„Lukaschenko verdient am Blut der Ukrainer“

Presseschau ukrainischer Medien | 18. bis 31. März 2026:
Filarets widersprüchliches Erbe
Drohnendiplomatie als Antwort auf Iran-Krieg
Härterer Kurs gegenüber Belarus
Filarets widersprüchliches Erbe
Am 20. März starb Filaret, der frühere Patriarch des Kyjiwer Patriarchats der Ukrainisch-Orthodoxen Kirche und eine Schlüsselfigur der ukrainischen Orthodoxie. Jahrzehntelang hatte er der Kirche gedient: zunächst als faktischer Führer der sowjetischen Orthodoxie und Gegner einer unabhängigen ukrainischen Kirche – später als einer ihrer wichtigsten Architekten. Filaret baute eine von Moskau losgelöste Kirchenstruktur auf, bestand jedoch auf persönlicher Macht. Als die Ukraine 2019 die Eigenständigkeit ihrer Kirche erlangte, blieb für Filaret nur eine symbolische Rolle, die er bis zuletzt nicht akzeptierte.
„Ohne ukrainische Sprache keine nationale Kirche“
LB beschreibt Filaret in einem ausführlichen Nachruf als eine zugleich traditionalistische und progressive Figur:
„Als er sich zum Krieg und zur Besetzung eines Teils der Region Donezk äußerte, sagte er, der Donbas sei ukrainisches Land. ‚Im Donbas gibt es kein einziges russisches Dorf – alle Dörfer sind ukrainisch. [...] Ich bin Ukrainer, wurde auf ukrainischem Boden geboren und werde die ukrainische Erde bis zum Tod verteidigen‘, sagte Filaret, der [...] aus der Region Donezk stammt. [...]
Er vertrat für die Orthodoxie stets traditionelle, konservative Ansichten. So kritisierte er Papst Franziskus für dessen wohlwollende Haltung gegenüber gleichgeschlechtlichen Partnerschaften und verurteilte Abtreibungen kategorisch.
Gleichzeitig unternahm er progressive ökumenische Schritte: Er unterstützte den Besuch von Papst Johannes Paul II. in der Ukraine und nahm an dessen Treffen mit Mitgliedern des Allukrainischen Rates der Kirchen und religiösen Organisationen teil. Zudem war er stolz auf die Einführung der ukrainischen Schriftsprache im Gottesdienst und vertrat die Ansicht, eine nationale Kirche könne nicht ohne die ukrainische Sprache existieren.“
„Leben unter einer gottlosen Macht“
Suspilne erwähnt in einem Porträt über Filaret dessen Verbindungen zum sowjetischen Geheimdienst KGB:
„Anhand seiner Auslandsreisen identifizierte eine Kommission [des damaligen russischen Parlaments] Filaret, den Metropoliten von Kyjiw und Galizien, als Agent ‚Antonov‘. Filaret räumte später ein, dies entspreche der Wahrheit, bestand jedoch darauf, dass es keine Sünde sei. Wenn Gott eine gottlose Macht zugelassen habe, so Filaret, dann müsse man unter den Bedingungen dieser gottlosen Macht leben.“
„Das Ende einer Ära“
Der Unternehmer und Publizist Valerii Pekar beschreibt Filaret in NV als Figur einer Generation im Übergang und erklärt damit dessen Widersprüchlichkeit:
„Er begann [sein Wirken] noch in jener [sowjetischen] Epoche und beendete es in der heutigen. Daraus ergibt sich die komplexe Gemengelage seiner Stärken und Schwächen, Verdienste und Fehler [...]. [...] Ein solcher Typ Mensch ist charakteristisch für die unabhängige Ukraine; man findet ähnliche Persönlichkeiten in Politik, Wissenschaft, Kunst und so weiter. [...]
Ein winziger Teil [der Menschheit] hat schon immer in der Zukunft gelebt. Es gibt nur eine Handvoll von ihnen. [...] Die überwiegende Mehrheit [der Menschen] steckt in der Vergangenheit fest: Sie wurden in der Sowjetunion geboren, haben dort ihren Weg begonnen – und sind mental ihr ganzes Leben lang darin steckengeblieben, weil sie nicht in der Lage waren, die Verbindung dorthin zu kappen.
Eine [kleine, aber] bedeutende Minderheit wurde in der Vergangenheit geboren und hat die Kraft gefunden, einen Schritt in die Zukunft zu machen. Diesen Menschen verdanken wir, dass sie der nächsten Generation ein anderes Land hinterließen als jenes, das sie selbst geerbt hatten. Aus eben dieser Perspektive wird die Geschichte sie einst beurteilen: Sie wird ihre Fehler allenfalls kurz erwähnen und ihre Errungenschaften hervorheben. Jetzt ist diese Ära zu Ende.“
Drohnendiplomatie als Antwort auf Iran-Krieg
Der Iran-Krieg am Persischen Golf lenkt den Blick auch auf ukrainische Militärtechnologie – vor allem auf Abwehrsysteme gegen die Shahed-Drohnen des iranischen Regimes. In Kyjiw ist bereits von einem möglichen Export solcher Waffen die Rede. Die politische Führung spricht von Technologie und Know-how als „ukrainischem Öl“ und will ihre Weitergabe deshalb streng kontrollieren. Andere Stimmen warnen, durch zu viel Vorsicht könne die Ukraine ihr bestes Zeitfenster auf dem Weltmarkt verpassen.
„Ein einziger Auftraggeber reicht nicht – selbst wenn es der Staat ist“
Der Militäranalyst Viktor Kevliuk vom Zentrum für Verteidigungsstrategien erklärt bei LB, warum er Rüstungsexporte für nötig hält, um die Entwicklung der Branche voranzutreiben:
„Die Welt hat sehr schnell erkannt, dass es bei den Erfahrungen der Ukraine nicht nur um bestimmte Fluggeräte geht. Es geht um Taktik, um die Geschwindigkeit technischer Anpassungen, die Adaption an ein komplexes und äußerst dynamisches Umfeld der elektronischen Kriegsführung, die Organisation des massiven Einsatzes von Drohnen, die Ausbildung von Drohnenpilot:innen und schnelle Modernisierungszyklen. Bei uns ist tatsächlich eine neue Branche entstanden, die die Hersteller von Drohnen, Elektronik, Kommunikationstechnik, Software, optischen Geräten und Munition sowie Ausbildungszentren vereint.
Doch jede Branche steht vor demselben simplen Problem: Sie kann sich nicht stabil entwickeln, wenn sie nur für einen einzigen Auftraggeber arbeitet – selbst wenn dieser Auftraggeber der eigene Staat im Kriegszustand ist.
Staatliche Aufträge sind vom Staatshaushalt abhängig, von bürokratischen Prozeduren und [politischen] Prioritäten; sie werden oft unregelmäßig vergeben. [...] das bringt einen ständigen Mangel an Betriebskapital und Planungsunsicherheit mit sich [...]. Am stärksten trifft dies [die Bereiche] Forschung und Entwicklung, denn ohne minimale Investitionen ist es unmöglich, neue Komponenten zu testen. Ohne ständige Forschung und Tests gerät der gesamte Prozess der Modernisierung [militärischer] Ausrüstung ins Stocken, und das nimmt den Streitkräften ihren technologischen Vorsprung auf dem Schlachtfeld.
Deshalb geht es für Rüstungsunternehmen der Hightech-Branche beim Zugang zu ausländischen Märkten nicht um übermäßige Gewinne, sondern [schlicht] um Stabilität und Wachstum.“
„Nicht, dass wir am Ende weniger erhalten, als uns zusteht“
Der Militärexperte Mykola Bielieskov erläutert in NV, warum der Staat beim Export von Abfangdrohnen so vorsichtig ist:
„Die Behörden befürchten, dass wir, wenn der Prozess nicht ordnungsgemäß gesteuert wird, unser einzigartiges Fachwissen, unsere Erfahrung und unser Know-how nicht voll ausschöpfen können, um unsere Ziele zu erreichen. Und dass wir am Ende weniger erhalten, als uns zusteht.“
Forbes schreibt, der Staat suche nach einer Lösung für dieses Dilemma:
„Die Märkte [...] im Nahen Osten würden kein tragfähiges Modell für die Entwicklung der ukrainischen Rüstungsindustrie bieten, erklärt ein hochrangiger Vertreter der Verteidigungsbranche. Die Grundlage für eine langfristige Expansion sei vielmehr der Aufbau von Joint Ventures in Europa. [...]
Wenn die Ukraine den Ländern am Persischen Golf helfen könne, sei das strategisch gesehen hervorragend, sagt [ein ehemaliger Spitzenbeamter aus der Verteidigungsbranche eines westlichen Verbündeten der Ukraine gegenüber Forbes]. ‚Die Ukraine braucht Verbündete‘, betont er. ‚Die Länder am Golf haben die Taschen voll Geld und sind, wenn sie dies wollen, in der Lage, die Ukraine langfristig zu unterstützen.‘ [...]
Vertretern der Regierung zufolge soll bis Ende April ein klarer Rahmen für den Export vorliegen [...]. [...] Eine Möglichkeit für die Lieferung von Abfangdrohnen in den Nahen Osten wäre, dass der Staat die Drohnen direkt bei den Herstellern kaufe und sie anschließend ins Ausland weiterverkaufe, so einer der führenden [ukrainischen] Drohnenhersteller [...].“
„Strategische Abhängigkeiten schaffen“
Liga beleuchtet die geopolitische Dimension einer Partnerschaft zwischen der Ukraine und den arabischen Staaten:
„Davon, wie lange der Krieg im Iran dauert, hängt ab, wie viel Russland [z. B. durch hohe Ölpreise] verdienen und für den Krieg in der Ukraine ausgeben kann [...]. Durch Angriffe auf russische Ölanlagen reduziert Kyjiw die Gewinne Russlands.
Laut [dem arabischen Analysten Elfadil] Ibrahim spielt die Ukraine ihre Karten geschickt aus. Ihr Ziel sei es nicht nur, Waffen zu verkaufen, sondern auch Abhängigkeiten zu schaffen. Sollten die Golfstaaten ukrainische Abfangdrohnen in ihre Verteidigung integrieren und Investoren die ukrainische Rüstungsindustrie finanzieren, wird es für sie schwieriger, die Beziehungen zu Kyjiw abzubrechen.
Die Golfstaaten werden sich weigern, sich für eine Seite entscheiden zu müssen. Instinktiv halten sie sich mehrere Optionen offen. Der Krieg im Iran hat diese Möglichkeiten jedoch eingeschränkt.“
Härterer Kurs gegenüber Belarus
Seit einigen Monaten verschärft die Ukraine ihren Ton gegenüber Belarus, dem wichtigsten Verbündeten Moskaus. Ukrainische Medien kritisieren das Regime von Machthaber Alexander Lukaschenko deutlich schärfer als früher, während eine wegen Spionage angeklagte belarusische Journalistin vor Gericht steht. Gleichzeitig hat Präsident Wolodymyr Selenskyj die belarusische Oppositionsführerin Swjatlana Zichanouskaja, die im ukrainischen Exil lebt, zum Gespräch eingeladen.
„Lukaschenko verdient am Blut der Ukrainer“
Im Interview mit der Jewropejska Prawda erklärt Zichanouskaja, warum Kyjiw in den ersten Jahren nach dem Großangriff gegenüber dem Lukaschenko-Regime zurückhaltender war und nun kritischer wird:
„Ich denke, der Plan war, eine Eskalation zu verhindern und keine neue Front im Norden zu eröffnen. Vielleicht hoffte man, Lukaschenko würde zur Vernunft kommen. Doch das war eine Fehleinschätzung.
Alles Schlechte, das Lukaschenko der Ukraine antun konnte, hat er getan. Belarus stellt seinen Luftraum für Drohnenflüge zur Verfügung und lässt Luftangriffe von belarusischem Gebiet aus zu. Es [...] unterstützt die Verwaltungsorgane der Besatzer und den Abtransport ukrainischer Kinder, es liefert Waffen an Russland. Das heißt, Lukaschenko verdient am Blut der Ukrainer und hilft Russland dabei, eure Städte anzugreifen.
Der Umschwung in der Politik Kyjiws demonstriert deshalb sicherlich eine starke Position der Ukraine. Er ist ein Signal: ‚Lukaschenko, wir fürchten dich nicht mehr, aber du solltest dich vor uns fürchten.‘“
„Entscheidung der Nummer eins unseres Landes“
Suspilne berichtet über den Spionageprozess gegen die aus Belarus stammende Journalistin Inna Kardash, die der ukrainische Inlandsgeheimdienst SBU am 27. Januar festgenommen hatte:
„Der SBU hat Ausschnitte aus Telefongesprächen veröffentlicht, in denen [...] ein Bekannter des [belarusischen Geheimdienstes] KGB Kardash eine Zusammenarbeit anbietet und ihr monatlich dreitausend Euro verspricht. ‚Die Entscheidung, Sie [in den Geheimdienst] aufzunehmen, trifft die Nummer eins unseres Landes. Das heißt, nur drei Personen wissen von Ihnen‘, sagt der Mann. Was Kardash darauf geantwortet hat, veröffentlichte der SBU nicht.
Nach Angaben der Ermittler willigte die Journalistin ein, [...] woraufhin ihr Gesprächspartner sie aufgefordert habe, für ein ‚vertrauliches Gespräch‘ nach Budapest zu reisen. Kardash kam am 16. September in Ungarn an, kaufte dort ein neues Handy, telefonierte mit einem Mann vom KGB, und ‚im Laufe des Gesprächs gewann er sie für eine verdeckte Zusammenarbeit‘ mit dem Geheimdienst.
Nach ihrer Rückkehr ließ sich Kardash vom Koordinierungsstab für den Umgang mit Kriegsgefangenen einstellen, eine Abteilung des [ukrainischen] Militärgeheimdienstes HUR. Der SBU veröffentlichte Aufzeichnungen von Gesprächen, in denen die Journalistin erzählt, wie sie sich auf den Lügendetektortest vorbereitet.“
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Ukrainische Medien
Die Online-Zeitung Ukrajinska Prawda veröffentlicht als regierungskritisches Medium investigative Artikel und deckte auch Korruptionsfälle innerhalb der ukrainischen Regierung auf. Sie zählt zu den meistgenutzten Nachrichtenportalen der Ukraine.
Die Ukrajinska Prawda wurde im Jahr 2000 vom ukrainisch-georgischen Journalisten Heorhij Gongadse gegründet, der im darauffolgenden Jahr – angeblich auf Veranlassung des damaligen Präsidenten Leonid Kutschma – ermordet wurde. Die heutige Chefredakteurin ist die bekannte ukrainisch-krimtatarische Journalistin Sevgil Musaieva.
Im Mai 2021 verkaufte die damalige Eigentümerin Olena Prytula 100 Prozent der Anteile an Dragon Capital, eine ukrainische Investment-Management-Gesellschaft, die vom tschechischen Unternehmer Tomáš Fiala geleitet wird.
Aufrufe der Website im Mai 2023: 69,6 Millionen
Das Online-Nachrichtenportal und ‑Fernsehen Hromadske finanziert sich über Crowdfunding bei seinen Leserinnen und Lesern, Spenden, Werbung und über für andere Medien aufgenommene Videos.
Hromadske wurde als NGO mit dazugehörigen Online-Medien im November 2013 mit Beginn des Euromaidan gegründet. Die jetzige Chefredakteurin ist die ukrainische Journalistin Jewhenija Motorewska, die sich zuvor mit dem Thema Korruption in ukrainischen Strafverfolgungsbehörden befasst hat.
Die Weiterentwicklung von Hromadske wird von einem Vorstand vorangetrieben, der aus sieben prominenten ukrainischen Persönlichkeiten besteht, darunter Nobelpreisträgerin Oleksandra Matwijtschuk.
Aufrufe der Website im Mai 2023: 2,8 Millionen
Der ukrainische Fernsehsender mit Online-Nachrichtenportal, dessen Chefredakteurin die ukrainische Journalistin Chrystyna Hawryljuk ist, wird finanziell von der ukrainischen Regierung unterstützt. In diesem Zusammenhang hat sich die Website einer ausgewogenen Berichterstattung verpflichtet.
Das renommierte Institute of Mass Information führte Suspilne.Novyny im September 2021 auf der sogenannten „weißen Liste“ ukrainischer Medien, die ein sehr hohes Niveau an zuverlässigen Informationen bieten.
Suspilne.Novyny wurde im Dezember 2019 gegründet und gehört zur Nationalen öffentlichen Rundfunkgesellschaft der Ukraine. Im Januar 2015 war die zuvor staatliche Rundfunkanstalt entsprechend europäischen Standards in eine öffentliche Rundfunkgesellschaft umgewandelt worden.
Aufrufe der Website im Mai 2023: 7,4 Millionen
NV ist eine Print- und Online-Zeitschrift, deren Schwerpunkt auf Nachrichten aus dem Ausland und der ukrainischen Politik liegt. Zu den Hauptthemen zählen die internationale Unterstützung der Ukraine, Korruption sowie die künftige Entwicklung des Landes. Die Online-Ausgabe veröffentlich oft Artikel renommierter ausländischer Medien wie The Economist, The New York Times, BBC und Deutsche Welle. Die Zeitschrift erscheint freitags als Druckausgabe auf Ukrainisch, die Website ist auf Ukrainisch, Russisch und Englisch verfügbar. NV gilt als eine der zuverlässigsten Nachrichtenquellen in der Ukraine.
NV wurde im Jahr 2014 – ursprünglich unter dem Namen Nowjoe Wremja („Die neue Zeit“) – vom ukrainischen Journalisten Witalij Sytsch gegründet, der die Chefredaktion übernahm. Zuvor arbeitete Sytsch bei dem ebenfalls populären Magazin Korrespondent. Er verließ Korrespondent, nachdem es an Serhij Kurtschenko – einen Janukowytsch nahestehenden Oligarchen aus Charkiw – verkauft worden war. NV gehört zum Verlagshaus Media-DK, dessen Eigentümer der tschechische Unternehmer Tomáš Fiala ist.
Aufrufe der Website im Mai 2023: 27,1 Millionen
Dserkalo Tyschnja liefert Hintergrundberichte und Analysen; das Themenspektrum umfasst politische, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Themen. Die Zeitung betrachtet die ukrainische Politik und deren Akteure in einem internationalen Zusammenhang. Dserkalo Tyschnja steht auf der „weißen Liste“ ukrainischer Medien, die zuverlässige Informationen liefern.
Dserkalo Tyschnja ist eine der ältesten ukrainischen Zeitungen und erschien zuerst 1994. Seit 2020 ist die Zeitung nur noch online verfügbar: auf Ukrainisch, Russisch und Englisch. Chefredakteurin ist die bekannte ukrainische Journalistin Julija Mostowa, Ehefrau des ehemaligen ukrainischen Verteidigungsministers Anatolij Hrysenko.
Aufrufe der Website im Mai 2023: 4,7 Millionen
Das ukrainische Online-Magazin Babel wurde im September 2018 gegründet. Das Themenspektrum umfasst soziale und politische Themen; besonderes Augenmerk gilt aber auch Nachrichten aus der Wissenschaft und über neue Technologien.
Nach dem 24. Februar 2022 wurde die zuvor ebenfalls angebotene russische Version der Website geschlossen. Stattdessen wird nun eine englische Version angeboten. Babel finanziert sich über Spenden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Babel engagieren sich in zahlreichen Projekten, die darauf abzielen, die ukrainischen Streitkräfte während des Krieges zu unterstützen.
Die Eigentümer des Online-Magazins sind der erste Chefredakteur Hlib Husjew, Kateryna Kobernyk und das slowakische Unternehmen IG GmbH.
Heute ist die ukrainische Journalistin Kateryna Kobernyk Chefredakteurin von Babel.
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Das Online-Magazin LB gehört zum Horschenin-Institut, einer ukrainischen Denkfabrik, die sich mit politischen und gesellschaftlichen Prozessen in der Ukraine und der Welt beschäftigt. LB hat sich auf Interviews spezialisiert; häufige Themen sind die ukrainische Innen- und internationale Politik sowie soziale Fragen in der Ukraine.
LB wurde im Juni 2009 unter dem Namen Liwyj Bereh gegründet, Chefredakteurin Sonja Koschkina hat seit 2018 einen eigenen Youtube-Kanal „KishkiNA“, auf dem sie Interviews mit verschiedenen Personen veröffentlicht.
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Im Fokus des ukrainischen im Jahr 2000 gegründeten Online-Nachrichtenportals LIGA stehen wirtschaftliche, politische und soziale Themen. Seit 2020 steht LIGA auf der „weißen Liste“ ukrainischer Medien, die stets präzise Informationen und zuverlässige Nachrichten anbieten.
Chefredakteurin ist die ukrainische Journalistin Julija Bankowa, die davor eine leitende Position bei dem Online-Magazin Hromadske hatte.
Der Eigentümer des Nachrichtenportals ist die ukrainische unabhängige Mediaholding Ligamedia, deren Geschäftsführer Dmytro Bondarenko ist.
Aufrufe der Website im Mai 2023: 8,5 Millionen
Censor präsentiert sich als Website mit „emotionalen Nachrichten“. Der Fokus liegt vor allem auf innenpolitischen Entwicklungen. Seit dem russischen Überfall auf die Ukraine sind viele Beiträge den Ereignissen an der Front und den ukrainischen Streitkräften gewidmet. Censor ist auf drei Sprachen verfügbar: Ukrainisch, Russisch und Englisch.
Das Nachrichtenportal Censor wurde 2004 vom bekannten ukrainischen Journalisten Jurij Butusow gegründet und zählt zu den populärsten Nachrichtenseiten des Landes. Butusow gilt als scharfer Kritiker von Präsident Selenskyj. Er erhebt schwere Vorwürfe in Bezug auf Korruption innerhalb der ukrainischen Regierung, schlechte Vorbereitung auf den Krieg gegen Russland und unbefriedigende Verwaltung der Armee. Butusow wird von über 400.000 Menschen auf Facebook gelesen. Seine Posts auf dem sozialen Netzwerk haben enormen Einfluss und lösen hitzige Diskussionen aus.
Aufrufe der Website im Mai 2023: 59 Millionen
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