„Budapest atmete auf“

Presseschau ukrainischer Medien | 1. bis 14. April 2026:
Historische Wahl in Ungarn: Hoffnung für Kyjiw?
Angst um Infrastruktur zur Wasserversorgung
Mobilisierung: neue Schmerzen, alte Probleme
Historische Wahl in Ungarn: Hoffnung für Kyjiw?
Am 12. April endete Viktor Orbáns 16-jährige Herrschaft. Seine Partei Fidesz unterlag der Tisza-Partei von Herausforderer Péter Magyar deutlich. Für die Ukraine ist das ein Wendepunkt: Orbán hatte sich zu Europas härtestem Ukraine-Gegner entwickelt und unter anderem einen 90-Milliarden-Euro-Kredit für Kyjiw blockiert. Ukrainische Medien berichten ausführlich über den Machtwechsel.
„Zwischen den Stühlen“
Suspilne beschrieb noch vor der Wahl die Zerrissenheit der ungarischen Minderheit im ukrainischen Transkarpatien:
„Die beiden ungarischen Parteien in Transkarpatien ignorieren das Thema Wahlen und haben sich weder für noch gegen einen der Kandidaten positioniert. [...] sämtliche [angefragten Politiker] lehnten [...] es ab, mit Suspilne zu sprechen [...]. Einige sagten ganz offen, sie wollten keinerlei Kommentare abgeben, bis die Wahlen vorbei seien. [...]
‚Die [ungarische] Gemeinschaft bemüht sich stets, sich nicht in politische Auseinandersetzungen hineinziehen zu lassen [...]. Sobald sich die Beziehungen zwischen den Regierungen [...] unserer Länder verschlechtern, sind sie die Leidtragenden‘, sagt Vitalii Diachuk vom Institut für Mitteleuropäische Strategie in Uschhorod. [...] Seiner Meinung nach sitzt die Führung der Ungar:innen in Transkarpatien zwischen den Stühlen: Sie sind Bürger der Ukraine, fühlen sich aber mental mit ihrem Heimatland verbunden, das sie seit Jahren unterstützt, auch finanziell.
‚[...] Wenn sie sich für die eine oder andere Seite entscheiden, riskieren sie, hier oder dort zum Außenseiter zu werden. Und niemand möchte die [ungarische] Unterstützung oder Loyalität verlieren‘, erklärt der Experte.“
„Budapest atmete auf“
Liga berichtet aus der ungarischen Hauptstadt und fängt die Stimmung der Menschen nach dem Machtwechsel ein:
„Nur wenige Kilometer entfernt herrschte an den Donau-Ufern und auf den Plätzen Budapests eine ganz andere Realität als im Fidesz-Hauptquartier [wo man die Niederlage eingestanden hatte]. Die Stadt feierte weniger, als dass sie aufatmete.
In dieser Nacht gingen Hunderttausende Menschen jeden Alters auf die Straße. Da feierte nicht nur die Jugend: Neben ausgelassenen Studierenden standen eben jene „erschöpften 50-Jährigen“ [...], die noch gestern vor lauter Anspannung nicht mehr normal hatten arbeiten können. [...] Ältere Männer, die die Ära [des Kommunisten] Kádár und die Krise der 90er Jahre durchlebt hatten, hielten ihre Tränen nicht zurück. Frauen weinten und umarmten Fremde. Die Jugend, die unter Orbán aufgewachsen war und keine andere Regierung kannte, skandierte: ‚Árad a Tisza!‘ [dt.: Die Tisza steigt über die Ufer! – Schlachtruf von Magyars Tisza-Partei, die nach dem Fluss Theiß benannt ist.]
In dieser Atmosphäre aus Umarmungen, Hupkonzerten und EU-Flaggen war das Wichtigste zu spüren: Die Angst, auf die sich das System Orbán stützte, gibt es nicht mehr. Ungarn hat sich für den Wandel entschieden und seine Rolle als Land zurückgewonnen, das nach Europa blickt und nicht in die Isolation.“
„Menschen überzeugen, die von Propaganda vergiftet sind“
Die Jewropejska Prawda dämpft die Erwartung, Péter Magyar werde nun umgehend zu einem Freund Kyjiws:
„In Magyar werden wir keinen treuen Freund oder Fürsprecher der Ukraine finden. Selbst wenn der neue Ministerpräsident eine solche Rolle anstreben würde, wäre es schwer für ihn, gegen die öffentliche Meinung und die gesellschaftlichen Stereotypen anzukommen, die Viktor Orbán über Jahre hinweg gepflegt hat.
Noch im Jahr 2024, zu Beginn seiner politischen Karriere, [...] räumte er in einem Interview mit polnischen Medien ein, [...] dass sich die Beziehungen Ungarns zur Ukraine ändern müssten, doch das brauche Zeit. Man müsse die Menschen in Ungarn überzeugen, die von Propaganda vergiftet seien. Später wurde Péter Magyar vorsichtiger und wiederholte ähnliche Äußerungen nicht mehr. Er weigerte sich sogar grundsätzlich, etwas zu kommentieren, das mit der Ukraine zu tun hatte.
Die einzige Ausnahme, bei der Magyar seine Menschlichkeit im Umgang mit unserem Land zeigte, waren die Ereignisse im Juli 2024. Kurz nach dem russischen Beschuss des Kinderkrankenhauses Ochmatdyt kam Magyar nach Kyjiw, brachte humanitäre Hilfe, besuchte den Ort der Zerstörung und fuhr nach Butscha. Es heißt, er sei tief bewegt gewesen von dem, was er sah. Auf seine Taten und Äußerungen hatte dies jedoch keinen Einfluss. Das ist eben Politik, da haben Emotionen keinen Platz.“
Angst um Infrastruktur zur Wasserversorgung
Im Winter versuchte Russland, das ukrainische Stromnetz zu zerstören und Städte in Kälte und Dunkelheit zu stürzen. Jetzt warnen ukrainische Behörden vor einer neuen Gefahr: verstärkte Angriffe auf Wasserwerke und Kläranlagen großer Städte. Im Sommer könnte die Lage katastrophal werden, sollte die Wasserversorgung zusammenbrechen. Grundlegende Hygiene-Standards können dann nicht mehr eingehalten werden. Die Verwaltungen in den Metropolen rüsten sich für die drohende Krise.
„Reparatur von Wasserversorgungsnetzen sehr aufwendig“
Liga erklärt, worin sich dieses Problem von Schäden an der Energieinfrastruktur unterscheidet:
„Ukrainische Städte haben bereits Erfahrung mit Wasserausfällen – aber dies meist infolge von Stromausfällen und insofern nicht kritisch. Mithilfe der Notstromversorgung, insbesondere von Generatoren, konnte die Wasserversorgung dann wiederhergestellt werden. Ein Szenario hingegen, in dem die Wasserversorgung über längere Zeit – Tage oder Wochen – ausfällt, hätte ganz andere Folgen. Im Gegensatz zur Stromversorgung, die teilweise durch Privathaushalte oder Unternehmen kompensiert werden kann (durch Generatoren, Akkus oder alternative Quellen), bleibt die Wasserversorgung ein deutlich stärker zentralisiertes System. Sie hängt von einer komplexen Infrastruktur ab: Wasserentnahmestellen, Pumpstationen, Kläranlagen, Hauptleitungen und Abwassersysteme.
Wie Viktoriia Yakovlieva, Sprecherin des Verbandes [für Wasserversorgung und Abwasserökologie] Ukrwodokanalekologija erklärt, handelt es sich bei den Wasserversorgungsnetzen […] um ein unterirdisches Geflecht aus tausenden Kilometern von Leitungen. Dieses System sei nur schwer mit einem einzigen Schlag zu zerstören, doch im Falle zahlreicher Schäden sei der Wiederaufbau sehr aufwendig: Die Reparatur erfordere Zeit, die nötige Technik und Zugang zu den beschädigten Abschnitten.“
„Kernelemente von Kraftwerken besonders schützen“
LB zitiert Serhii Sukhomlyn, den Leiter der Staatlichen Agentur für Wiederaufbau und Schutz der Infrastruktur. Zusammen mit Ingenieuren habe man die Lage am Beispiel von Saporischschja untersucht und sei zu dem Schluss gekommen, dass es unmöglich ist, die Wasserversorgungs- und Fernwärmesysteme vollständig zu schützen:
„‚Also, was muss als Erstes getan werden? Die [für die Weiterleitung des Wassers innerhalb des Kraftwerks notwendigen] Pumpenaggregate müssen geschützt werden. Das sind handfeste Lösungen; solche Schutzvorrichtungen wurden bereits in mehreren Städten errichtet. Sie lassen sich in etwa drei Monaten bauen und sind relativ kostengünstig.
[...] Es ist [physisch] unmöglich, ein [gesamtes] Wärmekraftwerk vor Raketen zu schützen. Aber wir können die kritischen Elemente dieses Objekts schützen. Und selbst wenn fünf bis zehn Shahed-Drohnen einschlagen, wird es trotzdem weiter funktionieren‘, betonte der Leiter der Staatlichen Agentur.“
„Europa muss aus den Erfahrungen der Ukraine lernen“
The Kyiv Independent warnt, Europa könnte bald selbst unter vergleichbaren Angriffen leiden, sei darauf jedoch nicht vorbereitet:
„Am 3. März verabschiedete der Nationale Sicherheits- und Verteidigungsrat unter der Leitung von Präsident Selenskyj regionale Pläne zur Energiesicherheit für jede ukrainische Region. Sie basieren auf vier Säulen: Schutz kritischer Infrastruktur, zusätzliche Kraft-Wärme-Kopplungskapazitäten und dezentrale Wärme- sowie Wasserversorgung.
Was fehlt, ist der Transfer des hart erarbeiteten Wissens der Ukraine zu den europäischen Anbietern, die es benötigen. Es fehlt ein Mechanismus, der die Erkenntnisse der Netzbetreiber in Kyjiw an die Wärmeversorger in Bratislava, Łódź und Vilnius weitergibt.
Bis zum nächsten Winter sind es noch sechs Monate. Die Ukraine ist notgedrungen zum Versuchslabor Europas für [die Versorgung mit] Fernwärme bei einem hybriden Angriff geworden. Die Frage ist, ob Europa aus diesen Erfahrungen lernt, bevor es sie am eigenen Leib machen muss.“
Mobilisierung: neue Schmerzen, alte Probleme
Die Probleme der Ukraine bei der Mobilisierung sind seit Jahren bekannt: Das System ist korrupt, Register der Wehrpflichtigen sind lückenhaft, die Ausbildung ist unzureichend – vor allem aber fehlt Verträgen mit dem Militär ein klares Enddatum. Dadurch nehmen viele die Einberufung als Einbahnstraße wahr. Durch russische Propaganda verstärkt, erreichte die Krise zuletzt dramatische Dimensionen: Mehrere Soldaten, die Einberufungsbescheide verteilten, wurden auf offener Straße getötet – für viele ein drastisches Zeichen dafür, wie dringend das System reformiert werden muss.
„Politiker ignorieren das Problem der Mobilisierung“
Andrii Illienko, Soldat und ehemaliger Abgeordneter, reagiert bei NV mit deutlichen Worten auf den jüngsten tödlichen Angriff auf einen Rekrutierungssoldaten in der Region Lwiw:
„Die Ermordung ukrainischer Soldaten im Hinterland ist durch nichts zu rechtfertigen. Gibt es unter den Soldaten der territorialen Rekrutierungszentren Korrupte und Verbrecher? Sicherlich. Genauso wie es sie unter Ärzt:innen, Lehrkräften oder Soldaten der kämpfenden Einheiten gibt. Aber die Mehrheit verrichtet ihre Arbeit ehrlich.
Dem Mörder war es egal, wer genau da vor ihm stand. Ein korrupter oder ein ehrlicher Mensch, mit oder ohne Erfahrung im Kampf – er erstach einen ukrainischen Soldaten während dieser seine Dienstpflichten ausübte. Punkt. Zuvor wurde ein verwundeter Veteran getötet, doch das hielt weder den Mörder auf, noch den Abschaum, der diesen Mord rechtfertigte.
Das Scheitern der Mobilisierung bringt nur eines: den Verlust der Staatlichkeit und einen Völkermord an der ukrainischen Nation. [...] Die Staatsführung sollte die Angriffe auf Soldaten [...] öffentlich verurteilen und endlich offen und ehrlich mit der Gesellschaft über die Notwendigkeit der Mobilmachung und die damit verbundenen Probleme sprechen. Solange Politiker Angst haben, Wählerstimmen zu verlieren, und dieses Thema ignorieren oder – schlimmer noch – sich in destruktivem Populismus üben, bleiben sämtliche Probleme, die mit der Mobilisierung zusammenhängen, ungelöst [...].“
„Wir verschwenden Ressourcen“
Anton Muraveinyk von Come Back Alive, der größten ukrainischen Militärhilfsorganisation, spricht bei Suspilne von einem systemischen Problem:
„Für uns ist [das Mobilisierungsproblem] Teil eines größeren Problems, nämlich der Ausbildung des Personals bei den Verteidigungskräften. Schon 2024 habe ich das […] Verteidigungsministerium gefragt: Wissen wir eigentlich, wie viele der 30.000 Personen, die jeden Monat rekrutiert werden, später tatsächlich […] in den Kampfbrigaden zum Einsatz kommen? Dort wusste man es nicht. Wir haben daraufhin unsere eigene Untersuchung durchgeführt – höchstens ein Drittel. [...]
Wenn auf einen Ausbilder 70 Auszubildende kommen [...], wenn von den vielen Mobilisierten, [...] in den ersten ein bis zwei Monaten 5.000 unerlaubt die Truppe verlassen und wenn Menschen, die als ‚voll diensttauglich‘ eingestuft wurden, nicht gesund genug sind, um die Grundausbildung zu absolvieren und stattdessen die ganze Zeit behandelt werden müssen – dann ist das keine Ausbildung.
Das heißt, wir überlasten durch das Mobilisierungssystem das Ausbildungssystem und überlasten und demotivieren die Ausbilder [...]. Wir verschwenden Ressourcen für Soldaten, die die Brigaden eigentlich gar nicht brauchen, denn sie brauchen Leute für Kampfeinsätze und keine eingeschränkt Einsatzfähigen. [...]
Die [Mobilisierungs-]Maschinerie [...] beweist ihre Effizienz, indem sie Personen [zu den Ausbildungszentren] bringt. Dass [viele] dieser Personen niemals kämpfen werden, ist für sie irrelevant.“
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Ukrainische Medien
Die Online-Zeitung Ukrajinska Prawda veröffentlicht als regierungskritisches Medium investigative Artikel und deckte auch Korruptionsfälle innerhalb der ukrainischen Regierung auf. Sie zählt zu den meistgenutzten Nachrichtenportalen der Ukraine.
Die Ukrajinska Prawda wurde im Jahr 2000 vom ukrainisch-georgischen Journalisten Heorhij Gongadse gegründet, der im darauffolgenden Jahr – angeblich auf Veranlassung des damaligen Präsidenten Leonid Kutschma – ermordet wurde. Die heutige Chefredakteurin ist die bekannte ukrainisch-krimtatarische Journalistin Sevgil Musaieva.
Im Mai 2021 verkaufte die damalige Eigentümerin Olena Prytula 100 Prozent der Anteile an Dragon Capital, eine ukrainische Investment-Management-Gesellschaft, die vom tschechischen Unternehmer Tomáš Fiala geleitet wird.
Aufrufe der Website im Mai 2023: 69,6 Millionen
Das Online-Nachrichtenportal und ‑Fernsehen Hromadske finanziert sich über Crowdfunding bei seinen Leserinnen und Lesern, Spenden, Werbung und über für andere Medien aufgenommene Videos.
Hromadske wurde als NGO mit dazugehörigen Online-Medien im November 2013 mit Beginn des Euromaidan gegründet. Die jetzige Chefredakteurin ist die ukrainische Journalistin Jewhenija Motorewska, die sich zuvor mit dem Thema Korruption in ukrainischen Strafverfolgungsbehörden befasst hat.
Die Weiterentwicklung von Hromadske wird von einem Vorstand vorangetrieben, der aus sieben prominenten ukrainischen Persönlichkeiten besteht, darunter Nobelpreisträgerin Oleksandra Matwijtschuk.
Aufrufe der Website im Mai 2023: 2,8 Millionen
Der ukrainische Fernsehsender mit Online-Nachrichtenportal, dessen Chefredakteurin die ukrainische Journalistin Chrystyna Hawryljuk ist, wird finanziell von der ukrainischen Regierung unterstützt. In diesem Zusammenhang hat sich die Website einer ausgewogenen Berichterstattung verpflichtet.
Das renommierte Institute of Mass Information führte Suspilne.Novyny im September 2021 auf der sogenannten „weißen Liste“ ukrainischer Medien, die ein sehr hohes Niveau an zuverlässigen Informationen bieten.
Suspilne.Novyny wurde im Dezember 2019 gegründet und gehört zur Nationalen öffentlichen Rundfunkgesellschaft der Ukraine. Im Januar 2015 war die zuvor staatliche Rundfunkanstalt entsprechend europäischen Standards in eine öffentliche Rundfunkgesellschaft umgewandelt worden.
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NV ist eine Print- und Online-Zeitschrift, deren Schwerpunkt auf Nachrichten aus dem Ausland und der ukrainischen Politik liegt. Zu den Hauptthemen zählen die internationale Unterstützung der Ukraine, Korruption sowie die künftige Entwicklung des Landes. Die Online-Ausgabe veröffentlich oft Artikel renommierter ausländischer Medien wie The Economist, The New York Times, BBC und Deutsche Welle. Die Zeitschrift erscheint freitags als Druckausgabe auf Ukrainisch, die Website ist auf Ukrainisch, Russisch und Englisch verfügbar. NV gilt als eine der zuverlässigsten Nachrichtenquellen in der Ukraine.
NV wurde im Jahr 2014 – ursprünglich unter dem Namen Nowjoe Wremja („Die neue Zeit“) – vom ukrainischen Journalisten Witalij Sytsch gegründet, der die Chefredaktion übernahm. Zuvor arbeitete Sytsch bei dem ebenfalls populären Magazin Korrespondent. Er verließ Korrespondent, nachdem es an Serhij Kurtschenko – einen Janukowytsch nahestehenden Oligarchen aus Charkiw – verkauft worden war. NV gehört zum Verlagshaus Media-DK, dessen Eigentümer der tschechische Unternehmer Tomáš Fiala ist.
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Dserkalo Tyschnja liefert Hintergrundberichte und Analysen; das Themenspektrum umfasst politische, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Themen. Die Zeitung betrachtet die ukrainische Politik und deren Akteure in einem internationalen Zusammenhang. Dserkalo Tyschnja steht auf der „weißen Liste“ ukrainischer Medien, die zuverlässige Informationen liefern.
Dserkalo Tyschnja ist eine der ältesten ukrainischen Zeitungen und erschien zuerst 1994. Seit 2020 ist die Zeitung nur noch online verfügbar: auf Ukrainisch, Russisch und Englisch. Chefredakteurin ist die bekannte ukrainische Journalistin Julija Mostowa, Ehefrau des ehemaligen ukrainischen Verteidigungsministers Anatolij Hrysenko.
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Das ukrainische Online-Magazin Babel wurde im September 2018 gegründet. Das Themenspektrum umfasst soziale und politische Themen; besonderes Augenmerk gilt aber auch Nachrichten aus der Wissenschaft und über neue Technologien.
Nach dem 24. Februar 2022 wurde die zuvor ebenfalls angebotene russische Version der Website geschlossen. Stattdessen wird nun eine englische Version angeboten. Babel finanziert sich über Spenden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Babel engagieren sich in zahlreichen Projekten, die darauf abzielen, die ukrainischen Streitkräfte während des Krieges zu unterstützen.
Die Eigentümer des Online-Magazins sind der erste Chefredakteur Hlib Husjew, Kateryna Kobernyk und das slowakische Unternehmen IG GmbH.
Heute ist die ukrainische Journalistin Kateryna Kobernyk Chefredakteurin von Babel.
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Das Online-Magazin LB gehört zum Horschenin-Institut, einer ukrainischen Denkfabrik, die sich mit politischen und gesellschaftlichen Prozessen in der Ukraine und der Welt beschäftigt. LB hat sich auf Interviews spezialisiert; häufige Themen sind die ukrainische Innen- und internationale Politik sowie soziale Fragen in der Ukraine.
LB wurde im Juni 2009 unter dem Namen Liwyj Bereh gegründet, Chefredakteurin Sonja Koschkina hat seit 2018 einen eigenen Youtube-Kanal „KishkiNA“, auf dem sie Interviews mit verschiedenen Personen veröffentlicht.
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Im Fokus des ukrainischen im Jahr 2000 gegründeten Online-Nachrichtenportals LIGA stehen wirtschaftliche, politische und soziale Themen. Seit 2020 steht LIGA auf der „weißen Liste“ ukrainischer Medien, die stets präzise Informationen und zuverlässige Nachrichten anbieten.
Chefredakteurin ist die ukrainische Journalistin Julija Bankowa, die davor eine leitende Position bei dem Online-Magazin Hromadske hatte.
Der Eigentümer des Nachrichtenportals ist die ukrainische unabhängige Mediaholding Ligamedia, deren Geschäftsführer Dmytro Bondarenko ist.
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Censor präsentiert sich als Website mit „emotionalen Nachrichten“. Der Fokus liegt vor allem auf innenpolitischen Entwicklungen. Seit dem russischen Überfall auf die Ukraine sind viele Beiträge den Ereignissen an der Front und den ukrainischen Streitkräften gewidmet. Censor ist auf drei Sprachen verfügbar: Ukrainisch, Russisch und Englisch.
Das Nachrichtenportal Censor wurde 2004 vom bekannten ukrainischen Journalisten Jurij Butusow gegründet und zählt zu den populärsten Nachrichtenseiten des Landes. Butusow gilt als scharfer Kritiker von Präsident Selenskyj. Er erhebt schwere Vorwürfe in Bezug auf Korruption innerhalb der ukrainischen Regierung, schlechte Vorbereitung auf den Krieg gegen Russland und unbefriedigende Verwaltung der Armee. Butusow wird von über 400.000 Menschen auf Facebook gelesen. Seine Posts auf dem sozialen Netzwerk haben enormen Einfluss und lösen hitzige Diskussionen aus.
Aufrufe der Website im Mai 2023: 59 Millionen
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