„Buda­pest atmete auf“

Foto: IMAGO /​ ZUMA Press

Pres­se­schau ukrai­ni­scher Medien | 1. bis 14. April 2026:
His­to­ri­sche Wahl in Ungarn: Hoff­nung für Kyjiw?
Angst um Infra­struk­tur zur Wasserversorgung
Mobi­li­sie­rung: neue Schmer­zen, alte Probleme

His­to­ri­sche Wahl in Ungarn: Hoff­nung für Kyjiw?

Am 12. April endete Viktor Orbáns 16-jährige Herr­schaft. Seine Partei Fidesz unter­lag der Tisza-Partei von Her­aus­for­de­rer Péter Magyar deut­lich. Für die Ukraine ist das ein Wen­de­punkt: Orbán hatte sich zu Europas här­tes­tem Ukraine-Gegner ent­wi­ckelt und unter anderem einen 90-Mil­li­ar­den-Euro-Kredit für Kyjiw blo­ckiert. Ukrai­ni­sche Medien berich­ten aus­führ­lich über den Machtwechsel.

„Zwi­schen den Stühlen“

Sus­pilne beschrieb noch vor der Wahl die Zer­ris­sen­heit der unga­ri­schen Min­der­heit im ukrai­ni­schen Transkarpatien:

„Die beiden unga­ri­schen Par­teien in Trans­kar­pa­tien igno­rie­ren das Thema Wahlen und haben sich weder für noch gegen einen der Kan­di­da­ten posi­tio­niert. [...] sämt­li­che [ange­frag­ten Poli­ti­ker] lehnten [...] es ab, mit Sus­pilne zu spre­chen [...]. Einige sagten ganz offen, sie wollten kei­ner­lei Kom­men­tare abgeben, bis die Wahlen vorbei seien. [...]

‚Die [unga­ri­sche] Gemein­schaft bemüht sich stets, sich nicht in poli­ti­sche Aus­ein­an­der­set­zun­gen hin­ein­zie­hen zu lassen [...]. Sobald sich die Bezie­hun­gen zwi­schen den Regie­run­gen [...] unserer Länder ver­schlech­tern, sind sie die Leid­tra­gen­den‘, sagt Vitalii Diachuk vom Insti­tut für Mit­tel­eu­ro­päi­sche Stra­te­gie in Usch­ho­rod. [...] Seiner Meinung nach sitzt die Führung der Ungar:innen in Trans­kar­pa­tien zwi­schen den Stühlen: Sie sind Bürger der Ukraine, fühlen sich aber mental mit ihrem Hei­mat­land ver­bun­den, das sie seit Jahren unter­stützt, auch finanziell.

‚[...] Wenn sie sich für die eine oder andere Seite ent­schei­den, ris­kie­ren sie, hier oder dort zum Außen­sei­ter zu werden. Und niemand möchte die [unga­ri­sche] Unter­stüt­zung oder Loya­li­tät ver­lie­ren‘, erklärt der Experte.“

„Buda­pest atmete auf“

Liga berich­tet aus der unga­ri­schen Haupt­stadt und fängt die Stim­mung der Men­schen nach dem Macht­wech­sel ein:

„Nur wenige Kilo­me­ter ent­fernt herrschte an den Donau-Ufern und auf den Plätzen Buda­pests eine ganz andere Rea­li­tät als im Fidesz-Haupt­quar­tier [wo man die Nie­der­lage ein­ge­stan­den hatte]. Die Stadt feierte weniger, als dass sie aufatmete.

In dieser Nacht gingen Hun­dert­tau­sende Men­schen jeden Alters auf die Straße. Da feierte nicht nur die Jugend: Neben aus­ge­las­se­nen Stu­die­ren­den standen eben jene „erschöpf­ten 50-Jäh­ri­gen“ [...], die noch gestern vor lauter Anspan­nung nicht mehr normal hatten arbei­ten können. [...] Ältere Männer, die die Ära [des Kom­mu­nis­ten] Kádár und die Krise der 90er Jahre durch­lebt hatten, hielten ihre Tränen nicht zurück. Frauen weinten und umarm­ten Fremde. Die Jugend, die unter Orbán auf­ge­wach­sen war und keine andere Regie­rung kannte, skan­dierte: ‚Árad a Tisza!‘ [dt.: Die Tisza steigt über die Ufer! – Schlacht­ruf von Magyars Tisza-Partei, die nach dem Fluss Theiß benannt ist.]

In dieser Atmo­sphäre aus Umar­mun­gen, Hup­kon­zer­ten und EU-Flaggen war das Wich­tigste zu spüren: Die Angst, auf die sich das System Orbán stützte, gibt es nicht mehr. Ungarn hat sich für den Wandel ent­schie­den und seine Rolle als Land zurück­ge­won­nen, das nach Europa blickt und nicht in die Isolation.“

„Men­schen über­zeu­gen, die von Pro­pa­ganda ver­gif­tet sind“

Die Jew­ro­pe­jska Prawda dämpft die Erwar­tung, Péter Magyar werde nun umge­hend zu einem Freund Kyjiws:

„In Magyar werden wir keinen treuen Freund oder Für­spre­cher der Ukraine finden. Selbst wenn der neue Minis­ter­prä­si­dent eine solche Rolle anstre­ben würde, wäre es schwer für ihn, gegen die öffent­li­che Meinung und die gesell­schaft­li­chen Ste­reo­ty­pen anzu­kom­men, die Viktor Orbán über Jahre hinweg gepflegt hat.

Noch im Jahr 2024, zu Beginn seiner poli­ti­schen Kar­riere, [...] räumte er in einem Inter­view mit pol­ni­schen Medien ein, [...] dass sich die Bezie­hun­gen Ungarns zur Ukraine ändern müssten, doch das brauche Zeit. Man müsse die Men­schen in Ungarn über­zeu­gen, die von Pro­pa­ganda ver­gif­tet seien. Später wurde Péter Magyar vor­sich­ti­ger und wie­der­holte ähn­li­che Äuße­run­gen nicht mehr. Er wei­gerte sich sogar grund­sätz­lich, etwas zu kom­men­tie­ren, das mit der Ukraine zu tun hatte.

Die einzige Aus­nahme, bei der Magyar seine Mensch­lich­keit im Umgang mit unserem Land zeigte, waren die Ereig­nisse im Juli 2024. Kurz nach dem rus­si­schen Beschuss des Kin­der­kran­ken­hau­ses Och­mat­dyt kam Magyar nach Kyjiw, brachte huma­ni­täre Hilfe, besuchte den Ort der Zer­stö­rung und fuhr nach Butscha. Es heißt, er sei tief bewegt gewesen von dem, was er sah. Auf seine Taten und Äuße­run­gen hatte dies jedoch keinen Ein­fluss. Das ist eben Politik, da haben Emo­tio­nen keinen Platz.“

Angst um Infra­struk­tur zur Wasserversorgung

Im Winter ver­suchte Russ­land, das ukrai­ni­sche Strom­netz zu zer­stö­ren und Städte in Kälte und Dun­kel­heit zu stürzen. Jetzt warnen ukrai­ni­sche Behör­den vor einer neuen Gefahr: ver­stärkte Angriffe auf Was­ser­werke und Klär­an­la­gen großer Städte. Im Sommer könnte die Lage kata­stro­phal werden, sollte die Was­ser­ver­sor­gung zusam­men­bre­chen. Grund­le­gende Hygiene-Stan­dards können dann nicht mehr ein­ge­hal­ten werden. Die Ver­wal­tun­gen in den Metro­po­len rüsten sich für die dro­hende Krise.

„Repa­ra­tur von Was­ser­ver­sor­gungs­net­zen sehr aufwendig“

Liga erklärt, worin sich dieses Problem von Schäden an der Ener­gie­infra­struk­tur unterscheidet:

„Ukrai­ni­sche Städte haben bereits Erfah­rung mit Was­ser­aus­fäl­len – aber dies meist infolge von Strom­aus­fäl­len und inso­fern nicht kri­tisch. Mit­hilfe der Not­strom­ver­sor­gung, ins­be­son­dere von Gene­ra­to­ren, konnte die Was­ser­ver­sor­gung dann wie­der­her­ge­stellt werden. Ein Sze­na­rio hin­ge­gen, in dem die Was­ser­ver­sor­gung über längere Zeit – Tage oder Wochen – aus­fällt, hätte ganz andere Folgen. Im Gegen­satz zur Strom­ver­sor­gung, die teil­weise durch Pri­vat­haus­halte oder Unter­neh­men kom­pen­siert werden kann (durch Gene­ra­to­ren, Akkus oder alter­na­tive Quellen), bleibt die Was­ser­ver­sor­gung ein deut­lich stärker zen­tra­li­sier­tes System. Sie hängt von einer kom­ple­xen Infra­struk­tur ab: Was­ser­ent­nah­me­stel­len, Pump­sta­tio­nen, Klär­an­la­gen, Haupt­lei­tun­gen und Abwassersysteme.

Wie Vik­to­riia Yako­vlieva, Spre­che­rin des Ver­ban­des [für Was­ser­ver­sor­gung und Abwas­ser­öko­lo­gie] Ukrwo­do­ka­na­le­ko­lo­gija erklärt, handelt es sich bei den Was­ser­ver­sor­gungs­net­zen […] um ein unter­ir­di­sches Geflecht aus tau­sen­den Kilo­me­tern von Lei­tun­gen. Dieses System sei nur schwer mit einem ein­zi­gen Schlag zu zer­stö­ren, doch im Falle zahl­rei­cher Schäden sei der Wie­der­auf­bau sehr auf­wen­dig: Die Repa­ra­tur erfor­dere Zeit, die nötige Technik und Zugang zu den beschä­dig­ten Abschnitten.“

„Kern­ele­mente von Kraft­wer­ken beson­ders schützen“

LB zitiert Serhii Suk­hom­lyn, den Leiter der Staat­li­chen Agentur für Wie­der­auf­bau und Schutz der Infra­struk­tur. Zusam­men mit Inge­nieu­ren habe man die Lage am Bei­spiel von Sapo­rischschja unter­sucht und sei zu dem Schluss gekom­men, dass es unmög­lich ist, die Was­ser­ver­sor­gungs- und Fern­wär­me­sys­teme voll­stän­dig zu schützen:

„‚Also, was muss als Erstes getan werden? Die [für die Wei­ter­lei­tung des Wassers inner­halb des Kraft­werks not­wen­di­gen] Pum­pen­ag­gre­gate müssen geschützt werden. Das sind hand­feste Lösun­gen; solche Schutz­vor­rich­tun­gen wurden bereits in meh­re­ren Städten errich­tet. Sie lassen sich in etwa drei Monaten bauen und sind relativ kostengünstig.

[...] Es ist [phy­sisch] unmög­lich, ein [gesam­tes] Wär­me­kraft­werk vor Raketen zu schüt­zen. Aber wir können die kri­ti­schen Ele­mente dieses Objekts schüt­zen. Und selbst wenn fünf bis zehn Shahed-Drohnen ein­schla­gen, wird es trotz­dem weiter funk­tio­nie­ren‘, betonte der Leiter der Staat­li­chen Agentur.“

„Europa muss aus den Erfah­run­gen der Ukraine lernen“

The Kyiv Inde­pen­dent warnt, Europa könnte bald selbst unter ver­gleich­ba­ren Angrif­fen leiden, sei darauf jedoch nicht vorbereitet:

„Am 3. März ver­ab­schie­dete der Natio­nale Sicher­heits- und Ver­tei­di­gungs­rat unter der Leitung von Prä­si­dent Selen­skyj regio­nale Pläne zur Ener­gie­si­cher­heit für jede ukrai­ni­sche Region. Sie basie­ren auf vier Säulen: Schutz kri­ti­scher Infra­struk­tur, zusätz­li­che Kraft-Wärme-Kopp­lungs­ka­pa­zi­tä­ten und dezen­trale Wärme- sowie Wasserversorgung.

Was fehlt, ist der Trans­fer des hart erar­bei­te­ten Wissens der Ukraine zu den euro­päi­schen Anbie­tern, die es benö­ti­gen. Es fehlt ein Mecha­nis­mus, der die Erkennt­nisse der Netz­be­trei­ber in Kyjiw an die Wär­me­ver­sor­ger in Bra­tis­lava, Łódź und Vilnius weitergibt.

Bis zum nächs­ten Winter sind es noch sechs Monate. Die Ukraine ist not­ge­drun­gen zum Ver­suchs­la­bor Europas für [die Ver­sor­gung mit] Fern­wärme bei einem hybri­den Angriff gewor­den. Die Frage ist, ob Europa aus diesen Erfah­run­gen lernt, bevor es sie am eigenen Leib machen muss.“

Mobi­li­sie­rung: neue Schmer­zen, alte Probleme

Die Pro­bleme der Ukraine bei der Mobi­li­sie­rung sind seit Jahren bekannt: Das System ist korrupt, Regis­ter der Wehr­pflich­ti­gen sind lücken­haft, die Aus­bil­dung ist unzu­rei­chend – vor allem aber fehlt Ver­trä­gen mit dem Militär ein klares End­da­tum. Dadurch nehmen viele die Ein­be­ru­fung als Ein­bahn­straße wahr. Durch rus­si­sche Pro­pa­ganda ver­stärkt, erreichte die Krise zuletzt dra­ma­ti­sche Dimen­sio­nen: Mehrere Sol­da­ten, die Ein­be­ru­fungs­be­scheide ver­teil­ten, wurden auf offener Straße getötet – für viele ein dras­ti­sches Zeichen dafür, wie drin­gend das System refor­miert werden muss.

„Poli­ti­ker igno­rie­ren das Problem der Mobilisierung“

Andrii Illi­enko, Soldat und ehe­ma­li­ger Abge­ord­ne­ter, reagiert bei NV mit deut­li­chen Worten auf den jüngs­ten töd­li­chen Angriff auf einen Rekru­tie­rungs­sol­da­ten in der Region Lwiw:

„Die Ermor­dung ukrai­ni­scher Sol­da­ten im Hin­ter­land ist durch nichts zu recht­fer­ti­gen. Gibt es unter den Sol­da­ten der ter­ri­to­ria­len Rekru­tie­rungs­zen­tren Kor­rupte und Ver­bre­cher? Sicher­lich. Genauso wie es sie unter Ärzt:innen, Lehr­kräf­ten oder Sol­da­ten der kämp­fen­den Ein­hei­ten gibt. Aber die Mehr­heit ver­rich­tet ihre Arbeit ehrlich.

Dem Mörder war es egal, wer genau da vor ihm stand. Ein kor­rup­ter oder ein ehr­li­cher Mensch, mit oder ohne Erfah­rung im Kampf – er erstach einen ukrai­ni­schen Sol­da­ten während dieser seine Dienst­pflich­ten ausübte. Punkt. Zuvor wurde ein ver­wun­de­ter Veteran getötet, doch das hielt weder den Mörder auf, noch den Abschaum, der diesen Mord rechtfertigte.

Das Schei­tern der Mobi­li­sie­rung bringt nur eines: den Verlust der Staat­lich­keit und einen Völ­ker­mord an der ukrai­ni­schen Nation. [...] Die Staats­füh­rung sollte die Angriffe auf Sol­da­ten [...] öffent­lich ver­ur­tei­len und endlich offen und ehrlich mit der Gesell­schaft über die Not­wen­dig­keit der Mobil­ma­chung und die damit ver­bun­de­nen Pro­bleme spre­chen. Solange Poli­ti­ker Angst haben, Wäh­ler­stim­men zu ver­lie­ren, und dieses Thema igno­rie­ren oder – schlim­mer noch – sich in destruk­ti­vem Popu­lis­mus üben, bleiben sämt­li­che Pro­bleme, die mit der Mobi­li­sie­rung zusam­men­hän­gen, ungelöst [...].“

„Wir ver­schwen­den Ressourcen“

Anton Mur­av­ei­nyk von Come Back Alive, der größten ukrai­ni­schen Mili­tär­hilfs­or­ga­ni­sa­tion, spricht bei Sus­pilne von einem sys­te­mi­schen Problem:

„Für uns ist [das Mobi­li­sie­rungs­pro­blem] Teil eines grö­ße­ren Pro­blems, nämlich der Aus­bil­dung des Per­so­nals bei den Ver­tei­di­gungs­kräf­ten. Schon 2024 habe ich das […] Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rium gefragt: Wissen wir eigent­lich, wie viele der 30.000 Per­so­nen, die jeden Monat rekru­tiert werden, später tat­säch­lich […] in den Kampf­bri­ga­den zum Einsatz kommen? Dort wusste man es nicht. Wir haben dar­auf­hin unsere eigene Unter­su­chung durch­ge­führt – höchs­tens ein Drittel. [...]

Wenn auf einen Aus­bil­der 70 Aus­zu­bil­dende kommen [...], wenn von den vielen Mobi­li­sier­ten, [...] in den ersten ein bis zwei Monaten 5.000 uner­laubt die Truppe ver­las­sen und wenn Men­schen, die als ‚voll dienst­taug­lich‘ ein­ge­stuft wurden, nicht gesund genug sind, um die Grund­aus­bil­dung zu absol­vie­ren und statt­des­sen die ganze Zeit behan­delt werden müssen – dann ist das keine Ausbildung.

Das heißt, wir über­las­ten durch das Mobi­li­sie­rungs­sys­tem das Aus­bil­dungs­sys­tem und über­las­ten und demo­ti­vie­ren die Aus­bil­der [...]. Wir ver­schwen­den Res­sour­cen für Sol­da­ten, die die Bri­ga­den eigent­lich gar nicht brau­chen, denn sie brau­chen Leute für Kampf­ein­sätze und keine ein­ge­schränkt Einsatzfähigen. [...]

Die [Mobilisierungs-]Maschinerie [...] beweist ihre Effi­zi­enz, indem sie Per­so­nen [zu den Aus­bil­dungs­zen­tren] bringt. Dass [viele] dieser Per­so­nen niemals kämpfen werden, ist für sie irrelevant.“

Anton Semyz­henko ist Redak­teur der eng­lisch­spra­chi­gen Ausgabe von babel.ua in Kyjiw mit über 15 Jahren Berufs­er­fah­rung als Jour­na­list im ukrai­ni­schen Medienbetrieb.

Chris­tian-Zsolt Varga ist freier Aus­lands­kor­re­spon­dent mit Schwer­punkt Ukraine, Ungarn und Europas Osten und berich­tet für ver­schie­dene euro­päi­sche Medien aus Kyjiw.

Ukrai­ni­sche Medien

Die Online-Zeitung Ukra­jinska Prawda ver­öf­fent­licht als regie­rungs­kri­ti­sches Medium inves­ti­ga­tive Artikel und deckte auch Kor­rup­ti­ons­fälle inner­halb der ukrai­ni­schen Regie­rung auf. Sie zählt zu den meist­ge­nutz­ten Nach­rich­ten­por­ta­len der Ukraine.

Die Ukra­jinska Prawda wurde im Jahr 2000 vom ukrai­nisch-geor­gi­schen Jour­na­lis­ten Heorhij Gon­gadse gegrün­det, der im dar­auf­fol­gen­den Jahr – angeb­lich auf Ver­an­las­sung des dama­li­gen Prä­si­den­ten Leonid Kut­schma – ermor­det wurde. Die heutige Chef­re­dak­teu­rin ist die bekannte ukrai­nisch-krim­ta­ta­ri­sche Jour­na­lis­tin Sevgil Mus­aieva.

Im Mai 2021 ver­kaufte die dama­lige Eigen­tü­me­rin Olena Prytula 100 Prozent der Anteile an Dragon Capital, eine ukrai­ni­sche Invest­ment-Manage­ment-Gesell­schaft, die vom tsche­chi­schen Unter­neh­mer Tomáš Fiala gelei­tet wird.

Aufrufe der Website im Mai 2023: 69,6 Millionen

Das Online-Nach­rich­ten­por­tal und ‑Fern­se­hen Hro­madske finan­ziert sich über Crowd­fun­ding bei seinen Lese­rin­nen und Lesern, Spenden, Werbung und über für andere Medien auf­ge­nom­mene Videos.

Hro­madske wurde als NGO mit dazu­ge­hö­ri­gen Online-Medien im Novem­ber 2013 mit Beginn des Euro­mai­dan gegrün­det. Die jetzige Chef­re­dak­teu­rin ist die ukrai­ni­sche Jour­na­lis­tin Jewhe­nija Motorewska, die sich zuvor mit dem Thema Kor­rup­tion in ukrai­ni­schen Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den befasst hat.

Die Wei­ter­ent­wick­lung von Hro­madske wird von einem Vor­stand vor­an­ge­trie­ben, der aus sieben pro­mi­nen­ten ukrai­ni­schen Per­sön­lich­kei­ten besteht, dar­un­ter Nobel­preis­trä­ge­rin Olek­san­dra Matwijtschuk.

Aufrufe der Website im Mai 2023: 2,8 Millionen

Der ukrai­ni­sche Fern­seh­sen­der mit Online-Nach­rich­ten­por­tal, dessen Chef­re­dak­teu­rin die ukrai­ni­sche Jour­na­lis­tin Chry­styna Hawryl­juk ist, wird finan­zi­ell von der ukrai­ni­schen Regie­rung unter­stützt. In diesem Zusam­men­hang hat sich die Website einer aus­ge­wo­ge­nen Bericht­erstat­tung verpflichtet.

Das renom­mierte Insti­tute of Mass Infor­ma­tion führte Suspilne.Novyny im Sep­tem­ber 2021 auf der soge­nann­ten „weißen Liste“ ukrai­ni­scher Medien, die ein sehr hohes Niveau an zuver­läs­si­gen Infor­ma­tio­nen bieten.

Suspilne.Novyny wurde im Dezem­ber 2019 gegrün­det und gehört zur Natio­na­len öffent­li­chen Rund­funk­ge­sell­schaft der Ukraine. Im Januar 2015 war die zuvor staat­li­che Rund­funk­an­stalt ent­spre­chend euro­päi­schen Stan­dards in eine öffent­li­che Rund­funk­ge­sell­schaft umge­wan­delt worden.

Aufrufe der Website im Mai 2023: 7,4 Millionen

NV ist eine Print- und Online-Zeit­schrift, deren Schwer­punkt auf Nach­rich­ten aus dem Ausland und der ukrai­ni­schen Politik liegt. Zu den Haupt­the­men zählen die inter­na­tio­nale Unter­stüt­zung der Ukraine, Kor­rup­tion sowie die künf­tige Ent­wick­lung des Landes. Die Online-Ausgabe ver­öf­fent­lich oft Artikel renom­mier­ter aus­län­di­scher Medien wie The Eco­no­mist, The New York Times, BBC und Deut­sche Welle. Die Zeit­schrift erscheint frei­tags als Druck­aus­gabe auf Ukrai­nisch, die Website ist auf Ukrai­nisch, Rus­sisch und Eng­lisch ver­füg­bar. NV gilt als eine der zuver­läs­sigs­ten Nach­rich­ten­quel­len in der Ukraine.

NV wurde im Jahr 2014 – ursprüng­lich unter dem Namen Nowjoe Wremja („Die neue Zeit“) – vom ukrai­ni­schen Jour­na­lis­ten Witalij Sytsch gegrün­det, der die Chef­re­dak­tion über­nahm. Zuvor arbei­tete Sytsch bei dem eben­falls popu­lä­ren Magazin Kor­re­spon­dent. Er verließ Kor­re­spon­dent, nachdem es an Serhij Kur­tschenko – einen Janu­ko­wytsch nahe­ste­hen­den Olig­ar­chen aus Charkiw – ver­kauft worden war. NV gehört zum Ver­lags­haus Media-DK, dessen Eigen­tü­mer der tsche­chi­sche Unter­neh­mer Tomáš Fiala ist.

Aufrufe der Website im Mai 2023: 27,1 Millionen

Dser­kalo Tyschnja liefert Hin­ter­grund­be­richte und Ana­ly­sen; das The­men­spek­trum umfasst poli­ti­sche, wirt­schaft­li­che, soziale und kul­tu­relle Themen. Die Zeitung betrach­tet die ukrai­ni­sche Politik und deren Akteure in einem inter­na­tio­na­len Zusam­men­hang. Dser­kalo Tyschnja steht auf der „weißen Liste“ ukrai­ni­scher Medien, die zuver­läs­sige Infor­ma­tio­nen liefern.

Dser­kalo Tyschnja ist eine der ältes­ten ukrai­ni­schen Zei­tun­gen und erschien zuerst 1994. Seit 2020 ist die Zeitung nur noch online ver­füg­bar: auf Ukrai­nisch, Rus­sisch und Eng­lisch. Chef­re­dak­teu­rin ist die bekannte ukrai­ni­sche Jour­na­lis­tin Julija Mostowa, Ehefrau des ehe­ma­li­gen ukrai­ni­schen Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ters Ana­to­lij Hrysenko.

Aufrufe der Website im Mai 2023: 4,7 Millionen

Das ukrai­ni­sche Online-Magazin Babel wurde im Sep­tem­ber 2018 gegrün­det. Das The­men­spek­trum umfasst soziale und poli­ti­sche Themen; beson­de­res Augen­merk gilt aber auch Nach­rich­ten aus der Wis­sen­schaft und über neue Technologien.

Nach dem 24. Februar 2022 wurde die zuvor eben­falls ange­bo­tene rus­si­sche Version der Website geschlos­sen. Statt­des­sen wird nun eine eng­li­sche Version ange­bo­ten. Babel finan­ziert sich über Spenden. Die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter von Babel enga­gie­ren sich in zahl­rei­chen Pro­jek­ten, die darauf abzie­len, die ukrai­ni­schen Streit­kräfte während des Krieges zu unterstützen.

Die Eigen­tü­mer des Online-Maga­zins sind der erste Chef­re­dak­teur Hlib Husjew, Kateryna Kober­nyk und das slo­wa­ki­sche Unter­neh­men IG GmbH.

Heute ist die ukrai­ni­sche Jour­na­listin Kateryna Kober­nyk Chef­re­dak­teurin von Babel.

Aufrufe der Website im Mai 2023: 1,1 Millionen

Das Online-Magazin LB gehört zum Hor­schenin-Insti­tut, einer ukrai­ni­schen Denk­fa­brik, die sich mit poli­ti­schen und gesell­schaft­li­chen Pro­zes­sen in der Ukraine und der Welt beschäf­tigt. LB hat sich auf Inter­views spe­zia­li­siert; häufige Themen sind die ukrai­ni­sche Innen- und inter­na­tio­nale Politik sowie soziale Fragen in der Ukraine.

LB wurde im Juni 2009 unter dem Namen Liwyj Bereh gegrün­det, Chef­re­dak­teu­rin Sonja Kosch­kina hat seit 2018 einen eigenen Youtube-Kanal „Kish­kiNA“, auf dem sie Inter­views mit ver­schie­de­nen Per­so­nen veröffentlicht.

Aufrufe der Website im Mai 2023: 2 Millionen

Im Fokus des ukrai­ni­schen im Jahr 2000 gegrün­de­ten Online-Nach­rich­ten­por­tals LIGA stehen wirt­schaft­li­che, poli­ti­sche und soziale Themen. Seit 2020 steht LIGA auf der „weißen Liste“ ukrai­ni­scher Medien, die stets präzise Infor­ma­tio­nen und zuver­läs­sige Nach­rich­ten anbieten.

Chef­re­dak­teu­rin ist die ukrai­ni­sche Jour­na­lis­tin Julija Bankowa, die davor eine lei­tende Posi­tion bei dem Online-Magazin Hro­madske hatte.

Der Eigen­tü­mer des Nach­rich­ten­por­tals ist die ukrai­ni­sche unab­hän­gige Media­hol­ding Liga­me­dia, deren Geschäfts­füh­rer Dmytro Bon­da­renko ist.

Aufrufe der Website im Mai 2023: 8,5 Millionen

Censor prä­sen­tiert sich als Website mit „emo­tio­na­len Nach­rich­ten“. Der Fokus liegt vor allem auf innen­po­li­ti­schen Ent­wick­lun­gen. Seit dem rus­si­schen Über­fall auf die Ukraine sind viele Bei­träge den Ereig­nis­sen an der Front und den ukrai­ni­schen Streit­kräf­ten gewid­met. Censor ist auf drei Spra­chen ver­füg­bar: Ukrai­nisch, Rus­sisch und Englisch.

Das Nach­rich­ten­por­tal Censor wurde 2004 vom bekann­ten ukrai­ni­schen Jour­na­lis­ten Jurij Butusow gegrün­det und zählt zu den popu­lärs­ten Nach­rich­ten­sei­ten des Landes. Butusow gilt als schar­fer Kri­ti­ker von Prä­si­dent Selen­skyj. Er erhebt schwere Vor­würfe in Bezug auf Kor­rup­tion inner­halb der ukrai­ni­schen Regie­rung, schlechte Vor­be­rei­tung auf den Krieg gegen Russ­land und unbe­frie­di­gende Ver­wal­tung der Armee. Butusow wird von über 400.000 Men­schen auf Face­book gelesen. Seine Posts auf dem sozia­len Netz­werk haben enormen Ein­fluss und lösen hitzige Dis­kus­sio­nen aus.

Aufrufe der Website im Mai 2023: 59 Millionen

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