„Die Logis­tik der rus­si­schen Truppen lahmlegen“

Durch einen Drohnenangriff beschädigte Ölraffinerie in Moskau
Foto: IMAGO /​ Anadolu Agency

Pres­se­schau ukrai­ni­scher Medien | 20. Mai bis 16. Juni 2026
Russ­lands logis­ti­scher Lockdown
Polen und Ukraine: Alte Kon­flikte neu entfacht
Mobi­li­sie­rung: Neue Regeln für den Kriegs­dienst in der Ukraine

Russ­lands logis­ti­scher Lockdown

Seit Ende Mai greift die Ukraine ver­stärkt rus­si­sche Infra­struk­tur an und nimmt gezielt Raf­fi­ne­rien und Ölde­pots ins Visier. Auf­se­hen­er­re­gend waren die Angriffe in St. Peters­burg vor und nach dem dor­ti­gen Wirt­schafts­fo­rum, einem zen­tra­len Treffen der rus­si­schen Elite. Die Folgen spüren viele, an zahl­rei­chen Tank­stel­len im euro­päi­schen Teil Russ­lands ist bereits der Treib­stoff knapp. Gleich­zei­tig hat Kyjiw auch die Angriffe auf mili­tä­risch wich­tige Ziele in den besetz­ten Gebie­ten inten­si­viert. Zer­störte Brücken und aus­ge­brannte Tank­last­wa­gen haben auf der Krim massive Logis­tik­pro­bleme aus­ge­löst, die Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter Mycha­jlo Fedorow als „logis­ti­schen Lock­down“ bezeichnete.

„Je mehr wir zer­stö­ren, desto sel­te­ner greifen sie an“

In der Ukra­jinska Prawda erklärt Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter Fedorow, dass Angriffe mitt­le­rer Reich­weite vor allem Russ­lands Logis­tik an der Front schwä­chen sollen:

„‚Unsere Aufgabe ist es, den Druck auf die Russen im Hin­ter­land weiter zu erhöhen und ihnen die Fähig­keit zu nehmen, Angriffe zu starten. In den ver­gan­ge­nen Monaten haben wir viermal soviel feind­li­che Logis­tik, Lager, Aus­rüs­tung, Kom­man­do­stel­len und Nach­schub­wege im Hin­ter­land zer­stört [wie zuvor]. Die Daten zeigen klar: Je mehr rus­si­sche Logis­tik wir zer­stö­ren, desto sel­te­ner greifen sie an der Front an‘, erklärte Fedorow.

Er fügte hinzu, Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rium […] und Gene­ral­stab hätten zusätz­lich fünf Mil­li­ar­den Hrywnja [knapp 100 Mil­lio­nen Euro] bereit­ge­stellt, um moder­nes Gerät für Angriffe mitt­le­rer Reich­weite [sog. middle strikes] zu beschaffen.“

„Die gesamte Logis­tik der rus­si­schen Truppen lahmlegen“

In LB wie­derum spricht der Vize­chef des Mili­tär­ge­heim­diens­tes HUR, Vadym Ski­bit­skyi, über die zuneh­mende Wirkung ukrai­ni­scher deep strikes [Luft­schläge tief in geg­ne­ri­schem Staats­ge­biet] gegen rus­si­sche Raf­fi­ne­rien und Militärbasen:

„‚Die Sta­tis­tik belegt, dass unsere deep strikes wirken. Die Folgen der Angriffe für die rus­si­sche Wirt­schaft belie­fen sich zunächst auf 15 Prozent, dann auf 18 Prozent, aktuell sind es 24 Prozent. Nach den Ölraf­fi­ne­rien […] [werden wir nun] das gesamte logis­ti­sche Ver­sor­gungs­sys­tem lahm­le­gen, vor allem das der rus­si­schen Trup­pen­ver­bände. Das wird unter anderem zur Sta­bi­li­sie­rung der Front­li­nie bei­tra­gen‘, betonte Vadym Skibitskyi.

Seinen Angaben zufolge setzen deep strikes und Angriffe mitt­le­rer Reich­weite getrof­fene Ziele für min­des­tens drei Monate außer Betrieb.

‚Die […] rus­si­schen Systeme zur Erd­öl­ver­ar­bei­tung sowie im Brenn­stoff- und Ener­gie­sek­tor sind sehr groß und komplex [...]. Wir zielen auf ihre emp­find­lichs­ten Objekte und Ele­mente. Und wir arbei­ten, wie Sie sehen, kon­se­quent und unun­ter­bro­chen‘, [erklärte er].“

„Eigene bal­lis­ti­sche Raketen in großer Zahl“

Hro­madske weist darauf hin, dass eigene Marsch­flug­kör­per oder bal­lis­ti­sche Raketen Russ­lands Raf­fi­ne­rien weitaus härter treffen könnten als Drohnen:

„Drohnen erfül­len zwar ihren Zweck, doch ihre Spreng­köpfe (50–100 kg) reichen nicht aus, um massive Bau­werke voll­stän­dig zu zer­stö­ren. Haupt­ziel sind in der Regel die Rek­ti­fi­ka­ti­ons­ko­lon­nen – die höchs­ten Türme einer Raf­fi­ne­rie, in denen Rohöl in Benzin, Diesel und Flug­ben­zin getrennt wird. Ohne diese zen­trale Kom­po­nente funk­tio­niert keine Raf­fi­ne­rie, doch leichte Drohnen beschä­di­gen meist nur deren äußere Bau­teile oder ver­ur­sa­chen kurz­zei­tige Brände. Das ukrai­ni­sche Rake­ten­pro­gramm könnte die Situa­tion grund­le­gend ändern.

[Der Prä­si­dent des Zen­trums für Globale Studien Stra­te­gie XXI] Mykhailo Honchar betont, schwere Angriffs­waf­fen wie ein­hei­mi­sche Marsch­flug­kör­per oder bal­lis­ti­sche Raketen (etwa eine modi­fi­zierte Neptun) würden die Zer­stö­rung auf ein anderes Level heben:

‚Wenn eine Rakete ein­schlägt, […] deren Gefechts­kopf eine ganze Tonne oder sogar mehr wiegt, dann kann eine Anlage nach einem solchen Schlag bereits irrepa­ra­bel sein, nur noch Metall­schrott. Und was wird die Rus­si­sche Föde­ra­tion dann tun? Sie wird ent­schei­den, ob sie sie wieder aufbaut oder eine neue Rek­ti­fi­ka­ti­ons­ko­lonne errich­tet und dafür Mate­rial kauft. […] Das wird rund ein oder zwei Jahre dauern.‘

Der Militär- und Luft­fahrt­ex­perte Ana­to­lii Khrap­chyn­skyi geht davon aus, dass die Ukraine bereits bis Ende des Jahres eigene bal­lis­ti­sche Raketen in großer Zahl ein­set­zen kann, obwohl feh­lende staat­li­che Finan­zie­rung […] [For­schung und Ent­wick­lung] bremst.

Polen und Ukraine: Alte Kon­flikte neu entfacht

Im Streit um die Mas­sa­ker in Wol­hy­nien und Ost­ga­li­zien gab es zuletzt zwar eine vor­sich­tige Annä­he­rung zwi­schen Polen und der Ukraine, etwa bei der gemein­sa­men Suche nach den Toten der 1940er Jahre. Doch der Kon­flikt bleibt hoch auf­ge­la­den. Während die Ukraine die Ver­bre­chen bis heute oft einfach als Tra­gö­die bezeich­net, spricht Polen von Genozid. Zwi­schen 1943 und 1945 hatten Ein­hei­ten der Ukrai­ni­schen Auf­stands­ar­mee (UPA) je nach Quelle zwi­schen 50.000 und 100.000 pol­ni­sche Zivilist:innen getötet. Bei pol­ni­schen Ver­gel­tungs­ak­tio­nen kamen 10.000 bis 15.000 Ukrainer:innen ums Leben. Wie tief die Ver­let­zun­gen sitzen, zeigen die schar­fen Reak­tio­nen füh­ren­der pol­ni­scher Poli­ti­ker und die breite Empö­rung in der Gesell­schaft nach der Ent­schei­dung Selen­skyjs, eine ukrai­ni­sche Mili­tär­ein­heit nach der UPA zu benennen.

„Keine anti­pol­ni­schen Hintergedanken“

Die Jew­ro­pe­jska Prawda erläu­tert die Gründe für die Ent­schei­dung des ukrai­ni­schen Präsidenten:

„Seit Februar 2022 zeigen Umfra­gen, dass die meisten Men­schen in der Ukraine die UPA kennen und befür­wor­ten, ihre Mit­glie­der als Kämpfer für die Unab­hän­gig­keit anzu­er­ken­nen. In der ukrai­ni­schen Geschichts­po­li­tik wird stark her­vor­ge­ho­ben, dass die Auf­stän­di­schen sowohl gegen die Kom­mu­nis­ten als auch gegen die Nazis kämpf­ten. Das stärkt die posi­tive Haltung der Gesell­schaft gegen­über der UPA zusätzlich.

In den Streit­kräf­ten der Ukraine dienen Men­schen mit ganz unter­schied­li­chen Welt­an­schau­un­gen und Ansich­ten zur Geschichte. Viele von ihnen legen jedoch Wert darauf, sich bewusst zu machen, dass das Land, das sie ver­tei­di­gen, eine eigene Kriegs­ge­schichte hat. Und dazu gehört auch der lang­jäh­rige Wider­stand der UPA gegen das sowje­ti­sche System. Die Lieder der UPA sind […] populär, weil es darin um den Kampf gegen die­je­ni­gen geht, die das Militär auch heute [wieder] bekämpft. Die Zeit ist eine andere – der Feind ist derselbe.

Dass eine ukrai­ni­sche Einheit den Namen von UPA-Helden tragen wollte und Prä­si­dent Selen­skyj dem zuge­stimmt hat, spie­gelt ledig­lich diese ukrai­ni­sche Rea­li­tät wider. Da gibt es keine Hin­ter­ge­dan­ken, wie man in Polen fälsch­li­cher­weise unterstellt.“

„Zyni­scher Umgang mit pol­ni­schem Leid“

Babel sprach mit dem pol­ni­schen His­to­ri­ker Łukasz Adamski darüber, warum das Thema in Polen derzeit so heftige Kritik auslöst:

„‚Die Unzu­frie­den­heit mit Wolo­dymyr Selen­skyjs Erlass ist nicht deshalb [groß], weil die Ukraine und Polen die Geschichte unter­schied­lich inter­pre­tie­ren würden, sondern weil der Ein­druck [ent­steht], er miss­achte den Schmerz der Men­schen in Polen und das Geden­ken an die Opfer der UPA. Tat­säch­lich geht es dabei auch um Würde: Was darf die Ukraine tun, und wie soll Polen darauf reagie­ren? In der Ukraine will die herr­schende Elite die Erin­ne­rungs­po­li­tik eigen­stän­dig gestal­ten und selbst ent­schei­den, wer als Held gilt und wer nicht. Die pol­ni­sche Gesell­schaft hin­ge­gen emp­fin­det solche Schritte als Miss­ach­tung der Opfer der Ukrai­ni­schen Auf­stands­ar­mee und als zyni­schen Umgang mit pol­ni­schem Leid. Die Men­schen in Polen erwar­ten, dass Kyjiw ihre Emp­find­lich­kei­ten respek­tiert und zumin­dest kein Öl ins Feuer gießt. Die Ukraine sollte aner­ken­nen, dass die UPA für Pol:innen, deren Ange­hö­rige in Wol­hy­nien starben, kein Symbol des Wider­stands gegen Moskau ist, sondern ein his­to­ri­sches Trauma [ver­kör­pert].‘“

„Wir schul­den ein­an­der nichts“

Olek­sandr Alforov, Leiter des Ukrai­ni­schen Insti­tuts für Natio­na­les Geden­ken, kom­men­tiert die pol­nisch-ukrai­ni­schen Span­nun­gen in einem Inter­view mit Censor.net grundsätzlich:

„Ich sage es mal so: Die Polen und wir sind seit mehr als tausend Jahren Nach­barn. Fami­lien freuen sich, wenn sie einen 50. Hoch­zeits­tag feiern – und haben dabei oft mehr als eine Leiche im Keller. Und hier geht es um ganze Völker. Mehr noch: Wir sind nicht einfach nur Nach­barn. Wir sind zwei Völker, die sich diese Gebiete im Lauf der Geschichte zurück­er­obert haben. Zwi­schen dem 11. und 15. Jahr­hun­dert ist hier kein anderer Staat ent­stan­den. Weder die Teu­to­nen noch die Goldene Horde haben uns ver­drängt. Wenn wir also über die Ange­le­gen­hei­ten [unserer] beiden Völker spre­chen, müssen wir begrei­fen, wie komplex und viel­schich­tig diese Fragen sind. Man sollte nicht glauben, unsere Bezie­hun­gen seien einfach gut oder schlecht. Es sind die Bezie­hun­gen zweier Völker, und die sind [ganz] unter­schied­lich. Wir schul­den ein­an­der nichts. Und gerade weil unsere Bezie­hun­gen so viel­ge­stal­tig sind, erleben wir mal Annä­he­rung, mal Distanz.“

Mobi­li­sie­rung: Neue Regeln für den Kriegs­dienst in der Ukraine

Am 12. Juni kün­digte das ukrai­ni­sche Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rium neue Regeln für Mobi­li­sie­rung und Mili­tär­dienst an. Armee­an­ge­hö­rige sollen mehr ver­die­nen, in der Infan­te­rie sogar doppelt so viel wie bisher. Ein­heits­wech­sel, Rück­kehr nach uner­laub­tem Fern­blei­ben und Ent­las­sung nach meh­re­ren Dienst­jah­ren sollen ein­fa­cher werden. Außer­dem plant der Staat, gezielt Kämpfer aus dem Ausland zu rekru­tie­ren. Ob der Dienst dadurch attrak­ti­ver wird, ist umstritten.

„Vor den Kopf gestoßen“

Hro­madske berich­tet, viele alt­ge­diente Soldat:innen hielten die Reform für ungerecht:

„‚Momen­tan sieht es für die Leute so aus, als ob sie nie wieder aus dem Militär her­aus­kom­men, wenn sie einmal ein­ge­zo­gen wurden. Wir […] eröff­nen ihnen neue Per­spek­ti­ven für den Mili­tär­dienst, und zwar klar und ver­ständ­lich‘, sagte der stell­ver­tre­tende Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter, Mstys­lav Banik, bei einem Pres­se­ge­spräch – und benutzte dabei 15 Mal das Wort ‚Gerech­tig­keit‘.

Doch gerade jene Soldat:innen, die am längs­ten in der Armee dienen, merken von dieser Gerech­tig­keit nichts. Sie finden, diese Reform berück­sich­tige ihre Inter­es­sen nicht.

‚Aus Sicht einer Person, die [erst] im Jahr 2026 auf­ge­wacht ist und beschlos­sen hat, sich zum Mili­tär­dienst zu melden, sind diese Bedin­gun­gen nicht schlecht. Aber alle, die [lang­jäh­rige] Dienst­er­fah­rung haben, stößt das ziem­lich vor den Kopf ‘, sagt Ihor Lut­senko, Kom­man­deur einer Drohneneinheit.

‚Wenn du seit 2022 kämpfst und jetzt einen Vertrag über weitere zwei Jahre unter­schreibst, wirst du 2028 aus dem Dienst ent­las­sen. Bist Du [erst] gestern zur Truppe gekom­men und unter­schreibst für zwei Jahre, gehst du [eben­falls] 2028. Meine Herren, seid ihr da drüben über­haupt noch bei Ver­stand?!‘, klagt Dmytro Ivanov, Infan­te­rie-Offi­zier bei der Marine.“

„Die beste Moti­va­tion ist Geld“

Ein Soldat, der 2022 aus Polen zurück­kehrte, um seine Heimat zu ver­tei­di­gen, und derzeit bei Pokrowsk kämpft, betont im Gespräch mit Liga, dass die Reform zumin­dest die Bedeu­tung finan­zi­el­ler Anreize richtig erkenne:

„‚Die beste Moti­va­tion ist Geld [...]. Die meisten Men­schen, die wirk­lich den bren­nen­den Wunsch hatten, das Land zu ver­tei­di­gen, sind längst in den Krieg gezogen. Viele von ihnen sind gefal­len. Deshalb sind derzeit Geld, die Gewiss­heit, dass die eigene Familie ver­sorgt sein wird sowie staat­li­che Ver­güns­ti­gun­gen und [soziale] Garan­tien die beste Motivation [...].“

„Ver­steht den Unterschied!“

Der ukrai­ni­sche Abge­ord­nete und SBU-Oberst Roman Kos­tenko erklärt gegen­über Censor.net, die Rekru­tie­rung von Aus­län­dern könne den Infan­te­rie­man­gel lindern, aber nicht beheben:

„‚Wenn die Rede von 50 Prozent Aus­län­dern an der Null­li­nie [an vor­ders­ter Front] ist, rechne ich damit, dass etwa 15.000 bis 20.000 Men­schen ange­wor­ben werden sollen. Lässt sich eine solche Menge schritt­weise in die Ukraine holen? Wenn man ein ent­spre­chen­des Pro­gramm auflegt, ja – das ist ein­fa­che Mathe­ma­tik. Doch ich bezweifle stark, dass Aus­län­der unsere Sol­da­ten wirk­lich erset­zen können. Ich habe selbst mit ihnen gekämpft […]. Zu Beginn des [lan­des­wei­ten] Krieges kämpfte eine bela­ru­si­sche Einheit an beson­ders schwie­ri­gen Front­ab­schnit­ten. Später hörte ich sie sagen […]: ‚Wir sind nicht gekom­men, um eure Arbeit für euch zu erle­di­gen. Das ist euer Krieg! Wir sind gekom­men, um euch dabei zu helfen, euer Land zu ver­tei­di­gen. Ver­steht den Unterschied!‘“

Portrait von Christian-Zsolt Varga

Chris­tian-Zsolt Varga ist freier Aus­lands­kor­re­spon­dent mit Schwer­punkt Ukraine, Ungarn und Europas Osten und berich­tet für ver­schie­dene euro­päi­sche Medien aus Kyjiw.

Portrait von Anton Semyzhenko

Anton Semyz­henko ist Redak­teur der eng­lisch­spra­chi­gen Ausgabe von babel.ua in Kyjiw mit über 15 Jahren Berufs­er­fah­rung als Jour­na­list im ukrai­ni­schen Medienbetrieb.

Ukrai­ni­sche Medien

Die Online-Zeitung Ukra­jinska Prawda ver­öf­fent­licht als regie­rungs­kri­ti­sches Medium inves­ti­ga­tive Artikel und deckte auch Kor­rup­ti­ons­fälle inner­halb der ukrai­ni­schen Regie­rung auf. Sie zählt zu den meist­ge­nutz­ten Nach­rich­ten­por­ta­len der Ukraine.

Die Ukra­jinska Prawda wurde im Jahr 2000 vom ukrai­nisch-geor­gi­schen Jour­na­lis­ten Heorhij Gon­gadse gegrün­det, der im dar­auf­fol­gen­den Jahr – angeb­lich auf Ver­an­las­sung des dama­li­gen Prä­si­den­ten Leonid Kut­schma – ermor­det wurde. Die heutige Chef­re­dak­teu­rin ist die bekannte ukrai­nisch-krim­ta­ta­ri­sche Jour­na­lis­tin Sevgil Mus­aieva.

Im Mai 2021 ver­kaufte die dama­lige Eigen­tü­me­rin Olena Prytula 100 Prozent der Anteile an Dragon Capital, eine ukrai­ni­sche Invest­ment-Manage­ment-Gesell­schaft, die vom tsche­chi­schen Unter­neh­mer Tomáš Fiala gelei­tet wird.

Aufrufe der Website im Mai 2023: 69,6 Millionen

Das Online-Nach­rich­ten­por­tal und ‑Fern­se­hen Hro­madske finan­ziert sich über Crowd­fun­ding bei seinen Lese­rin­nen und Lesern, Spenden, Werbung und über für andere Medien auf­ge­nom­mene Videos.

Hro­madske wurde als NGO mit dazu­ge­hö­ri­gen Online-Medien im Novem­ber 2013 mit Beginn des Euro­mai­dan gegrün­det. Die jetzige Chef­re­dak­teu­rin ist die ukrai­ni­sche Jour­na­lis­tin Jewhe­nija Motorewska, die sich zuvor mit dem Thema Kor­rup­tion in ukrai­ni­schen Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den befasst hat.

Die Wei­ter­ent­wick­lung von Hro­madske wird von einem Vor­stand vor­an­ge­trie­ben, der aus sieben pro­mi­nen­ten ukrai­ni­schen Per­sön­lich­kei­ten besteht, dar­un­ter Nobel­preis­trä­ge­rin Olek­san­dra Matwijtschuk.

Aufrufe der Website im Mai 2023: 2,8 Millionen

Der ukrai­ni­sche Fern­seh­sen­der mit Online-Nach­rich­ten­por­tal, dessen Chef­re­dak­teu­rin die ukrai­ni­sche Jour­na­lis­tin Chry­styna Hawryl­juk ist, wird finan­zi­ell von der ukrai­ni­schen Regie­rung unter­stützt. In diesem Zusam­men­hang hat sich die Website einer aus­ge­wo­ge­nen Bericht­erstat­tung verpflichtet.

Das renom­mierte Insti­tute of Mass Infor­ma­tion führte Suspilne.Novyny im Sep­tem­ber 2021 auf der soge­nann­ten „weißen Liste“ ukrai­ni­scher Medien, die ein sehr hohes Niveau an zuver­läs­si­gen Infor­ma­tio­nen bieten.

Suspilne.Novyny wurde im Dezem­ber 2019 gegrün­det und gehört zur Natio­na­len öffent­li­chen Rund­funk­ge­sell­schaft der Ukraine. Im Januar 2015 war die zuvor staat­li­che Rund­funk­an­stalt ent­spre­chend euro­päi­schen Stan­dards in eine öffent­li­che Rund­funk­ge­sell­schaft umge­wan­delt worden.

Aufrufe der Website im Mai 2023: 7,4 Millionen

NV ist eine Print- und Online-Zeit­schrift, deren Schwer­punkt auf Nach­rich­ten aus dem Ausland und der ukrai­ni­schen Politik liegt. Zu den Haupt­the­men zählen die inter­na­tio­nale Unter­stüt­zung der Ukraine, Kor­rup­tion sowie die künf­tige Ent­wick­lung des Landes. Die Online-Ausgabe ver­öf­fent­lich oft Artikel renom­mier­ter aus­län­di­scher Medien wie The Eco­no­mist, The New York Times, BBC und Deut­sche Welle. Die Zeit­schrift erscheint frei­tags als Druck­aus­gabe auf Ukrai­nisch, die Website ist auf Ukrai­nisch, Rus­sisch und Eng­lisch ver­füg­bar. NV gilt als eine der zuver­läs­sigs­ten Nach­rich­ten­quel­len in der Ukraine.

NV wurde im Jahr 2014 – ursprüng­lich unter dem Namen Nowjoe Wremja („Die neue Zeit“) – vom ukrai­ni­schen Jour­na­lis­ten Witalij Sytsch gegrün­det, der die Chef­re­dak­tion über­nahm. Zuvor arbei­tete Sytsch bei dem eben­falls popu­lä­ren Magazin Kor­re­spon­dent. Er verließ Kor­re­spon­dent, nachdem es an Serhij Kur­tschenko – einen Janu­ko­wytsch nahe­ste­hen­den Olig­ar­chen aus Charkiw – ver­kauft worden war. NV gehört zum Ver­lags­haus Media-DK, dessen Eigen­tü­mer der tsche­chi­sche Unter­neh­mer Tomáš Fiala ist.

Aufrufe der Website im Mai 2023: 27,1 Millionen

Dser­kalo Tyschnja liefert Hin­ter­grund­be­richte und Ana­ly­sen; das The­men­spek­trum umfasst poli­ti­sche, wirt­schaft­li­che, soziale und kul­tu­relle Themen. Die Zeitung betrach­tet die ukrai­ni­sche Politik und deren Akteure in einem inter­na­tio­na­len Zusam­men­hang. Dser­kalo Tyschnja steht auf der „weißen Liste“ ukrai­ni­scher Medien, die zuver­läs­sige Infor­ma­tio­nen liefern.

Dser­kalo Tyschnja ist eine der ältes­ten ukrai­ni­schen Zei­tun­gen und erschien zuerst 1994. Seit 2020 ist die Zeitung nur noch online ver­füg­bar: auf Ukrai­nisch, Rus­sisch und Eng­lisch. Chef­re­dak­teu­rin ist die bekannte ukrai­ni­sche Jour­na­lis­tin Julija Mostowa, Ehefrau des ehe­ma­li­gen ukrai­ni­schen Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ters Ana­to­lij Hrysenko.

Aufrufe der Website im Mai 2023: 4,7 Millionen

Das ukrai­ni­sche Online-Magazin Babel wurde im Sep­tem­ber 2018 gegrün­det. Das The­men­spek­trum umfasst soziale und poli­ti­sche Themen; beson­de­res Augen­merk gilt aber auch Nach­rich­ten aus der Wis­sen­schaft und über neue Technologien.

Nach dem 24. Februar 2022 wurde die zuvor eben­falls ange­bo­tene rus­si­sche Version der Website geschlos­sen. Statt­des­sen wird nun eine eng­li­sche Version ange­bo­ten. Babel finan­ziert sich über Spenden. Die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter von Babel enga­gie­ren sich in zahl­rei­chen Pro­jek­ten, die darauf abzie­len, die ukrai­ni­schen Streit­kräfte während des Krieges zu unterstützen.

Die Eigen­tü­mer des Online-Maga­zins sind der erste Chef­re­dak­teur Hlib Husjew, Kateryna Kober­nyk und das slo­wa­ki­sche Unter­neh­men IG GmbH.

Heute ist die ukrai­ni­sche Jour­na­listin Kateryna Kober­nyk Chef­re­dak­teurin von Babel.

Aufrufe der Website im Mai 2023: 1,1 Millionen

Das Online-Magazin LB gehört zum Hor­schenin-Insti­tut, einer ukrai­ni­schen Denk­fa­brik, die sich mit poli­ti­schen und gesell­schaft­li­chen Pro­zes­sen in der Ukraine und der Welt beschäf­tigt. LB hat sich auf Inter­views spe­zia­li­siert; häufige Themen sind die ukrai­ni­sche Innen- und inter­na­tio­nale Politik sowie soziale Fragen in der Ukraine.

LB wurde im Juni 2009 unter dem Namen Liwyj Bereh gegrün­det, Chef­re­dak­teu­rin Sonja Kosch­kina hat seit 2018 einen eigenen Youtube-Kanal „Kish­kiNA“, auf dem sie Inter­views mit ver­schie­de­nen Per­so­nen veröffentlicht.

Aufrufe der Website im Mai 2023: 2 Millionen

Im Fokus des ukrai­ni­schen im Jahr 2000 gegrün­de­ten Online-Nach­rich­ten­por­tals LIGA stehen wirt­schaft­li­che, poli­ti­sche und soziale Themen. Seit 2020 steht LIGA auf der „weißen Liste“ ukrai­ni­scher Medien, die stets präzise Infor­ma­tio­nen und zuver­läs­sige Nach­rich­ten anbieten.

Chef­re­dak­teu­rin ist die ukrai­ni­sche Jour­na­lis­tin Julija Bankowa, die davor eine lei­tende Posi­tion bei dem Online-Magazin Hro­madske hatte.

Der Eigen­tü­mer des Nach­rich­ten­por­tals ist die ukrai­ni­sche unab­hän­gige Media­hol­ding Liga­me­dia, deren Geschäfts­füh­rer Dmytro Bon­da­renko ist.

Aufrufe der Website im Mai 2023: 8,5 Millionen

Censor prä­sen­tiert sich als Website mit „emo­tio­na­len Nach­rich­ten“. Der Fokus liegt vor allem auf innen­po­li­ti­schen Ent­wick­lun­gen. Seit dem rus­si­schen Über­fall auf die Ukraine sind viele Bei­träge den Ereig­nis­sen an der Front und den ukrai­ni­schen Streit­kräf­ten gewid­met. Censor ist auf drei Spra­chen ver­füg­bar: Ukrai­nisch, Rus­sisch und Englisch.

Das Nach­rich­ten­por­tal Censor wurde 2004 vom bekann­ten ukrai­ni­schen Jour­na­lis­ten Jurij Butusow gegrün­det und zählt zu den popu­lärs­ten Nach­rich­ten­sei­ten des Landes. Butusow gilt als schar­fer Kri­ti­ker von Prä­si­dent Selen­skyj. Er erhebt schwere Vor­würfe in Bezug auf Kor­rup­tion inner­halb der ukrai­ni­schen Regie­rung, schlechte Vor­be­rei­tung auf den Krieg gegen Russ­land und unbe­frie­di­gende Ver­wal­tung der Armee. Butusow wird von über 400.000 Men­schen auf Face­book gelesen. Seine Posts auf dem sozia­len Netz­werk haben enormen Ein­fluss und lösen hitzige Dis­kus­sio­nen aus.

Aufrufe der Website im Mai 2023: 59 Millionen

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