„Alle Feinde wurden vernichtet“

Soldat der 13. Khartiia-Brigade
Foto: IMAGO /​ Ukr­in­form

Pres­se­schau ukrai­ni­scher Medien | 02. bis 22. Sep­tem­ber 2026:
Gegen­of­fen­sive „Vivaldi“: über­ra­schend erfolgreich
Russ­land nimmt Tank­stel­len ins Visier
Chas­si­den in Uman: Neu­jahrs­fest trotz Angriffskrieg

Gegen­of­fen­sive „Vivaldi“: über­ra­schend erfolgreich

Im Norden des Gebiets Donezk stößt die ukrai­ni­sche Armee über­ra­schend erfolg­reich vor. Mit der Ope­ra­tion Vivaldi drängt sie den nörd­li­chen rus­si­schen Keil zurück, mit dem Moskau den „Fes­tungs­gür­tel“ um Kra­ma­torsk und Slo­wjansk schlie­ßen wollte. Der Vorstoß hat auch sym­bo­li­sche Bedeu­tung: Lange schien Russ­land zwar hohe Ver­luste zu erlei­den, aber dennoch stetig vor­zu­rü­cken. Nun zeigt sich, dass sich solche Erfolge deut­lich zurück­dre­hen lassen – Russ­lands Net­to­ge­biets­ge­winn der ver­gan­ge­nen sechs Monate liegt bei null.

„Ope­ra­tiv ist diese Gegen­of­fen­sive kaum zu überschätzen“

LB hält den ukrai­ni­schen Vorstoß für beson­ders wichtig – und ange­sichts der begrenz­ten ukrai­ni­schen Feu­er­kraft für die derzeit wirk­samste Taktik:

„Die ope­ra­tive Bedeu­tung dieses Gegen­an­griffs ist kaum zu über­schät­zen – der [rus­si­sche] Druck auf Lyman nimmt aber, ebenso wie die [rus­si­schen] Ver­su­che, sich durch die Felder zwi­schen Isjum und Slo­wjansk vor­zu­kämp­fen. Wenn [der Aggres­sor] Slo­wjansk und Kra­ma­torsk unbe­dingt erobern will, bleibt nur der Fron­tal­an­griff – durch Gräben mit Sta­chel­draht und Minen­fel­der, unter Beschuss von Drohnen und prä­zi­si­ons­ge­lenk­ten west­li­chen Bomben auf die [rus­si­schen] Sturm­trup­pen, die in die Häuser vor­ge­rückt sind. [...]

Moderne schwe­di­sche und fran­zö­si­sche Flug­zeuge, die mit Meteor-Raketen die [KAB-] Werfer zurück­drän­gen können, stehen noch lange nicht bereit, die ukrai­ni­sche Rake­ten­tech­nik wird auch nicht über Nacht mas­sen­taug­lich sein, und in Deutsch­land hat die Pro­duk­tion von Abfang­ra­ke­ten für das Patriot-System gerade erst begon­nen. Daher [...] ist in der Nähe von Lyman – unter anhal­ten­dem Druck des Feindes – mit einer mono­to­nen drei­mo­na­ti­gen Gegen­of­fen­sive zu rechnen.“

„Alle Feinde wurden vernichtet“

Zu den bislang offi­zi­ell als befreit gemel­de­ten Dörfern gehört Serednje. Sus­pilne sprach mit dem Kom­man­dan­ten des Batail­lons, das den Ort zurück­er­obert hat, über die Operation:

„[Der Batail­lons­kom­man­dant mit dem Ruf­na­men] Yudzh berich­tete [...], dass die Ope­ra­tion zwei Phasen umfasste; ins­ge­samt dauerte die Säu­be­rung des Dorfes andert­halb Monate und es gab zwei Tage mit Sturmangriffen.

‚Alle Feinde, die sich in der Ort­schaft Serednje befan­den, wurden ver­nich­tet. Auf zwei [ukrai­ni­sche] Batail­lone kam ein ver­wun­de­ter Soldat [...].‘ erklärte er.

‚In der Ort­schaft waren keine Men­schen mehr. [...] Dort gab es nicht einmal mehr Gebäude. Die Häuser dort sind Ruinen – sie standen ständig unter Beschuss. Aber jedes Haus hat einen Keller. Das ist alles ukrai­ni­sches Land, und Sie wissen, dass es keine [ukrai­ni­sche] Familie ohne Vor­rats­kel­ler gibt. Das berei­tete enorme Pro­bleme, denn ver­ste­cken konnte sich [der Feind] in jedem Hof.‘“

„Mili­tär­kul­tur Russ­lands schwer zu ändern“

Obwohl die Offen­sive schon Ende Mai star­tete, ver­schwieg Russ­land seine Gebiets­ver­luste lange. Texty beschreibt, wie die rus­si­sche Mili­tär­kul­tur der Ukraine dabei in die Karten spielt:

„[E]s trafen mehrere Fak­to­ren perfekt zusam­men: West­li­che Geo­lo­ka­li­sie­rungs­dienste schwie­gen, rus­si­sche Auf­klä­rungs­dienste schwie­gen, ukrai­ni­sche Medien schwie­gen, und die rus­si­schen Kom­man­do­stäbe der unteren Ebenen schwie­gen eben­falls. Während also die Ein­hei­ten der 20. und 25. Armee der rus­si­schen Streit­kräfte auf dem Lyman-Vorstoß eine ver­nich­tende Nie­der­lage erlit­ten, ‚erober­ten‘ ihr Gene­ral­stab und Ober­be­fehls­ha­ber Putin Lyman und Swjatohirsk.

[D]ieses Sze­na­rio ist kein Ein­zel­fall: Unter Ein­hal­tung der Ope­ra­ti­ons Secu­rity [mili­tä­ri­sche Maß­nah­men zum Schutz ein­satz­re­le­van­ter Infor­ma­tio­nen vor dem Gegner, Anm. d. Red.] gelingt es den ukrai­ni­schen Truppen, die Russen zu täu­schen und erfolg­rei­che Manöver durch­zu­füh­ren. Kann der Feind daraus lernen und Gegen­maß­nah­men entwickeln?

‚Ich glaube nicht‘, sagt [...] ein Offi­zier [aus dem Stab eines Korps der ukrai­ni­schen Streit­kräfte]. ‚Das ist einfach die Kultur ihrer Armee. Das läuft seit Jahr­hun­der­ten so – es wird schwer für sie sein, das zu ändern.‘“

Russ­land nimmt Tank­stel­len ins Visier

Seit Monaten atta­ckiert Russ­land gezielt die Treib­stoff­ver­sor­gung in front­na­hen Regio­nen und hat dabei etwa 300 Tank­stel­len mit Drohnen oder Raketen zer­stört. Zuletzt trafen die Angriffe auch Kyjiw und sogar die West­ukraine. Ukrai­ni­sche Medien fragen nun, wie sich das auf Wirt­schaft sowie die Ver­sor­gung mit Benzin und Diesel aus­wir­ken könnte.

„Das ist reiner Terrorismus“

Die rus­si­schen Angriffe auf Tank­stel­len seien schmerz­haft, gefähr­de­ten jedoch nicht die Treib­stoff­ver­sor­gung des Landes, berich­tet Forbes:

„Rus­si­sche Angriffe haben nach Angaben des Ener­gie­mi­nis­te­ri­ums in den letzten sechs Monaten mehr als 300 Tank­stel­len in der Ukraine zer­stört oder beschä­digt. Betrof­fen sind vor allem Regio­nen in Front­nähe. In der ersten Sep­tem­ber­hälfte griffen rus­si­sche Truppen gezielt die Kraft­stoff­in­fra­struk­tur der Haupt­stadt an. Ins­ge­samt wurden in Kyjiw drei Tank­stel­len ange­grif­fen [Stand 14. Sep­tem­ber, Anm. d. Red.], die alle dem staat­li­chen Unter­neh­men Ukrn­afta gehören.

‚Es gibt keinen Grund, [auf­grund dieser Angriffe] mit einer [Kraftstoff-]Knappheit zu rechnen – das ist reiner Ter­ro­ris­mus‘, sagt Serhii Kuiun, Direk­tor des Bera­tungs­un­ter­neh­mens A‑95, [das sich auf die ukrai­ni­schen Märkte für Erd­öl­pro­dukte und Kraft­stoffe spezialisiert].

Laut Kuiun würden etwa 80 Prozent der beschä­dig­ten Tank­stel­len in Front­nähe repariert.

Deshalb gäbe es in keiner Region […] infolge der Angriffe Eng­pässe oder Preisanstiege.“

„Keine sys­te­mi­schen Pro­bleme in der Hauptstadt“

Tat­säch­lich gäbe es in Kyjiw einen Über­schuss an Tank­stel­len, berich­tet LIGA:

„Selbst eine vor­über­ge­hende Schlie­ßung ein­zel­ner Tank­stel­len schaffe auf dem Markt der Haupt­stadt keine sys­te­mi­schen Pro­bleme, sagt Olek­sandr Sirenko, Analyst des Bera­tungs­un­ter­neh­mens Naf­to­Ry­nok. Die Zahl der Tank­stel­len in Kyjiw über­steigt den Bedarf der Auto­fah­rer vor Ort um etwa das Drei­fa­che. Selbst wenn eine ein­zelne Tank­stelle also einige Wochen geschlos­sen bleibt, haben die Ver­brau­cher genug Alternativen.“

„Tank­stel­len mit Gabio­nen und mobilen Luftschutzräumen“

Beson­ders betrof­fen ist die staat­li­che Tank­stel­len­kette Ukrn­afta: Bis zum 22. Sep­tem­ber beschä­dig­ten rus­si­sche Drohnen zehn ihrer Sta­tio­nen in Kyjiw. Im Inter­view mit LB sagt Vor­stands­chef Bohdan Kukura, sie seien inzwi­schen alle wieder in Betrieb – zugleich ver­stärke das Unter­neh­men den Schutz der übrigen Tank­stel­len für Beschäf­tigte und Kunden:

„Seit gerau­mer Zeit führen wir diese Arbei­ten in den an Russ­land angren­zen­den und front­na­hen Regio­nen durch: Wir instal­lie­ren Anti-Drohnen-Netze, stellen Gabio­nen [mit Steinen gefüllte Draht­körbe, die als Schutz­bar­rie­ren dienen; Anm. d. Red.] auf, um Men­schen und Anlagen zusätz­lich vor Trüm­mern zu schüt­zen, und errich­ten Luftschutzräume.

Auf­grund der ver­stärk­ten rus­si­schen Angriffe auf Kyjiw haben wir umge­hend zusätz­li­che Maß­nah­men zum Schutz der Anlagen in der Haupt­stadt ergrif­fen. […] Die ersten 19 Objekte wurden bereits [mit Gabio­nen] aus­ge­stat­tet. Außer­dem bauen wir mobile Luft­schutz­räume dort, wo sta­tio­näre Schutz­ein­rich­tun­gen fehlen.“

Chas­si­den in Uman: Neu­jahrs­fest trotz Angriffskrieg

Vom 11. bis 13. Sep­tem­ber pil­ger­ten erneut Zehn­tau­sende chas­si­di­sche Juden aus aller Welt in die zen­tralukrai­ni­sche Stadt Uman, um dort ihr tra­di­tio­nel­les Neu­jahrs­fest Rosch ha-Schana zu feiern. Ukrai­ni­sche Medien berich­ten vor Ort, wie die aus­ge­las­sene Stim­mung des großen reli­giö­sen Tref­fens in schar­fem Kon­trast zum Kriegs­all­tag in der Ukraine steht.

„Gott auf den Dächern näher sein“

Die Pilger ließen sich auch dieses Jahr nicht von der Gefahr rus­si­scher Angriffe abschre­cken – einige ver­wei­sen auf die eben­falls unsi­chere Lage in Israel, andere auf den Schutz höherer Mächte, berich­tet LB:

„Aziza, einer der Pilger, der aus London nach Uman gekom­men ist, erklärt, sie seien gelas­sen, weil höhere Mächte die Chas­si­dim beschützen.

‚Wir kamen alle sowohl vor der großen Inva­sion hierher als auch jetzt noch. Keiner von uns hat in der Ukraine auch nur einen Kratzer abbe­kom­men. Das ist ein großes Wunder‘, betont er. […]

[Für das Tikun ha-Klali, das Mas­sen­ge­bet vor dem Neu­jahrs­fest,] müssen wir so hoch wie möglich über dem Boden sein. Die Chas­si­dim glauben, dass sie auf diese Weise Gott näher sind.

Auf dem Weg zum Dach drängen wir uns […] durch die Chas­si­dim – von der Rezep­tion über das Trep­pen­haus bis ins oberste Stock­werk des Gebäu­des. Dort ist ein Spei­se­saal mit Pan­ora­ma­fens­tern, an denen die Pilger kleben und auf den Beginn des Gebets warten.

Um Unfälle zu ver­hin­dern, stehen Poli­zis­ten und Kata­stro­phen­schüt­zer auf den Dächern der umlie­gen­den Gebäude. Ihre Aufgabe ist es, die Chas­si­dim vor Gefah­ren zu schüt­zen, während diese ver­su­chen, näher bei Gott zu sein.“

„Rekord­summe für die Stadtkasse“

Die jähr­li­che Pil­ger­fahrt bringt vielen Ein­woh­nern von Uman ein gutes Ein­kom­men – für eine Über­nach­tung ver­lan­gen sie teils bis zu 2.000 US-Dollar. Gleich­zei­tig hin­ter­las­sen die Zehn­tau­sen­den Besu­cher viel Müll, manche miss­ach­ten die Regeln. Dieses Jahr verlief jedoch alles ohne größere Zwi­schen­fälle, berich­tet Radio Svoboda:

„In diesem Jahr kamen nach Angaben der ukrai­ni­schen und israe­li­schen Polizei etwa 50.000 Chas­si­dim nach Uman, um Rosch ha-Schana zu feiern.

Die Pilger zahlten laut Oleh Hanich, dem ersten stell­ver­tre­ten­den Bür­ger­meis­ter von Uman, eine Rekord­summe von 25 Mil­lio­nen Hrywnja [rund 488.000 Euro] an Tou­ris­mus­ab­ga­ben in die Stadtkasse.

Doch nicht alles, was die Chas­si­dim [in Uman] zurück­lie­ßen, hin­ter­ließ einen ange­neh­men Nach­ge­schmack. […] Man konnte beob­ach­ten, wie sich Müll­zo­nen in den Straßen des Vier­tels ausbreiteten.

Obwohl die Stadt alle Kräfte auf die Rei­ni­gung des Gelän­des kon­zen­trierte – die Mit­ar­bei­ter der Stadt­rei­ni­gung arbei­te­ten rund um die Uhr und riesige Last­wa­gen fuhren den Abfall im Akkord ab –, blieb überall Müll liegen.

Dennoch verlief dieses Jahr nach Angaben der Mit­ar­bei­ter der Stadt­rei­ni­gung […] leich­ter als die vor­he­ri­gen. Auch die Ord­nungs­kräfte zogen eine ähn­li­che Bilanz […]: Es habe keine schwer­wie­gen­den Ver­stöße gegeben, ledig­lich einige Fälle von Nicht­be­ach­tung der Pass­kon­trolle sowie die Sicher­stel­lung von Betäubungsmitteln.“

Portrait von Christian-Zsolt Varga

Chris­tian-Zsolt Varga ist freier Aus­lands­kor­re­spon­dent mit Schwer­punkt Ukraine, Ungarn und Europas Osten und berich­tet für ver­schie­dene euro­päi­sche Medien aus Kyjiw.

Portrait von Anton Semyzhenko

Anton Semyz­henko ist Redak­teur der eng­lisch­spra­chi­gen Ausgabe von babel.ua in Kyjiw mit über 15 Jahren Berufs­er­fah­rung als Jour­na­list im ukrai­ni­schen Medienbetrieb.

Ukrai­ni­sche Medien

Hro­madske finan­ziert sich durch Crowd­fun­ding, Spenden inter­na­tio­na­ler Geber, Werbung und die Pro­duk­tion von Videos für andere Medien. Journalist:innen grün­de­ten das Online-Nach­rich­ten­por­tal im Novem­ber 2013 zu Beginn des Euro­mai­dan als NGO. Mit mil­lio­nen­fach abge­ru­fe­nen Live­streams wurde Hro­madske rasch zu einem der belieb­tes­ten Online-Medien des Landes.

Später ver­la­gerte sich der Fokus stärker auf Text­bei­träge, während Team, Reich­weite und Res­sour­cen schrumpf­ten. Trotz­dem bleibt Hro­madske eine der ver­läss­lichs­ten Infor­ma­ti­ons­quel­len des Landes. Die Chef­re­dak­teu­rin Daryna Fedenko, zuvor Lei­te­rin der Nach­rich­ten­re­dak­tion des öffent­lich-recht­li­chen Rund­funks Sus­pilne, führt das Portal.

Im Juli 2026 ver­zeich­nete hromadske.ua 1,8 Mil­lio­nen Seitenaufrufe.

Ukra­jinska Prawda ist eines der meist­ge­le­se­nen Nach­rich­ten­por­tale der Ukraine. Bekannt wurde das Online-Medium vor allem durch inves­ti­ga­tive Recher­chen und die Auf­de­ckung von Kor­rup­ti­ons­fäl­len in der ukrai­ni­schen Regie­rung. Außer­dem ver­öf­fent­licht Ukra­jinska Prawda Repor­ta­gen von der Front, baut sein Podcast- und Video­an­ge­bot aus und betreibt zahl­rei­che spe­zia­li­sierte Ableger zu Themen wie Wirt­schaft, Life­style, Mili­tär­tech­nik und Sport.

Gegrün­det wurde Ukra­jinska Prawda im Jahr 2000 vom ukrai­nisch-geor­gi­schen Jour­na­lis­ten Heorhij Gon­gadse. Er wurde im dar­auf­fol­gen­den Jahr ermor­det, mut­maß­lich auf Ver­an­las­sung des dama­li­gen Prä­si­den­ten Leonid Kut­schma. Chef­re­dak­teu­rin ist heute die bekannte ukrai­nisch-krim­ta­ta­ri­sche Jour­na­lis­tin Sevgil Mus­aieva.

Im Mai 2021 ver­kaufte die dama­lige Eigen­tü­me­rin Olena Prytula 100 Prozent der Anteile an Dragon Capital, eine ukrai­ni­sche Invest­ment­ge­sell­schaft unter Leitung des tsche­chi­schen Unter­neh­mers Tomáš Fiala.

Im Juli 2026 ver­zeich­nete pravda.com.ua 38,7 Mil­lio­nen Seitenaufrufe.

Sus­pilne Novyny, das Nach­rich­ten­an­ge­bot der ukrai­ni­schen öffent­lich-recht­li­chen Rund­funk­ge­sell­schaft, bietet ein Fern­seh­pro­gramm und ein Online-Nach­rich­ten­por­tal. Der Sender finan­ziert sich durch staat­li­che Mittel und zahl­rei­che inter­na­tio­nale Geber. Er ver­pflich­tet sich zu aus­ge­wo­ge­ner Berichterstattung.

Der Sender steht seit Jahren auf der soge­nann­ten „weißen Liste“ ukrai­ni­scher Medien, die nach Ein­schät­zung der renom­mier­ten ukrai­ni­schen NGO Insti­tute of Mass Infor­ma­tion ein sehr hohes Niveau an zuver­läs­si­gen Infor­ma­tio­nen bieten. Die Liste wird vier­tel­jähr­lich aktualisiert.

Die Nach­rich­ten­re­dak­tion von Sus­pilne ist zudem für sein breites regio­na­les Netz­werk bekannt: Jede Region der Ukraine betreibt ein eigenes Nachrichtenportal.

Im Juli 2026 ver­zeich­nete die Website suspilne.media 9,9 Mil­lio­nen Aufrufe.

NV ist ein Online-Nach­rich­ten­por­tal, ein vier­tel­jähr­lich erschei­nen­des Print­ma­ga­zin und ein Radio­sen­der. Die Redak­tion berich­tet über inter­na­tio­nale Nach­rich­ten und ukrai­ni­sche Politik. Es legt den Fokus auf inter­na­tio­nale Unter­stüt­zung für die Ukraine, Kor­rup­tion und die Zukunft des Landes. Witalij Sytsch grün­dete NV 2014 und über­nahm die Chef­re­dak­tion. Zuvor arbei­tete Sytsch beim popu­lä­ren Magazin Kor­re­spon­dent. Er und viele heutige NV-Mit­ar­bei­ter ver­lie­ßen Kor­re­spon­dent, nachdem Serhij Kur­tschenko, ein Olig­arch aus Charkiw mit engen Ver­bin­dun­gen zum dama­li­gen Prä­si­dent Wiktor Janu­ko­wytsch, das Medium gekauft hatte. NV gehört zum Ver­lags­haus Media-DK, das dem tsche­chi­schen Unter­neh­mer Tomáš Fiala gehört.

Im Juli 2026 zählte die Website nv.ua 19,6 Mil­lio­nen Seitenaufrufe.

ZN.UA behan­delt poli­ti­sche, wirt­schaft­li­che, gesell­schaft­li­che und kul­tu­relle Themen. Das Medium ist heute vor allem für seine poli­ti­schen Artikel bekannt, die oft wert­volle Hin­ter­gründe und Ein­bli­cke liefern. Die ursprüng­li­che Print-Zeitung erschien erst­mals 1994 und zählt damit zu den ältes­ten und ein­fluss­reichs­ten Ana­ly­se­me­dien der unab­hän­gi­gen Ukraine. Seit 2020 erscheint sie aus­schließ­lich online – auf Ukrai­nisch, Rus­sisch und Eng­lisch. Die lang­jäh­rige Chef­re­dak­teu­rin, Julija Mostowa, gilt als bekannte ukrai­ni­sche Jour­na­lis­tin und ist mit dem frü­he­ren Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter Ana­to­lij Hry­zenko ver­hei­ra­tet. ZN.UA steht seit Jahren auf der soge­nann­ten „weißen Liste“ ukrai­ni­scher Medien, die zuver­läs­sig informieren.

Im Juli 2026 ver­zeich­nete die Website zn.ua 8,5 Mil­lio­nen Aufrufe.

Das ukrai­ni­sche Online-Magazin Babel star­tete im Sep­tem­ber 2018 als Platt­form für die Mit­tel­schicht des Landes. Heute deckt es gesell­schaft­li­che und poli­ti­sche Themen ab, kon­zen­trierte sich anfangs jedoch vor allem auf Wis­sen­schaft und neue Tech­no­lo­gien. Nach dem 24. Februar 2022 stellte Babel die rus­sisch­spra­chige Version der Website ein und ersetzte sie durch eine eng­lisch­spra­chige Ausgabe. Trotz kleiner Redak­tion und begrenz­ter Reich­weite gewann das Magazin mit poli­ti­schen Arti­keln und viel beach­te­ten Recher­chen über Miss­hand­lun­gen von Sol­da­ten in der ukrai­ni­schen Armee an Einfluss.

Babel gehört der Grün­de­rin und Chef­re­dak­teu­rin Kateryna Kober­nyk sowie Olek­sandr Babenko, dem Eigen­tü­mer des Droh­nen­her­stel­lers Vyriy Industries.

Im Juli 2026 ver­zeich­nete babel.ua 1,2 Mil­lio­nen Aufrufe.

Das Online-Magazin LB gehört zum Gor­s­henin Insti­tute, einem ukrai­ni­schen Thinktank, die poli­ti­schen und gesell­schaft­li­chen Ent­wick­lun­gen in der Ukraine und welt­weit ana­ly­siert. LB erlangte vor allem durch seine Inter­views Bekannt­heit. Es behan­delt häufig Themen wie die ukrai­ni­sche Innen- und Außen­po­li­tik sowie gesell­schaft­li­che Fragen. Gegrün­det wurde LB im Juni 2009 unter dem Namen Liwyj Bereh („Linkes Ufer“) – ein Verweis auf das linke Ufer der Ukraine und die links­sei­ti­gen Stadt­teile großer Städte wie Kyjiw, Dnipro und Saporischschja.

Chef­re­dak­teu­rin ist die renom­mierte ukrai­ni­sche Jour­na­lis­tin Sonja Koschkina.

Im Juli 2026 ver­zeich­nete die Website lb.ua 2,3 Mil­lio­nen Aufrufe.

Das ukrai­ni­sche Online-Nach­rich­ten­por­tal LIGA ging im Jahr 2000 an den Start und kon­zen­trierte sich zunächst auf Wirt­schafts­the­men. Später weitete es seine Bericht­erstat­tung auf Politik, Life­style und andere Berei­che aus. Seit 2020 führt das Insti­tute of Mass Infor­ma­tion LIGA auf der „weißen Liste“ ukrai­ni­scher Medien, die ver­läss­lich und korrekt informieren.

Chef­re­dak­teu­rin ist die Jour­na­lis­tin Yuliia Bankova, die zuvor eine Füh­rungs­po­si­tion beim Online-Magazin Hro­madske inne­hatte. Das Portal gehört zur unab­hän­gi­gen Medi­en­hol­ding Liga Media, die Dmytro Bon­da­renko leitet.

Im Juli 2026 ver­zeich­nete die Website liga.net 4,4 Mil­lio­nen Seitenaufrufe.

Der ukrai­ni­sche Dienst des US-finan­zier­ten Aus­lands­me­di­ums Radio Free Europe/​Radio Liberty (RFE/​RL) nahm bereits 1954 seinen Sen­de­be­trieb auf. 1992 eröff­nete das Medium ein Büro in der Ukraine, das im Laufe der Zeit auf Dut­zende Mit­ar­bei­tende anwuchs.

Heute arbei­tet Radio Svoboda vor allem als Online-Nach­rich­ten­por­tal und pro­du­ziert daneben auch Pod­casts und Video­re­por­ta­gen. Seit 2014 berich­ten die Redak­tio­nen Krim.Realii und Donbas.Realii über die besetzte Krim sowie die Gebiete Donezk und Luhansk. Mit dem Projekt Skhemy („Sche­mata“) verfügt das Medium zudem über eine eigene renom­mierte Investigativredaktion.

Chef­re­dak­teu­rin von Radio Svoboda ist Maryana Drach.

Sei­ten­auf­rufe der Website radiosvoboda.org im Juli 2026: 4,8 Millionen

Das unab­hän­gige Ana­ly­se­me­dium Texty.org.ua wurde von den Jour­na­lis­ten Roman Kul­chyn­sky und Ana­to­liy Bon­da­renko gegrün­det. Kul­chyn­sky leitet die Redak­tion und ist heute Chef­re­dak­teur, während Bon­da­renko vor­wie­gend daten­jour­na­lis­tisch arbei­tet. Ent­spre­chend ist Texty.org.ua ins­be­son­dere für auf­wen­dige Daten­re­cher­chen und Info­gra­fi­ken bekannt. Damit hat sich das Medium eine eigene Nische geschaf­fen und mehrere renom­mierte inter­na­tio­nale Aus­zeich­nun­gen im Bereich des Daten­jour­na­lis­mus gewonnen.

Daneben ver­öf­fent­licht Texty.org.ua hoch­wer­tige Repor­ta­gen und ana­ly­ti­sche Bei­träge, ins­be­son­dere zum rus­si­schen Angriffs­krieg gegen die Ukraine.

Sei­ten­auf­rufe der Website texty.org.ua im Juli 2026: 521.200

The Kyiv Inde­pen­dent wurde im Novem­ber 2021 vom Kern­team der damals füh­ren­den eng­lisch­spra­chi­gen ukrai­ni­schen Zeitung Kyiv Post gegrün­det. Die Journalist:innen hatten das Medium nach einem Kon­flikt mit dessen Eigen­tü­mer ver­las­sen und wollten die neue Redak­tion zunächst für einige Zeit aus eigenen Mitteln finan­zie­ren. Der rus­si­sche Groß­an­griff vier Monate später rückte die Ukraine welt­weit ins Zentrum der Auf­merk­sam­keit – und The Kyiv Inde­pen­dent ent­wi­ckelte sich zu einer der wich­tigs­ten Nach­rich­ten­quel­len über das Land für ein inter­na­tio­na­les Publikum.

Heute ist The Kyiv Inde­pen­dent eines der füh­ren­den eng­lisch­spra­chi­gen Medien der Ukraine und finan­ziert sich vor allem über Spenden seiner Leser:innen. Zudem hat das Medium eine eigene Inves­ti­ga­tiv­re­dak­tion auf­ge­baut, die sich ins­be­son­dere mit rus­si­schen Kriegs­ver­bre­chen befasst.

Chef­re­dak­teu­rin ist die ukrai­ni­sche Jour­na­lis­tin Olha Rudenko.

Sei­ten­auf­rufe der Website kyivindependent.com im Juli 2026: 3,7 Millionen

Jew­ro­pe­jska Prawda wurde im Juni 2014 gegrün­det und berich­tet vor allem über die Inte­gra­tion der Ukraine in die EU und die NATO. Diese Themen gewan­nen damals stark an Bedeu­tung: Nach der Revo­lu­tion der Würde erhielt die Ukraine eine pro­eu­ro­päi­sche Regie­rung, während der Krieg im Osten der Ukraine und die rus­si­sche Anne­xion der Krim zusätz­li­che sicher­heits­po­li­ti­sche Fragen aufwarfen.

Im Laufe der Jahre hat sich das Medium zu einer der wich­tigs­ten Quellen für ver­läss­li­che Infor­ma­tio­nen und Ana­ly­sen zur ukrai­ni­schen Außen­po­li­tik sowie zu Themen der inter­na­tio­na­len Politik ent­wi­ckelt. Da Jew­ro­pe­jska Prawda eng mit Ukra­jinska Prawda koope­riert, wird es häufig als deren Ressort wahr­ge­nom­men. Tat­säch­lich verfügt es jedoch über eine eigen­stän­dige Redak­tion unter der Leitung von Sergiy Sydo­renko. Beide Medien über­neh­men regel­mä­ßig Inhalte von­ein­an­der und ver­öf­fent­li­chen mit­un­ter gemein­sam recher­chierte Beiträge.

Sei­ten­auf­rufe der Website eurointegration.com.ua im Juli 2026: 8,6 Millionen

Die ukrai­ni­sche Nach­rich­ten­agen­tur RBC-Ukraine wurde 2006 als Tochter des rus­si­schen Medi­en­un­ter­neh­mens RBC (Ros­Busi­ness­Con­sul­ting) gegrün­det. Seit 2012 bestehen nach Angaben des Unter­neh­mers Jossyp Pintus, der das ukrai­ni­sche Unter­neh­men damals über­nahm, keine Ver­bin­dun­gen mehr zwi­schen beiden Firmen – abge­se­hen vom gemein­sa­men Markennamen.

Seit 2014 ist die Website von RBC-Ukraine in Russ­land gesperrt. Anlass waren Artikel, die von den rus­si­schen Behör­den als „extre­mis­tisch“ ein­ge­stuft wurden – eine Bezeich­nung, die in Russ­land auch für Posi­tio­nen ver­wen­det wird, die der offi­zi­el­len Linie gegen­über der Ukraine widersprechen.

Heute gehört RBC-Ukraine zu den meist­ge­le­se­nen Nach­rich­ten­por­ta­len des Landes. In seiner poli­ti­schen Bericht­erstat­tung äußert sich das Medium ver­gleichs­weise wohl­wol­lend über Prä­si­dent Wolo­dymyr Selen­skyj und dessen Umfeld.

Jossyp Pintus bezeich­net RBC-Ukraine als sein wich­tigs­tes Geschäft. Zuvor war er im Bereich Online-Werbung und Traffic-Ver­mark­tung tätig. Chef­re­dak­teur ist Ros­tys­law Schaprawskyj.

Sei­ten­auf­rufe von rbc.ua im Juli 2026: 19 Millionen

Die ukrai­ni­sche Ausgabe des Maga­zins Forbes erscheint seit März 2011, mit einer Unter­bre­chung von 2016 bis 2020. Heute beschäf­tigt sich das Medium vor allem mit der ukrai­ni­schen Kriegs­wirt­schaft und der Frage, wie das Land die wirt­schaft­li­chen Her­aus­for­de­run­gen des rus­si­schen Angriffs­kriegs bewältigt.

Forbes Ukraine gehört dem Unter­neh­mer Artur Grants, der ein Netz­werk von Duty-Free-Geschäf­ten betreibt, und ist eines der wenigen ukrai­ni­schen Medien, die auch wei­ter­hin als Print­aus­gabe erscheinen.

Chef­re­dak­teur ist Borys Davy­denko, der zuvor LIGA.net leitete. Das Medium ver­tritt wirt­schafts­li­be­rale Posi­tio­nen und legt einen beson­de­ren Schwer­punkt auf Unter­neh­mer­tum und freie Marktwirtschaft.

Sei­ten­auf­rufe von forbes.ua im August 2026: 1,5 Millionen

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