„Jeder Treffer auf den Reaktor könnte die Kata­stro­phe wiederholen“

Kernkraftwerk Tschornobyl
Foto: IMAGO /​ Depo­sit­pho­tos

Pres­se­schau ukrai­ni­scher Medien | 15. bis 28. April 2026:
40 Jahre Tschornobyl
Bul­ga­rien-Wahl: Wird Radew der neue Orbán in der EU?
Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter seit 100 Tagen: Fedo­rows erste Bilanz

40 Jahre Tschornobyl

Am 26. April erin­nerte die Ukraine an den 40. Jah­res­tag der Explo­sion im Kern­kraft­werk Tschor­no­byl, im Land meist Tschor­no­byl-Kata­stro­phe genannt. Das Unglück ver­seuchte weite Land­stri­che und machte sie unbe­wohn­bar. Zugleich deckte es orga­ni­sa­to­ri­sche Schwä­chen der Sowjet­union und die mora­li­sche Krise ihrer Ideo­lo­gie auf: Der Staat igno­rierte Warn­zei­chen und räumte das Ausmaß der Kata­stro­phe erst Wochen später ein. Ukrai­ni­sche Medien blicken auf den Reak­tor­un­fall zurück und beleuch­ten die Folgen, die er bis heute hat – auf ganz unter­schied­li­chen Ebenen.

„Niemand zog Konsequenzen“

Wie LB anhand inzwi­schen frei­ge­ge­be­ner KGB-Berichte zeigt, ver­ur­sachte die schlechte Bau­qua­li­tät des Kern­kraft­werks Tschor­no­byl schon Jahre vor der Explo­sion Stör­fälle, die im abge­schot­te­ten Sowjet­sys­tem jedoch nie jemand ernst nahm:

„Im Februar 1979 trat die erste Störung [...] auf. Der auto­ma­ti­sche Schutz­me­cha­nis­mus sprang an und schal­tete den ersten Reak­tor­block ab. Niemand kam zu Schaden – es gab ledig­lich zu wenig Strom im Land, worüber man die KGB-Zen­trale in Kyjiw infor­mierte. Im Juni des­sel­ben Jahres folgte die zweite Störung, aus­ge­löst durch eine undichte Stelle. Der Geheim­dienst meldete den Vorfall dem Zen­tral­ko­mi­tee der Kom­mu­nis­ti­schen Partei der Ukraine, die den Bericht ignorierte.

Der erste Stör­fall, der auch für das Per­so­nal des Atom­kraft­werks hätte gefähr­lich werden können, ereig­nete sich am 19. und 20. April 1981. Aus einer Rohr­lei­tung des ersten Reak­tor­blocks trat radio­ak­ti­ves Wasser aus und ver­seuchte 180 Qua­drat­me­ter Boden. Doch auch darauf erfolgte kaum eine Reak­tion. Zwi­schen der Inbe­trieb­nahme des Kern­kraft­werks 1977 und der des dritten Reak­tor­blocks im Dezem­ber 1981 gab es im AKW Tschor­no­byl 29 Notabschaltungen.

Darüber wurden zahl­rei­che Berichte ver­fasst, die alle­samt fol­gen­los blieben. Selbst die Mess- und Kon­troll­ge­räte, hieß es, hätten nicht funk­tio­niert, sodass sich die Strah­len­be­las­tung [...] nicht korrekt messen ließ. Gleich­zei­tig begann die Leitung des Kraft­werks, in einem mit radio­ak­ti­ven Nukli­den ver­seuch­ten Kühl­teich Fische zu züchten – und diese [...] sogar an Men­schen in der Region Kyjiw zu verkaufen. [...]

1982 ereig­nete sich im Kraft­werk Tschor­no­byl ein Unfall, den man als letzte Warnung vor der großen Explo­sion betrach­ten kann. Als der Reaktor des ersten Blocks nach einer Gene­ral­über­ho­lung am 9. Sep­tem­ber wieder hoch­ge­fah­ren wurde, gelang­ten wegen einer [unvor­her­ge­se­he­nen] Unter­bre­chung des Start­vor­gangs radio­ak­tive Stoffe in die Umwelt. Die Strah­len­werte auf dem Kraft­werks­ge­lände über­schrit­ten die zuläs­si­gen Grenz­werte um ein Dut­zend­fa­ches, in umlie­gen­den Städten und Dörfern sogar um das Hun­dert­fa­che. Kon­se­quen­zen zog daraus niemand.“

„Jeder Treffer auf den Reaktor könnte die Kata­stro­phe wiederholen“

Liga warnt, die Reste des ver­un­glück­ten Reak­tors würden im Krieg erneut zu einem Sicherheitsrisiko:

„Das Gebiet Tschor­no­byl steht heute nicht mehr nur für eine Tra­gö­die in der Ver­gan­gen­heit, sondern könnte auch Aus­lö­ser einer neuen werden. Über die Reste von Reaktor Nr. 4, in denen noch Hun­derte Tonnen radio­ak­ti­ver Stoffe lagern, fliegen regel­mä­ßig rus­si­sche Drohnen und Raketen. Durch einen Treffer – ob gezielt oder ver­se­hent­lich – [...] könnte sich die Kata­stro­phe wie­der­ho­len, die einst radio­ak­ti­ven Nie­der­schlag über ganz Europa brachte.

‚Wenn eine Rakete oder Drohne den Schutz­man­tel trifft und der Sar­ko­phag ein­stürzt, werden Hun­derte Tonnen radio­ak­ti­ver Staub frei­ge­setzt, der auf­steigt, eine Wolke bildet und sich über­all­hin ver­brei­tet‘, sagt der Gene­ral­di­rek­tor des Kraft­werks Tschor­no­byl, Serhii Tarakanov.“

„Doch er ist nirgends“

Die Ukra­jinska Prawda schil­dert am Bei­spiel von Nata­liia Kho­dym­chuk, der Witwe des ersten Tschor­no­byl-Opfers, wie sich die Kata­stro­phe von 1986 und Russ­lands Angriffs­krieg über­la­gern. Nach der Reak­tor­ex­plo­sion zogen viele Kraftwerksmitarbeiter:innen nach Kyjiw – in Wohn­häu­ser, die eigens für sie bereit­ge­stellt wurden. Im ver­gan­ge­nen Novem­ber traf eine rus­si­sche Kami­kaze-Drohne eines dieser Häuser und zer­störte mehrere Woh­nun­gen. Die 74-jährige Kho­dym­chuk erlitt schwerste Ver­bren­nun­gen und starb später im Krankenhaus:

„Nata­liia und Valerii trafen sich in Prypjat. Er arbei­tete im Kern­kraft­werk, hatte als Kes­sel­ma­schi­nist ange­fan­gen, sie ver­kaufte Essen in der Kantine, in die er mittags ging. Sie ver­lieb­ten sich, hei­ra­te­ten. 1975 erhiel­ten sie eine geräu­mige Wohnung. Sie zogen zwei Kinder groß. […]

‚Valerii machte sich für die Nacht­schicht fertig, im Fern­se­hen lief ein Film über eine Ver­nunft­ehe. Ich umarmte ihn und fragte, ob er mich aus Liebe gehei­ra­tet habe. Er lächelte und sagte: Natür­lich aus Liebe!‘, erin­nerte sich Nata­liia […]. Es war das letzte Mal, dass sie ihn sah.

Vale­riis Tante, die Künst­le­rin Mariia Pry­ma­chenko, widmete ihrem getö­te­ten Neffen ein Bild: einen fan­tas­ti­schen blauen Vogel mit aus­ge­brei­te­ten Flügeln. ‚Dieser Vogel fliegt, sucht seinen Mann. Doch er ist nir­gends. Sein Körper wurde über die ganze Ukraine ver­streut…‘, steht in der Bild­un­ter­schrift. Viel­leicht hat der Vogel seinen Mann jetzt gefunden.“

Bul­ga­rien-Wahl: Wird Radew der neue Orbán in der EU?

Bei der Par­la­ments­wahl in Bul­ga­rien erreichte das Par­tei­en­bünd­nis des frü­he­ren Prä­si­den­ten Rumen Radew über­ra­schend eine klare Mehr­heit. Radew hatte 2014 Wla­di­mir Putin besucht und erklärt, die Krim gehöre zu Russ­land. Eine Woche nach dem poli­ti­schen Umbruch in Buda­pest dis­ku­tie­ren ukrai­ni­sche Medien, ob Radew für Moskau zum Ersatz-Orbán in der EU werden könnte – und was sein Wahl­er­folg für die Bezie­hun­gen zu Bul­ga­rien bedeu­tet, das als wich­ti­ger Lie­fe­rant von Artil­le­rie­mu­ni­tion und anderen Waffen gilt.

„Mili­tä­ri­sche Hilfe und Dieselexporte“

Babel berich­tet darüber, wie stark Bul­ga­rien die Ukraine nach dem rus­si­schen Ein­marsch unter­stützt hat:

„Bereits im April 2022 hatte die bul­ga­ri­sche Regie­rung einen gehei­men Mecha­nis­mus für umfas­sende mili­tä­ri­sche Hilfe an die Ukraine in Gang gesetzt. Eine Schlüs­sel­rolle spielte dabei [der ehe­ma­lige] Pre­mier­mi­nis­ter Kiril Petkow: Er sorgte dafür, dass Bul­ga­rien Export­li­zen­zen an Tran­sit­län­der wie Rumä­nien und Polen vergab. Der pol­ni­sche Mili­tär­flug­ha­fen Rzeszów wurde zum zen­tra­len Umschlag­platz. Inner­halb von zwei Monaten flogen etwa 50 Maschi­nen mit Waffen und Muni­tion von Bul­ga­rien nach Rzeszów. Gleich­zei­tig [...] gab es eine Trans­port­route für Last­wa­gen auf dem Landweg durch Rumä­nien und Ungarn. In nur 164 Tagen lie­ferte Bul­ga­rien [damals] Waffen im Wert von 2,7 Mil­li­ar­den US-Dollar an die Ukraine [...]. Neben Rüs­tungs­gü­tern expor­tierte Bul­ga­rien auch große Mengen Die­sel­kraft­stoff und deckte so zeit­weise 40 Prozent des ukrai­ni­schen Bedarfs.“

„Radew kann es sich nicht leisten, gegen Europa zu agieren“

Im Inter­view mit Sus­pilne erklärt Bul­ga­ri­ens frü­he­rer Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter, Todor Tagarew, die pro­eu­ro­päi­sche Mehr­heit im Land erschwere es Radew, den Kurs grund­le­gend zu ändern:

„Die Men­schen werden einfach keine Politik dulden, die Bul­ga­rien von Europa ent­frem­det. Auf die Frage: ‚Wenn Sie einen stra­te­gi­schen Partner für Bul­ga­rien wählen müssten, wer wäre das?‘ ant­wor­te­ten [...] im ver­gan­ge­nen Monat 56 Prozent der Befrag­ten: Europa. Acht Prozent nannten die USA. 19 Prozent halten – leider – wei­ter­hin Russ­land für den rich­ti­gen Partner. Mehr als die Hälfte der Bevöl­ke­rung weiß also genau, wo sie steht.

Und schaut man sich an, wie sich die Men­schen ver­hal­ten, sind es wohl eher 90 als 56 Prozent, die morgen in einen Bil­lig­flie­ger steigen und [...] übers Wochen­ende nach Italien fliegen wollen [...]. Sie brau­chen keinen Rei­se­pass, müssen kein Geld wech­seln, nichts. [...] Daran haben sich die Men­schen schon so sehr gewöhnt, dass sie nichts anderes akzep­tie­ren würden.

Zudem finden die meisten Inves­ti­tio­nen und der Groß­teil des Handels inner­halb der EU statt. Bul­ga­rien pro­fi­tiert enorm von euro­päi­schen Fonds zur För­de­rung der Infra­struk­tur [...]. Radew kann es sich nicht leisten, gegen Europa zu agieren – unab­hän­gig davon, wer ihn gewählt hat und warum.“

„Keine ver­fas­sungs­än­dernde Mehrheit“

LB greift die Sorge auf, Radew könne ver­su­chen Orbán nach­zu­ei­fern und erklärt, dazu fehle ihm schlicht die Macht:

„Wahr­schein­lich wird er die Rolle des Euro-Skep­ti­kers und Brüssel-Kri­ti­kers vor allem für das hei­mi­sche Publi­kum spielen. In der Außen­po­li­tik wird er vor­sich­ti­ger auf­tre­ten – wenn auch mit einiger Skepsis gegen­über der Unter­stüt­zung für die Ukraine.

Man darf nicht ver­ges­sen, dass Radews Partei Pro­gres­si­ves Bul­ga­rien mit 131 von 240 Sitzen zwar die abso­lute Mehr­heit im Par­la­ment hat – aber immer noch keine ver­fas­sungs­än­dernde Mehr­heit wie Tisza [die Partei von Orbán-Her­aus­for­de­rer Péter Magyar] in Ungarn. Dazu fehlen ihr 29 Stimmen. Selbst wenn Radew ver­su­chen sollte, sich mit der rechts­extre­men, pro­rus­si­schen Partei Wie­der­ge­burt [...] zu ver­bün­den, bliebe dieses Problem unge­löst, denn die hat nur zwölf Mandate. Für Ver­fas­sungs­än­de­run­gen bräuchte er die Unter­stüt­zung pro­west­li­cher Kräfte [...].

Bul­ga­ri­ens [...] Abhän­gig­keit von euro­päi­scher Hilfe, die fast drei Prozent des BIP aus­macht, schränkt Radews Spiel­raum, Sank­tio­nen gegen die Rus­si­sche Föde­ra­tion oder die Unter­stüt­zung der Ukraine kom­plett zu blo­ckie­ren, stark ein. Zudem erzielt die bul­ga­ri­sche Rüs­tungs­in­dus­trie beträcht­li­che Gewinne durch die Pro­duk­tion von Waffen, die unter anderem in die Ukraine gelie­fert werden.“

Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter seit 100 Tagen: Fedo­rows erste Bilanz

Am 14. Januar wählte das ukrai­ni­sche Par­la­ment Mycha­jlo Fedorow, zuvor erfolg­rei­cher Minis­ter für digi­tale Trans­for­ma­tion, zum Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter. Prä­si­dent Wolo­dymyr Selen­skyj setzte darauf, eines der zen­tra­len Res­sorts effi­zi­en­ter und inno­va­ti­ver zu gestal­ten. Doch Beob­ach­ter warnten früh: Ein Minis­te­rium mit großem Apparat und langer Tra­di­tion zu refor­mie­ren, sei weitaus schwie­ri­ger, als ein junges, schlan­kes Digi­tal­mi­nis­te­rium zu führen. Nach 100 Tagen Fedo­rows im Amt ziehen ukrai­ni­sche Medien eine erste Bilanz.

„Das Minis­te­rium steht vor einer grund­le­gen­den Reform“

Fedo­rows Haupt­pro­blem sei der auf­ge­blähte und oft inef­fi­zi­ente Apparat des Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­ums, erklärt Maksym Kos­tets­kyi vom Anti­kor­rup­ti­ons­bei­rat des Minis­te­ri­ums bei NV:

„Soweit ich weiß, unter­ste­hen dem ukrai­ni­schen Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rium derzeit rund 12.000 Beschäf­tigte. Einige über­neh­men […] dop­pelte, teils sogar drei­fa­che Auf­ga­ben. So ent­ste­hen Kon­kur­renz und Unver­ein­bar­kei­ten zwi­schen den Abtei­lun­gen. […] Deshalb [braucht] das Minis­te­rium ein unab­hän­gi­ges Audit von Per­so­nal und Infrastruktur […]. […]

Das Minis­te­rium steht vor einer grund­le­gen­den Reform. Es sollten [...] klare Auf­ga­ben­be­rei­che für die Stell­ver­tre­ter und Berater des Minis­ters erkenn­bar werden und sicher­ge­stellt sein, dass ein­zelne Per­so­nen nicht nur um ihres Amtes willen im Dienst bleiben.“

„Die kom­men­den Monate werden ent­schei­dend sein“

Fedo­rows Amts­zeit gilt bislang weithin als positiv und pro­duk­tiv – Liga spricht gar von anhal­ten­den „Flit­ter­wo­chen“:

„Die deut­lichs­ten Ver­än­de­run­gen sind derzeit in der Luft­ab­wehr erkenn­bar: Es geht um per­so­nelle Erneue­run­gen, um die Reform der Kurz­stre­cken-Luft­ab­wehr, um zusätz­li­che Maß­nah­men in den Regio­nen und darum, den Russen den Zugang zum Star­link-System zu sperren. [...]

Fedorow hat Tempo, Fokus und eine tech­no­lo­gie­ori­en­tierte Logik ins Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rium gebracht. Doch damit die Ver­än­de­run­gen, die er anschiebt, nicht rein äußer­lich bleiben, sondern die Pro­bleme im Kern angehen, muss der Minis­ter lernen, mit dem sys­te­mi­schen Wider­stand der Insti­tu­tion umzugehen.

Die zen­trale Her­aus­for­de­rung besteht darin, Ver­än­de­run­gen in einem Umfeld aus­wei­ten, dessen Grenzen in der Natur des staat­li­chen und mili­tä­ri­schen Systems selbst liegen. In den kom­men­den Monaten wird ent­schei­dend sein, ob der Minis­ter Refor­men durch­set­zen kann, ohne seine Füh­rungs­kraft zu ver­lie­ren – beson­ders in so sen­si­blen Berei­chen wie Mobi­li­sie­rung und Beschaffung.“

Portrait von Christian-Zsolt Varga

Chris­tian-Zsolt Varga ist freier Aus­lands­kor­re­spon­dent mit Schwer­punkt Ukraine, Ungarn und Europas Osten und berich­tet für ver­schie­dene euro­päi­sche Medien aus Kyjiw.

Portrait von Anton Semyzhenko

Anton Semyz­henko ist Redak­teur der eng­lisch­spra­chi­gen Ausgabe von babel.ua in Kyjiw mit über 15 Jahren Berufs­er­fah­rung als Jour­na­list im ukrai­ni­schen Medienbetrieb.

Ukrai­ni­sche Medien

Die Online-Zeitung Ukra­jinska Prawda ver­öf­fent­licht als regie­rungs­kri­ti­sches Medium inves­ti­ga­tive Artikel und deckte auch Kor­rup­ti­ons­fälle inner­halb der ukrai­ni­schen Regie­rung auf. Sie zählt zu den meist­ge­nutz­ten Nach­rich­ten­por­ta­len der Ukraine.

Die Ukra­jinska Prawda wurde im Jahr 2000 vom ukrai­nisch-geor­gi­schen Jour­na­lis­ten Heorhij Gon­gadse gegrün­det, der im dar­auf­fol­gen­den Jahr – angeb­lich auf Ver­an­las­sung des dama­li­gen Prä­si­den­ten Leonid Kut­schma – ermor­det wurde. Die heutige Chef­re­dak­teu­rin ist die bekannte ukrai­nisch-krim­ta­ta­ri­sche Jour­na­lis­tin Sevgil Mus­aieva.

Im Mai 2021 ver­kaufte die dama­lige Eigen­tü­me­rin Olena Prytula 100 Prozent der Anteile an Dragon Capital, eine ukrai­ni­sche Invest­ment-Manage­ment-Gesell­schaft, die vom tsche­chi­schen Unter­neh­mer Tomáš Fiala gelei­tet wird.

Aufrufe der Website im Mai 2023: 69,6 Millionen

Das Online-Nach­rich­ten­por­tal und ‑Fern­se­hen Hro­madske finan­ziert sich über Crowd­fun­ding bei seinen Lese­rin­nen und Lesern, Spenden, Werbung und über für andere Medien auf­ge­nom­mene Videos.

Hro­madske wurde als NGO mit dazu­ge­hö­ri­gen Online-Medien im Novem­ber 2013 mit Beginn des Euro­mai­dan gegrün­det. Die jetzige Chef­re­dak­teu­rin ist die ukrai­ni­sche Jour­na­lis­tin Jewhe­nija Motorewska, die sich zuvor mit dem Thema Kor­rup­tion in ukrai­ni­schen Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den befasst hat.

Die Wei­ter­ent­wick­lung von Hro­madske wird von einem Vor­stand vor­an­ge­trie­ben, der aus sieben pro­mi­nen­ten ukrai­ni­schen Per­sön­lich­kei­ten besteht, dar­un­ter Nobel­preis­trä­ge­rin Olek­san­dra Matwijtschuk.

Aufrufe der Website im Mai 2023: 2,8 Millionen

Der ukrai­ni­sche Fern­seh­sen­der mit Online-Nach­rich­ten­por­tal, dessen Chef­re­dak­teu­rin die ukrai­ni­sche Jour­na­lis­tin Chry­styna Hawryl­juk ist, wird finan­zi­ell von der ukrai­ni­schen Regie­rung unter­stützt. In diesem Zusam­men­hang hat sich die Website einer aus­ge­wo­ge­nen Bericht­erstat­tung verpflichtet.

Das renom­mierte Insti­tute of Mass Infor­ma­tion führte Suspilne.Novyny im Sep­tem­ber 2021 auf der soge­nann­ten „weißen Liste“ ukrai­ni­scher Medien, die ein sehr hohes Niveau an zuver­läs­si­gen Infor­ma­tio­nen bieten.

Suspilne.Novyny wurde im Dezem­ber 2019 gegrün­det und gehört zur Natio­na­len öffent­li­chen Rund­funk­ge­sell­schaft der Ukraine. Im Januar 2015 war die zuvor staat­li­che Rund­funk­an­stalt ent­spre­chend euro­päi­schen Stan­dards in eine öffent­li­che Rund­funk­ge­sell­schaft umge­wan­delt worden.

Aufrufe der Website im Mai 2023: 7,4 Millionen

NV ist eine Print- und Online-Zeit­schrift, deren Schwer­punkt auf Nach­rich­ten aus dem Ausland und der ukrai­ni­schen Politik liegt. Zu den Haupt­the­men zählen die inter­na­tio­nale Unter­stüt­zung der Ukraine, Kor­rup­tion sowie die künf­tige Ent­wick­lung des Landes. Die Online-Ausgabe ver­öf­fent­lich oft Artikel renom­mier­ter aus­län­di­scher Medien wie The Eco­no­mist, The New York Times, BBC und Deut­sche Welle. Die Zeit­schrift erscheint frei­tags als Druck­aus­gabe auf Ukrai­nisch, die Website ist auf Ukrai­nisch, Rus­sisch und Eng­lisch ver­füg­bar. NV gilt als eine der zuver­läs­sigs­ten Nach­rich­ten­quel­len in der Ukraine.

NV wurde im Jahr 2014 – ursprüng­lich unter dem Namen Nowjoe Wremja („Die neue Zeit“) – vom ukrai­ni­schen Jour­na­lis­ten Witalij Sytsch gegrün­det, der die Chef­re­dak­tion über­nahm. Zuvor arbei­tete Sytsch bei dem eben­falls popu­lä­ren Magazin Kor­re­spon­dent. Er verließ Kor­re­spon­dent, nachdem es an Serhij Kur­tschenko – einen Janu­ko­wytsch nahe­ste­hen­den Olig­ar­chen aus Charkiw – ver­kauft worden war. NV gehört zum Ver­lags­haus Media-DK, dessen Eigen­tü­mer der tsche­chi­sche Unter­neh­mer Tomáš Fiala ist.

Aufrufe der Website im Mai 2023: 27,1 Millionen

Dser­kalo Tyschnja liefert Hin­ter­grund­be­richte und Ana­ly­sen; das The­men­spek­trum umfasst poli­ti­sche, wirt­schaft­li­che, soziale und kul­tu­relle Themen. Die Zeitung betrach­tet die ukrai­ni­sche Politik und deren Akteure in einem inter­na­tio­na­len Zusam­men­hang. Dser­kalo Tyschnja steht auf der „weißen Liste“ ukrai­ni­scher Medien, die zuver­läs­sige Infor­ma­tio­nen liefern.

Dser­kalo Tyschnja ist eine der ältes­ten ukrai­ni­schen Zei­tun­gen und erschien zuerst 1994. Seit 2020 ist die Zeitung nur noch online ver­füg­bar: auf Ukrai­nisch, Rus­sisch und Eng­lisch. Chef­re­dak­teu­rin ist die bekannte ukrai­ni­sche Jour­na­lis­tin Julija Mostowa, Ehefrau des ehe­ma­li­gen ukrai­ni­schen Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ters Ana­to­lij Hrysenko.

Aufrufe der Website im Mai 2023: 4,7 Millionen

Das ukrai­ni­sche Online-Magazin Babel wurde im Sep­tem­ber 2018 gegrün­det. Das The­men­spek­trum umfasst soziale und poli­ti­sche Themen; beson­de­res Augen­merk gilt aber auch Nach­rich­ten aus der Wis­sen­schaft und über neue Technologien.

Nach dem 24. Februar 2022 wurde die zuvor eben­falls ange­bo­tene rus­si­sche Version der Website geschlos­sen. Statt­des­sen wird nun eine eng­li­sche Version ange­bo­ten. Babel finan­ziert sich über Spenden. Die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter von Babel enga­gie­ren sich in zahl­rei­chen Pro­jek­ten, die darauf abzie­len, die ukrai­ni­schen Streit­kräfte während des Krieges zu unterstützen.

Die Eigen­tü­mer des Online-Maga­zins sind der erste Chef­re­dak­teur Hlib Husjew, Kateryna Kober­nyk und das slo­wa­ki­sche Unter­neh­men IG GmbH.

Heute ist die ukrai­ni­sche Jour­na­listin Kateryna Kober­nyk Chef­re­dak­teurin von Babel.

Aufrufe der Website im Mai 2023: 1,1 Millionen

Das Online-Magazin LB gehört zum Hor­schenin-Insti­tut, einer ukrai­ni­schen Denk­fa­brik, die sich mit poli­ti­schen und gesell­schaft­li­chen Pro­zes­sen in der Ukraine und der Welt beschäf­tigt. LB hat sich auf Inter­views spe­zia­li­siert; häufige Themen sind die ukrai­ni­sche Innen- und inter­na­tio­nale Politik sowie soziale Fragen in der Ukraine.

LB wurde im Juni 2009 unter dem Namen Liwyj Bereh gegrün­det, Chef­re­dak­teu­rin Sonja Kosch­kina hat seit 2018 einen eigenen Youtube-Kanal „Kish­kiNA“, auf dem sie Inter­views mit ver­schie­de­nen Per­so­nen veröffentlicht.

Aufrufe der Website im Mai 2023: 2 Millionen

Im Fokus des ukrai­ni­schen im Jahr 2000 gegrün­de­ten Online-Nach­rich­ten­por­tals LIGA stehen wirt­schaft­li­che, poli­ti­sche und soziale Themen. Seit 2020 steht LIGA auf der „weißen Liste“ ukrai­ni­scher Medien, die stets präzise Infor­ma­tio­nen und zuver­läs­sige Nach­rich­ten anbieten.

Chef­re­dak­teu­rin ist die ukrai­ni­sche Jour­na­lis­tin Julija Bankowa, die davor eine lei­tende Posi­tion bei dem Online-Magazin Hro­madske hatte.

Der Eigen­tü­mer des Nach­rich­ten­por­tals ist die ukrai­ni­sche unab­hän­gige Media­hol­ding Liga­me­dia, deren Geschäfts­füh­rer Dmytro Bon­da­renko ist.

Aufrufe der Website im Mai 2023: 8,5 Millionen

Censor prä­sen­tiert sich als Website mit „emo­tio­na­len Nach­rich­ten“. Der Fokus liegt vor allem auf innen­po­li­ti­schen Ent­wick­lun­gen. Seit dem rus­si­schen Über­fall auf die Ukraine sind viele Bei­träge den Ereig­nis­sen an der Front und den ukrai­ni­schen Streit­kräf­ten gewid­met. Censor ist auf drei Spra­chen ver­füg­bar: Ukrai­nisch, Rus­sisch und Englisch.

Das Nach­rich­ten­por­tal Censor wurde 2004 vom bekann­ten ukrai­ni­schen Jour­na­lis­ten Jurij Butusow gegrün­det und zählt zu den popu­lärs­ten Nach­rich­ten­sei­ten des Landes. Butusow gilt als schar­fer Kri­ti­ker von Prä­si­dent Selen­skyj. Er erhebt schwere Vor­würfe in Bezug auf Kor­rup­tion inner­halb der ukrai­ni­schen Regie­rung, schlechte Vor­be­rei­tung auf den Krieg gegen Russ­land und unbe­frie­di­gende Ver­wal­tung der Armee. Butusow wird von über 400.000 Men­schen auf Face­book gelesen. Seine Posts auf dem sozia­len Netz­werk haben enormen Ein­fluss und lösen hitzige Dis­kus­sio­nen aus.

Aufrufe der Website im Mai 2023: 59 Millionen

News­let­ter bestellen

Tragen Sie sich in unseren News­let­ter ein und bleiben Sie auf dem Laufenden.

Mit unseren Daten­schutz­be­stim­mun­gen erklä­ren Sie sich einverstanden.