„Große Lücken in der Verteidigung“

Presseschau 1. bis 15. Oktober 2025:
Angriffe auf Energieinfrastruktur: Wie hart wird der Winter? +++ Auf dem Schlachtfeld fehlen Soldaten +++ Langersehnter Kinostart
Angriffe auf Energieinfrastruktur: Wie hart wird der Winter?
Am Morgen des 10. Oktober startete Moskau eine massive Welle von Drohnen- und Raketenangriffen auf die ukrainische Energieinfrastruktur. In mehreren Regionen kam es zu Stromausfällen. Ukrainische Medien diskutieren über die bevorstehende Bewährungsprobe im Winter.
„Energiesystem heute wesentlich besser vorbereitet“
Suspilne betont, wie widerstandsfähig das ukrainische Stromnetz in den vergangenen drei Jahren geworden sei:
„‚Im November 2022 hatten wir nach einem Angriff mit […] 115 Drohnen und Raketen einen landesweiten Blackout und das ganze Land war komplett ohne Strom‘, sagte […] Oleksandr Kharchenko, Direktor des Zentrums für Energieforschung.
‚[Diesmal] waren es 500 Raketen und Drohnen. Und ja, es gibt Stromausfälle und Einschränkungen, aber die Situation ist unter Kontrolle und der Wiederaufbau geht voran. Meiner Meinung nach zeigt das sehr deutlich, dass das Energiesystem heute wesentlich besser auf solche Angriffe vorbereitet ist und wir viel besser wissen, was [in solchen Situationen] zu tun ist […].‘
Laut Kharchenko verfügen wichtige Anlagen zur Energieerzeugung und ‑umverteilung inzwischen sowohl über Schutzbauten als auch über eigene Luftabwehrsysteme. Wenn Russland jedoch Dutzende Drohnen und Raketen auf ein einzelnes Ziel richte, werde dieser Schutz ‚durchbrochen‘. Trotz der Schäden am Energiesystem rufe [die nationale Netzgesellschaft] Ukrenergo derzeit jedoch nicht dazu auf, den Stromverbrauch zu reduzieren.“
„Am anfälligsten sind Heizkraftwerke“
Die mit der Ukrajinska Prawda verbundene Ekonomitschna Prawda bleibt grundsätzlich optimistisch – allerdings nicht in Bezug auf die Gebiete nahe der Grenze und der Front:
„Nach Einschätzung [des ehemaligen ukrainischen Energieministers Ivan] Plachkov ist das Energiesystem […] [ziemlich gut] vorbereitet. ‚Ernste Probleme mit der Stromversorgung sind nur bei einer Kombination aus starkem Frost, massiven Angriffen und schwacher Luftabwehr denkbar‘, meint der Ex-Minister.
Am anfälligsten sind seiner Ansicht nach Heizkraftwerke, die Wärme und Warmwasser liefern. ‚[Die] Wärme[versorgung] ist empfindlicher als [die mit] Elektrizität, weil Wärme nicht zwischen den Regionen umverteilt werden kann‘, fügt er hinzu.
In frontnahen Gebieten werde sich die Lage aller Voraussicht nach verschlechtern. Es könne passieren, dass es dort weder Licht noch Wärme gebe. Einen Tag zuvor hatte Militärexperte Serhii Flash erklärt, die russische Armee wolle die kritische Infrastruktur [in einem Bereich von] 20 bis 50 Kilometern hinter der Grenze zerstören – mit dem Ziel, diese Gebiete sowohl für Zivilist:innen als auch für Militärs unbewohnbar zu machen.“
„Wenn der Strom ausfällt, gehen sie wieder nach Hause“
Liga berichtet darüber, wie Unternehmen in der an Russland grenzenden Region Tschernihiw versuchen, trotz ständiger Stromausfälle und häufigen Luftalarms den Betrieb aufrechtzuerhalten:
„Beim Textilhersteller TK Domashnii tekstil versucht man, die Produktionszeiten an die Stromausfälle anzupassen. ‚Die Leute kommen zur Arbeit, wenn es Strom gibt. Sie kommen, fangen an und arbeiten zwei Stunden lang. Wenn der Strom abgeschaltet wird, gehen sie wieder‘, berichtet Volodymyr Martseniuk, einer der Geschäftsführer.
Durch die Stromausfälle wird der Produktionsprozess immer wieder unterbrochen, sodass ein Teil der Stoffe als Ausschuss endet. Das Textilunternehmen schöpft derzeit [nur] 20 Prozent seiner Kapazität aus.
Auch das Unternehmen Collar aus Tschernihiw produziere nur zur Hälfte, etwa Katzenstreu, berichtet dessen Gründer Yurii Synytsia. Collar stellt Heimtierprodukte her, Katzenstreu macht rund 25 Prozent seines Umsatzes aus. Die Leistung der Generatoren reiche nicht aus, um die Produktion [vollständig] aufrechtzuerhalten, erklärt der Unternehmer.
Um sich an die Stromabschaltungen anzupassen, hat Collar Nachtschichten eingeführt. Doch der Zeitplan für die Abschaltungen entspreche nicht immer der Realität, sagt Synytsia. So kommt es vor, dass Mitarbeiter:innen, die nachts zur Arbeit kämen, untätig an ihrem Arbeitsplatz säßen.“
Auf dem Schlachtfeld fehlen Soldaten
Seit Monaten kann die ukrainische Armee nicht so viele Soldaten rekrutieren, wie sie eigentlich bräuchte; zudem häufen sich Fälle von Fahnenflucht. Besonders die Infanterie ist davon betroffen, ihre Reihen lichten sich zunehmend. Zwar hat der Drohnenkrieg die Bedeutung klassischer Bodenoperationen teilweise verringert, doch der Personalmangel in den Schützengräben führt zu spürbaren Verlusten und taktischen Nachteilen. Ukrainische Medien denken über Ursachen und mögliche Auswege nach.
„Große Lücken in der Verteidigung“
Die Ukrajinska Prawda analysiert die Auswirkungen des Infanteriemangeln auf die Verteidigung:
„Immer häufiger gibt es buchstäblich niemanden mehr, um die Gefechtsstände der Infanterie zu besetzen. Deshalb kann der Abstand zwischen benachbarten Stellungen […] bis zu 700 Meter betragen, manchmal sogar einen Kilometer.
[…] In der Frontlinie entstehen so […] Lücken, durch die die feindliche Infanterie eindringen kann. Gefangene russische Soldaten berichten […], dass sie auf dem Weg nach Pokrowsk im Juli 2025 auf keinerlei bewaffneten Widerstand seitens der ukrainischen Streitkräfte gestoßen seien. Mit großer Wahrscheinlichkeit gab es auf ihrer Route […] bis in die Vorbezirke von Pokrowsk nur eine minimale Infanteriepräsenz – an manchen Stellen möglicherweise gar keine. ‚Es gibt Posten, die nur pro forma existieren. Sie sind mit Verwundeten besetzt – einfach nur, damit die oberen [Ränge] sich damit beruhigen können, dass wir da eine Stellung haben‘, [erzählt ein Offizier].
Die […] Lücken zwischen den ukrainischen Infanterieposten, durch die russische Truppen […] tief in unsere Verteidigung eindringen […], [haben dazu geführt, dass] in der aktuellen Kriegsphase eine stabile Kontaktlinie fehlt. Das bedeutet, dass die Posten unserer Verteidigungskräfte und feindliche Stellungen dicht beieinander liegen […] und dass in Frontstädte nicht bloß Späh- und Aufklärungstrupps eindringen, sondern die reguläre Infanterie des Feindes […]. […]
Weil an vorderster Front Soldaten fehlen, werden Drohnenpiloten und Mörserschützen, die [eigentlich] drei bis fünf Kilometer hinter der Front stehen, notgedrungen selbst zu Infanteristen, [ohne jemals dafür ausgebildet worden zu sein]. […] In den schlimmsten Fällen […] dringen die Russen sogar bis zu den Stellungen der Artillerie vor – also zehn bis fünfzehn Kilometer hinter der eigentlichen Kontaktlinie.”
„Moskau hofft, dass uns die Soldaten ausgehen.“
In einer Kolumne auf NV kritisiert der Soldat und ehemalige Journalist Pavlo Kazarin, wie die Behörden mit dem Thema Mobilisierung umgehen:
„[…] Vom ersten Tag des Krieges an spürte Moskau keinen Mangel an Soldaten. Russland hat nur vier Wochen lang mit der Mobilisierung herumgespielt — und ist dann dazu übergegangen, Kanonenfutter zu kaufen. Und nun starrt der Kreml auf die Ukraine in der Hoffnung, dass uns die Soldaten eher ausgehen als Russland das Geld.
Tatsächlich hat sich die Mobilisierung als die größte Schwachstelle unseres Landes erwiesen. Die westliche Hilfe hat der ukrainischen Führung die Illusion vermittelt, dass unpopuläre Entscheidungen, etwa eine Verschärfung der Mobilisierungsregeln, warten könnten. Im vierten Kriegsjahr sind wir in der Hoffnung erstarrt, dass der Krieg bald für eine Weile zum Erliegen kommt und man den letzten Kilometer mit bloßer Willenskraft zurücklegen könne. […]
[…] Was ist unser Plan, wenn der Krieg noch zwei, drei oder gar fünf Jahre dauert? Wie will die Führung diejenigen in der Armee halten, die vom ersten Tag an kämpfen, und diejenigen in die Armee holen, die noch nicht dienen? […]
Wir führen Krieg in der Erwartung, dass die russische Wirtschaft zusammenbricht. Moskau führt Krieg in der Erwartung, dass uns die Soldaten ausgehen. Der Unterschied ist nur, dass der Kreml viel leichter unpopuläre Entscheidung treffen kann, weil die russische Führung es sich leisten kann, sich nicht von Wahlen ablenken zu lassen. Die ukrainische Führung hingegen kann sich keinesfalls [das Gegenteil] leisten: sich von Wahlen ablenken zu lassen. Unser Feind hat einen Plan für morgen. Unklar ist, ob wir einen haben.”
„Es gibt kein Zurück zum Zustand vor dem Krieg“
Oberst Ihor Obolienskyi warnt auf NV, wer sich heute vor dem Militärdienst drücke, stehe morgen außerhalb der Gesellschaft:
„Für viele Menschen im Hinterland gilt jemand, der in der Armee dient, als Versager; als einer, der einfach Pech gehabt hat. Wer sich ausbilden lässt oder sich auf den Krieg vorbereitet, wird als jemand angesehen, der in den Tod geht. Als erfolgreich gilt, wer ausgemustert wird oder sich versteckt. Erstarren oder Weglaufen – etwas anderes zählt nicht als Selbsterhaltungsinstinkt.
Doch erstens ist ohne Entschlossenheit und Handeln kein Sieg möglich. Für Gesellschaft und Staat bedeuten das Erstarren oder die Flucht vor der Mobilisierung […] dasselbe wie das Erstarren oder die Flucht eines Menschen im Schützengraben. Die Russen werden kommen, zuerst den Staat zerstören und dann Millionen von Menschen töten, vergewaltigen oder einsperren. Wenn man hingegen die Erfahrung macht, was nötig ist, um im Kampf um den Staat das eigene Leben zu retten, entwickelt sich ein Instinkt für den Erhalt des Landes. Dann nimmt man den Staat, seinen Wert und die in ihm getroffenen Entscheidungen ganz anders wahr.
Zweitens ist die Erfahrung des Krieges Teil unserer Evolution. Wer sie vermeidet, bleibt in einer Welt zurück, die es nicht mehr gibt. […] zum Zustand ‚vor dem Krieg‘ zurückzukehren, ist unmöglich.
Diejenigen, die Erfahrungen im Krieg machen, werden – trotz ihrer Traumata – zur nächsten, widerstandsfähigeren Generation von Ukrainer:innen. Dazu gehören nicht nur diejenigen, die selbst kämpfen, sondern auch ihre Familien; Menschen, die ihre Nächsten verloren haben und alle, die Verwundete behandeln […] und die so nah wie möglich am Schlachtfeld sind.“
Langersehnter Kinostart
Mit You Are the Universe kommt ein ukrainischer Science-Fiction-Film in die Kinos, der fast zehn Jahre in Arbeit war. Regisseur Pavlo Ostrikov musste die Produktion seines ersten Langfilms erst wegen der Pandemie, dann wegen des Krieges mehrfach unterbrechen. 2024 wurde der Film schließlich fertiggestellt und zuletzt auf mehreren Festivals ausgezeichnet. Ukrainische Medien kommentieren den langersehnten Kinostart.
„Eine nahezu unmögliche Begegnung“
LB fasst die Handlung und Ostrikovs Ansatz zusammen:
„150 Jahre sind vergangen, seit das erste Kernkraftwerk in Betrieb genommen wurde. Im luftleeren Raum treibt das Raumschiff Obrii 2, gesteuert von Andrii Melnyk (Volodymyr Kravchuk). Er soll Atommüll, von dem es auf der Erde zu viel gibt […], zum Jupitermond Kallisto bringen. Andrii hat Ärger bei der Arbeit, streitet mit seinem Chef und dem Bordroboter – doch all das verblasst angesichts der eigentlichen Katastrophe: Die Erde explodiert […] aus menschengemachten Gründen und Melnyk bleibt als letzter Mensch im Universum zurück. Plötzlich meldet sich eine Französin namens Catherine, die auf ihrem Schiff in der Nähe des Saturn überlebt hat. Von nun an wird für die beiden eine nahezu unmögliche Begegnung zum Sinn des Lebens. [...]
Ostrikov macht keinen Hehl aus dem Einfluss von [Stanley] Kubricks 2001: Odyssee im Weltraum – in einer Szene zitiert er den Film sogar direkt. Das ist jedoch kein Nachahmen, sondern eher eine Travestie, ähnlich wie [Ivan] Kotliarevskyis Enejida [die als erstes vollständiges literarisches Werk in modernem Ukrainisch gilt – Anm. d. Red.] im Vergleich zu Vergils Aeneis.“
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„Gerade die Unvollkommenheit hilft uns, an diese Realität zu glauben“
Die Ukrajinska Prawda fragte Ostrikov im Interview, wie es ihm gelungen sei, seinen Science-Fiction-Film so realistisch wirken zu lassen:
„Jemand hat einmal zu mir gesagt: Damit das Fantastische realistisch wirkt, darf es nicht perfekt sein. Nicht nur der Held, sondern alles, was wir sehen, muss irgendeinen Makel haben. So ist es auch mit unserem Raumschiff – es zerfällt. Der Held ist weder besonders sympathisch noch besonders klug. Und trotzdem nehmen wir all das ernst. Gerade die Unvollkommenheit hilft uns, in diese Realität einzutauchen.“
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Ukrainische Medien
Die Online-Zeitung Ukrajinska Prawda veröffentlicht als regierungskritisches Medium investigative Artikel und deckte auch Korruptionsfälle innerhalb der ukrainischen Regierung auf. Sie zählt zu den meistgenutzten Nachrichtenportalen der Ukraine.
Die Ukrajinska Prawda wurde im Jahr 2000 vom ukrainisch-georgischen Journalisten Heorhij Gongadse gegründet, der im darauffolgenden Jahr – angeblich auf Veranlassung des damaligen Präsidenten Leonid Kutschma – ermordet wurde. Die heutige Chefredakteurin ist die bekannte ukrainisch-krimtatarische Journalistin Sevgil Musaieva.
Im Mai 2021 verkaufte die damalige Eigentümerin Olena Prytula 100 Prozent der Anteile an Dragon Capital, eine ukrainische Investment-Management-Gesellschaft, die vom tschechischen Unternehmer Tomáš Fiala geleitet wird.
Aufrufe der Website im Mai 2023: 69,6 Millionen
Das Online-Nachrichtenportal und ‑Fernsehen Hromadske finanziert sich über Crowdfunding bei seinen Leserinnen und Lesern, Spenden, Werbung und über für andere Medien aufgenommene Videos.
Hromadske wurde als NGO mit dazugehörigen Online-Medien im November 2013 mit Beginn des Euromaidan gegründet. Die jetzige Chefredakteurin ist die ukrainische Journalistin Jewhenija Motorewska, die sich zuvor mit dem Thema Korruption in ukrainischen Strafverfolgungsbehörden befasst hat.
Die Weiterentwicklung von Hromadske wird von einem Vorstand vorangetrieben, der aus sieben prominenten ukrainischen Persönlichkeiten besteht, darunter Nobelpreisträgerin Oleksandra Matwijtschuk.
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Der ukrainische Fernsehsender mit Online-Nachrichtenportal, dessen Chefredakteurin die ukrainische Journalistin Chrystyna Hawryljuk ist, wird finanziell von der ukrainischen Regierung unterstützt. In diesem Zusammenhang hat sich die Website einer ausgewogenen Berichterstattung verpflichtet.
Das renommierte Institute of Mass Information führte Suspilne.Novyny im September 2021 auf der sogenannten „weißen Liste“ ukrainischer Medien, die ein sehr hohes Niveau an zuverlässigen Informationen bieten.
Suspilne.Novyny wurde im Dezember 2019 gegründet und gehört zur Nationalen öffentlichen Rundfunkgesellschaft der Ukraine. Im Januar 2015 war die zuvor staatliche Rundfunkanstalt entsprechend europäischen Standards in eine öffentliche Rundfunkgesellschaft umgewandelt worden.
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NV ist eine Print- und Online-Zeitschrift, deren Schwerpunkt auf Nachrichten aus dem Ausland und der ukrainischen Politik liegt. Zu den Hauptthemen zählen die internationale Unterstützung der Ukraine, Korruption sowie die künftige Entwicklung des Landes. Die Online-Ausgabe veröffentlich oft Artikel renommierter ausländischer Medien wie The Economist, The New York Times, BBC und Deutsche Welle. Die Zeitschrift erscheint freitags als Druckausgabe auf Ukrainisch, die Website ist auf Ukrainisch, Russisch und Englisch verfügbar. NV gilt als eine der zuverlässigsten Nachrichtenquellen in der Ukraine.
NV wurde im Jahr 2014 – ursprünglich unter dem Namen Nowjoe Wremja („Die neue Zeit“) – vom ukrainischen Journalisten Witalij Sytsch gegründet, der die Chefredaktion übernahm. Zuvor arbeitete Sytsch bei dem ebenfalls populären Magazin Korrespondent. Er verließ Korrespondent, nachdem es an Serhij Kurtschenko – einen Janukowytsch nahestehenden Oligarchen aus Charkiw – verkauft worden war. NV gehört zum Verlagshaus Media-DK, dessen Eigentümer der tschechische Unternehmer Tomáš Fiala ist.
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Dserkalo Tyschnja liefert Hintergrundberichte und Analysen; das Themenspektrum umfasst politische, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Themen. Die Zeitung betrachtet die ukrainische Politik und deren Akteure in einem internationalen Zusammenhang. Dserkalo Tyschnja steht auf der „weißen Liste“ ukrainischer Medien, die zuverlässige Informationen liefern.
Dserkalo Tyschnja ist eine der ältesten ukrainischen Zeitungen und erschien zuerst 1994. Seit 2020 ist die Zeitung nur noch online verfügbar: auf Ukrainisch, Russisch und Englisch. Chefredakteurin ist die bekannte ukrainische Journalistin Julija Mostowa, Ehefrau des ehemaligen ukrainischen Verteidigungsministers Anatolij Hrysenko.
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Das ukrainische Online-Magazin Babel wurde im September 2018 gegründet. Das Themenspektrum umfasst soziale und politische Themen; besonderes Augenmerk gilt aber auch Nachrichten aus der Wissenschaft und über neue Technologien.
Nach dem 24. Februar 2022 wurde die zuvor ebenfalls angebotene russische Version der Website geschlossen. Stattdessen wird nun eine englische Version angeboten. Babel finanziert sich über Spenden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Babel engagieren sich in zahlreichen Projekten, die darauf abzielen, die ukrainischen Streitkräfte während des Krieges zu unterstützen.
Die Eigentümer des Online-Magazins sind der erste Chefredakteur Hlib Husjew, Kateryna Kobernyk und das slowakische Unternehmen IG GmbH.
Heute ist die ukrainische Journalistin Kateryna Kobernyk Chefredakteurin von Babel.
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Das Online-Magazin LB gehört zum Horschenin-Institut, einer ukrainischen Denkfabrik, die sich mit politischen und gesellschaftlichen Prozessen in der Ukraine und der Welt beschäftigt. LB hat sich auf Interviews spezialisiert; häufige Themen sind die ukrainische Innen- und internationale Politik sowie soziale Fragen in der Ukraine.
LB wurde im Juni 2009 unter dem Namen Liwyj Bereh gegründet, Chefredakteurin Sonja Koschkina hat seit 2018 einen eigenen Youtube-Kanal „KishkiNA“, auf dem sie Interviews mit verschiedenen Personen veröffentlicht.
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Im Fokus des ukrainischen im Jahr 2000 gegründeten Online-Nachrichtenportals LIGA stehen wirtschaftliche, politische und soziale Themen. Seit 2020 steht LIGA auf der „weißen Liste“ ukrainischer Medien, die stets präzise Informationen und zuverlässige Nachrichten anbieten.
Chefredakteurin ist die ukrainische Journalistin Julija Bankowa, die davor eine leitende Position bei dem Online-Magazin Hromadske hatte.
Der Eigentümer des Nachrichtenportals ist die ukrainische unabhängige Mediaholding Ligamedia, deren Geschäftsführer Dmytro Bondarenko ist.
Aufrufe der Website im Mai 2023: 8,5 Millionen
Censor präsentiert sich als Website mit „emotionalen Nachrichten“. Der Fokus liegt vor allem auf innenpolitischen Entwicklungen. Seit dem russischen Überfall auf die Ukraine sind viele Beiträge den Ereignissen an der Front und den ukrainischen Streitkräften gewidmet. Censor ist auf drei Sprachen verfügbar: Ukrainisch, Russisch und Englisch.
Das Nachrichtenportal Censor wurde 2004 vom bekannten ukrainischen Journalisten Jurij Butusow gegründet und zählt zu den populärsten Nachrichtenseiten des Landes. Butusow gilt als scharfer Kritiker von Präsident Selenskyj. Er erhebt schwere Vorwürfe in Bezug auf Korruption innerhalb der ukrainischen Regierung, schlechte Vorbereitung auf den Krieg gegen Russland und unbefriedigende Verwaltung der Armee. Butusow wird von über 400.000 Menschen auf Facebook gelesen. Seine Posts auf dem sozialen Netzwerk haben enormen Einfluss und lösen hitzige Diskussionen aus.
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