„Energie-Importe ändern nichts an der Gesamtlage“

Presseschau ukrainischer Medien | 7. bis 20. Januar 2026:
Kälte und Luftangriffe treffen Kyjiw hart
Strafverfahren gegen Julija Timoschenko
Neue Minister für Verteidigung und Energie
Kälte und Luftangriffe treffen Kyjiw hart
Am 7. Januar erreichte eine Kältefront die Ukraine, die Temperaturen fielen auf bis zu minus 25 Grad. Bis Ende Januar soll die Frostperiode anhalten. Seit 2022 hatte Russland darauf gesetzt, die ukrainische Energie-Infrastruktur derart zu schädigen, dass die Menschen ohne Strom und Heizung frieren müssen. Die vergangenen Winter waren vergleichsweise mild ausgefallen, doch nun geht dieser Plan voll auf. Am 9. Januar traf eine massive Angriffswelle vor allem Energieanlagen in Kyjiw. Die Stadt versank zeitweise in völliger Dunkelheit, in manchen Häusern fielen die Heizungen länger als eine Woche aus, sodass Wohnungen auf unter null Grad abkühlten. Nach ersten Reparaturen verursachte ein erneuter Luftangriff am 20. Januar erhebliche Schäden. Ukrainische Medien berichten ausführlich über die Notlage.
„Es bleibt trotzdem kalt“
In einer Reportage beschreibt Hromadske, wie die Menschen in Kyjiw überleben:
„Im orangefarbenen Zelt der Staatlichen Katastrophenschutzbehörde, dem ‚Punkt der Unzerbrechlichkeit‘, 30 Meter von der U‑Bahn-Station Demijiwska entfernt, halten sich etwa anderthalb Dutzend Menschen auf. Alle laden ihre elektronischen Geräte auf. Ab und zu trinkt jemand Kaffee oder Tee, den die Rettungskräfte ausschenken.
Drei Frauen an einem Tisch, alte Bekannte, tauschen sich darüber aus, wie die Temperaturen bei ihnen zu Hause sind. Der Unterschied ist verblüffend, er liegt zwischen 3 und 10 Grad. Bei einigen scheint die Sonne ins Fenster und sorgt für etwas Wärme. Andere haben eine Eckwohnung, die man noch so sehr heizen kann, es bleibt trotzdem kalt.
‚Bei mir sind es auf der Fensterbank zwei Grad, also habe ich dort einen [improvisierten] Kühlschrank eingerichtet. Die Butter von dort kann ich gar nicht nehmen – sie ist steinhart‘, lacht eine der Frauen.
Gas haben sie keins, aber wenigstens einmal am Tag müssen sie etwas Warmes zu sich nehmen — also trinken sie im ‚Punkt der Unzerbrechlichkeit‘ Tee zu mitgebrachten Klappstullen oder nehmen heißes Wasser von dort mit nach Hause. Fertige Mahlzeiten, wie sie in manchen Bezirken der Hauptstadt verteilt werden, gibt es hier nicht.
Ich bitte darum, eine von ihnen nach Hause begleiten zu dürfen, doch die Frauen lehnen ab. […] Eine Frau vom Nachbartisch flüstert mir zu, es sei ihnen unangenehm, Fremde in ihre Wohnung zu lassen: Hier sei nicht aufgeräumt, dort nicht abgewaschen. ‚Ich selbst habe mir seit zwei Wochen nicht die Haare gewaschen‘, lacht sie, ‚und die Männer stinken richtig: Gehen Sie mal rum und riechen.‘“
„Ohne Strom funktioniert das Atemgerät nicht“
Suspilne beschreibt, wie Menschen mit besonderen Bedürfnissen versuchen, mit der Kälte zurechtzukommen:
„Serhii leidet an einer schweren Form von Schlafapnoe. […] Sein Gehirn wurde [nachts] nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt und ohne Atemunterstützung bestand für Serhii das Risiko eines Schlaganfalls oder Herzinfarkts. Um das Problem zu lösen, stellte ihm die Hilfsorganisation Svoi ein […] Gerät zur Verfügung, [das die Atmung erleichtert]. Jetzt muss er nachts durch eine Maske atmen, aber ohne Strom funktioniert das Gerät nicht. […]
Serhii und Natalia beschlossen daher […], ihre Wohnung so autonom wie möglich zu gestalten. Zunächst kauften sie eine kleine Ladestation, aber die reichte für das Atem-Gerät nicht aus. Dann entschieden sie sich für eine Station, die ihre Wohnung bis zu 15 Stunden lang mit Strom versorgen kann – wenn das Gerät über Nacht angeschlossen ist, sind es [immerhin noch] neun Stunden. Vor Kurzem besorgten sie sich noch eine zusätzliche Batterie, um die Ladestation bei längeren Stromausfällen zu versorgen […].
Sie haben einen tragbaren Gaskocher, einen Vorrat an Lebensmitteln und einen Wasserkanister im Bad. Das Internet funktioniert dank einer [speziellen] unterbrechungsfreien Stromversorgung am Router. Weil Serhii nicht schnell [genug] in den Schutzraum kommt, legt er eine Klappmatratze im Flur aus und schläft dort. Auch Feuerlöscher und Gasmasken gibt es in der Wohnung […].“
„Energie-Importe ändern nichts an der Gesamtlage“
Am 16. Januar wurde im Energiesektor der Notbetrieb ausgerufen. Forbes geht der Frage nach, ob das die dringend nötigen Reparaturen beschleunigen kann:
„Zu den wichtigsten Änderungen vom 16. Januar gehören maximale Vereinfachungen beim Anschluss neuer Erzeugungskapazitäten. Die Regierung hat [die staatliche Energieregulierungsbehörde] NKREKP angewiesen, die Fristen für die Genehmigung von Projektunterlagen […] und Verfahren zu verkürzen. ‚Das klingt wie ein […] Versprechen‘, sagt Andrii Zhupanin, stellvertretender Vorsitzender des parlamentarischen Ausschusses für Energie, Wohnungswesen und Kommunalwirtschaft. ‚[Aber] alles, was man […] vereinfachen konnte, wurde längst vereinfacht.‘
In den Städten lasse sich die Situation noch verbessern, sagt Roman Nitsovich, Forschungsdirektor des Analysezentrums DiXi Group. So seien in Kyjiw erst zwei der fünf installierten Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen in Betrieb, drei weitere befänden sich noch in der Phase der Inbetriebnahme […].
Außerdem wurden [am 16. Januar] die Bedingungen für eine rasche Steigerung von [Energie-]Importen verbessert. Staatliche Unternehmen, darunter [die staatliche Eisenbahngesellschaft] Ukrzaliznytsia und [der staatliche Energiekonzern] Naftogaz, wurden beauftragt, mindestens 50 Prozent ihres Stromverbrauchs im Ausland einzukaufen.
Das werde sich jedoch kaum auf die Gesamtlage im Energiesektor auswirken, sagt Zhupanin. Am 15. Januar habe der Stromverbrauch 18 Gigawatt erreicht, während rund 11 Gigawatt erzeugt wurden, erklärte Präsident Selenskyj am 16. Januar vor der Presse. Selbst unter Berücksichtigung der Importe bleibe ein Defizit von etwa 3,6 Gigawatt, so Zhupanin.“
Strafverfahren gegen Julija Timoschenko
Am 13. Januar durchsuchte das Nationale Antikorruptionsbüro (NABU) die Räume der Partei Batkiwschtschyna von Julija Tymoschenko. Am nächsten Morgen veröffentlichte Videoaufnahmen der Razzia zeigen die ehemalige Ministerpräsidentin vor Geldbündeln sitzen, insgesamt rund 40.000 US-Dollar. Zudem wurden verdeckte Tonmitschnitte publik, in denen eine Stimme, die Tymoschenko zugeschrieben wird, einem Abgeordneten einer anderen Fraktion monatlich 10.000 US-Dollar für ein bestimmtes Abstimmungsverhalten anbietet, um die Mehrheit im Parlament zu „brechen“. Das NABU leitete daraufhin ein Strafverfahren wegen versuchter Bestechung ein.
„Ich habe nichts zu verbergen“
Wie routiniert Tymoschenko die Vorwürfe und Ermittlungen gegen sie als politische Bühne nutzt, beschreibt LB:
„‚Die Wahlen scheinen viel näher zu sein als gedacht. Und jemand hat beschlossen, mit der Beseitigung von Konkurrent:innen zu beginnen. Dies ist nicht der erste politische Hinterhalt gegen mich’, schrieb [Tymoschenko] auf Facebook. In [...] der Werchowna Rada wurden ihr ganze zehn Minuten für ihren Auftritt eingeräumt (normalerweise sind es laut Geschäftsordnung [nur] bis zu drei Minuten).
Von der parlamentarischen Bühne aus berichtete sie über die Durchsuchungen. Darüber, dass ihr Telefon beschlagnahmt wurde und dass in nächster Zeit private Informationen über sie verbreitet würden. Das Geld, das die Ermittler im Büro [ihrer Partei] Batkiwschtschyna gefunden und beschlagnahmt hatten, bezeichnete Tymoschenko als ‚Ersparnisse‘, die [...] deklariert seien. [...]
‚Ich weise alle unbegründeten Anschuldigungen gegen mich zurück. Ich möchte, dass Sie die ganze Wahrheit erfahren. Ich habe nichts zu verbergen‘, erklärte die Vorsitzende von Batkiwschtschyna [...] im Parlament.“
„Tymoschenko hat die Umschläge eingeführt“
Liga beschreibt das seit Langem bekannte System verdeckter Zahlungen an Abgeordnete, die deren offizielle Gehälter teilweise um ein Vielfaches übersteigen:
„Der […] zweimalige Vorsitzende der Werchowna Rada, Oleksandr Moroz, versichert gegenüber LIGA, es sei Julija Tymoschenko gewesen, die die Praxis von ‚Gehältern in Umschlägen‘ für Abgeordnete etabliert habe. ‚Das hat [sie] noch vor den 2000er Jahren eingeführt […], nachdem sie zum ersten Mal Abgeordnete wurde. Davon haben mir Kolleg:innen erzählt, die in ihrer Fraktion waren […].‘
Auch Moroz selbst wurden nach eigenen Angaben zusätzliche Zahlungen angeboten. Als er 2006 zum zweiten Mal zum Parlamentspräsidenten gewählt worden war, schlug ihm ein Vertreter der Partei der Regionen [des moskautreuen Ex-Präsidenten Viktor Janukowytsch] […] vor: ‚Wir zahlen unseren [Abgeordneten] einen Zuschlag, lassen Sie uns ihren auch einen zahlen.‘
Als Moroz nachfragte, worum es genau gehe, erhielt er die Antwort: ‚10.000 US-Dollar pro Monat.‘ Moroz lehnte ab und fragte, wofür die Zulagen gedacht seien. Jede:r Abgeordnete erhalte ein normales Gehalt. Der Gesprächspartner entschuldigte sich und ging. Allerdings kam er schon am nächsten Tag zurück: mit dem Vorschlag, die Summe zu erhöhen. Nachdem Moroz erneut ablehnte, gab es keine neuen Vorschläge mehr.“
„Die Gasprinzessin und Moskaus Haftbefehl“
Julija Timoschenko wird nicht zum ersten Mal strafrechtlich verfolgt – in den vergangenen 30 Jahren als Politikerin hat sie viele Widrigkeiten überstanden, darunter auch eine Haftstrafe. Suspilne erinnert an einen früheren Haftbefehl aus Moskau:
„Julija Tymoschenko wurde [1997] als ‚Gasprinzessin’ Abgeordnete – zu diesem Zeitpunkt leitete sie den Konzern ‚Vereinigte Energiesysteme der Ukraine’ (EESU), der einen Vertrag über die Lieferung von Gas […] durch das russische [Unternehmen] Gazprom [unterzeichnet] hatte. Die Regierung, die zu dieser Zeit Tymoschenkos ‚Patron’ Pavlo Lazarenko führte, verpflichtete staatliche Unternehmen [daraufhin], Gas von EESU zu kaufen. Der Preis [dafür] lag deutlich über dem, was EESU an Gazprom zahlen musste. […]
Irgendwann beschuldigten die Russen Timoshenko der Bestechung. Angeblich habe sie auf diese Weise für die EESU einen Vertrag über 450 Millionen US-Dollar vom Verteidigungsministerium der Russischen Föderation erhalten. Im September 2004 erließ das Moskauer Garnisonsgericht sogar einen Haftbefehl gegen Timoshenko, die zu diesem Zeitpunkt bereits eine der Anführerinnen der ukrainischen Opposition gegen Präsident Leonid Kutschma war.“
Neue Minister für Verteidigung und Energie
Am 14. Januar bestätigte das ukrainische Parlament zwei neue Minister, die Präsident Selenskyj vorgeschlagen hatte: Mychajlo Fedorow, bisher Digitalminister, übernimmt das Verteidigungsressort und Denys Schmyhal, zuvor Verteidigungsminister, wechselt ins Energieministerium. Dieser Tausch wirkt folgerichtig, denn Schmyhal gilt als Krisenmanager, der große Systeme stabilisieren kann – eine Kernkompetenz in einem Winter unter Beschuss. Fedorow steht für Innovation und Technologietransfer, was für die Verteidigung immer wichtiger wird. Ukrainische Medien diskutieren, welche Erwartungen sich mit beiden Personalien verbinden.
„Jetzt gilt es, das Drohnen-Schwert auszubauen“
Forbes hat prominente Führungskräfte im Militär gefragt, was Fedorow in seinem neuen Amt anpacken sollte. Zu ihnen gehört Oleksandr Nastenko (Kampfname: Flint), Leiter der Drohnenangriffseinheit Code 9.2, die als eine der effektivsten in der ukrainischen Armee gilt:
„Der Feind reagiert äußerst empfindlich auf schlechte Nachrichten. Das haben wir bei unserer Offensive in Kupjansk gemerkt. Die russische Gesellschaft reagierte darauf viel schmerzlicher, als sie sich über ihre eigenen Erfolge freut. […] Unsere Aufgabe ist es, die Zahl der Niederlagen für den Feind zu erhöhen.
Fedorow ist ein Pionier bei der technologischen Entwicklung der Armee – von Drohnen bis hin zu unbemannten bodengestützten Robotersystemen. Es ist [ihm] gelungen, eine ‚Drohnenlinie‘ aufzubauen [und] mit Hilfe von Drohnen den Feind in Schach zu halten. Das ist eine Art ‚Drohnenschild‘. Jetzt gilt es, das ‚Schwert‘ auszubauen.
Es ist unmöglich, dauerhaft in der Defensive zu bleiben. Wir müssen angreifen, tief [in feindliches Territorium] vorstoßen, Durchbrüche erzielen – Stärke zeigen. Wir können es uns nicht leisten, dies mit einer großen Menge an Infanterie zu tun wie der Feind. Wir können nur mit einer Mischung aus Menschen und Technologien angreifen.
Ich hoffe, dass unter Fedorow das richtige Verhältnis zwischen Drohnen und Infanterie in den stark eingesetzten Sturmregimentern gefunden wird. Damit wir keine Menschen verlieren, sondern Drohnen.“
„Keine Skandale“
Suspilne erläutert, warum Denys Schmyhal als Energieminister eine naheliegende Wahl war:
„Denys Schmyhal begann seine Tätigkeit im Energiesektor im Jahr 2017: Der damals 42-Jährige nahm eine Stelle im Unternehmen DTEK Energo [des ukrainischen Oligarchen] Rinat Achmetow an und wurde stellvertretender Generaldirektor für soziale Fragen in der westukrainischen Niederlassung des Konzerns. Bereits ein Jahr später übernahm er die Leitung des Wärmekraftwerks Burschtyn, das ebenfalls zu DTEK gehört.
Damals war das Kraftwerk eines der größten in der Ukraine. Es konnte mehr als zwei Gigawatt Strom produzieren und versorgte damit rund drei Millionen Menschen in den Regionen Transkarpatien, Lwiw und Iwano-Frankiwsk mit Elektrizität.
‚[Schmyhal] ist ein Manager, bei dem alles funktioniert und es keine Skandale gibt […]‘, sagt Oleksandr Kharchenko, Direktor des Zentrums für Energieforschung, gegenüber Suspilne.“
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Ukrainische Medien
Die Online-Zeitung Ukrajinska Prawda veröffentlicht als regierungskritisches Medium investigative Artikel und deckte auch Korruptionsfälle innerhalb der ukrainischen Regierung auf. Sie zählt zu den meistgenutzten Nachrichtenportalen der Ukraine.
Die Ukrajinska Prawda wurde im Jahr 2000 vom ukrainisch-georgischen Journalisten Heorhij Gongadse gegründet, der im darauffolgenden Jahr – angeblich auf Veranlassung des damaligen Präsidenten Leonid Kutschma – ermordet wurde. Die heutige Chefredakteurin ist die bekannte ukrainisch-krimtatarische Journalistin Sevgil Musaieva.
Im Mai 2021 verkaufte die damalige Eigentümerin Olena Prytula 100 Prozent der Anteile an Dragon Capital, eine ukrainische Investment-Management-Gesellschaft, die vom tschechischen Unternehmer Tomáš Fiala geleitet wird.
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Das Online-Nachrichtenportal und ‑Fernsehen Hromadske finanziert sich über Crowdfunding bei seinen Leserinnen und Lesern, Spenden, Werbung und über für andere Medien aufgenommene Videos.
Hromadske wurde als NGO mit dazugehörigen Online-Medien im November 2013 mit Beginn des Euromaidan gegründet. Die jetzige Chefredakteurin ist die ukrainische Journalistin Jewhenija Motorewska, die sich zuvor mit dem Thema Korruption in ukrainischen Strafverfolgungsbehörden befasst hat.
Die Weiterentwicklung von Hromadske wird von einem Vorstand vorangetrieben, der aus sieben prominenten ukrainischen Persönlichkeiten besteht, darunter Nobelpreisträgerin Oleksandra Matwijtschuk.
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Der ukrainische Fernsehsender mit Online-Nachrichtenportal, dessen Chefredakteurin die ukrainische Journalistin Chrystyna Hawryljuk ist, wird finanziell von der ukrainischen Regierung unterstützt. In diesem Zusammenhang hat sich die Website einer ausgewogenen Berichterstattung verpflichtet.
Das renommierte Institute of Mass Information führte Suspilne.Novyny im September 2021 auf der sogenannten „weißen Liste“ ukrainischer Medien, die ein sehr hohes Niveau an zuverlässigen Informationen bieten.
Suspilne.Novyny wurde im Dezember 2019 gegründet und gehört zur Nationalen öffentlichen Rundfunkgesellschaft der Ukraine. Im Januar 2015 war die zuvor staatliche Rundfunkanstalt entsprechend europäischen Standards in eine öffentliche Rundfunkgesellschaft umgewandelt worden.
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NV ist eine Print- und Online-Zeitschrift, deren Schwerpunkt auf Nachrichten aus dem Ausland und der ukrainischen Politik liegt. Zu den Hauptthemen zählen die internationale Unterstützung der Ukraine, Korruption sowie die künftige Entwicklung des Landes. Die Online-Ausgabe veröffentlich oft Artikel renommierter ausländischer Medien wie The Economist, The New York Times, BBC und Deutsche Welle. Die Zeitschrift erscheint freitags als Druckausgabe auf Ukrainisch, die Website ist auf Ukrainisch, Russisch und Englisch verfügbar. NV gilt als eine der zuverlässigsten Nachrichtenquellen in der Ukraine.
NV wurde im Jahr 2014 – ursprünglich unter dem Namen Nowjoe Wremja („Die neue Zeit“) – vom ukrainischen Journalisten Witalij Sytsch gegründet, der die Chefredaktion übernahm. Zuvor arbeitete Sytsch bei dem ebenfalls populären Magazin Korrespondent. Er verließ Korrespondent, nachdem es an Serhij Kurtschenko – einen Janukowytsch nahestehenden Oligarchen aus Charkiw – verkauft worden war. NV gehört zum Verlagshaus Media-DK, dessen Eigentümer der tschechische Unternehmer Tomáš Fiala ist.
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Dserkalo Tyschnja liefert Hintergrundberichte und Analysen; das Themenspektrum umfasst politische, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Themen. Die Zeitung betrachtet die ukrainische Politik und deren Akteure in einem internationalen Zusammenhang. Dserkalo Tyschnja steht auf der „weißen Liste“ ukrainischer Medien, die zuverlässige Informationen liefern.
Dserkalo Tyschnja ist eine der ältesten ukrainischen Zeitungen und erschien zuerst 1994. Seit 2020 ist die Zeitung nur noch online verfügbar: auf Ukrainisch, Russisch und Englisch. Chefredakteurin ist die bekannte ukrainische Journalistin Julija Mostowa, Ehefrau des ehemaligen ukrainischen Verteidigungsministers Anatolij Hrysenko.
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Das ukrainische Online-Magazin Babel wurde im September 2018 gegründet. Das Themenspektrum umfasst soziale und politische Themen; besonderes Augenmerk gilt aber auch Nachrichten aus der Wissenschaft und über neue Technologien.
Nach dem 24. Februar 2022 wurde die zuvor ebenfalls angebotene russische Version der Website geschlossen. Stattdessen wird nun eine englische Version angeboten. Babel finanziert sich über Spenden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Babel engagieren sich in zahlreichen Projekten, die darauf abzielen, die ukrainischen Streitkräfte während des Krieges zu unterstützen.
Die Eigentümer des Online-Magazins sind der erste Chefredakteur Hlib Husjew, Kateryna Kobernyk und das slowakische Unternehmen IG GmbH.
Heute ist die ukrainische Journalistin Kateryna Kobernyk Chefredakteurin von Babel.
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Das Online-Magazin LB gehört zum Horschenin-Institut, einer ukrainischen Denkfabrik, die sich mit politischen und gesellschaftlichen Prozessen in der Ukraine und der Welt beschäftigt. LB hat sich auf Interviews spezialisiert; häufige Themen sind die ukrainische Innen- und internationale Politik sowie soziale Fragen in der Ukraine.
LB wurde im Juni 2009 unter dem Namen Liwyj Bereh gegründet, Chefredakteurin Sonja Koschkina hat seit 2018 einen eigenen Youtube-Kanal „KishkiNA“, auf dem sie Interviews mit verschiedenen Personen veröffentlicht.
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Im Fokus des ukrainischen im Jahr 2000 gegründeten Online-Nachrichtenportals LIGA stehen wirtschaftliche, politische und soziale Themen. Seit 2020 steht LIGA auf der „weißen Liste“ ukrainischer Medien, die stets präzise Informationen und zuverlässige Nachrichten anbieten.
Chefredakteurin ist die ukrainische Journalistin Julija Bankowa, die davor eine leitende Position bei dem Online-Magazin Hromadske hatte.
Der Eigentümer des Nachrichtenportals ist die ukrainische unabhängige Mediaholding Ligamedia, deren Geschäftsführer Dmytro Bondarenko ist.
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Censor präsentiert sich als Website mit „emotionalen Nachrichten“. Der Fokus liegt vor allem auf innenpolitischen Entwicklungen. Seit dem russischen Überfall auf die Ukraine sind viele Beiträge den Ereignissen an der Front und den ukrainischen Streitkräften gewidmet. Censor ist auf drei Sprachen verfügbar: Ukrainisch, Russisch und Englisch.
Das Nachrichtenportal Censor wurde 2004 vom bekannten ukrainischen Journalisten Jurij Butusow gegründet und zählt zu den populärsten Nachrichtenseiten des Landes. Butusow gilt als scharfer Kritiker von Präsident Selenskyj. Er erhebt schwere Vorwürfe in Bezug auf Korruption innerhalb der ukrainischen Regierung, schlechte Vorbereitung auf den Krieg gegen Russland und unbefriedigende Verwaltung der Armee. Butusow wird von über 400.000 Menschen auf Facebook gelesen. Seine Posts auf dem sozialen Netzwerk haben enormen Einfluss und lösen hitzige Diskussionen aus.
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