„Das Jahr der Wahrheit“

Presseschau ukrainischer Medien | 24. Dezember 2025 bis 6. Januar 2026:
Selenskyjs große Neujahrsrochade
„Friedensverhandlungen“: Wann fliegt Russlands Bluff auf?
Nüchterner Jahresrückblick 2025
Selenskyjs große Neujahrsrochade
In den ersten Januartagen leitete Präsident Wolodymyr Selenskyj eine weitreichende Umbesetzung an der Staatsspitze ein. Im Zentrum steht die Neubesetzung des Präsidialamts: Der frühere Geheimdienstchef Kyrylo Budanow folgt auf Andrij Jermak. Er gilt als machtbewusst und politisch ehrgeizig. Designierter Verteidigungsminister ist Mychajlo Fedorow – der Kopf hinter der innovativen Verwaltungs-App Diia und dem erfolgreichen Digitalministerium. Überraschend wurde auch der Leiter des Inlandsgeheimdienstes SBU ausgetauscht. Ukrainische Medien diskutieren die Signalwirkung von Selenskyjs großer Neujahrsrochade.
„Budanow hat direkte Kontakte zu den Russen“
Die Ukrajinska Prawda sieht den entscheidenden Grund für die Wahl Budanows zum Leiter der Präsidialverwaltung in seiner besseren Verhandlungsposition gegenüber den USA:
„Aus Sicht der US-Amerikaner hat Budanow zwei große Vorteile. Erstens verfügt er über einen realistischen Blick auf die Lage im Krieg, sodass man mit ihm angemessene Verhandlungen führen kann. Zweitens ist er nicht in die aufsehenerregenden Korruptionsskandale der jüngsten Zeit verwickelt, sodass seinen guten Ruf nicht verliert, wer mit ihm verhandelt.
Darüber hinaus ist Budanow so gut wie der Einzige im Land, der über direkte Arbeitskontakte zu den Russen verfügt. Er hat mit ihnen den Austausch von Gefangenen verhandelt und […] während der jüngsten diplomatischen Bemühungen der neuen US-Regierung in den Vereinigten Arabischen Emiraten Gespräche unter vier Augen [mit einzelnen russischen Diplomaten] geführt.
Die Stärkung der Verhandlungsgruppe und die ‚Dezentralisierung‘ der Kontakte mit den US-Amerikanern dürften die wichtigsten Veränderungen sein, die Budanows Ernennung mit sich bringt.
Seine [künftige] Rolle in der Außenpolitik war […] für den Leiter des Präsidialamts einer der Hauptgründe, der neuen Position zuzustimmen. […] er wird auf ukrainischer Seite die Verhandlungen über ein Ende des Krieges, über Garantien seitens der USA und ihrer Partner und über weitere sicherheitspolitische Fragen leiten.“
„Geheimdienstchef hätte vor Korruptionsaffäre warnen müssen”
Liga berichtet über die überraschende Abberufung des anerkannten SBU-Chefs Wassyl Maljuk, der für geheime Militäraktionen wie „Spinnennetz“ und Operationen gegen die russische Schwarzmeerflotte bekannt war:
„Obwohl Gerüchte über Maljuks Rücktritt bereits eine Woche vor Neujahr aufkamen, war man beim SBU bis zum 5. Januar davon überzeugt, dass jeder andere abgesetzt werden könnte – nur er nicht.
Die Nachricht über einen möglichen Wechsel an der Spitze des Inlandsgeheimdienstes wurde sowohl innerhalb der Behörde als auch in den Streitkräften […] negativ aufgenommen.
‚Ich diene seit 2008 beim SBU. Maljuk ist der erste und einzige Leiter, auf den der Dienst stolz sein kann. Das ist jemand, der selbst gegen die Russische Föderation gekämpft hat und [weiterhin] kämpft: durch unmittelbare Kampfeinsätze, durch sein Vorgehen gegen Spione und durch seine persönliche Autorität‘, sagt Roman Kostenko, Abgeordneter [der Partei] Holos […]. Die Erfolge der Ukraine sowohl im Schwarzen Meer als auch im russischen Hinterland seien ‚die Arbeit des Chefs und seines Teams‘, so Kostenko.
Ein Gesprächspartner bestätigte gegenüber LIGA, […] Maljuk habe sein Amt nicht freiwillig abgegeben. Der Präsident habe ihn jedoch überzeugen können. Grund dafür sei der große öffentliche Aufruhr rund um [die Korruptionsaffäre] ‚Minditschgate‘ […]. Maljuk hätte […], wenn schon nicht vor dem Leak selbst, dann zumindest vor dem Ausmaß des Skandals warnen müssen.“
„Es wird enormen Widerstand geben”
Forbes sieht Mychajlo Fedorows Wechsel vom Digital- ins Verteidigungsressort als folgerichtig, weil er die Technologisierung der Armee wesentlich vorangetrieben hat:
„‚Er hat die Vision, die Streitkräfte mithilfe moderner Waffen umzustrukturieren sowie den Mut und die Entschlossenheit, dies umzusetzen‘, sagt ein ehemaliges Mitglied des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrats […]. Ihm zufolge hat [der nun abtretende Denys] Schmyhal als Verteidigungsminister die Lage stabilisiert, während Fedorow [grundlegende] Veränderungen in der Arbeit des Ministeriums herbeiführen könne. [...]
Fedorows Hauptaufgabe im Verteidigungsministerium besteht laut [der ehemaligen stellvertretenden Verteidigungsministerin für Digitalisierung, Kateryna] Chernohorenko darin, die fragmentierten und unterschiedlich umgesetzten Projekte in den ukrainischen Streitkräften zu einem einheitlichen System zusammenzufügen.
Die Bürokratie zu bekämpfen und dem Mikromanagement im Verteidigungsministerium ein Ende zu setzen, werde eine Herausforderung für Fedorow, so das ehemalige Mitglied des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrats. ‚Er ist ein Fremder in diesem System. Es wird enormen Widerstand geben‘ [...]. [...] Das größte Risiko [...] bestehe darin, dass [Fedorow] das alte System zerstöre, ohne ein neues aufzubauen. [...] ‚Aber wenn es ihm gelingt, das Ministerium zu reformieren und die Effizienz der Streitkräfte zu steigern, wird er zum Retter des Landes.‘“
„Friedensverhandlungen“: Wann fliegt Russlands Bluff auf?
In der Ukraine werden Russlands Beteuerungen, sich für Frieden einzusetzen, weithin als gezielte Lügen gewertet. Echte Verhandlungen, so die verbreitete Ansicht, würden erst beginnen, wenn Moskau an der Front oder im Inneren in eine spürbare Krise gerate. Diese Linie vertreten auch ukrainische Regierungsvertreter:innen, die international auf härtere Sanktionen drängen. Ukrainische Medien zeigen sich hoffnungsvoll, dass die Belastungen der Kriegswirtschaft für den Aggressor 2026 noch einmal wesentlich spürbarer werden.
„Die Verletztlichkeit des Kreml ist deutlich geworden“
In einer umfassenden Prognose für Liga analysieren die Experten Valentyn Badrak (Direktor des Zentrums für Armee‑, Konversions- und Abrüstungsstudien) und Volodymyr Horbulin (Vizepräsident der Nationalen Akademie der Wissenschaften) die Aussichten auf einen – nicht nur – wirtschaftlichen Zusammenbruch Russlands im Jahr 2026:
„Im Jahr 2025 geriet die russische Wirtschaft zum ersten Mal merklich ins Wanken. Und obwohl es noch keine Anzeichen für eine unmittelbare Gefahr gibt, wurde die Verletzlichkeit des Kreml deutlich. Dabei geht es nicht nur um Sanktionen, sondern auch um den erheblichen und systematischen Anteil der [ukrainischen] Verteidigungskräfte an der Zerstörung der Russischen Föderation. Unter den derzeitigen Bedingungen kann die Russische Föderation den Krieg noch einige Jahre finanzieren, doch wenn der Druck steigt, könnte das schnell schwierig werden. [...] chinesische Medien haben damit begonnen, offen über das Szenario zu diskutieren, sich nach einem möglichen Zerfall der Russischen Föderation dessen wohlhabende Region [im Fernen Osten] einzuverleiben.“
„Der Feind ist nicht so furchteinflößend, wie er scheint“
Auch Taras Chmut, Leiter der größten ukrainischen Militärhilfsorganisation Come Back Alive, sieht im Interview mit der Ukrajinska Prawda Russlands vermeintliche Stärke bröckeln:
„Russland ist Weltmeister darin sich aufzuplustern. Bis 2022 hatten alle Angst vor der russischen Armee und ihren Waffen. Doch die kleine Ukraine hat gezeigt, dass Russen sehr wohl sterben. Ihre Waffen sind mittelmäßig, ihre Ausrüstung fängt Feuer, wird in die Luft gesprengt und explodiert.
Dieser Feind ist nicht so furchteinflößend, wie er scheint.
Russland spielt weiterhin die Rolle einer mächtigen Nation, obwohl es das Land in Wirklichkeit genauso schwer hat wie wir. Ich bin mir gar nicht sicher, wer es derzeit schwerer hat – wir oder sie. […] Sie sind einfach sehr gut darin sich zu tarnen, die Backen aufzublasen und eine Macht vorzutäuschen, die sie gar nicht haben.
[…] Ja, Russland ist für Verhandlungen. Denn es ist sich dessen bewusst, dass [sonst] […] die Gefahr steigt, diesen Krieg zu verlieren. Weil die Sanktionen schmerzen, weil die Ukraine überall zuschlägt, weil es auf dem Schlachtfeld hart ist, weil die Mobilisierung zwar noch in passablem Tempo läuft, aber von Jahr zu Jahr schwieriger wird, weil Ausrüstung zerstört wird – und weil es um ein Vielfaches schwerer ist, einen offensiven Angriffskrieg gegen ein Volk zu führen, das für seine Rechte kämpft.“
„Besser auf die ‚bösen Russen‘ setzen”
Liga denkt offen darüber nach, wie es nach Putins Tod in Russland weitergehen könnte und lässt unter anderem den in Russland geborenen Anwalt Ilya Novikov zu Wort kommen:
„Putins Tod allein wird nicht alle Probleme lösen – in Russland gibt es etwa 20 Millionen Menschen, die den Krieg aktiv unterstützen: Soldaten, ihre Familien und diejenigen, die davon profitieren. Es wächst eine Generation von Kindern der gefallenen Besatzer heran, die im Geist der Rache erzogen werden – was den Boden für einen neuen Konflikt in zehn bis zwanzig Jahren bereitet.
Die ‚guten Russen‘ in der demokratischen Emigration, die sich aus Angst, die Stimmen zukünftiger Wähler:innen zu verlieren, nicht zur Rückgabe der Krim äußern, sind nicht von Nutzen.
Besser ist es, auf die ‚bösen Russen‘ zu setzen – auf regionale Eliten und sogar kriminelle Strukturen, die eigene Interessen und Konflikte mit Moskau haben. Die Unterstützung des regionalen Separatismus wird zum Zerfall Russlands in Dutzende kleiner Staaten führen – das ist die einzige realistische Chance, einen neuen großen Krieg zu verhindern.“
Nüchterner Rückblick auf das Jahr 2025
Die Jahresrückblicke in ukrainischen Medien sind von einer nüchternen Erkenntnis geprägt: 2025 war ein sehr schweres Jahr. Zwischen Fronteinbrüchen im Osten, Korruptionsskandalen in Kyjiw und dem zermürbenden Kriegsalltag im ganzen Land fragen Kommentator:innen, welche Lehren sich aus den vergangenen zwölf Kriegsmonaten ziehen lassen.
„Das Jahr der Wahrheit“
Die Ukrajinska Prawda resümiert, 2025 hätten sich die Ukrainer:innen von ihren Illusionen verabschiedet:
„Im vergangenen Jahr hat die Ukraine faktisch anerkannt, dass das maximalistische Konzept unseres Sieges in naher Zukunft nicht realisierbar ist. Dass Mariupol und Berdjansk, Donezk und Luhansk, Simferopol und Sewastopol noch lange besetzt bleiben werden. Und dass wir derzeit nur das Einfrieren der Kampfhandlungen zu für Kyjiw mehr oder weniger akzeptablen Bedingungen erreichen können.
Außerdem mussten wir einsehen, dass sich der wichtigste Partner der Ukraine, Washington, in einen zynischen Erpresser verwandelt hat, der Moskau gegenüber wohlgesonnen ist. Dass die heimischen Reserven an Standfestigkeit in diesem Zermürbungskrieg geringer sind, als wir uns das gewünscht hätten. Und dass inmitten des blutigen Krieges groß angelegte Korruptionsnetzwerke in der Ukraine florieren, an denen hochrangige Beamte beteiligt sind.
Das vergangene Jahr brachte den Ukrainer:innen viele Enttäuschungen und Leiden. Gleichzeitig wurde 2025 für die Ukraine zum Jahr der Wahrheit. Es war bitter, schmerzhaft und grausam – aber wahrhaftig. In den letzten zwölf Monaten hat die Wahrheit selbst diejenigen von uns erreicht, die sich lange und sorgsam vor ihr versteckt hatten.“
„Wir behandeln einander anständiger“
Im Interview mit Hromadske erklärt Yevhen Holovakha, Leiter des Instituts für Soziologie an der Nationalen Akademie der Wissenschaften, die Ukrainer:innen würden einander wieder stärker vertrauen:
„‚Jene Menschen, die sagen: ‚Man kann anderen nicht trauen‘ oder ‚Die meisten handeln unehrlich, wenn ihnen das etwas nutzt‘, sind weniger geworden.
Wir behandeln einander anständiger, und es ist klar, warum. Wir leiden: Manche sterben, verlieren Angehörige, andere leben 16 Stunden [am Tag] ohne Strom. Das sind natürlich unterschiedliche Dinge, aber psychologisch ist es eine sehr schwierige Situation.
Und die Menschen ertragen das, bleiben menschlich dabei. Sie arbeiten weiter, leben weiter, unterstützen einander. Und wie viele Freiwillige gibt es, die ohne Unterlass der Armee und Bedürftigen helfen... Die Ukrainer:innen sind [im vergangenen Jahr] besser miteinander umgegangen. Sie verlassen sich mehr aufeinander. Das ist gut.
Andererseits sind die Menschen angespannter. Die Gesundheit hat sich [bei vielen] verschlechtert, insbesondere die psychische und mentale Gesundheit. In dieser Hinsicht leiden wir stark unter dem Krieg.“
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Ukrainische Medien
Die Online-Zeitung Ukrajinska Prawda veröffentlicht als regierungskritisches Medium investigative Artikel und deckte auch Korruptionsfälle innerhalb der ukrainischen Regierung auf. Sie zählt zu den meistgenutzten Nachrichtenportalen der Ukraine.
Die Ukrajinska Prawda wurde im Jahr 2000 vom ukrainisch-georgischen Journalisten Heorhij Gongadse gegründet, der im darauffolgenden Jahr – angeblich auf Veranlassung des damaligen Präsidenten Leonid Kutschma – ermordet wurde. Die heutige Chefredakteurin ist die bekannte ukrainisch-krimtatarische Journalistin Sevgil Musaieva.
Im Mai 2021 verkaufte die damalige Eigentümerin Olena Prytula 100 Prozent der Anteile an Dragon Capital, eine ukrainische Investment-Management-Gesellschaft, die vom tschechischen Unternehmer Tomáš Fiala geleitet wird.
Aufrufe der Website im Mai 2023: 69,6 Millionen
Das Online-Nachrichtenportal und ‑Fernsehen Hromadske finanziert sich über Crowdfunding bei seinen Leserinnen und Lesern, Spenden, Werbung und über für andere Medien aufgenommene Videos.
Hromadske wurde als NGO mit dazugehörigen Online-Medien im November 2013 mit Beginn des Euromaidan gegründet. Die jetzige Chefredakteurin ist die ukrainische Journalistin Jewhenija Motorewska, die sich zuvor mit dem Thema Korruption in ukrainischen Strafverfolgungsbehörden befasst hat.
Die Weiterentwicklung von Hromadske wird von einem Vorstand vorangetrieben, der aus sieben prominenten ukrainischen Persönlichkeiten besteht, darunter Nobelpreisträgerin Oleksandra Matwijtschuk.
Aufrufe der Website im Mai 2023: 2,8 Millionen
Der ukrainische Fernsehsender mit Online-Nachrichtenportal, dessen Chefredakteurin die ukrainische Journalistin Chrystyna Hawryljuk ist, wird finanziell von der ukrainischen Regierung unterstützt. In diesem Zusammenhang hat sich die Website einer ausgewogenen Berichterstattung verpflichtet.
Das renommierte Institute of Mass Information führte Suspilne.Novyny im September 2021 auf der sogenannten „weißen Liste“ ukrainischer Medien, die ein sehr hohes Niveau an zuverlässigen Informationen bieten.
Suspilne.Novyny wurde im Dezember 2019 gegründet und gehört zur Nationalen öffentlichen Rundfunkgesellschaft der Ukraine. Im Januar 2015 war die zuvor staatliche Rundfunkanstalt entsprechend europäischen Standards in eine öffentliche Rundfunkgesellschaft umgewandelt worden.
Aufrufe der Website im Mai 2023: 7,4 Millionen
NV ist eine Print- und Online-Zeitschrift, deren Schwerpunkt auf Nachrichten aus dem Ausland und der ukrainischen Politik liegt. Zu den Hauptthemen zählen die internationale Unterstützung der Ukraine, Korruption sowie die künftige Entwicklung des Landes. Die Online-Ausgabe veröffentlich oft Artikel renommierter ausländischer Medien wie The Economist, The New York Times, BBC und Deutsche Welle. Die Zeitschrift erscheint freitags als Druckausgabe auf Ukrainisch, die Website ist auf Ukrainisch, Russisch und Englisch verfügbar. NV gilt als eine der zuverlässigsten Nachrichtenquellen in der Ukraine.
NV wurde im Jahr 2014 – ursprünglich unter dem Namen Nowjoe Wremja („Die neue Zeit“) – vom ukrainischen Journalisten Witalij Sytsch gegründet, der die Chefredaktion übernahm. Zuvor arbeitete Sytsch bei dem ebenfalls populären Magazin Korrespondent. Er verließ Korrespondent, nachdem es an Serhij Kurtschenko – einen Janukowytsch nahestehenden Oligarchen aus Charkiw – verkauft worden war. NV gehört zum Verlagshaus Media-DK, dessen Eigentümer der tschechische Unternehmer Tomáš Fiala ist.
Aufrufe der Website im Mai 2023: 27,1 Millionen
Dserkalo Tyschnja liefert Hintergrundberichte und Analysen; das Themenspektrum umfasst politische, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Themen. Die Zeitung betrachtet die ukrainische Politik und deren Akteure in einem internationalen Zusammenhang. Dserkalo Tyschnja steht auf der „weißen Liste“ ukrainischer Medien, die zuverlässige Informationen liefern.
Dserkalo Tyschnja ist eine der ältesten ukrainischen Zeitungen und erschien zuerst 1994. Seit 2020 ist die Zeitung nur noch online verfügbar: auf Ukrainisch, Russisch und Englisch. Chefredakteurin ist die bekannte ukrainische Journalistin Julija Mostowa, Ehefrau des ehemaligen ukrainischen Verteidigungsministers Anatolij Hrysenko.
Aufrufe der Website im Mai 2023: 4,7 Millionen
Das ukrainische Online-Magazin Babel wurde im September 2018 gegründet. Das Themenspektrum umfasst soziale und politische Themen; besonderes Augenmerk gilt aber auch Nachrichten aus der Wissenschaft und über neue Technologien.
Nach dem 24. Februar 2022 wurde die zuvor ebenfalls angebotene russische Version der Website geschlossen. Stattdessen wird nun eine englische Version angeboten. Babel finanziert sich über Spenden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Babel engagieren sich in zahlreichen Projekten, die darauf abzielen, die ukrainischen Streitkräfte während des Krieges zu unterstützen.
Die Eigentümer des Online-Magazins sind der erste Chefredakteur Hlib Husjew, Kateryna Kobernyk und das slowakische Unternehmen IG GmbH.
Heute ist die ukrainische Journalistin Kateryna Kobernyk Chefredakteurin von Babel.
Aufrufe der Website im Mai 2023: 1,1 Millionen
Das Online-Magazin LB gehört zum Horschenin-Institut, einer ukrainischen Denkfabrik, die sich mit politischen und gesellschaftlichen Prozessen in der Ukraine und der Welt beschäftigt. LB hat sich auf Interviews spezialisiert; häufige Themen sind die ukrainische Innen- und internationale Politik sowie soziale Fragen in der Ukraine.
LB wurde im Juni 2009 unter dem Namen Liwyj Bereh gegründet, Chefredakteurin Sonja Koschkina hat seit 2018 einen eigenen Youtube-Kanal „KishkiNA“, auf dem sie Interviews mit verschiedenen Personen veröffentlicht.
Aufrufe der Website im Mai 2023: 2 Millionen
Im Fokus des ukrainischen im Jahr 2000 gegründeten Online-Nachrichtenportals LIGA stehen wirtschaftliche, politische und soziale Themen. Seit 2020 steht LIGA auf der „weißen Liste“ ukrainischer Medien, die stets präzise Informationen und zuverlässige Nachrichten anbieten.
Chefredakteurin ist die ukrainische Journalistin Julija Bankowa, die davor eine leitende Position bei dem Online-Magazin Hromadske hatte.
Der Eigentümer des Nachrichtenportals ist die ukrainische unabhängige Mediaholding Ligamedia, deren Geschäftsführer Dmytro Bondarenko ist.
Aufrufe der Website im Mai 2023: 8,5 Millionen
Censor präsentiert sich als Website mit „emotionalen Nachrichten“. Der Fokus liegt vor allem auf innenpolitischen Entwicklungen. Seit dem russischen Überfall auf die Ukraine sind viele Beiträge den Ereignissen an der Front und den ukrainischen Streitkräften gewidmet. Censor ist auf drei Sprachen verfügbar: Ukrainisch, Russisch und Englisch.
Das Nachrichtenportal Censor wurde 2004 vom bekannten ukrainischen Journalisten Jurij Butusow gegründet und zählt zu den populärsten Nachrichtenseiten des Landes. Butusow gilt als scharfer Kritiker von Präsident Selenskyj. Er erhebt schwere Vorwürfe in Bezug auf Korruption innerhalb der ukrainischen Regierung, schlechte Vorbereitung auf den Krieg gegen Russland und unbefriedigende Verwaltung der Armee. Butusow wird von über 400.000 Menschen auf Facebook gelesen. Seine Posts auf dem sozialen Netzwerk haben enormen Einfluss und lösen hitzige Diskussionen aus.
Aufrufe der Website im Mai 2023: 59 Millionen
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