Pres­se­schau (28. Sep­tem­ber bis 11. Oktober 2023)

Ter­ror­an­schlag auf das Dorf Hrosa +++ Groß­an­griff der Hamas auf Israel und Krieg im Nahen Osten +++ Vor­be­rei­tung der Ukraine auf den Winter +++ Schwie­rige Bedin­gun­gen für ukrai­ni­sche Soldaten

Ter­ror­an­schlag auf das Dorf Hrosa

In meh­re­ren ukrai­ni­schen Medien wurde über den rus­si­schen Rake­ten­be­schuss des kleinen ukrai­ni­schen Dorfes Hrosa berich­tet, das 35 Kilo­me­ter von der Front ent­fernt liegt. Der Anschlag am 5. Oktober 2023 über­raschte die Dorf­ge­mein­schaft bei der Trau­er­feier für den ukrai­ni­schen Sol­da­ten Andrij Kosyr, der von dort stammte. 52 Zivi­lis­ten kamen ums Leben.

Die Ukra­jinska Prawda weist darauf hin, dass Hrosa schon während der umfas­sen­den Inva­sion der Russen im Februar 2022 besetzt wurde und seither unklar ist, wie viele der einst 500 Ein­woh­ner die Besat­zung über­lebt haben und noch im Ort wohnten. „Wenn man die Zahl der Men­schen in Betracht zieht, für die in den letzten Monaten huma­ni­täre Hilfe geleis­tet wurde, gab es noch knapp über 200 Ein­woh­ner im Dorf. Daher könnten die Russen mit einem ein­zi­gen Schlag unge­fähr ein Viertel der Zivil­be­völ­ke­rung des Dorfes getötet haben.“ Ver­tre­ter der Ver­ein­ten Natio­nen befrag­ten Ein­hei­mi­sche, um das Ver­bre­chen der rus­si­schen Armee zu doku­men­tie­ren. Einige Ein­woh­ner denken darüber nach, das Dorf zu ver­las­sen, aber ihre prekäre finan­zi­elle Lage stellt ein Hin­der­nis dar.

Babel wirft in einer Repor­tage die Frage auf, warum das Café während der Trau­er­feier getrof­fen worden sei: „Eine Version […] ist, dass es einen ört­li­chen Infor­man­ten gegeben hat. Die Anwoh­ner sagen, dass der SBU [Inlands­ge­heim­dienst, Anmer­kung der Redak­tion] nach der Tra­gö­die zu ihnen nach Hause gekom­men sei und ihre Tele­fone über­prüft habe. Die Dorf­be­woh­ner sind nicht über­rascht, dass die Rakete von jeman­dem gezielt worden sein könnte, mit dem sie ihr ganzes Leben lang Seite an Seite gelebt haben. Sie sagen, dass es hier immer noch Men­schen gibt, die Russ­land unterstützen.“

Groß­an­griff der Hamas auf Israel und Krieg im Nahen Osten

Der Groß­an­griff auf Israel durch Ter­ro­ris­ten der Hamas am 7. Oktober 2023 bestimmt seitdem die inter­na­tio­nale Agenda und ver­drängt den Krieg gegen die Ukraine aus den Schlag­zei­len. In der Ukraine wird dis­ku­tiert, welche Kon­se­quen­zen der Krieg im Nahen Osten für das eigene Land haben wird.

In einem Kom­men­tar im Dser­kalo Tyschnja weist Wjat­sches­law Lichat­schow vom Center for Civil Liber­ties darauf hin, dass „die dra­ma­ti­schen Ereig­nisse im Nahen Osten nichts Gutes für die Ukraine ver­hei­ßen.“ Lichat­schow glaubt: „Für Washing­ton und Brüssel ist die Ukraine und ihr Wider­stand gegen die rus­si­sche Aggres­sion in den Hin­ter­grund getre­ten. Der dreiste Ter­ror­an­schlag ließ sie die Tra­gö­die bei der Trau­er­feier im Dorf Hrosa und Hun­derte andere Tra­gö­dien ver­ges­sen, die sich tag­täg­lich auf unserem Ter­ri­to­rium ereig­nen. Leider funk­tio­niert der globale Infor­ma­ti­ons­raum auf diese Weise, und die poli­ti­sche Agenda ist gezwun­gen, dem Fokus der Auf­merk­sam­keit zu folgen.“ Der Autor betont, dies habe nicht nur sym­bo­li­sche, sondern ganz prak­ti­sche Folgen: „Die USA, die früher ihre Muni­tion in die Ukraine lie­fer­ten, unter anderem aus Waf­fen­la­gern in Israel, müssen jetzt auch die Mög­lich­keit im Auge behal­ten, dass ihr Ver­bün­de­ter diese Waffen vor Ort brau­chen könnte.“

Das Portal Liwyj Bereh mahnt, Lehren aus dem Krieg in Israel zu ziehen. „Die Schluss­fol­ge­rung für die Ukraine ist ganz einfach: Wenn man dem Gegner Zeit gibt, sich anzu­pas­sen, spielen selbst tech­ni­sche Über­le­gen­heit und zig Mil­li­ar­den für die Ver­tei­di­gung keine Rolle. Es besteht das Risiko, schmerz­hafte Ver­luste zu erlei­den.“ Die Ukraine solle sich viel inten­si­ver vor­be­rei­ten. Fol­gen­des dürfe sie nicht ver­ges­sen: „Trotz der Mauern und Wach­türme war der Durch­bruch [auf israe­li­sches Gebiet] wegen des Über­ra­schungs­ef­fekts möglich“.

Die Ukra­jinska Prawda befasst sich mit der Frage, wie die Ukraine auf den Krieg im Nahen Osten reagie­ren sollte. Im Gegen­satz zur Haltung Europas sei die Haltung Washing­tons ein­deu­tig pro­is­rae­lisch und anti­pa­läs­ti­nen­sisch, und dies sei die Posi­tion beider ame­ri­ka­ni­scher Par­teien. „Zum Glück müssen wir unsere Politik nicht mit den USA abstim­men, aber dia­me­trale Mei­nungs­ver­schie­den­hei­ten mit dem wich­tigs­ten Sicher­heits­ge­ber sind uner­wünscht.” Ein anderer wich­ti­ger Aspekt seien aber die ukrai­ni­schen Bezie­hun­gen zu ein­fluss­rei­chen Ländern der „ara­bi­schen Welt“, vor allem mit Saudi-Arabien, das Kyjiw im Sicher­heits­be­reich und in der Diplo­ma­tie unter­stütze. „Viel­leicht ist die beste Lösung für Kyjiw, sich der Posi­tion der EU anzu­schlie­ßen. Erstens, weil diese ange­sichts der Mei­nungs­viel­falt inner­halb der EU am aus­ge­wo­gens­ten sein wird. Und zwei­tens, weil Kyjiw bald Ver­hand­lun­gen über den Bei­tritt zur EU auf­neh­men wird, in deren Rahmen es seine Posi­tio­nen in wich­ti­gen Fragen der Außen­po­li­tik mit der EU in Ein­klang bringen muss.”

NV hat den Mili­tär­ex­per­ten Jewhen Dykyj zu den jüngs­ten Ent­wick­lun­gen in Israel inter­viewt. Dykyj meint: „Ich glaube immer noch an die israe­li­schen Ver­tei­di­gungs­streit­kräfte und ich denke, dass Israel zurück­schla­gen wird. Aber man sollte ver­ste­hen, dass dieser Krieg nicht nur ein paar Tage dauern wird, es ist keine kurze Episode. Er wird kaum so lange wie unser Krieg dauern, aber er kann sich über viele Wochen oder sogar Monate hin­zie­hen. Und die gesamte Zeit wird er unseren Krieg in den glo­ba­len Medien in den Schat­ten stellen. Sollte sich der dortige Krieg über mehr als zwei Wochen hin­zie­hen, ist es zudem höchst­wahr­schein­lich, dass ame­ri­ka­ni­sche Mili­tär­hilfe in großem Umfang dorthin fließen wird.“

In einem anderen, im Liwyj Bereh erschie­ne­nen Kom­men­tar ruft Olek­sandr Demt­schenko das ukrai­ni­sche Par­la­ment dazu auf, die Hamas als Ter­ror­or­ga­ni­sa­tion ein­zu­stu­fen: „Wir haben die Hamas noch nicht als Ter­ror­or­ga­ni­sa­tion ein­ge­stuft. Das ist sehr seltsam, da alle unsere Partner (die USA, Kanada, die EU, Japan) das tun. Groß­bri­tan­nien, Aus­tra­lien und Neu­see­land haben den mili­tä­ri­schen Teil der Hamas auf die Liste der Ter­ror­or­ga­ni­sa­tio­nen gesetzt. Sogar Ägypten und Jor­da­nien haben diese Orga­ni­sa­tion in ihren Ländern ver­bo­ten. Hin­ge­gen tun Russ­land, Iran und China das aus offen­sicht­li­chen Gründen nicht. Ich muss hier nicht daran erin­nern, dass Iran ein Land ist, das im Krieg gegen die Ukraine auf Russ­lands Seite steht und Moskau mit Drohnen, Aus­bil­dern und Tech­no­lo­gien ver­sorgt. Iran hilft Russ­land, Fabri­ken zu bauen, in denen Drohnen her­ge­stellt werden. Wir dürfen auch nicht ver­ges­sen, dass Russen seit Langem mit der Hamas in Kontakt stehen.“

Vor­be­rei­tung der Ukraine auf den Winter

Ange­sichts der schwe­ren Beschä­di­gung der Infra­struk­tur und dem geziel­ten Beschuss der Energie- und Wär­me­ver­sor­gung der Ukraine durch die rus­si­sche Armee, berei­tet der nahende Winter vielen im Land Sorgen.

In einem Inter­view mit dem Liwyj Bereh betont der Vor­stands­vor­sit­zende der staat­li­chen Ener­gie­kon­zern Naf­to­has, Oleksij Tscher­ny­schow: „Unsere Erd­gas­re­ser­ven sind absolut aus­rei­chend, um uns sicher durch den Winter zu bringen.“ Er unter­streicht, dass die Ukraine nach heu­ti­gem Stand über 15,75 Mil­li­ar­den Kubik­me­ter Erdgas verfüge. Das sei völlig aus­rei­chend. Es sei wichtig, dass Naf­to­has die Absicht habe, aus­schließ­lich mit dem ukrai­ni­schen Erdgas aus­zu­kom­men. „Der Schutz der Gas­in­fra­struk­tur vor rus­si­schen Angrif­fen wurde auch durch zusätz­li­che Beton­plat­ten, soge­nannte Big Bags bzw. Gabio­nen, ver­stärkt.“ Außer­dem spei­chere die Ukraine auch Gas von aus­län­di­schen Lie­fe­ran­ten. „In diesem Jahr ist es uns gelun­gen, diese Mengen auf 2 Mil­li­ar­den Kubik­me­ter zu erhöhen, was ein Plus ist. […] Das ist vor allem ein Indi­ka­tor für das Ver­trauen in uns. In der Tat pumpen inter­na­tio­nale Händler während der mili­tä­ri­schen Aggres­sion und des Kriegs­rechts Gas in ukrai­ni­sche Lager­stät­ten. Und zwar ohne zusätz­li­che Ver­si­che­rungs­me­cha­nis­men […]. Es handelt sich also um ein abso­lu­tes kom­mer­zi­el­les Ver­trauen, das wir erreicht haben.”

Schwie­rige Bedin­gun­gen für ukrai­ni­sche Soldaten

Im Censor ruft Ihor Luzenko dazu auf, die Rechte ukrai­ni­scher Sol­da­ten in den Blick zu nehmen und Refor­men in der Armee umzu­set­zen. Der ehe­ma­li­ge Par­la­ments­ab­ge­ord­ne­te wirft der ukrai­ni­schen Gesell­schaft in seinem Kom­men­tar Unwis­sen­heit vor: „Wissen unsere Bürger zum Bei­spiel, dass ein ver­wun­de­ter Soldat mona­te­lang nicht zur Behand­lung ins Ausland gehen darf? […] Weiß der Nor­mal­bür­ger, dass eine beträcht­li­che Anzahl von Spe­zia­lis­ten, die vom Staat und von der Armee drin­gend benö­tigt werden, an der Front sterben, bevor sie an den rich­ti­gen Ort verlegt werden, weil die Ver­le­gung sechs Monate dauert? Weiß der Durch­schnitts­bür­ger, wie viele Gene­ral­stabs­of­fi­ziere von Feld­kom­man­deu­ren Angriffe um des Angriffs Willen fordern, damit sie der poli­ti­schen Führung über die nächs­ten 100 Meter erober­ten Landes berich­ten können?” Luzenko meint, es brauche den Druck der Bevöl­ke­rung auf die Regie­rung, um das System zu refor­mie­ren: „Dieses System hat sowje­ti­sche Gene, es ist her­vor­ra­gend aus­ge­stat­tet, um den Willen und den Geist des ein­fa­chen Sol­da­ten zu unterdrücken.“

Der Dser­kalo Tyschnja the­ma­ti­siert das Ver­schwei­gen von Pro­bleme, mit denen ukrai­ni­sche Sol­da­ten und Sol­da­tin­nen in der Armee kon­fron­tiert sind: schlech­tes Manage­ment der Ver­letz­ten und der neu rekru­tier­ten Sol­da­ten sowie die unbe­frie­di­gende Leis­tung der Mili­tär­me­di­zi­ni­schen Kom­mis­sio­nen, die ent­schei­den, ob neu ein­ge­zo­gene Sol­da­ten dienst­taug­lich sind, und teil­weise Men­schen mit psy­chi­schen Pro­ble­men an die Front geschickt hätten. „Das kom­plette Ver­schwei­gen von Pro­ble­men erhöht nicht die Ver­tei­di­gungs­fä­hig­keit, sondern macht die akuten Pro­bleme noch deut­lich größer. Der Versuch, eine aus­schließ­lich posi­tive Infor­ma­ti­ons­po­li­tik zu betrei­ben, schafft ein Vakuum, das Raum für feind­li­che infor­ma­tio­nelle und psy­cho­lo­gi­sche Ope­ra­tio­nen bietet. Wenn die Gesell­schaft frei über pro­ble­ma­ti­sche Fragen dis­ku­tiert und nach Lösungs­mög­lich­kei­ten sucht, ist das der beste Schutz vor Mani­pu­la­tio­nen und stärkt die Moti­va­tion, in extrem schwie­ri­gen Momen­ten durchzuhalten.“

Portrait Svyatenko

Sergiy Svya­tenko ist ein ukrai­ni­scher Über­set­zer und Ana­ly­ti­ker inter­na­tio­na­ler Medien.

 

 

 

 

 

 

 

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Ukrai­ni­sche Medien

Die Online-Zeitung Ukra­jinska Prawda ver­öf­fent­licht als regie­rungs­kri­ti­sches Medium inves­ti­ga­tive Artikel und deckte auch Kor­rup­ti­ons­fälle inner­halb der ukrai­ni­schen Regie­rung auf. Sie zählt zu den meist­ge­nutz­ten Nach­rich­ten­por­ta­len der Ukraine.

Die Ukra­jinska Prawda wurde im Jahr 2000 vom ukrai­nisch-geor­gi­schen Jour­na­lis­ten Heorhij Gon­gadse gegrün­det, der im dar­auf­fol­gen­den Jahr – angeb­lich auf Ver­an­las­sung des dama­li­gen Prä­si­den­ten Leonid Kut­schma – ermor­det wurde. Die heutige Chef­re­dak­teu­rin ist die bekannte ukrai­nisch-krim­ta­ta­ri­sche Jour­na­lis­tin Sevgil Mus­aieva.

Im Mai 2021 ver­kaufte die dama­lige Eigen­tü­me­rin Olena Prytula 100 Prozent der Anteile an Dragon Capital, eine ukrai­ni­sche Invest­ment-Manage­ment-Gesell­schaft, die vom tsche­chi­schen Unter­neh­mer Tomáš Fiala gelei­tet wird.

Aufrufe der Website im Mai 2023: 69,6 Millionen

Das Online-Nach­rich­ten­por­tal und ‑Fern­se­hen Hro­madske finan­ziert sich über Crowd­fun­ding bei seinen Lese­rin­nen und Lesern, Spenden, Werbung und über für andere Medien auf­ge­nom­mene Videos.

Hro­madske wurde als NGO mit dazu­ge­hö­ri­gen Online-Medien im Novem­ber 2013 mit Beginn des Euro­mai­dan gegrün­det. Die jetzige Chef­re­dak­teu­rin ist die ukrai­ni­sche Jour­na­lis­tin Jewhe­nija Motorewska, die sich zuvor mit dem Thema Kor­rup­tion in ukrai­ni­schen Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den befasst hat.

Die Wei­ter­ent­wick­lung von Hro­madske wird von einem Vor­stand vor­an­ge­trie­ben, der aus sieben pro­mi­nen­ten ukrai­ni­schen Per­sön­lich­kei­ten besteht, dar­un­ter Nobel­preis­trä­ge­rin Olek­san­dra Matwijtschuk.

Aufrufe der Website im Mai 2023: 2,8 Millionen

Der ukrai­ni­sche Fern­seh­sen­der mit Online-Nach­rich­ten­por­tal, dessen Chef­re­dak­teu­rin die ukrai­ni­sche Jour­na­lis­tin Chry­styna Hawryl­juk ist, wird finan­zi­ell von der ukrai­ni­schen Regie­rung unter­stützt. In diesem Zusam­men­hang hat sich die Website einer aus­ge­wo­ge­nen Bericht­erstat­tung verpflichtet.

Das renom­mierte Insti­tute of Mass Infor­ma­tion führte Suspilne.Novyny im Sep­tem­ber 2021 auf der soge­nann­ten „weißen Liste“ ukrai­ni­scher Medien, die ein sehr hohes Niveau an zuver­läs­si­gen Infor­ma­tio­nen bieten.

Suspilne.Novyny wurde im Dezem­ber 2019 gegrün­det und gehört zur Natio­na­len öffent­li­chen Rund­funk­ge­sell­schaft der Ukraine. Im Januar 2015 war die zuvor staat­li­che Rund­funk­an­stalt ent­spre­chend euro­päi­schen Stan­dards in eine öffent­li­che Rund­funk­ge­sell­schaft umge­wan­delt worden.

Aufrufe der Website im Mai 2023: 7,4 Millionen

NV ist eine Print- und Online-Zeit­schrift, deren Schwer­punkt auf Nach­rich­ten aus dem Ausland und der ukrai­ni­schen Politik liegt. Zu den Haupt­the­men zählen die inter­na­tio­nale Unter­stüt­zung der Ukraine, Kor­rup­tion sowie die künf­tige Ent­wick­lung des Landes. Die Online-Ausgabe ver­öf­fent­lich oft Artikel renom­mier­ter aus­län­di­scher Medien wie The Eco­no­mist, The New York Times, BBC und Deut­sche Welle. Die Zeit­schrift erscheint frei­tags als Druck­aus­gabe auf Ukrai­nisch, die Website ist auf Ukrai­nisch, Rus­sisch und Eng­lisch ver­füg­bar. NV gilt als eine der zuver­läs­sigs­ten Nach­rich­ten­quel­len in der Ukraine.

NV wurde im Jahr 2014 – ursprüng­lich unter dem Namen Nowjoe Wremja („Die neue Zeit“) – vom ukrai­ni­schen Jour­na­lis­ten Witalij Sytsch gegrün­det, der die Chef­re­dak­tion über­nahm. Zuvor arbei­tete Sytsch bei dem eben­falls popu­lä­ren Magazin Kor­re­spon­dent. Er verließ Kor­re­spon­dent, nachdem es an Serhij Kur­tschenko – einen Janu­ko­wytsch nahe­ste­hen­den Olig­ar­chen aus Charkiw – ver­kauft worden war. NV gehört zum Ver­lags­haus Media-DK, dessen Eigen­tü­mer der tsche­chi­sche Unter­neh­mer Tomáš Fiala ist.

Aufrufe der Website im Mai 2023: 27,1 Millionen

Dser­kalo Tyschnja liefert Hin­ter­grund­be­richte und Ana­ly­sen; das The­men­spek­trum umfasst poli­ti­sche, wirt­schaft­li­che, soziale und kul­tu­relle Themen. Die Zeitung betrach­tet die ukrai­ni­sche Politik und deren Akteure in einem inter­na­tio­na­len Zusam­men­hang. Dser­kalo Tyschnja steht auf der „weißen Liste“ ukrai­ni­scher Medien, die zuver­läs­sige Infor­ma­tio­nen liefern.

Dser­kalo Tyschnja ist eine der ältes­ten ukrai­ni­schen Zei­tun­gen und erschien zuerst 1994. Seit 2020 ist die Zeitung nur noch online ver­füg­bar: auf Ukrai­nisch, Rus­sisch und Eng­lisch. Chef­re­dak­teu­rin ist die bekannte ukrai­ni­sche Jour­na­lis­tin Julija Mostowa, Ehefrau des ehe­ma­li­gen ukrai­ni­schen Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ters Ana­to­lij Hrysenko.

Aufrufe der Website im Mai 2023: 4,7 Millionen

Das ukrai­ni­sche Online-Magazin Babel wurde im Sep­tem­ber 2018 gegrün­det. Das The­men­spek­trum umfasst soziale und poli­ti­sche Themen; beson­de­res Augen­merk gilt aber auch Nach­rich­ten aus der Wis­sen­schaft und über neue Technologien.

Nach dem 24. Februar 2022 wurde die zuvor eben­falls ange­bo­tene rus­si­sche Version der Website geschlos­sen. Statt­des­sen wird nun eine eng­li­sche Version ange­bo­ten. Babel finan­ziert sich über Spenden. Die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter von Babel enga­gie­ren sich in zahl­rei­chen Pro­jek­ten, die darauf abzie­len, die ukrai­ni­schen Streit­kräfte während des Krieges zu unterstützen.

Die Eigen­tü­mer des Online-Maga­zins sind der erste Chef­re­dak­teur Hlib Husjew, Kateryna Kober­nyk und das slo­wa­ki­sche Unter­neh­men IG GmbH. Heute ist der ukrai­ni­sche Jour­na­list Jewhen Spirin, der aus dem besetz­ten Luhansk stammt, Chef­re­dak­teur von Babel.

Aufrufe der Website im Mai 2023: 1,1 Millionen

Das Online-Magazin Liwyj Bereh gehört zum Hor­schenin-Insti­tut, einer ukrai­ni­schen Denk­fa­brik, die sich mit poli­ti­schen und gesell­schaft­li­chen Pro­zes­sen in der Ukraine und der Welt beschäf­tigt. Liwyj Bereh hat sich auf Inter­views spe­zia­li­siert; häufige Themen sind die ukrai­ni­sche Innen- und inter­na­tio­nale Politik sowie soziale Fragen in der Ukraine.

Liwyj Bereh wurde im Juni 2009 gegrün­det, Chef­re­dak­teu­rin Sonja Kosch­kina hat seit 2018 einen eigenen Youtube-Kanal „Kish­kiNA“, auf dem sie Inter­views mit ver­schie­de­nen Per­so­nen veröffentlicht.

Aufrufe der Website im Mai 2023: 2 Millionen

Im Fokus des ukrai­ni­schen im Jahr 2000 gegrün­de­ten Online-Nach­rich­ten­por­tals LIGA stehen wirt­schaft­li­che, poli­ti­sche und soziale Themen. Seit 2020 steht LIGA auf der „weißen Liste“ ukrai­ni­scher Medien, die stets präzise Infor­ma­tio­nen und zuver­läs­sige Nach­rich­ten anbieten.

Chef­re­dak­teu­rin ist die ukrai­ni­sche Jour­na­lis­tin Julija Bankowa, die davor eine lei­tende Posi­tion bei dem Online-Magazin Hro­madske hatte.

Der Eigen­tü­mer des Nach­rich­ten­por­tals ist die ukrai­ni­sche unab­hän­gige Media­hol­ding Liga­me­dia, deren Geschäfts­füh­rer Dmytro Bon­da­renko ist.

Aufrufe der Website im Mai 2023: 8,5 Millionen

Censor prä­sen­tiert sich als Website mit „emo­tio­na­len Nach­rich­ten“. Der Fokus liegt vor allem auf innen­po­li­ti­schen Ent­wick­lun­gen. Seit dem rus­si­schen Über­fall auf die Ukraine sind viele Bei­träge den Ereig­nis­sen an der Front und den ukrai­ni­schen Streit­kräf­ten gewid­met. Censor ist auf drei Spra­chen ver­füg­bar: Ukrai­nisch, Rus­sisch und Englisch.

Das Nach­rich­ten­por­tal Censor wurde 2004 vom bekann­ten ukrai­ni­schen Jour­na­lis­ten Jurij Butusow gegrün­det und zählt zu den popu­lärs­ten Nach­rich­ten­sei­ten des Landes. Butusow gilt als schar­fer Kri­ti­ker von Prä­si­dent Selen­skyj. Er erhebt schwere Vor­würfe in Bezug auf Kor­rup­tion inner­halb der ukrai­ni­schen Regie­rung, schlechte Vor­be­rei­tung auf den Krieg gegen Russ­land und unbe­frie­di­gende Ver­wal­tung der Armee. Butusow wird von über 400.000 Men­schen auf Face­book gelesen. Seine Posts auf dem sozia­len Netz­werk haben enormen Ein­fluss und lösen hitzige Dis­kus­sio­nen aus.

Aufrufe der Website im Mai 2023: 59 Millionen

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