Char­ting Ukraine’s EU Path – Enga­ging with Member States

Foto: Ardan Fuess­mann /​ Adobe Stock

Wie kann der EU-Bei­tritts­pro­zess der Ukraine in einem zuneh­mend blo­ckier­ten poli­ti­schen Umfeld vor­an­ge­bracht werden? Dieser Frage geht das neue gemein­same Policy Paper des Zen­trums Libe­rale Moderne (LibMod) und der Ber­tels­mann Stif­tung nach. Unter dem Titel „Char­ting Ukraine’s EU Path – Enga­ging with Member States“ ana­ly­siert die Studie, warum die stär­kere Ein­bin­dung der EU-Mit­glied­staa­ten zu einer zen­tra­len Vor­aus­set­zung für Fort­schritte im Erwei­te­rungs­pro­zess gewor­den ist – und wie Kyjiw und Brüssel ihre Stra­te­gien ent­spre­chend anpas­sen können.

Während die Euro­päi­sche Kom­mis­sion wei­ter­hin eine trei­bende Rolle in der EU-Erwei­te­rung spielt, liegen viele ent­schei­dende Schritte bei den natio­na­len Regie­run­gen der Mit­glied­staa­ten. Die jüngs­ten Blo­cka­den ein­zel­ner Staaten, ins­be­son­dere Ungarns, ver­deut­li­chen, wie sehr Veto­dro­hun­gen den Prozess aus­brem­sen können. Gleich­zei­tig hängen not­wen­dige EU-interne Refor­men zur Siche­rung der Hand­lungs­fä­hig­keit der Union eben­falls von der Zustim­mung der Mit­glied­staa­ten ab. Für die Ukraine ist diese Kon­stel­la­tion ein struk­tu­rel­les Hin­der­nis auf dem Weg zur Mitgliedschaft.

Vor diesem Hin­ter­grund plä­diert das Policy Paper für einen deut­lich stärker maß­ge­schnei­der­ten, stra­te­gi­schen Ansatz im Umgang mit ein­zel­nen Mit­glied­staa­ten. Es beleuch­tet die beson­de­ren Her­aus­for­de­run­gen der ukrai­ni­schen EU-Annä­he­rung: die Situa­tion eines großen Landes im Krieg, die tief­grei­fen­den Aus­wir­kun­gen einer mög­li­chen Inte­gra­tion des ukrai­ni­schen Agrar­sek­tors auf die Gemein­same Agrar­po­li­tik sowie fort­be­stehende rechts­staat­li­che Defi­zite, Kor­rup­ti­ons­ri­si­ken und erin­ne­rungs­po­li­ti­sche Kon­flikt­li­nien, die die Bei­tritts­de­batte prägen.

Die Studie wurde von Miriam Kosmehl (Ber­tels­mann Stif­tung), Susan Stewart (Stif­tung Wis­sen­schaft und Politik) und Simon Schle­gel (Zentrum Libe­rale Moderne) ver­fasst. Ergänzt wird sie durch län­der­spe­zi­fi­sche Fall­stu­dien zu Frank­reich, Deutsch­land, Grie­chen­land, Irland, den Nie­der­lan­den, Polen und Rumä­nien sowie durch eine Analyse der ukrai­ni­schen Per­spek­tive. Damit bietet das Paper einen dif­fe­ren­zier­ten Blick auf natio­nale Inter­es­sen­la­gen und poli­ti­sche Dyna­mi­ken inner­halb der EU.

Auf dieser Basis for­mu­lie­ren die Autorin­nen und Autoren kon­krete Hand­lungs­emp­feh­lun­gen für Kyjiw, Brüssel und die Regie­run­gen der Mit­glied­staa­ten. Im Mit­tel­punkt stehen drei Prio­ri­tä­ten: eine klare und ehr­li­che Kom­mu­ni­ka­tion über Ziele und Kosten eines ukrai­ni­schen EU-Bei­tritts, der gezielte Aufbau von Alli­an­zen zwi­schen Mit­glied­staa­ten mit ähn­li­chen Inter­es­sen sowie die Stär­kung der Rolle der Mit­glied­staa­ten in einem Erwei­te­rungs­pro­zess, der zuneh­mend von Veto­dro­hun­gen geprägt ist.

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