„Jeder Treffer auf den Reaktor könnte die Katastrophe wiederholen“

Presseschau ukrainischer Medien | 15. bis 28. April 2026:
40 Jahre Tschornobyl
Bulgarien-Wahl: Wird Radew der neue Orbán in der EU?
Verteidigungsminister seit 100 Tagen: Fedorows erste Bilanz
40 Jahre Tschornobyl
Am 26. April erinnerte die Ukraine an den 40. Jahrestag der Explosion im Kernkraftwerk Tschornobyl, im Land meist Tschornobyl-Katastrophe genannt. Das Unglück verseuchte weite Landstriche und machte sie unbewohnbar. Zugleich deckte es organisatorische Schwächen der Sowjetunion und die moralische Krise ihrer Ideologie auf: Der Staat ignorierte Warnzeichen und räumte das Ausmaß der Katastrophe erst Wochen später ein. Ukrainische Medien blicken auf den Reaktorunfall zurück und beleuchten die Folgen, die er bis heute hat – auf ganz unterschiedlichen Ebenen.
„Niemand zog Konsequenzen“
Wie LB anhand inzwischen freigegebener KGB-Berichte zeigt, verursachte die schlechte Bauqualität des Kernkraftwerks Tschornobyl schon Jahre vor der Explosion Störfälle, die im abgeschotteten Sowjetsystem jedoch nie jemand ernst nahm:
„Im Februar 1979 trat die erste Störung [...] auf. Der automatische Schutzmechanismus sprang an und schaltete den ersten Reaktorblock ab. Niemand kam zu Schaden – es gab lediglich zu wenig Strom im Land, worüber man die KGB-Zentrale in Kyjiw informierte. Im Juni desselben Jahres folgte die zweite Störung, ausgelöst durch eine undichte Stelle. Der Geheimdienst meldete den Vorfall dem Zentralkomitee der Kommunistischen Partei der Ukraine, die den Bericht ignorierte.
Der erste Störfall, der auch für das Personal des Atomkraftwerks hätte gefährlich werden können, ereignete sich am 19. und 20. April 1981. Aus einer Rohrleitung des ersten Reaktorblocks trat radioaktives Wasser aus und verseuchte 180 Quadratmeter Boden. Doch auch darauf erfolgte kaum eine Reaktion. Zwischen der Inbetriebnahme des Kernkraftwerks 1977 und der des dritten Reaktorblocks im Dezember 1981 gab es im AKW Tschornobyl 29 Notabschaltungen.
Darüber wurden zahlreiche Berichte verfasst, die allesamt folgenlos blieben. Selbst die Mess- und Kontrollgeräte, hieß es, hätten nicht funktioniert, sodass sich die Strahlenbelastung [...] nicht korrekt messen ließ. Gleichzeitig begann die Leitung des Kraftwerks, in einem mit radioaktiven Nukliden verseuchten Kühlteich Fische zu züchten – und diese [...] sogar an Menschen in der Region Kyjiw zu verkaufen. [...]
1982 ereignete sich im Kraftwerk Tschornobyl ein Unfall, den man als letzte Warnung vor der großen Explosion betrachten kann. Als der Reaktor des ersten Blocks nach einer Generalüberholung am 9. September wieder hochgefahren wurde, gelangten wegen einer [unvorhergesehenen] Unterbrechung des Startvorgangs radioaktive Stoffe in die Umwelt. Die Strahlenwerte auf dem Kraftwerksgelände überschritten die zulässigen Grenzwerte um ein Dutzendfaches, in umliegenden Städten und Dörfern sogar um das Hundertfache. Konsequenzen zog daraus niemand.“
„Jeder Treffer auf den Reaktor könnte die Katastrophe wiederholen“
Liga warnt, die Reste des verunglückten Reaktors würden im Krieg erneut zu einem Sicherheitsrisiko:
„Das Gebiet Tschornobyl steht heute nicht mehr nur für eine Tragödie in der Vergangenheit, sondern könnte auch Auslöser einer neuen werden. Über die Reste von Reaktor Nr. 4, in denen noch Hunderte Tonnen radioaktiver Stoffe lagern, fliegen regelmäßig russische Drohnen und Raketen. Durch einen Treffer – ob gezielt oder versehentlich – [...] könnte sich die Katastrophe wiederholen, die einst radioaktiven Niederschlag über ganz Europa brachte.
‚Wenn eine Rakete oder Drohne den Schutzmantel trifft und der Sarkophag einstürzt, werden Hunderte Tonnen radioaktiver Staub freigesetzt, der aufsteigt, eine Wolke bildet und sich überallhin verbreitet‘, sagt der Generaldirektor des Kraftwerks Tschornobyl, Serhii Tarakanov.“
„Doch er ist nirgends“
Die Ukrajinska Prawda schildert am Beispiel von Nataliia Khodymchuk, der Witwe des ersten Tschornobyl-Opfers, wie sich die Katastrophe von 1986 und Russlands Angriffskrieg überlagern. Nach der Reaktorexplosion zogen viele Kraftwerksmitarbeiter:innen nach Kyjiw – in Wohnhäuser, die eigens für sie bereitgestellt wurden. Im vergangenen November traf eine russische Kamikaze-Drohne eines dieser Häuser und zerstörte mehrere Wohnungen. Die 74-jährige Khodymchuk erlitt schwerste Verbrennungen und starb später im Krankenhaus:
„Nataliia und Valerii trafen sich in Prypjat. Er arbeitete im Kernkraftwerk, hatte als Kesselmaschinist angefangen, sie verkaufte Essen in der Kantine, in die er mittags ging. Sie verliebten sich, heirateten. 1975 erhielten sie eine geräumige Wohnung. Sie zogen zwei Kinder groß. […]
‚Valerii machte sich für die Nachtschicht fertig, im Fernsehen lief ein Film über eine Vernunftehe. Ich umarmte ihn und fragte, ob er mich aus Liebe geheiratet habe. Er lächelte und sagte: Natürlich aus Liebe!‘, erinnerte sich Nataliia […]. Es war das letzte Mal, dass sie ihn sah.
Valeriis Tante, die Künstlerin Mariia Prymachenko, widmete ihrem getöteten Neffen ein Bild: einen fantastischen blauen Vogel mit ausgebreiteten Flügeln. ‚Dieser Vogel fliegt, sucht seinen Mann. Doch er ist nirgends. Sein Körper wurde über die ganze Ukraine verstreut…‘, steht in der Bildunterschrift. Vielleicht hat der Vogel seinen Mann jetzt gefunden.“
Bulgarien-Wahl: Wird Radew der neue Orbán in der EU?
Bei der Parlamentswahl in Bulgarien erreichte das Parteienbündnis des früheren Präsidenten Rumen Radew überraschend eine klare Mehrheit. Radew hatte 2014 Wladimir Putin besucht und erklärt, die Krim gehöre zu Russland. Eine Woche nach dem politischen Umbruch in Budapest diskutieren ukrainische Medien, ob Radew für Moskau zum Ersatz-Orbán in der EU werden könnte – und was sein Wahlerfolg für die Beziehungen zu Bulgarien bedeutet, das als wichtiger Lieferant von Artilleriemunition und anderen Waffen gilt.
„Militärische Hilfe und Dieselexporte“
Babel berichtet darüber, wie stark Bulgarien die Ukraine nach dem russischen Einmarsch unterstützt hat:
„Bereits im April 2022 hatte die bulgarische Regierung einen geheimen Mechanismus für umfassende militärische Hilfe an die Ukraine in Gang gesetzt. Eine Schlüsselrolle spielte dabei [der ehemalige] Premierminister Kiril Petkow: Er sorgte dafür, dass Bulgarien Exportlizenzen an Transitländer wie Rumänien und Polen vergab. Der polnische Militärflughafen Rzeszów wurde zum zentralen Umschlagplatz. Innerhalb von zwei Monaten flogen etwa 50 Maschinen mit Waffen und Munition von Bulgarien nach Rzeszów. Gleichzeitig [...] gab es eine Transportroute für Lastwagen auf dem Landweg durch Rumänien und Ungarn. In nur 164 Tagen lieferte Bulgarien [damals] Waffen im Wert von 2,7 Milliarden US-Dollar an die Ukraine [...]. Neben Rüstungsgütern exportierte Bulgarien auch große Mengen Dieselkraftstoff und deckte so zeitweise 40 Prozent des ukrainischen Bedarfs.“
„Radew kann es sich nicht leisten, gegen Europa zu agieren“
Im Interview mit Suspilne erklärt Bulgariens früherer Verteidigungsminister, Todor Tagarew, die proeuropäische Mehrheit im Land erschwere es Radew, den Kurs grundlegend zu ändern:
„Die Menschen werden einfach keine Politik dulden, die Bulgarien von Europa entfremdet. Auf die Frage: ‚Wenn Sie einen strategischen Partner für Bulgarien wählen müssten, wer wäre das?‘ antworteten [...] im vergangenen Monat 56 Prozent der Befragten: Europa. Acht Prozent nannten die USA. 19 Prozent halten – leider – weiterhin Russland für den richtigen Partner. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung weiß also genau, wo sie steht.
Und schaut man sich an, wie sich die Menschen verhalten, sind es wohl eher 90 als 56 Prozent, die morgen in einen Billigflieger steigen und [...] übers Wochenende nach Italien fliegen wollen [...]. Sie brauchen keinen Reisepass, müssen kein Geld wechseln, nichts. [...] Daran haben sich die Menschen schon so sehr gewöhnt, dass sie nichts anderes akzeptieren würden.
Zudem finden die meisten Investitionen und der Großteil des Handels innerhalb der EU statt. Bulgarien profitiert enorm von europäischen Fonds zur Förderung der Infrastruktur [...]. Radew kann es sich nicht leisten, gegen Europa zu agieren – unabhängig davon, wer ihn gewählt hat und warum.“
„Keine verfassungsändernde Mehrheit“
LB greift die Sorge auf, Radew könne versuchen Orbán nachzueifern und erklärt, dazu fehle ihm schlicht die Macht:
„Wahrscheinlich wird er die Rolle des Euro-Skeptikers und Brüssel-Kritikers vor allem für das heimische Publikum spielen. In der Außenpolitik wird er vorsichtiger auftreten – wenn auch mit einiger Skepsis gegenüber der Unterstützung für die Ukraine.
Man darf nicht vergessen, dass Radews Partei Progressives Bulgarien mit 131 von 240 Sitzen zwar die absolute Mehrheit im Parlament hat – aber immer noch keine verfassungsändernde Mehrheit wie Tisza [die Partei von Orbán-Herausforderer Péter Magyar] in Ungarn. Dazu fehlen ihr 29 Stimmen. Selbst wenn Radew versuchen sollte, sich mit der rechtsextremen, prorussischen Partei Wiedergeburt [...] zu verbünden, bliebe dieses Problem ungelöst, denn die hat nur zwölf Mandate. Für Verfassungsänderungen bräuchte er die Unterstützung prowestlicher Kräfte [...].
Bulgariens [...] Abhängigkeit von europäischer Hilfe, die fast drei Prozent des BIP ausmacht, schränkt Radews Spielraum, Sanktionen gegen die Russische Föderation oder die Unterstützung der Ukraine komplett zu blockieren, stark ein. Zudem erzielt die bulgarische Rüstungsindustrie beträchtliche Gewinne durch die Produktion von Waffen, die unter anderem in die Ukraine geliefert werden.“
Verteidigungsminister seit 100 Tagen: Fedorows erste Bilanz
Am 14. Januar wählte das ukrainische Parlament Mychajlo Fedorow, zuvor erfolgreicher Minister für digitale Transformation, zum Verteidigungsminister. Präsident Wolodymyr Selenskyj setzte darauf, eines der zentralen Ressorts effizienter und innovativer zu gestalten. Doch Beobachter warnten früh: Ein Ministerium mit großem Apparat und langer Tradition zu reformieren, sei weitaus schwieriger, als ein junges, schlankes Digitalministerium zu führen. Nach 100 Tagen Fedorows im Amt ziehen ukrainische Medien eine erste Bilanz.
„Das Ministerium steht vor einer grundlegenden Reform“
Fedorows Hauptproblem sei der aufgeblähte und oft ineffiziente Apparat des Verteidigungsministeriums, erklärt Maksym Kostetskyi vom Antikorruptionsbeirat des Ministeriums bei NV:
„Soweit ich weiß, unterstehen dem ukrainischen Verteidigungsministerium derzeit rund 12.000 Beschäftigte. Einige übernehmen […] doppelte, teils sogar dreifache Aufgaben. So entstehen Konkurrenz und Unvereinbarkeiten zwischen den Abteilungen. […] Deshalb [braucht] das Ministerium ein unabhängiges Audit von Personal und Infrastruktur […]. […]
Das Ministerium steht vor einer grundlegenden Reform. Es sollten [...] klare Aufgabenbereiche für die Stellvertreter und Berater des Ministers erkennbar werden und sichergestellt sein, dass einzelne Personen nicht nur um ihres Amtes willen im Dienst bleiben.“
„Die kommenden Monate werden entscheidend sein“
Fedorows Amtszeit gilt bislang weithin als positiv und produktiv – Liga spricht gar von anhaltenden „Flitterwochen“:
„Die deutlichsten Veränderungen sind derzeit in der Luftabwehr erkennbar: Es geht um personelle Erneuerungen, um die Reform der Kurzstrecken-Luftabwehr, um zusätzliche Maßnahmen in den Regionen und darum, den Russen den Zugang zum Starlink-System zu sperren. [...]
Fedorow hat Tempo, Fokus und eine technologieorientierte Logik ins Verteidigungsministerium gebracht. Doch damit die Veränderungen, die er anschiebt, nicht rein äußerlich bleiben, sondern die Probleme im Kern angehen, muss der Minister lernen, mit dem systemischen Widerstand der Institution umzugehen.
Die zentrale Herausforderung besteht darin, Veränderungen in einem Umfeld ausweiten, dessen Grenzen in der Natur des staatlichen und militärischen Systems selbst liegen. In den kommenden Monaten wird entscheidend sein, ob der Minister Reformen durchsetzen kann, ohne seine Führungskraft zu verlieren – besonders in so sensiblen Bereichen wie Mobilisierung und Beschaffung.“
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Ukrainische Medien
Die Online-Zeitung Ukrajinska Prawda veröffentlicht als regierungskritisches Medium investigative Artikel und deckte auch Korruptionsfälle innerhalb der ukrainischen Regierung auf. Sie zählt zu den meistgenutzten Nachrichtenportalen der Ukraine.
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Im Mai 2021 verkaufte die damalige Eigentümerin Olena Prytula 100 Prozent der Anteile an Dragon Capital, eine ukrainische Investment-Management-Gesellschaft, die vom tschechischen Unternehmer Tomáš Fiala geleitet wird.
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Die Weiterentwicklung von Hromadske wird von einem Vorstand vorangetrieben, der aus sieben prominenten ukrainischen Persönlichkeiten besteht, darunter Nobelpreisträgerin Oleksandra Matwijtschuk.
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