„Irans Russland-Wette führt zu nationaler Katastrophe“

Presseschau ukrainischer Medien | 18. Februar bis 3. März 2026:
Was bedeutet der Krieg im Nahen Osten für die Ukraine?
Pipeline-Konflikt: eine irreparable „Freundschaft“
Terroranschläge im ukrainischen Hinterland
Was bedeutet der Krieg im Nahen Osten für die Ukraine?
Seit dem 28. Februar eskaliert die Lage im Nahen Osten: Nach Luftangriffen der USA und Israels auf den Iran, bei denen dessen politischer und religiöser Führer Ali Chamenei getötet wurde, reagiert Teheran mit Vergeltungsschlägen – unter anderem gegen Ölförderanlagen in den Golfstaaten. Ukrainische Medien diskutieren die Auswirkungen auf den Krieg im eigenen Land.
„Die Nachfrage ist enorm, aber die US-Produktion nicht“
Forbes warnt vor einem Mangel an hochentwickelten PAC‑3-Lenkraketen für Patriot-Flugabwehrsysteme – bislang die einzigen, mit denen sich ballistische Raketen abfangen lassen:
„Robert Hamilton, Direktor [des Think Tanks] Dolphi Global und pensionierter Oberst der US-Armee, ist überzeugt, dass die Unruhen im Nahen Osten den globalen Wettbewerb um US-amerikanische Abwehrsysteme verschärfen werden.
‚Die Nachfrage ist enorm, aber die USA können die Produktion dieser Raketen nicht ohne Weiteres erhöhen, insbesondere aufgrund der eingeschränkten Lieferketten für Zielsuchköpfe und Raketentriebwerke‘, sagt er. Die USA planten zwar, die Produktion zu steigern, doch dieser Prozess dauere normalerweise Jahre.
PAC‑3 sei nur begrenzt verfügbar und werde in den kommenden Monaten zu einer heiß begehrten Ware, bestätigt George Barros […] vom Institute for the Study of War. Liefermengen und Produktionsraten von Raketenabwehrmunition seien seit Jahren chronisch niedrig, erklärt er, und der Wettbewerb zwischen den Betreibern der einzelnen Systeme sei schon lange vor [den Angriffen auf den] Iran […] groß gewesen.“
„Irans Russland-Wette führt zu nationaler Katastrophe“
NV veröffentlicht einen Social-Media-Post des Nahostexperten Ihor Semivolos, der kommentiert, Russland habe den Iran im Stich gelassen und damit das Vertrauen zwischen beiden Ländern zerstört:
„Russland hat gezeigt, dass es ein ‚Verbündeter bis zur ersten ernsthaften Bewährungsprobe‘ ist. Die iranischen Eliten, insbesondere der pragmatische Flügel, sprechen nun offen davon, dass die strategische Wette auf Russland ein Fehler war, der zu einer nationalen Katastrophe geführt hat. Tja, was soll man dazu sagen, ihr Spätzünder?“
„Putin profitiert von steigenden Ölpreisen“
Die Ekonomitschna Prawda analysiert die Folgen steigender Ölpreise:
„‚Die Russische Föderation könnte von einem Rückgang der iranischen [Öl-]Lieferungen an die Volksrepublik China profitieren. Die Nachfrage Pekings wird sich wahrscheinlich hin zu [russischem] Urals-Öl verlagern […], was den wirtschaftlichen Druck auf den Kreml etwas mindern würde‘, meinen Analysten der [kanadischen Investmentbank] TD Securities.
Vor dem Hintergrund der Ereignisse im Iran zeigt auch Indien wieder Interesse an russischem Öl. Seit 2022 ist Neu-Delhi für Moskau ein wichtiger Abnehmer von Brennstoffen, auch wenn es seine Einkäufe unter dem Druck Washingtons in letzter Zeit […] etwas reduziert hat.
‚Putin profitiert vom [Iran-]Krieg durch steigende Ölpreise und eine größere Nachfrage nach seinem eigenen, mit Sanktionen belegten Öl. […]‘, gibt Bloomberg-Kommentator Javier Blas zu bedenken.“
„Hier ist jeder auf sich allein gestellt“
Hromadske hat in Dubai, der von iranischen Raketen und Drohnen angegriffenen Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate, Ukrainer:innen nach ihren Eindrücken aus einem weiteren Krieg gefragt:
„Nach den ersten Explosionen begann Veronika Ostrovska, [ukrainisches Model und Fernsehmoderatorin, die für zwei Wochen geschäftlich nach Dubai gereist war], Einheimische zu fragen, wie bei ihnen alles organisiert sei und ob sie genügend Wasservorräte hätten. Die Leute aber, sagt sie, verstünden gar nicht, was Krieg bedeute.
‚Und überhaupt schließen sich die Menschen hier nicht zusammen, um etwas zu tun, so wie bei uns in den ersten Tagen des Krieges. Ich konnte erst nicht verstehen, warum. Jetzt habe ich es begriffen. In der Ukraine haben wir eine Idee und ein Gefühl der Einheit, weil wir für uns selbst kämpfen. Hier aber sind alle unterschiedlicher Nationalität, jeder und jede ist auf sich allein gestellt.‘“
Pipeline-Konflikt: Eine irreparable „Freundschaft“
Nach einem russischen Angriff Ende Januar, bei dem auch eine Pumpstation der Druschba-Pipeline (russ. für „Freundschaft”) getroffen wurde, über die noch immer russisches Öl nach Ungarn und in die Slowakei floss, steht der Betrieb nun still. Budapest und Bratislava drängen auf eine schnelle Reparatur und drohen mit Gegenmaßnahmen. Ukrainische Medien analysieren die Hintergründe des Konflikts.
„Warum sollten wir Russland ermöglichen, Geld zu verdienen?“
Suspilne hat sich nach dem Stand der Reparaturarbeiten erkundigt:
„Offiziell kommentiert die Ukraine den Stand der Reparaturen an der Druschba-Pipline derzeit nicht. Das Außenministerium erklärt lediglich, die Unterbrechung des Pipeline-Betriebs sei einzig und allein durch russischen Beschuss verursacht worden. Suspilne hat auch [den staatlichen Energiekonzern] Naftogaz um eine Stellungnahme gebeten. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lag noch keine Antwort des Unternehmens vor.
Nach Ansicht von Volodymyr Omelchenko [Direktor für Energieprogramme beim Rasumkow-Zentrum], hat die Ukraine weder in politischer noch in sicherheitspolitischer oder finanzieller Hinsicht einen Vorteil von der Wiederaufnahme des Druschba-Betriebs.
‚Warum sollten wir uns zusätzliche Probleme schaffen, um wieder russisches Öl zu transportieren? Wie können wir dann noch […] von Sanktionen reden? Warum sollten wir Russland ermöglichen, Geld zu verdienen?‘, fragt Omelchenko. Außerdem könne die Ukraine so knappen Strom einsparen, den die Pumpen zum Weitertransport des Öls in großem Umfang verbrauchen.“
„Orbán muss vor den Wahlen Stärke zeigen“
Ungarn und die Slowakei setzten unter anderem die Ausfuhr von Diesel in die Ukraine aus. Forbes führt diese drastische Reaktion auf innenpolitische Motive zurück – besonders in Ungarn:
„Der Hauptgrund für das Embargo auf Erdölprodukte in Richtung Ukraine ist der ungarische Wahlkampf vor den Parlamentswahlen am 12. April. ‚Orbán muss vor den Wahlen zeigen, dass er stark ist und sich wehren kann‘, so ein Gesprächspartner [aus diplomatischen Kreisen].
Für Orbán sei es zudem wichtig, antiukrainische Stimmungen zu schüren. Seine Partei Fidesz liegt in Umfragen zehn Prozent hinter ihrem stärksten Gegner, der Tisza-Partei von Péter Magyar. Bereits im vergangenen Frühjahr hatte Orbán in seinem Wahlkampf auf die antikukrainische Karte gesetzt und den Weg der Ukraine in die EU blockiert […].“
„Test für die strategische Reife Europas“
Die Jewropejska Prawda empfiehlt in aller Offenheit, die Pipeline gar nicht mehr zu reparieren, weil sie längst als russisches Druckmittel diene:
„Während einige mitteleuropäische Länder versuchen, das frühere Kooperationsmodell mit Russland aufrechtzuerhalten, das auf [hohen] politischen Kosten und kurzfristigen kommerziellen Vorteilen beruht, baut der bedachtere Teil des Kontinents ein System auf, das auf Resilienz ausgerichtet ist und strategische Risiken verringern will.
So kündigte etwa Denys Schmyhal, stellvertretender Ministerpräsident und Energieminister der Ukraine, die Schaffung einer regionalen Koordinierungsplattform für Energiesicherheit gemeinsam mit den baltischen Staaten, Polen, Finnland, Dänemark und Norwegen an. Ziel ist es, einen einheitlichen Rahmen zur Risikobewertung und Koordinierung von Maßnahmen an der nordöstlichen Flanke der EU zu schaffen.
Die Druschba als aktiven Lieferkanal zu erhalten, würde die Finanzströme in den russischen Haushalt weiter fließen lassen und ein Modell der politischen Abhängigkeit unterstützen. Die Pipeline, die einst die Integration innerhalb des ‚sozialistischen Lagers‘ symbolisierte, ist heute zu einem Test für die strategische Reife Europas geworden.“
Terroranschläge im ukrainischen Hinterland
Am 22. Februar erschütterten kurz nach Mitternacht zwei Explosionen die Innenstadt von Lwiw. Die Polizei war gerade erst per Notruf an den Ort gerufen worden, an dem dann selbstgebaute Sprengsätze detonierten, die in einem Mülleimer versteckt waren. Eine Polizistin starb bei dem Anschlag, rund 25 Menschen wurden verletzt. Die Polizei sprach von einem Terrorakt. Wenig später wurden Anschläge in Dnipro und Mykolajiw gemeldet. Präsident Selenskyj warnte, ähnliche Angriffe, deren Urheberschaft Russland zugeschrieben wird, könnten sich wiederholen.
„Psychologische Programmierung über Telegram“
Im Interview mit LB beschreibt der Chef der ukrainischen Kriminalpolizei, Andrii Niebytov, die Verdächtige, die die Sprengsätze versteckt haben soll:
„Viele Jahre fuhr sie zum Arbeiten nach Polen; zuletzt nahm sie irgendwo eine Stelle an, kündigte nach zwei, drei Tagen wieder, fand keinen Platz für sich. Sie versuchte auf allen möglichen Wegen, Geld zu verdienen. Und so kontaktierte sie ein junger Mann über Telegram und bot ihr eine leichte Arbeit an – inklusive bezahlter Unterkunft. Natürlich sagen diese ‚Jungs von Telegram‘ nicht direkt, dass sie aus Russland sind und Sabotageakte vorbereiten – sie erzählen immer schöne Geschichten. Zum Beispiel, dass ihnen jemand Geld schuldet und sie sich rächen wollen. […] es ist ganz normale Psychologie, man programmiert den Menschen. […]
Moderne Kommunikationsmittel, allen voran Telegram, machen es möglich, unter Menschen in schwierigen Lebenslagen willige Handlanger zu finden. Je schlechter seine wirtschaftliche und soziale Situation, desto anfälliger ist der Mensch. Und es gibt weitere Faktoren: [kriegsbedingte] Umsiedlung [und Binnenvetreibung]; wenn jemand seine Wohnung verloren hat, sein Geschäft, die Arbeit oder Angehörige. Besonders unter dem Druck solcher Umstände [lassen Menschen sich anwerben] und führen Terroranschläge [in russischem Auftrag] aus. Diese Frau kaufte Splittermaterial (Muttern), stellte eine [explosive] Mischung [aus Haushaltschemikalien] her, legte die [selbstgefertigten] Sprengsätze – ihr war vollkommen bewusst, was sie da tat. Sie hat einen Weg gewählt, für den sie die Verantwortung übernehmen muss.“
„Eine reine Terrorstrategie“
Die neue russische Taktik richte sich nicht nur gegen die Ukraine, sondern ziele auch auf andere europäische Länder, warnt der ehemalige stellvertretende Chef des ukrainischen Inlandsgeheimdiensts, Viktor Yahun, in einem Kommentar, den NV übernimmt:
„Nach einem Notruf [und dem Eintreffen] der Polizei zwei Explosionen hintereinander herbeizuführen, ist eine klassische Methode von Sabotagegruppen. [Sogenannte Doppelschläge] sollen die Verluste unter den Sicherheitskräften maximieren und einen psychologischen Effekt erzeugen. So operierten [die Terroristen] des IS, fundamentalistische Gruppen aller Richtungen sowie die Einheiten des [russischen Militärgeheimdienstes] GRU in der Region Donezk in den Jahren 2014–2015. Wir sehen also eine Technik, die einer klaren Logik folgt – der Logik der Geheimdienste.
[…] Das Ziel des Terroranschlags war nicht Lwiw als Stadt, sondern das ukrainische Hinterland. Lwiw ist ein Symbol der Sicherheit ebendieses Hinterlands und ein zentraler logistischer Knotenpunkt zwischen der Ukraine und der EU. Jeder Terroranschlag dort sendet das Signal: ‚Wir können euch selbst in der Westukraine treffen.‘ Das ist eine reine Terrorstrategie. Sie soll die Gesellschaft demoralisieren, die politische Führung unter Druck setzen und einen Informationseffekt in Europa haben.“
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Ukrainische Medien
Die Online-Zeitung Ukrajinska Prawda veröffentlicht als regierungskritisches Medium investigative Artikel und deckte auch Korruptionsfälle innerhalb der ukrainischen Regierung auf. Sie zählt zu den meistgenutzten Nachrichtenportalen der Ukraine.
Die Ukrajinska Prawda wurde im Jahr 2000 vom ukrainisch-georgischen Journalisten Heorhij Gongadse gegründet, der im darauffolgenden Jahr – angeblich auf Veranlassung des damaligen Präsidenten Leonid Kutschma – ermordet wurde. Die heutige Chefredakteurin ist die bekannte ukrainisch-krimtatarische Journalistin Sevgil Musaieva.
Im Mai 2021 verkaufte die damalige Eigentümerin Olena Prytula 100 Prozent der Anteile an Dragon Capital, eine ukrainische Investment-Management-Gesellschaft, die vom tschechischen Unternehmer Tomáš Fiala geleitet wird.
Aufrufe der Website im Mai 2023: 69,6 Millionen
Das Online-Nachrichtenportal und ‑Fernsehen Hromadske finanziert sich über Crowdfunding bei seinen Leserinnen und Lesern, Spenden, Werbung und über für andere Medien aufgenommene Videos.
Hromadske wurde als NGO mit dazugehörigen Online-Medien im November 2013 mit Beginn des Euromaidan gegründet. Die jetzige Chefredakteurin ist die ukrainische Journalistin Jewhenija Motorewska, die sich zuvor mit dem Thema Korruption in ukrainischen Strafverfolgungsbehörden befasst hat.
Die Weiterentwicklung von Hromadske wird von einem Vorstand vorangetrieben, der aus sieben prominenten ukrainischen Persönlichkeiten besteht, darunter Nobelpreisträgerin Oleksandra Matwijtschuk.
Aufrufe der Website im Mai 2023: 2,8 Millionen
Der ukrainische Fernsehsender mit Online-Nachrichtenportal, dessen Chefredakteurin die ukrainische Journalistin Chrystyna Hawryljuk ist, wird finanziell von der ukrainischen Regierung unterstützt. In diesem Zusammenhang hat sich die Website einer ausgewogenen Berichterstattung verpflichtet.
Das renommierte Institute of Mass Information führte Suspilne.Novyny im September 2021 auf der sogenannten „weißen Liste“ ukrainischer Medien, die ein sehr hohes Niveau an zuverlässigen Informationen bieten.
Suspilne.Novyny wurde im Dezember 2019 gegründet und gehört zur Nationalen öffentlichen Rundfunkgesellschaft der Ukraine. Im Januar 2015 war die zuvor staatliche Rundfunkanstalt entsprechend europäischen Standards in eine öffentliche Rundfunkgesellschaft umgewandelt worden.
Aufrufe der Website im Mai 2023: 7,4 Millionen
NV ist eine Print- und Online-Zeitschrift, deren Schwerpunkt auf Nachrichten aus dem Ausland und der ukrainischen Politik liegt. Zu den Hauptthemen zählen die internationale Unterstützung der Ukraine, Korruption sowie die künftige Entwicklung des Landes. Die Online-Ausgabe veröffentlich oft Artikel renommierter ausländischer Medien wie The Economist, The New York Times, BBC und Deutsche Welle. Die Zeitschrift erscheint freitags als Druckausgabe auf Ukrainisch, die Website ist auf Ukrainisch, Russisch und Englisch verfügbar. NV gilt als eine der zuverlässigsten Nachrichtenquellen in der Ukraine.
NV wurde im Jahr 2014 – ursprünglich unter dem Namen Nowjoe Wremja („Die neue Zeit“) – vom ukrainischen Journalisten Witalij Sytsch gegründet, der die Chefredaktion übernahm. Zuvor arbeitete Sytsch bei dem ebenfalls populären Magazin Korrespondent. Er verließ Korrespondent, nachdem es an Serhij Kurtschenko – einen Janukowytsch nahestehenden Oligarchen aus Charkiw – verkauft worden war. NV gehört zum Verlagshaus Media-DK, dessen Eigentümer der tschechische Unternehmer Tomáš Fiala ist.
Aufrufe der Website im Mai 2023: 27,1 Millionen
Dserkalo Tyschnja liefert Hintergrundberichte und Analysen; das Themenspektrum umfasst politische, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Themen. Die Zeitung betrachtet die ukrainische Politik und deren Akteure in einem internationalen Zusammenhang. Dserkalo Tyschnja steht auf der „weißen Liste“ ukrainischer Medien, die zuverlässige Informationen liefern.
Dserkalo Tyschnja ist eine der ältesten ukrainischen Zeitungen und erschien zuerst 1994. Seit 2020 ist die Zeitung nur noch online verfügbar: auf Ukrainisch, Russisch und Englisch. Chefredakteurin ist die bekannte ukrainische Journalistin Julija Mostowa, Ehefrau des ehemaligen ukrainischen Verteidigungsministers Anatolij Hrysenko.
Aufrufe der Website im Mai 2023: 4,7 Millionen
Das ukrainische Online-Magazin Babel wurde im September 2018 gegründet. Das Themenspektrum umfasst soziale und politische Themen; besonderes Augenmerk gilt aber auch Nachrichten aus der Wissenschaft und über neue Technologien.
Nach dem 24. Februar 2022 wurde die zuvor ebenfalls angebotene russische Version der Website geschlossen. Stattdessen wird nun eine englische Version angeboten. Babel finanziert sich über Spenden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Babel engagieren sich in zahlreichen Projekten, die darauf abzielen, die ukrainischen Streitkräfte während des Krieges zu unterstützen.
Die Eigentümer des Online-Magazins sind der erste Chefredakteur Hlib Husjew, Kateryna Kobernyk und das slowakische Unternehmen IG GmbH.
Heute ist die ukrainische Journalistin Kateryna Kobernyk Chefredakteurin von Babel.
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Das Online-Magazin LB gehört zum Horschenin-Institut, einer ukrainischen Denkfabrik, die sich mit politischen und gesellschaftlichen Prozessen in der Ukraine und der Welt beschäftigt. LB hat sich auf Interviews spezialisiert; häufige Themen sind die ukrainische Innen- und internationale Politik sowie soziale Fragen in der Ukraine.
LB wurde im Juni 2009 unter dem Namen Liwyj Bereh gegründet, Chefredakteurin Sonja Koschkina hat seit 2018 einen eigenen Youtube-Kanal „KishkiNA“, auf dem sie Interviews mit verschiedenen Personen veröffentlicht.
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Im Fokus des ukrainischen im Jahr 2000 gegründeten Online-Nachrichtenportals LIGA stehen wirtschaftliche, politische und soziale Themen. Seit 2020 steht LIGA auf der „weißen Liste“ ukrainischer Medien, die stets präzise Informationen und zuverlässige Nachrichten anbieten.
Chefredakteurin ist die ukrainische Journalistin Julija Bankowa, die davor eine leitende Position bei dem Online-Magazin Hromadske hatte.
Der Eigentümer des Nachrichtenportals ist die ukrainische unabhängige Mediaholding Ligamedia, deren Geschäftsführer Dmytro Bondarenko ist.
Aufrufe der Website im Mai 2023: 8,5 Millionen
Censor präsentiert sich als Website mit „emotionalen Nachrichten“. Der Fokus liegt vor allem auf innenpolitischen Entwicklungen. Seit dem russischen Überfall auf die Ukraine sind viele Beiträge den Ereignissen an der Front und den ukrainischen Streitkräften gewidmet. Censor ist auf drei Sprachen verfügbar: Ukrainisch, Russisch und Englisch.
Das Nachrichtenportal Censor wurde 2004 vom bekannten ukrainischen Journalisten Jurij Butusow gegründet und zählt zu den populärsten Nachrichtenseiten des Landes. Butusow gilt als scharfer Kritiker von Präsident Selenskyj. Er erhebt schwere Vorwürfe in Bezug auf Korruption innerhalb der ukrainischen Regierung, schlechte Vorbereitung auf den Krieg gegen Russland und unbefriedigende Verwaltung der Armee. Butusow wird von über 400.000 Menschen auf Facebook gelesen. Seine Posts auf dem sozialen Netzwerk haben enormen Einfluss und lösen hitzige Diskussionen aus.
Aufrufe der Website im Mai 2023: 59 Millionen
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