„Alle Feinde wurden vernichtet“

Soldat der 13. Khartiia-Brigade
Foto: IMAGO /​ Ukr­in­form

Pres­se­schau ukrai­ni­scher Medien | 02. bis 22. Sep­tem­ber 2026:
Gegen­of­fen­sive „Vivaldi“: über­ra­schend erfolgreich
Russ­land nimmt Tank­stel­len ins Visier
Chas­si­den in Uman: Neu­jahrs­fest trotz Angriffskrieg

Gegen­of­fen­sive „Vivaldi“: über­ra­schend erfolgreich

Im Norden des Gebiets Donezk stößt die ukrai­ni­sche Armee über­ra­schend erfolg­reich vor. Mit der Ope­ra­tion Vivaldi drängt sie den nörd­li­chen rus­si­schen Keil zurück, mit dem Moskau den „Fes­tungs­gür­tel“ um Kra­ma­torsk und Slo­wjansk schlie­ßen wollte. Der Vorstoß hat auch sym­bo­li­sche Bedeu­tung: Lange schien Russ­land zwar hohe Ver­luste zu erlei­den, aber dennoch stetig vor­zu­rü­cken. Nun zeigt sich, dass sich solche Erfolge deut­lich zurück­dre­hen lassen – Russ­lands Net­to­ge­biets­ge­winn der ver­gan­ge­nen sechs Monate liegt bei null.

„Ope­ra­tiv ist diese Gegen­of­fen­sive kaum zu überschätzen“

LB hält den ukrai­ni­schen Vorstoß für beson­ders wichtig – und ange­sichts der begrenz­ten ukrai­ni­schen Feu­er­kraft für die derzeit wirk­samste Taktik:

„Die ope­ra­tive Bedeu­tung dieses Gegen­an­griffs ist kaum zu über­schät­zen – der [rus­si­sche] Druck auf Lyman nimmt aber, ebenso wie die [rus­si­schen] Ver­su­che, sich durch die Felder zwi­schen Isjum und Slo­wjansk vor­zu­kämp­fen. Wenn [der Aggres­sor] Slo­wjansk und Kra­ma­torsk unbe­dingt erobern will, bleibt nur der Fron­tal­an­griff – durch Gräben mit Sta­chel­draht und Minen­fel­der, unter Beschuss von Drohnen und prä­zi­si­ons­ge­lenk­ten west­li­chen Bomben auf die [rus­si­schen] Sturm­trup­pen, die in die Häuser vor­ge­rückt sind. [...]

Moderne schwe­di­sche und fran­zö­si­sche Flug­zeuge, die mit Meteor-Raketen die [KAB-] Werfer zurück­drän­gen können, stehen noch lange nicht bereit, die ukrai­ni­sche Rake­ten­tech­nik wird auch nicht über Nacht mas­sen­taug­lich sein, und in Deutsch­land hat die Pro­duk­tion von Abfang­ra­ke­ten für das Patriot-System gerade erst begon­nen. Daher [...] ist in der Nähe von Lyman – unter anhal­ten­dem Druck des Feindes – mit einer mono­to­nen drei­mo­na­ti­gen Gegen­of­fen­sive zu rechnen.“

„Alle Feinde wurden vernichtet“

Zu den bislang offi­zi­ell als befreit gemel­de­ten Dörfern gehört Serednje. Sus­pilne sprach mit dem Kom­man­dan­ten des Batail­lons, das den Ort zurück­er­obert hat, über die Operation:

„[Der Batail­lons­kom­man­dant mit dem Ruf­na­men] Yudzh berich­tete [...], dass die Ope­ra­tion zwei Phasen umfasste; ins­ge­samt dauerte die Säu­be­rung des Dorfes andert­halb Monate und es gab zwei Tage mit Sturmangriffen.

‚Alle Feinde, die sich in der Ort­schaft Serednje befan­den, wurden ver­nich­tet. Auf zwei [ukrai­ni­sche] Batail­lone kam ein ver­wun­de­ter Soldat [...].‘ erklärte er.

‚In der Ort­schaft waren keine Men­schen mehr. [...] Dort gab es nicht einmal mehr Gebäude. Die Häuser dort sind Ruinen – sie standen ständig unter Beschuss. Aber jedes Haus hat einen Keller. Das ist alles ukrai­ni­sches Land, und Sie wissen, dass es keine [ukrai­ni­sche] Familie ohne Vor­rats­kel­ler gibt. Das berei­tete enorme Pro­bleme, denn ver­ste­cken konnte sich [der Feind] in jedem Hof.‘“

„Mili­tär­kul­tur Russ­lands schwer zu ändern“

Obwohl die Offen­sive schon Ende Mai star­tete, ver­schwieg Russ­land seine Gebiets­ver­luste lange. Texty beschreibt, wie die rus­si­sche Mili­tär­kul­tur der Ukraine dabei in die Karten spielt:

„[E]s trafen mehrere Fak­to­ren perfekt zusam­men: West­li­che Geo­lo­ka­li­sie­rungs­dienste schwie­gen, rus­si­sche Auf­klä­rungs­dienste schwie­gen, ukrai­ni­sche Medien schwie­gen, und die rus­si­schen Kom­man­do­stäbe der unteren Ebenen schwie­gen eben­falls. Während also die Ein­hei­ten der 20. und 25. Armee der rus­si­schen Streit­kräfte auf dem Lyman-Vorstoß eine ver­nich­tende Nie­der­lage erlit­ten, ‚erober­ten‘ ihr Gene­ral­stab und Ober­be­fehls­ha­ber Putin Lyman und Swjatohirsk.

[D]ieses Sze­na­rio ist kein Ein­zel­fall: Unter Ein­hal­tung der Ope­ra­ti­ons Secu­rity [mili­tä­ri­sche Maß­nah­men zum Schutz ein­satz­re­le­van­ter Infor­ma­tio­nen vor dem Gegner, Anm. d. Red.] gelingt es den ukrai­ni­schen Truppen, die Russen zu täu­schen und erfolg­rei­che Manöver durch­zu­füh­ren. Kann der Feind daraus lernen und Gegen­maß­nah­men entwickeln?

‚Ich glaube nicht‘, sagt [...] ein Offi­zier [aus dem Stab eines Korps der ukrai­ni­schen Streit­kräfte]. ‚Das ist einfach die Kultur ihrer Armee. Das läuft seit Jahr­hun­der­ten so – es wird schwer für sie sein, das zu ändern.‘“

Russ­land nimmt Tank­stel­len ins Visier

Seit Monaten atta­ckiert Russ­land gezielt die Treib­stoff­ver­sor­gung in front­na­hen Regio­nen und hat dabei etwa 300 Tank­stel­len mit Drohnen oder Raketen zer­stört. Zuletzt trafen die Angriffe auch Kyjiw und sogar die West­ukraine. Ukrai­ni­sche Medien fragen nun, wie sich das auf Wirt­schaft sowie die Ver­sor­gung mit Benzin und Diesel aus­wir­ken könnte.

„Das ist reiner Terrorismus“

Die rus­si­schen Angriffe auf Tank­stel­len seien schmerz­haft, gefähr­de­ten jedoch nicht die Treib­stoff­ver­sor­gung des Landes, berich­tet Forbes:

„Rus­si­sche Angriffe haben nach Angaben des Ener­gie­mi­nis­te­ri­ums in den letzten sechs Monaten mehr als 300 Tank­stel­len in der Ukraine zer­stört oder beschä­digt. Betrof­fen sind vor allem Regio­nen in Front­nähe. In der ersten Sep­tem­ber­hälfte griffen rus­si­sche Truppen gezielt die Kraft­stoff­in­fra­struk­tur der Haupt­stadt an. Ins­ge­samt wurden in Kyjiw drei Tank­stel­len ange­grif­fen [Stand 14. Sep­tem­ber, Anm. d. Red.], die alle dem staat­li­chen Unter­neh­men Ukrn­afta gehören.

‚Es gibt keinen Grund, [auf­grund dieser Angriffe] mit einer [Kraftstoff-]Knappheit zu rechnen – das ist reiner Ter­ro­ris­mus‘, sagt Serhii Kuiun, Direk­tor des Bera­tungs­un­ter­neh­mens A‑95, [das sich auf die ukrai­ni­schen Märkte für Erd­öl­pro­dukte und Kraft­stoffe spezialisiert].

Laut Kuiun würden etwa 80 Prozent der beschä­dig­ten Tank­stel­len in Front­nähe repariert.

Deshalb gäbe es in keiner Region […] infolge der Angriffe Eng­pässe oder Preisanstiege.“

„Keine sys­te­mi­schen Pro­bleme in der Hauptstadt“

Tat­säch­lich gäbe es in Kyjiw einen Über­schuss an Tank­stel­len, berich­tet LIGA:

„Selbst eine vor­über­ge­hende Schlie­ßung ein­zel­ner Tank­stel­len schaffe auf dem Markt der Haupt­stadt keine sys­te­mi­schen Pro­bleme, sagt Olek­sandr Sirenko, Analyst des Bera­tungs­un­ter­neh­mens Naf­to­Ry­nok. Die Zahl der Tank­stel­len in Kyjiw über­steigt den Bedarf der Auto­fah­rer vor Ort um etwa das Drei­fa­che. Selbst wenn eine ein­zelne Tank­stelle also einige Wochen geschlos­sen bleibt, haben die Ver­brau­cher genug Alternativen.“

„Tank­stel­len mit Gabio­nen und mobilen Luftschutzräumen“

Beson­ders betrof­fen ist die staat­li­che Tank­stel­len­kette Ukrn­afta: Bis zum 22. Sep­tem­ber beschä­dig­ten rus­si­sche Drohnen zehn ihrer Sta­tio­nen in Kyjiw. Im Inter­view mit LB sagt Vor­stands­chef Bohdan Kukura, sie seien inzwi­schen alle wieder in Betrieb – zugleich ver­stärke das Unter­neh­men den Schutz der übrigen Tank­stel­len für Beschäf­tigte und Kunden:

„Seit gerau­mer Zeit führen wir diese Arbei­ten in den an Russ­land angren­zen­den und front­na­hen Regio­nen durch: Wir instal­lie­ren Anti-Drohnen-Netze, stellen Gabio­nen [mit Steinen gefüllte Draht­körbe, die als Schutz­bar­rie­ren dienen; Anm. d. Red.] auf, um Men­schen und Anlagen zusätz­lich vor Trüm­mern zu schüt­zen, und errich­ten Luftschutzräume.

Auf­grund der ver­stärk­ten rus­si­schen Angriffe auf Kyjiw haben wir umge­hend zusätz­li­che Maß­nah­men zum Schutz der Anlagen in der Haupt­stadt ergrif­fen. […] Die ersten 19 Objekte wurden bereits [mit Gabio­nen] aus­ge­stat­tet. Außer­dem bauen wir mobile Luft­schutz­räume dort, wo sta­tio­näre Schutz­ein­rich­tun­gen fehlen.“

Chas­si­den in Uman: Neu­jahrs­fest trotz Angriffskrieg

Vom 11. bis 13. Sep­tem­ber pil­ger­ten erneut Zehn­tau­sende chas­si­di­sche Juden aus aller Welt in die zen­tralukrai­ni­sche Stadt Uman, um dort ihr tra­di­tio­nel­les Neu­jahrs­fest Rosch ha-Schana zu feiern. Ukrai­ni­sche Medien berich­ten vor Ort, wie die aus­ge­las­sene Stim­mung des großen reli­giö­sen Tref­fens in schar­fem Kon­trast zum Kriegs­all­tag in der Ukraine steht.

„Gott auf den Dächern näher sein“

Die Pilger ließen sich auch dieses Jahr nicht von der Gefahr rus­si­scher Angriffe abschre­cken – einige ver­wei­sen auf die eben­falls unsi­chere Lage in Israel, andere auf den Schutz höherer Mächte, berich­tet LB:

„Aziza, einer der Pilger, der aus London nach Uman gekom­men ist, erklärt, sie seien gelas­sen, weil höhere Mächte die Chas­si­dim beschützen.

‚Wir kamen alle sowohl vor der großen Inva­sion hierher als auch jetzt noch. Keiner von uns hat in der Ukraine auch nur einen Kratzer abbe­kom­men. Das ist ein großes Wunder‘, betont er. […]

[Für das Tikun ha-Klali, das Mas­sen­ge­bet vor dem Neu­jahrs­fest,] müssen wir so hoch wie möglich über dem Boden sein. Die Chas­si­dim glauben, dass sie auf diese Weise Gott näher sind.

Auf dem Weg zum Dach drängen wir uns […] durch die Chas­si­dim – von der Rezep­tion über das Trep­pen­haus bis ins oberste Stock­werk des Gebäu­des. Dort ist ein Spei­se­saal mit Pan­ora­ma­fens­tern, an denen die Pilger kleben und auf den Beginn des Gebets warten.

Um Unfälle zu ver­hin­dern, stehen Poli­zis­ten und Kata­stro­phen­schüt­zer auf den Dächern der umlie­gen­den Gebäude. Ihre Aufgabe ist es, die Chas­si­dim vor Gefah­ren zu schüt­zen, während diese ver­su­chen, näher bei Gott zu sein.“

„Rekord­summe für die Stadtkasse“

Die jähr­li­che Pil­ger­fahrt bringt vielen Ein­woh­nern von Uman ein gutes Ein­kom­men – für eine Über­nach­tung ver­lan­gen sie teils bis zu 2.000 US-Dollar. Gleich­zei­tig hin­ter­las­sen die Zehn­tau­sen­den Besu­cher viel Müll, manche miss­ach­ten die Regeln. Dieses Jahr verlief jedoch alles ohne größere Zwi­schen­fälle, berich­tet Radio Svoboda:

„In diesem Jahr kamen nach Angaben der ukrai­ni­schen und israe­li­schen Polizei etwa 50.000 Chas­si­dim nach Uman, um Rosch ha-Schana zu feiern.

Die Pilger zahlten laut Oleh Hanich, dem ersten stell­ver­tre­ten­den Bür­ger­meis­ter von Uman, eine Rekord­summe von 25 Mil­lio­nen Hrywnja [rund 488.000 Euro] an Tou­ris­mus­ab­ga­ben in die Stadtkasse.

Doch nicht alles, was die Chas­si­dim [in Uman] zurück­lie­ßen, hin­ter­ließ einen ange­neh­men Nach­ge­schmack. […] Man konnte beob­ach­ten, wie sich Müll­zo­nen in den Straßen des Vier­tels ausbreiteten.

Obwohl die Stadt alle Kräfte auf die Rei­ni­gung des Gelän­des kon­zen­trierte – die Mit­ar­bei­ter der Stadt­rei­ni­gung arbei­te­ten rund um die Uhr und riesige Last­wa­gen fuhren den Abfall im Akkord ab –, blieb überall Müll liegen.

Dennoch verlief dieses Jahr nach Angaben der Mit­ar­bei­ter der Stadt­rei­ni­gung […] leich­ter als die vor­he­ri­gen. Auch die Ord­nungs­kräfte zogen eine ähn­li­che Bilanz […]: Es habe keine schwer­wie­gen­den Ver­stöße gegeben, ledig­lich einige Fälle von Nicht­be­ach­tung der Pass­kon­trolle sowie die Sicher­stel­lung von Betäubungsmitteln.“

Portrait von Christian-Zsolt Varga

Chris­tian-Zsolt Varga ist freier Aus­lands­kor­re­spon­dent mit Schwer­punkt Ukraine, Ungarn und Europas Osten und berich­tet für ver­schie­dene euro­päi­sche Medien aus Kyjiw.

Portrait von Anton Semyzhenko

Anton Semyz­henko ist Redak­teur der eng­lisch­spra­chi­gen Ausgabe von babel.ua in Kyjiw mit über 15 Jahren Berufs­er­fah­rung als Jour­na­list im ukrai­ni­schen Medienbetrieb.

Ukrai­ni­sche Medien

Die Online-Zeitung Ukra­jinska Prawda ver­öf­fent­licht als regie­rungs­kri­ti­sches Medium inves­ti­ga­tive Artikel und deckte auch Kor­rup­ti­ons­fälle inner­halb der ukrai­ni­schen Regie­rung auf. Sie zählt zu den meist­ge­nutz­ten Nach­rich­ten­por­ta­len der Ukraine.

Die Ukra­jinska Prawda wurde im Jahr 2000 vom ukrai­nisch-geor­gi­schen Jour­na­lis­ten Heorhij Gon­gadse gegrün­det, der im dar­auf­fol­gen­den Jahr – angeb­lich auf Ver­an­las­sung des dama­li­gen Prä­si­den­ten Leonid Kut­schma – ermor­det wurde. Die heutige Chef­re­dak­teu­rin ist die bekannte ukrai­nisch-krim­ta­ta­ri­sche Jour­na­lis­tin Sevgil Mus­aieva.

Im Mai 2021 ver­kaufte die dama­lige Eigen­tü­me­rin Olena Prytula 100 Prozent der Anteile an Dragon Capital, eine ukrai­ni­sche Invest­ment-Manage­ment-Gesell­schaft, die vom tsche­chi­schen Unter­neh­mer Tomáš Fiala gelei­tet wird.

Aufrufe der Website im Mai 2023: 69,6 Millionen

Das Online-Nach­rich­ten­por­tal und ‑Fern­se­hen Hro­madske finan­ziert sich über Crowd­fun­ding bei seinen Lese­rin­nen und Lesern, Spenden, Werbung und über für andere Medien auf­ge­nom­mene Videos.

Hro­madske wurde als NGO mit dazu­ge­hö­ri­gen Online-Medien im Novem­ber 2013 mit Beginn des Euro­mai­dan gegrün­det. Die jetzige Chef­re­dak­teu­rin ist die ukrai­ni­sche Jour­na­lis­tin Jewhe­nija Motorewska, die sich zuvor mit dem Thema Kor­rup­tion in ukrai­ni­schen Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den befasst hat.

Die Wei­ter­ent­wick­lung von Hro­madske wird von einem Vor­stand vor­an­ge­trie­ben, der aus sieben pro­mi­nen­ten ukrai­ni­schen Per­sön­lich­kei­ten besteht, dar­un­ter Nobel­preis­trä­ge­rin Olek­san­dra Matwijtschuk.

Aufrufe der Website im Mai 2023: 2,8 Millionen

Der ukrai­ni­sche Fern­seh­sen­der mit Online-Nach­rich­ten­por­tal, dessen Chef­re­dak­teu­rin die ukrai­ni­sche Jour­na­lis­tin Chry­styna Hawryl­juk ist, wird finan­zi­ell von der ukrai­ni­schen Regie­rung unter­stützt. In diesem Zusam­men­hang hat sich die Website einer aus­ge­wo­ge­nen Bericht­erstat­tung verpflichtet.

Das renom­mierte Insti­tute of Mass Infor­ma­tion führte Suspilne.Novyny im Sep­tem­ber 2021 auf der soge­nann­ten „weißen Liste“ ukrai­ni­scher Medien, die ein sehr hohes Niveau an zuver­läs­si­gen Infor­ma­tio­nen bieten.

Suspilne.Novyny wurde im Dezem­ber 2019 gegrün­det und gehört zur Natio­na­len öffent­li­chen Rund­funk­ge­sell­schaft der Ukraine. Im Januar 2015 war die zuvor staat­li­che Rund­funk­an­stalt ent­spre­chend euro­päi­schen Stan­dards in eine öffent­li­che Rund­funk­ge­sell­schaft umge­wan­delt worden.

Aufrufe der Website im Mai 2023: 7,4 Millionen

NV ist eine Print- und Online-Zeit­schrift, deren Schwer­punkt auf Nach­rich­ten aus dem Ausland und der ukrai­ni­schen Politik liegt. Zu den Haupt­the­men zählen die inter­na­tio­nale Unter­stüt­zung der Ukraine, Kor­rup­tion sowie die künf­tige Ent­wick­lung des Landes. Die Online-Ausgabe ver­öf­fent­lich oft Artikel renom­mier­ter aus­län­di­scher Medien wie The Eco­no­mist, The New York Times, BBC und Deut­sche Welle. Die Zeit­schrift erscheint frei­tags als Druck­aus­gabe auf Ukrai­nisch, die Website ist auf Ukrai­nisch, Rus­sisch und Eng­lisch ver­füg­bar. NV gilt als eine der zuver­läs­sigs­ten Nach­rich­ten­quel­len in der Ukraine.

NV wurde im Jahr 2014 – ursprüng­lich unter dem Namen Nowjoe Wremja („Die neue Zeit“) – vom ukrai­ni­schen Jour­na­lis­ten Witalij Sytsch gegrün­det, der die Chef­re­dak­tion über­nahm. Zuvor arbei­tete Sytsch bei dem eben­falls popu­lä­ren Magazin Kor­re­spon­dent. Er verließ Kor­re­spon­dent, nachdem es an Serhij Kur­tschenko – einen Janu­ko­wytsch nahe­ste­hen­den Olig­ar­chen aus Charkiw – ver­kauft worden war. NV gehört zum Ver­lags­haus Media-DK, dessen Eigen­tü­mer der tsche­chi­sche Unter­neh­mer Tomáš Fiala ist.

Aufrufe der Website im Mai 2023: 27,1 Millionen

Dser­kalo Tyschnja liefert Hin­ter­grund­be­richte und Ana­ly­sen; das The­men­spek­trum umfasst poli­ti­sche, wirt­schaft­li­che, soziale und kul­tu­relle Themen. Die Zeitung betrach­tet die ukrai­ni­sche Politik und deren Akteure in einem inter­na­tio­na­len Zusam­men­hang. Dser­kalo Tyschnja steht auf der „weißen Liste“ ukrai­ni­scher Medien, die zuver­läs­sige Infor­ma­tio­nen liefern.

Dser­kalo Tyschnja ist eine der ältes­ten ukrai­ni­schen Zei­tun­gen und erschien zuerst 1994. Seit 2020 ist die Zeitung nur noch online ver­füg­bar: auf Ukrai­nisch, Rus­sisch und Eng­lisch. Chef­re­dak­teu­rin ist die bekannte ukrai­ni­sche Jour­na­lis­tin Julija Mostowa, Ehefrau des ehe­ma­li­gen ukrai­ni­schen Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ters Ana­to­lij Hrysenko.

Aufrufe der Website im Mai 2023: 4,7 Millionen

Das ukrai­ni­sche Online-Magazin Babel wurde im Sep­tem­ber 2018 gegrün­det. Das The­men­spek­trum umfasst soziale und poli­ti­sche Themen; beson­de­res Augen­merk gilt aber auch Nach­rich­ten aus der Wis­sen­schaft und über neue Technologien.

Nach dem 24. Februar 2022 wurde die zuvor eben­falls ange­bo­tene rus­si­sche Version der Website geschlos­sen. Statt­des­sen wird nun eine eng­li­sche Version ange­bo­ten. Babel finan­ziert sich über Spenden. Die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter von Babel enga­gie­ren sich in zahl­rei­chen Pro­jek­ten, die darauf abzie­len, die ukrai­ni­schen Streit­kräfte während des Krieges zu unterstützen.

Die Eigen­tü­mer des Online-Maga­zins sind der erste Chef­re­dak­teur Hlib Husjew, Kateryna Kober­nyk und das slo­wa­ki­sche Unter­neh­men IG GmbH.

Heute ist die ukrai­ni­sche Jour­na­listin Kateryna Kober­nyk Chef­re­dak­teurin von Babel.

Aufrufe der Website im Mai 2023: 1,1 Millionen

Das Online-Magazin LB gehört zum Hor­schenin-Insti­tut, einer ukrai­ni­schen Denk­fa­brik, die sich mit poli­ti­schen und gesell­schaft­li­chen Pro­zes­sen in der Ukraine und der Welt beschäf­tigt. LB hat sich auf Inter­views spe­zia­li­siert; häufige Themen sind die ukrai­ni­sche Innen- und inter­na­tio­nale Politik sowie soziale Fragen in der Ukraine.

LB wurde im Juni 2009 unter dem Namen Liwyj Bereh gegrün­det, Chef­re­dak­teu­rin Sonja Kosch­kina hat seit 2018 einen eigenen Youtube-Kanal „Kish­kiNA“, auf dem sie Inter­views mit ver­schie­de­nen Per­so­nen veröffentlicht.

Aufrufe der Website im Mai 2023: 2 Millionen

Im Fokus des ukrai­ni­schen im Jahr 2000 gegrün­de­ten Online-Nach­rich­ten­por­tals LIGA stehen wirt­schaft­li­che, poli­ti­sche und soziale Themen. Seit 2020 steht LIGA auf der „weißen Liste“ ukrai­ni­scher Medien, die stets präzise Infor­ma­tio­nen und zuver­läs­sige Nach­rich­ten anbieten.

Chef­re­dak­teu­rin ist die ukrai­ni­sche Jour­na­lis­tin Julija Bankowa, die davor eine lei­tende Posi­tion bei dem Online-Magazin Hro­madske hatte.

Der Eigen­tü­mer des Nach­rich­ten­por­tals ist die ukrai­ni­sche unab­hän­gige Media­hol­ding Liga­me­dia, deren Geschäfts­füh­rer Dmytro Bon­da­renko ist.

Aufrufe der Website im Mai 2023: 8,5 Millionen

Censor prä­sen­tiert sich als Website mit „emo­tio­na­len Nach­rich­ten“. Der Fokus liegt vor allem auf innen­po­li­ti­schen Ent­wick­lun­gen. Seit dem rus­si­schen Über­fall auf die Ukraine sind viele Bei­träge den Ereig­nis­sen an der Front und den ukrai­ni­schen Streit­kräf­ten gewid­met. Censor ist auf drei Spra­chen ver­füg­bar: Ukrai­nisch, Rus­sisch und Englisch.

Das Nach­rich­ten­por­tal Censor wurde 2004 vom bekann­ten ukrai­ni­schen Jour­na­lis­ten Jurij Butusow gegrün­det und zählt zu den popu­lärs­ten Nach­rich­ten­sei­ten des Landes. Butusow gilt als schar­fer Kri­ti­ker von Prä­si­dent Selen­skyj. Er erhebt schwere Vor­würfe in Bezug auf Kor­rup­tion inner­halb der ukrai­ni­schen Regie­rung, schlechte Vor­be­rei­tung auf den Krieg gegen Russ­land und unbe­frie­di­gende Ver­wal­tung der Armee. Butusow wird von über 400.000 Men­schen auf Face­book gelesen. Seine Posts auf dem sozia­len Netz­werk haben enormen Ein­fluss und lösen hitzige Dis­kus­sio­nen aus.

Aufrufe der Website im Mai 2023: 59 Millionen

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