ziert sich über Crowd­fun­ding bei seinen Lese­rin­nen und Lesern, Spenden, Werbung und über für andere Medien auf­ge­nom­mene Videos.

Hro­madske wurde als NGO mit dazu­ge­hö­ri­gen Online-Medien im Novem­ber 2013 mit Beginn des Euro­mai­dan gegrün­det. Die jetzige Chef­re­dak­teu­rin ist die ukrai­ni­sche Jour­na­lis­tin Jewhe­nija Motorewska, die sich zuvor mit dem Thema Kor­rup­tion in ukrai­ni­schen Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den befasst hat.

Die Wei­ter­ent­wick­lung von Hro­madske wird von einem Vor­stand vor­an­ge­trie­ben, der aus sieben pro­mi­nen­ten ukrai­ni­schen Per­sön­lich­kei­ten besteht, dar­un­ter Nobel­preis­trä­ge­rin Olek­san­dra Matwijtschuk.

Aufrufe der Website im Mai 2023: 2,8 Millionen

Der ukrai­ni­sche Fern­seh­sen­der mit Online-Nach­rich­ten­por­tal, dessen Chef­re­dak­teu­rin die ukrai­ni­sche Jour­na­lis­tin Chry­styna Hawryl­juk ist, wird finan­zi­ell von der ukrai­ni­schen Regie­rung unter­stützt. In diesem Zusam­men­hang hat sich die Website einer aus­ge­wo­ge­nen Bericht­erstat­tung verpflichtet.

Das renom­mierte Insti­tute of Mass Infor­ma­tion führte Suspilne.Novyny im Sep­tem­ber 2021 auf der soge­nann­ten „weißen Liste“ ukrai­ni­scher Medien, die ein sehr hohes Niveau an zuver­läs­si­gen Infor­ma­tio­nen bieten.

Suspilne.Novyny wurde im Dezem­ber 2019 gegrün­det und gehört zur Natio­na­len öffent­li­chen Rund­funk­ge­sell­schaft der Ukraine. Im Januar 2015 war die zuvor staat­li­che Rund­funk­an­stalt ent­spre­chend euro­päi­schen Stan­dards in eine öffent­li­che Rund­funk­ge­sell­schaft umge­wan­delt worden.

Aufrufe der Website im Mai 2023: 7,4 Millionen

NV ist eine Print- und Online-Zeit­schrift, deren Schwer­punkt auf Nach­rich­ten aus dem Ausland und der ukrai­ni­schen Politik liegt. Zu den Haupt­the­men zählen die inter­na­tio­nale Unter­stüt­zung der Ukraine, Kor­rup­tion sowie die künf­tige Ent­wick­lung des Landes. Die Online-Ausgabe ver­öf­fent­lich oft Artikel renom­mier­ter aus­län­di­scher Medien wie The Eco­no­mist, The New York Times, BBC und Deut­sche Welle. Die Zeit­schrift erscheint frei­tags als Druck­aus­gabe auf Ukrai­nisch, die Website ist auf Ukrai­nisch, Rus­sisch und Eng­lisch ver­füg­bar. NV gilt als eine der zuver­läs­sigs­ten Nach­rich­ten­quel­len in der Ukraine.

NV wurde im Jahr 2014 – ursprüng­lich unter dem Namen Nowjoe Wremja („Die neue Zeit“) – vom ukrai­ni­schen Jour­na­lis­ten Witalij Sytsch gegrün­det, der die Chef­re­dak­tion über­nahm. Zuvor arbei­tete Sytsch bei dem eben­falls popu­lä­ren Magazin Kor­re­spon­dent. Er verließ Kor­re­spon­dent, nachdem es an Serhij Kur­tschenko – einen Janu­ko­wytsch nahe­ste­hen­den Olig­ar­chen aus Charkiw – ver­kauft worden war. NV gehört zum Ver­lags­haus Media-DK, dessen Eigen­tü­mer der tsche­chi­sche Unter­neh­mer Tomáš Fiala ist.

Aufrufe der Website im Mai 2023: 27,1 Millionen

Dser­kalo Tyschnja liefert Hin­ter­grund­be­richte und Ana­ly­sen; das The­men­spek­trum umfasst poli­ti­sche, wirt­schaft­li­che, soziale und kul­tu­relle Themen. Die Zeitung betrach­tet die ukrai­ni­sche Politik und deren Akteure in einem inter­na­tio­na­len Zusam­men­hang. Dser­kalo Tyschnja steht auf der „weißen Liste“ ukrai­ni­scher Medien, die zuver­läs­sige Infor­ma­tio­nen liefern.

Dser­kalo Tyschnja ist eine der ältes­ten ukrai­ni­schen Zei­tun­gen und erschien zuerst 1994. Seit 2020 ist die Zeitung nur noch online ver­füg­bar: auf Ukrai­nisch, Rus­sisch und Eng­lisch. Chef­re­dak­teu­rin ist die bekannte ukrai­ni­sche Jour­na­lis­tin Julija Mostowa, Ehefrau des ehe­ma­li­gen ukrai­ni­schen Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ters Ana­to­lij Hrysenko.

Aufrufe der Website im Mai 2023: 4,7 Millionen

Das ukrai­ni­sche Online-Magazin Babel wurde im Sep­tem­ber 2018 gegrün­det. Das The­men­spek­trum umfasst soziale und poli­ti­sche Themen; beson­de­res Augen­merk gilt aber auch Nach­rich­ten aus der Wis­sen­schaft und über neue Technologien.

Nach dem 24. Februar 2022 wurde die zuvor eben­falls ange­bo­tene rus­si­sche Version der Website geschlos­sen. Statt­des­sen wird nun eine eng­li­sche Version ange­bo­ten. Babel finan­ziert sich über Spenden. Die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter von Babel enga­gie­ren sich in zahl­rei­chen Pro­jek­ten, die darauf abzie­len, die ukrai­ni­schen Streit­kräfte während des Krieges zu unterstützen.

Die Eigen­tü­mer des Online-Maga­zins sind der erste Chef­re­dak­teur Hlib Husjew, Kateryna Kober­nyk und das slo­wa­ki­sche Unter­neh­men IG GmbH.

Heute ist die ukrai­ni­sche Jour­na­listin Kateryna Kober­nyk Chef­re­dak­teurin von Babel.

Aufrufe der Website im Mai 2023: 1,1 Millionen

Das Online-Magazin LB gehört zum Hor­schenin-Insti­tut, einer ukrai­ni­schen Denk­fa­brik, die sich mit poli­ti­schen und gesell­schaft­li­chen Pro­zes­sen in der Ukraine und der Welt beschäf­tigt. LB hat sich auf Inter­views spe­zia­li­siert; häufige Themen sind die ukrai­ni­sche Innen- und inter­na­tio­nale Politik sowie soziale Fragen in der Ukraine.

LB wurde im Juni 2009 unter dem Namen Liwyj Bereh gegrün­det, Chef­re­dak­teu­rin Sonja Kosch­kina hat seit 2018 einen eigenen Youtube-Kanal „Kish­kiNA“, auf dem sie Inter­views mit ver­schie­de­nen Per­so­nen veröffentlicht.

Aufrufe der Website im Mai 2023: 2 Millionen

Im Fokus des ukrai­ni­schen im Jahr 2000 gegrün­de­ten Online-Nach­rich­ten­por­tals LIGA stehen wirt­schaft­li­che, poli­ti­sche und soziale Themen. Seit 2020 steht LIGA auf der „weißen Liste“ ukrai­ni­scher Medien, die stets präzise Infor­ma­tio­nen und zuver­läs­sige Nach­rich­ten anbieten.

Chef­re­dak­teu­rin ist die ukrai­ni­sche Jour­na­lis­tin Julija Bankowa, die davor eine lei­tende Posi­tion bei dem Online-Magazin Hro­madske hatte.

Der Eigen­tü­mer des Nach­rich­ten­por­tals ist die ukrai­ni­sche unab­hän­gige Media­hol­ding Liga­me­dia, deren Geschäfts­füh­rer Dmytro Bon­da­renko ist.

Aufrufe der Website im Mai 2023: 8,5 Millionen

Censor prä­sen­tiert sich als Website mit „emo­tio­na­len Nach­rich­ten“. Der Fokus liegt vor allem auf innen­po­li­ti­schen Ent­wick­lun­gen. Seit dem rus­si­schen Über­fall auf die Ukraine sind viele Bei­träge den Ereig­nis­sen an der Front und den ukrai­ni­schen Streit­kräf­ten gewid­met. Censor ist auf drei Spra­chen ver­füg­bar: Ukrai­nisch, Rus­sisch und Englisch.

Das Nach­rich­ten­por­tal Censor wurde 2004 vom bekann­ten ukrai­ni­schen Jour­na­lis­ten Jurij Butusow gegrün­det und zählt zu den popu­lärs­ten Nach­rich­ten­sei­ten des Landes. Butusow gilt als schar­fer Kri­ti­ker von Prä­si­dent Selen­skyj. Er erhebt schwere Vor­würfe in Bezug auf Kor­rup­tion inner­halb der ukrai­ni­schen Regie­rung, schlechte Vor­be­rei­tung auf den Krieg gegen Russ­land und unbe­frie­di­gende Ver­wal­tung der Armee. Butusow wird von über 400.000 Men­schen auf Face­book gelesen. Seine Posts auf dem sozia­len Netz­werk haben enormen Ein­fluss und lösen hitzige Dis­kus­sio­nen aus.

Aufrufe der Website im Mai 2023: 59 Millionen

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